Jerry wünscht sich einen großen Bruder: Sophienlust Extra 201 – Familienroman
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In der Reihe Sophienlust Extra werden die schönsten Romane dieser wundervollen Erfolgsserie veröffentlicht. Warmherzig, zu Tränen rührend erzählt von der großen Schriftstellerin Patricia Vandenberg.
Dr. Lutz Brachmann blickte den blassen stillen Jungen, der neben ihm im Wagen saß, besorgt an. »Wir sind in Sophienlust, Christoph«, sagte er behutsam. »Es wird dir hier gefallen. Alle werden dich lieb haben, und du wirst sie auch lieb gewinnen.« »Ich werde nie mehr jemanden lieb haben«, erwiderte der Junge trotzig. »Mir werden ja doch alle weggenommen, die ich lieb habe.« Aller Schmerz um ein unbegreifliches Geschick lag in diesen Worten, sodass Lutz Brachmann tröstend über den dichten Haarschopf strich. Doch Christoph Wendland zuckte zurück. »Nun steigt aber endlich aus«, sagte da eine frische Jungenstimme. »Wir warten schon lange.« »Das ist Dominik, Christoph. Ich habe dir von ihm erzählt«, äußerte Dr. Brachmann eindringlich. »Er wird dein Freund sein.« »Ich will keinen Freund«
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Rezensionen für Jerry wünscht sich einen großen Bruder
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Buchvorschau
Jerry wünscht sich einen großen Bruder - Patricia Vandenberg
Sophienlust Extra
– 201 –
Jerry wünscht sich einen großen Bruder
Nur die kleine Jerry konnte Christoph zum Lachen bringen
Patricia Vandenberg
Dr. Lutz Brachmann blickte den blassen stillen Jungen, der neben ihm im Wagen saß, besorgt an.
»Wir sind in Sophienlust, Christoph«, sagte er behutsam. »Es wird dir hier gefallen. Alle werden dich lieb haben, und du wirst sie auch lieb gewinnen.«
»Ich werde nie mehr jemanden lieb haben«, erwiderte der Junge trotzig. »Mir werden ja doch alle weggenommen, die ich lieb habe.«
Aller Schmerz um ein unbegreifliches Geschick lag in diesen Worten, sodass Lutz Brachmann tröstend über den dichten Haarschopf strich. Doch Christoph Wendland zuckte zurück.
»Nun steigt aber endlich aus«, sagte da eine frische Jungenstimme. »Wir warten schon lange.«
»Das ist Dominik, Christoph. Ich habe dir von ihm erzählt«, äußerte Dr. Brachmann eindringlich. »Er wird dein Freund sein.«
»Ich will keinen Freund«, kam die aggressive Entgegnung. »Ich will zu meiner Omi.«
Noch hatte niemand es fertiggebracht, ihm zu sagen, dass seine Omi schon vor zwei Tagen gestorben war. Man wollte ihm zunächst Zeit lassen, sich in Sophienlust einzuleben. Doch Christoph schien das Unabänderliche bereits zu wissen.
»Ihr wollt mir nur nicht sagen, dass Omi gestorben ist«, flüsterte er mit erstickter Stimme. »Ich fühle es, sonst wär ich doch nicht so schrecklich allein.«
Dr. Brachmann versuchte, seine Erschütterung zu verbergen. Er stieg aus und ging um den Wagen herum.
»Lass ihm Zeit, Nick«, sagte er leise zu dem wartenden Jungen. »Sag deiner Mutti Bescheid, dass wir gekommen sind.«
Dominik warf Christoph, der nicht viel jünger war als er, einen mitfühlenden Blick zu. Er wusste echten Schmerz schon von flüchtigem Kummer zu unterscheiden, denn es war nicht das erste Mal, dass ein Waisenkind nach Sophienlust kam, das auch des letzten Angehörigen beraubt worden war.
Nicht so ungestüm wie sonst ging er zu seiner Mutter. Denise von Schoenecker blickte von ihrer Schreibmaschine auf, auf der sie eben einen Brief schrieb.
