Das Glückskleeblatt: Sophienlust Extra 32 – Familienroman
Von Gert Rothberg
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Über dieses E-Book
In der Reihe Sophienlust Extra werden die schönsten Romane dieser wundervollen Erfolgsserie veröffentlicht. Warmherzig, zu Tränen rührend erzählt von der großen Schriftstellerin Patricia Vandenberg.
Sie kamen von einer Hochzeit in Stuttgart. Ein Studienfreund hatte sie eingeladen. Nach dem Mittagessen war ein dringender Anruf gekommen, der Dr. Frank Durand in seine Rechtsanwaltspraxis nach Frankfurt zurückgerufen hatte. Frank hatte dem Klienten versprochen, um sechs Uhr für ihn zur Verfügung zu stehen. Der Klient war ein wichtiger Mann, und Frank lag viel an seiner Karriere. Barbara und Frank hatten sich um vier Uhr von den Freunden verabschiedet. Am meisten hatte Dr. Thomas Calder den verfrühten Aufbruch bedauert. Er hatte sich Barbara als Tischdame ausgebeten und war nicht von ihrer Seite gewichen. Barbara wusste, dass Thomas, der in ihren Kreisen als der hartnäckigste Junggeselle galt, sie liebte. Sie aber war ihrem Mann, dem sie zwei Kinder geschenkt hatte, ganz ergeben. Kurz nach Maibach war es dann geschehen. Blitze zuckten in diesem Augenblick über den Himmel, Donner grollten, Dämmerlicht herrschte. Frank beschleunigte sein Tempo und knurrte: »Hoffentlich schaffen wir es bis Sechs!« Er beugte sich über das Steuerrad und trat das Gaspedal durch. Barbara sah die Schweißtropfen auf seiner Stirn, die zuckende Schläfenader. Er hatte getrunken, wie sie auch. Vergeblich hatte sie ihn gebeten, den Zug zu nehmen. Um ihn jetzt nicht wieder zu reizen, mahnte sie vorsichtig: »Denke an den Sekt, den wir getrunken haben, Frank.
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Buchvorschau
Das Glückskleeblatt - Gert Rothberg
Sophienlust Extra
– 32 –
Das Glückskleeblatt
Ein dramatisches Ereignis droht eine Familie auseinanderzureißen
Gert Rothberg
Sie kamen von einer Hochzeit in Stuttgart. Ein Studienfreund hatte sie eingeladen. Nach dem Mittagessen war ein dringender Anruf gekommen, der Dr. Frank Durand in seine Rechtsanwaltspraxis nach Frankfurt zurückgerufen hatte. Frank hatte dem Klienten versprochen, um sechs Uhr für ihn zur Verfügung zu stehen. Der Klient war ein wichtiger Mann, und Frank lag viel an seiner Karriere.
Barbara und Frank hatten sich um vier Uhr von den Freunden verabschiedet. Am meisten hatte Dr. Thomas Calder den verfrühten Aufbruch bedauert. Er hatte sich Barbara als Tischdame ausgebeten und war nicht von ihrer Seite gewichen.
Barbara wusste, dass Thomas, der in ihren Kreisen als der hartnäckigste Junggeselle galt, sie liebte. Sie aber war ihrem Mann, dem sie zwei Kinder geschenkt hatte, ganz ergeben.
Kurz nach Maibach war es dann geschehen. Blitze zuckten in diesem Augenblick über den Himmel, Donner grollten, Dämmerlicht herrschte. Frank beschleunigte sein Tempo und knurrte: »Hoffentlich schaffen wir es bis Sechs!« Er beugte sich über das Steuerrad und trat das Gaspedal durch.
Barbara sah die Schweißtropfen auf seiner Stirn, die zuckende Schläfenader. Er hatte getrunken, wie sie auch. Vergeblich hatte sie ihn gebeten, den Zug zu nehmen. Um ihn jetzt nicht wieder zu reizen, mahnte sie vorsichtig: »Denke an den Sekt, den wir getrunken haben, Frank. Könntest du nicht ein wenig langsamer …«
In diesem Moment geschah es. Wie ein Geist tauchte plötzlich ein blondes Mädchen vor dem Kühler auf. Ein Krachen, ein Schrei! Der Wagen schleuderte, Barbara spürte schmerzhaft den Druck des Sicherheitsgurtes auf ihrer Brust. Und dann schrie sie: »Halte an! Das Kind!«
»Schweig!«, zischte Frank und bog von der Straße ab in einen Feldweg. Der Wagen holperte über Schlaglöcher, ratterte über Steine.
Barbara streckte das Bein aus, um auf die Bremse zu treten. Doch Frank stieß sie weg. »Lass das! Sollen wir auch noch verunglücken?«
Sie griff in das Steuerrad. Abermals schleuderte der Wagen. Wieder erhielt sie einen Stoß und einen Seitenblick, so fürchterlich, dass ihr das Blut in den Adern gerann. »Sie würden mich jahrelang einsperren, wenn sie mich erwischten«, zischte Frank.