»Diesmal werden wir es schwer haben, Mutti«, meinte Dominik seufzend. »Das ist ein ganz armes Hascherl.«
Sofort wusste Denise, von wem ihr Sohn sprach. »Du meinst sicher Christoph Wendland«, entgegnete sie. »Nun, Nick, dann werden wir uns eben doppelte Mühe geben müssen, ihn wieder aufzumuntern.«
»Er will nicht mal einen Freund haben«, berichtete Dominik. »Was soll ich jetzt machen?«
»Abwarten, Nick. Schau mal nach Henrik, dass er keine Dummheiten macht. Ich werde mich um Christoph kümmern.«
Dominik begab sich zu seinem kleinen Bruder und konnte ihn eben noch davor bewahren, eine Decke vom Tisch zu zerren und eine besonders hübsche Vase zu Boden zu werfen. Sicher war vor Henrik überhaupt nichts mehr, seit er selbstständig zu werden begann.
Als Dominik ihn ernsthaft ermahnte, zeigte er ihm strahlend seine schneeweißen Zähnchen. »Nick brav«, erklärte er jauchzend.
»Aber Henrik ist gar nicht brav, wenn er dauernd was runterschmeißt«, mahnte Nick brüderlich.
»Bumbum, Krach«, freute sich Henrik und klatschte in die Hände.
»Du bist ein Schlingel«, stellte Dominik fest.
Schmollend verzog sich Henriks Mund. »Hakuk, Lingel«, protestierte er.
»Habakuk ist auch ein Schlingel«, gab ihm Nick recht, »aber du sollst doch unser braver Kleiner sein.«
Anfangs hatte er nicht recht gewusst, was er mit dem Baby anfangen sollte, aber jetzt, da man sich mit Henrik schon unterhalten konnte, entdeckte Nick sein Herz für den jüngsten Schoenecker und bewachte ihn fürsorglich.
Aber heute waren Dominiks Gedanken nicht bei der Sache. Ihm ging das traurige Gesicht des Jungen nicht aus dem Sinn, der in Sophienlust eine neue Heimat finden sollte.
»Komm, Henrik«, sagte er und nahm die kleine Hand seines Brüderchens, »vielleicht kannst du Christoph aufmuntern.«
Das winzige Kerlchen sah ihn fragend an. »Histop?«, wiederholte er.
»Christoph«, sagte ihm Dominik langsam vor.
»Ristoph«, probierte es der Kleine aufs Neue.
»Es wird schon langsam«, lobte Nick. »Du bist ja unser Gescheiterle.«
Henrik rieb sein Näschen an seiner Hand, was eine Dankbarkeitsbezeugung darstellen sollte.
»Mein Nicki«, strahlte er.
»Bist ja unser Schatz«, sagte Nick zärtlich, schaute sich aber rasch um, ob auch niemand diese Liebkosung gehört habe. Das wäre ihm gar nicht recht gewesen, denn in seinem Alter durfte er sich so etwas natürlich nur unter vier Augen erlauben.
*
Auch Denise von Schoenecker war es nicht gelungen, dem kleinen Christoph Wendland ein Lächeln zu entlocken, und als Dominik mit Henrik nahte, drehte sich der Junge abrupt um.
»Ich mag keine Kinder«, stieß er hervor. »Ich mag niemanden.«
»Dann werde ich dir jetzt erst einmal dein Zimmer zeigen«, sagte Denise leise. »Möchtest du das Zimmer mit einem anderen Jungen teilen, Christoph, oder willst du lieber allein schlafen?«
»Sie sollen mich in Ruhe lassen«, flüsterte der Bub. Aus seinen Worten klang sehr deutlich heraus, dass er alle einschloss.
»Ihr sollt ihn in Ruhe lassen«, sagte Dominik zu den anderen Kindern, die zur Begrüßung bereitstanden. »Das ist ein schwieriger Fall.«
»Er soll sich nicht so anstellen«, wurde eine Stimme laut.
Wachsam blickte Dominik um sich.
»Warum ist er ein schwieriger Fall?«, mischte sich Pünktchen ein, ein reizendes, blondlockiges kleines Mädchen mit sommersprossigem Stupsnäschen. Ihr richtiger Name war Angelina Dommin, aber weil ihr Name unbekannt gewesen war, als sie nach Sophienlust gekommen war, hatte Dominik sie Pünktchen genannt.
Dominik ließ nun seinen Blick durch die neugierige Runde schweifen und bemerkte dann zu Pünktchen: »Dir kann ich es ja sagen. Du verstehst es noch am besten.«
Darauf trottete Pünktchen gleich hinter ihm her, und als hinter ihrem Rücken gemurrt wurde, drehte sie sich um und sagte: »Manche Kinder haben eben mehr Kummer als wir.«
Das wurde ihr von Dominik gleich darauf bestätigt. Aufmerksam lauschte sie, als er ihr von Christoph Wendlands Schicksal erzählte.
*
Auch Denise von Schoenecker beschäftigte sich jetzt noch einmal eingehend mit dem bisherigen Leben ihres neuen Schützlings. Seine Eltern waren bei einer Unwetterkatastrophe an der Adria ums Leben gekommen, als sie dort ihren Urlaub verbringen wollten. Den damals dreijährigen Christoph hatte man retten können. Er war zu seiner Großmutter, einer recht vermögenden Kaufmannswitwe, gebracht worden, und die leidgeprüfte Frau hatte sich mit aller Hingabe dem einzigen geliebten Enkel gewidmet.
Vor zwei Jahren war Frau Wendland dann zum ersten Mal erkrankt, und so sehr sie sich auch gegen diese schleichende Krankheit gewehrt hatte, sie hatte doch geahnt, dass ihr kein langes Leben mehr beschieden sein würde. Deshalb hatte sie schon damals begonnen, für Christoph ein Heim zu suchen, in dem er nach ihrem Tode untergebracht werden konnte. Ihr Anwalt, der mit den Brachmanns gut bekannt war, hatte sie schließlich auf Sophienlust aufmerksam gemacht. So wusste Denise schon seit einem Jahr, dass Christoph eines Tages nach Sophienlust kommen würde.
Nun war der Zeitpunkt gekommen. Frau Wendland hatte rührend vorgesorgt. Sie hatte über Christophs Leben Tagebuch geführt und von allen seinen Entwicklungsphasen Fotos gemacht. Dies alles lag vor Dominik auf dem Schreibtisch, als Dominik und Pünktchen, den lebhaften Henrik in der Mitte, im Büro erschienen.
»Na, was wollt ihr denn?«, fragte Denise.
»Wegen Christoph wollen wir mit dir reden, Mutti«, sagte Dominik. »Du hast doch mal gesagt, dass man sich auf jedes Kind einstellen muss.«
»Ich will mich auch einstellen«, mischte sich Pünktchen ein.
Denise musste unwillkürlich lächeln. »Das ist lieb von euch, aber jetzt müssen wir ihm wohl erst Zeit lassen.«
»Aber wenn man allein ist, weint man viel leichter«, meinte Pünktchen nachdenklich. »Ich kann ihm doch sagen, dass ich auch niemanden habe.«
»Im Augenblick wird ihn das kaum trösten können«, erwiderte Denise. »Es ist noch zu frisch. Es genügt schon, wenn ihr Verständnis zeigt, wenn er abweisend ist.«
Dominik sah seine Mutter nachdenklich an. »Das Leben ist schrecklich schwierig«, überlegte er. »Manche Kinder haben Eltern und zwei Mal Großeltern, andere aber haben gar niemanden. Meinst du nicht, dass der liebe Gott da manchmal einen Fehler macht, Mutti?«
»Aber dann haben wir ja Sophienlust«, widersprach Pünktchen eifrig. »Dazu hat es ja der liebe Gott gemacht.«
Denise streichelte ihr liebevoll die Wange. »Du bist unser Sonnenschein, Pünktchen«, meinte sie.
Das Kind schenkte ihr ein beglücktes Lächeln. »Der Christoph wird auch noch sehen, wie schön es hier ist«, erklärte es voller Überzeugung.
*
Aber es schien, als würde Christoph dies nicht sehen. Tage vergingen, ohne dass man ihm ein Wort oder auch nur das kleinste Lächeln entlocken konnte. Dominik und Pünktchen gaben sich die erdenklichste Mühe, während die anderen Kinder schon gar keinen Versuch mehr machten, mit ihm zu sprechen.
Was man von ihm verlangte, nahm er widerspruchslos hin, aber er schien in Schwermut zu versinken, und das bereitete Denise und allen große Sorge.
Dominik überlegte angestrengt, wie man endlich seine Zunge lösen könne. Einmal, als Christoph wieder abseits stand, während die anderen Kinder sich fröhlich auf dem Rasen tummelten, ging er zu ihm.
»Meinst