»Das Kind«, stöhnte Barbara und schlug die Hände vor das Gesicht. »Das Mädchen! Es war ungefähr so alt wie unsere Erika.« Sie zerrte an seinem Arm. »Halt an! Wir müssen uns um das Kind kümmern. Es war so blond wie unser Liebling. Bedenke doch, wenn Erika etwas so Entsetzliches zustoßen würde, Frank. Bitte, bitte …«
Er unterbrach sie. »Gerade weil ich an unsere Kinder denke, muss ich weg. Es ist zu spät, um umzukehren. Ein Rechtsanwalt, der Fahrerflucht begeht! Ich wäre erledigt, und ihr mit mir.«
Sie erreichten die Autobahn, rasten dahin. Blitze stießen auf die Erde herab, Donnerschläge knallten hinterher. Barbara empfand es wie eine tödliche Drohung. Ihr war, als hielte die Natur den Atem an – wie sie selbst. Erst als Wind aufkam, Regen herabrauschte, fühlte sie sich wie von einem unerträglichen seelischen Druck erlöst.
»Der Regen wird die Reifenspuren verwischen«, knurrte Frank und beugte sich noch tiefer über das Steuerrad.
»Wenn jemand sich unsere Wagennummer gemerkt hat, Frank?«
»Hast du Leute gesehen?«
Barbara verneinte.
»Na also!«
»Dann liegt das Kind hilflos auf der Straße!«, schrie sie. Wieder presste sie die Hände auf die Lippen, um den Schrei zurückzuhalten, der aus ihr herausbrechen wollte.
»Die Straße ist viel befahren. Schweig’ jetzt! Ich muss mich konzentrieren.«
Die Räder surrten. Asphaltgeruch erfüllte den Wagen. Das Gewitter zog ab. Als sie in Frankfurt einfuhren, durchbrachen bereits einzelne Sonnenstrahlen die Wolken und vergoldeten deren Ränder.
Frank fuhr den Wagen in die Garage. Barbara eilte in das Haus, fuhr mit dem Lift in den vierten Stock hinauf, klingelte und hörte Erikas Stimmchen: »Mutti kommt! Vati kommt! Schließen Sie doch auf, Hanni.«
Das Dienstmädchen öffnete. Barbara rannte an Hanni vorbei, riss Erika in ihre Arme. Dann kam Bernd aus dem Wohnzimmer, mit seinem Traktor in der Hand. Er ließ ihn fallen und warf sich an die Brust der Mutter. Barbara umfing ihre Kinder mit beiden Armen, küsste die blonden Haarschöpfe und weinte, weinte.
»Warum weinst du denn, Mutti?«
»Weil ich so glücklich bin, dass ihr gesund seid und dass ich wieder bei euch bin, meine Lieblinge.«
Hanni, die dreißigjährige Hausgehilfin, schüttelte heimlich den Kopf. Warum stellte sich Frau Durand so an? Weil sie einmal einen Tag lang ihre Kinder hatte vermissen müssen?
Ihre Sorgen möchte ich haben, dachte Hanni und half Barbara beim Ausziehen des nassen Mantels. Später, als sie von dem Kriminalrat verhört wurde, konnte sie sich nur noch daran erinnern, dass der Mantel von Frau Durand nass gewesen war. Von den Tränen schwieg sie.
Die Kinder hörten den Vater aus dem Lift treten. Sie sprangen ihm entgegen.
Dr. Frank Durand küsste die beiden auf die Wangen, schob sie aber danach gleich von sich. »Später! Ich muss hinunter in das Büro. Ich erwarte einen Klienten. Hanni, kümmern Sie sich bitte um meine Frau. Der Tag war sehr anstrengend für sie!«
Barbara wich seinem Blick aus. Sie saß im Sessel im Wohnzimmer, starrte aus dem Fenster und wirkte wie eine Statue. »Nimm dich zusammen«, zischte er ihr ins Ohr. Dann verließ er eilig die Wohnung.
Das Anwaltsbüro lag im ersten Stock des Hauses. Die Sekretärin empfing ihn mit den Worten: »Pünktlich wie immer, Herr Rechtsanwalt. Direktor Scheuer ist soeben angekommen. Er erwartet Sie!«
»Danke, Frau Stark. Ich möchte nicht gestört werden.« Frank Durand verschwand hinter der gepolsterten Tür seines Privatbüros.
Die Sekretärin schaute ihm nachdenklich nach. Ob er zu viel gegessen und getrunken hat?, überlegte sie. So käsig hat er noch nie ausgesehen. Dem Kriminalrat sagte sie später, dass ihr Chef wie immer gewesen sei. Ruhig, überlegen, liebenswürdig! Sie verehrte ihn und beneidete seine Frau, die ihrer Meinung nach einen so attraktiven und angesehenen Mann nicht verdiente.
Direktor Scheuer aber war zu sehr mit seinen eigenen Problemen beschäftigt, um das kränkliche Aussehen seines Anwaltes zu bemerken.
Währenddessen saß Barbara Durand noch immer im Wohnzimmer. Neben ihr spielten die Kinder. Hanni hatte den Auftrag des Rechtsanwaltes ernst genommen und bedrängte Barbara mit Fragen. »Soll ich Ihnen einen starken Kaffee machen? Oder brauchen Sie eine Kopfschmerztablette? Soll ich Ihnen ein Bad einlaufen lassen?«
»Ich bin erschöpft, Hanni. Lassen Sie mich bitte mit den Kindern allein.«
Das Mädchen zog sich beleidigt in die Küche zurück, um das Abendessen zuzubereiten. Barbara aber sah ihre Kinder an. Die beiden ähnelten sich, und doch glich Erika mit ihrem schmalen Gesichtchen mehr dem Vater, Bernd mit seinen runden Wangen und dem kürzeren Näschen, dagegen ihr. Beide hatten die blauen Augen von ihr geerbt und das blonde Haar. Beide waren so blond wie jenes Kind auf der Straße hinter Maibach. Ist es verletzt?, fragte sich Barbara. Ist es tot? Muss es leiden? Weint eine Mutter um ihre Tochter? Verflucht sie vielleicht den verbrecherischen Fahrer, der das Kind hilflos hat liegenlassen? Suchte ein von Kummer und Zorn erfüllter Vater nach dem Mörder seiner Tochter?
Barbaras Gesicht blieb ausdruckslos. In ihrer Seele aber tobte ein Sturm. Sie wusste nicht, wie sie weiterleben sollte mit dieser Gewissensnot. Der Anblick der Kinder, die fröhlich lachten und sich wie gewohnt stritten, gab ihr jedoch wenigstens die Kraft, ihre Seelenpein zu verbergen. Ihre Augen blieben trocken. Ihr Herz aber weinte um das fremde blonde Kind.
*
Ebenso wie Barbara Durand nahm sich auch Dr. Anja Frey zusammen, als sie, in einen sterilen weißen Mantel gehüllt, die Maske vor dem Gesicht, den Operationssaal betrat und Heidi Holsten bewusstlos auf dem Operationstisch liegen sah.
»Wir haben Sie rufen lassen, Kollegin, weil Sie an diesem Kind besonderes Interesse haben«, murmelte der
Chirurg des Maibacher Krankenhauses. Dabei arbeitete er konzentriert weiter. Die Schlagaderblutung am Hals hatte er bereits mit einer Klemme zum Stillstand gebracht. Der erste lebensbedrohliche Schock war bekämpft worden. Nun bekam das Kind eine Bluttransfusion. Man hatte schwere innere Verletzungen festgestellt und einen doppelten Bruch des rechten Beines. Am Oberschenkel und am Schienbein. Die Brüche waren offen.
»Über die inneren Verletzungen konnten wir uns noch kein genaues Bild machen, Kollegin. Wahrscheinlich werden wir operieren müssen.«
»Heidi schwebt also nicht in Lebensgefahr?«, flüsterte Anja Frey und schaute schmerzerfüllt auf das verletzte Kind. Heidis Gesichtchen war wie aus gelbem Wachs geformt, das blonde Haar war blutverschmiert.
»Das können wir noch nicht sagen, Kollegin. Viel Hoffnung habe ich allerdings nicht. Hat die Kleine Angehörige? Sie müssen benachrichtigt werden.«
»Sie ist ein Waisenkind, das Frau von Schoenecker in das Kinderheim Sophienlust aufgenommen hat. Sie und die Kinder dort sind Heidis Familie.«
»Dann verständigen Sie bitte Frau von Schoenecker.« Der Chirurg winkte ihr und verließ mit ihr zusammen den Operationssaal. »Mehr kann ich im Moment nicht tun. Wir müssen die Reaktion auf die erste Behandlung abwarten. Was wissen Sie von dem Unfall? Hat man den Verbrecher erwischt?«
»Nein! Bis jetzt noch nicht, Herr Professor«, seufzte Anja Frey. »Ich weiß selbst nur das, was mir Schwester Regine in der Aufregung berichten konnte. Die Kinder waren mit ihr bei einer Zirkusvorstellung. Sie marschierten im Gänsemarsch auf dem Feldweg neben der Straße nach Maibach, um von dort von einem der Sophienluster Omnibusse nach Hause gefahren zu werden. Ein starkes Gewitter zog auf. Deshalb beeilten sie sich, um die Stadt noch vor dem Regen zu erreichen. Plötzlich rannte Heidi auf die Straße und direkt vor den Wagen.« »Warum?«
»Auch die Schwester weiß es nicht. Pünktchen, ebenfalls ein Sophienluster Mädchen, das am Schluss der Reihe marschierte, hörte Heidi rufen: ›Das muss ein Kätzchen sein!‹ Und dann ist die Kleine blindlings losgerannt.«
»Wie alt
