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Buchvorschau
Ohne Skrupel - Dietrich Novak
Prolog
Die junge Mutter war hin und hergerissen. Das Angebot für Babywindeln war besonders günstig, da es sich um einen dieser Billigdiscounter handelte. Sie würde fast zwei Euro pro Packung sparen. Nur waren die Körbe mit den Sonderangeboten im Außenbereich derart dicht gestellt, dass es nahezu unmöglich sein würde, zwischen ihnen mit einem Kinderwagen hindurchzukommen. Sollte sie es riskieren, ihren Säugling einen Moment unbeaufsichtigt zu lassen?
Die Verlockung, sparen zu können, siegte schließlich vor der Sorge. Schnell hinein, bezahlen und nur ja nicht nach weiteren Schnäppchen sehen, nahm sie sich vor.
An der Kasse gab es eine lange Schlange. Sie wurde zwar von etlichen vorgelassen, als sie ihr Problem erklärte, doch die beiden Vordersten bestanden darauf, zuerst abkassiert zu werden. Immer wieder sah sie unruhig nach draußen, ob der Wagen noch dort stand. Eine ältere Frau ließ sich besonders viel Zeit, indem sie für das Kleingeld jede Münze einzeln aufzählte. Die Verkäuferin verdrehte bereits die Augen, und es gab einige Unmutsäußerungen innerhalb der Warteschlange.
Die junge Mutter wollte schon die Windeln zurücklegen, doch weil sie eine Ecke des roséfarbenen Daches erkennen konnte, wiegte sie sich in Sicherheit. Der Kinderwagen stand also noch da.
Als sie endlich bezahlt hatte und mit einer großen Tüte nach draußen kam, war der Kinderwagen leer. Auf ihr Schreien und Schluchzen liefen einige Menschen zusammen, und es gab sogar zwei, die nicht nur sensationslüstern gafften, sondern den Grund ihrer Panik erfahren wollten und ihr anboten, die Polizei zu rufen.
Die verzweifelte Mutter sprach jeden Passanten an, der ihr auf der belebten Einkaufsstraße entgegenkam. Sie fragte auch in benachbarten Geschäften, doch keiner wollte eine Frau oder einen Mann mit einem Säugling auf dem Arm gesehen haben oder etwas von einer Entführung bemerkt haben.
Wenig später versuchte der Polizist, von der jungen Frau, die kaum sprechen konnte und immer wieder in Tränen ausbrach, die nötigen Angaben zu erhalten.
»Bitte beruhigen Sie sich«, sprach er sanft auf sie ein. »Je eher ich eine genaue Schilderung der Ereignisse von Ihnen erhalte desto schneller können wir eine Suchmeldung aufgeben. Nennen Sie mir bitte Ihren Namen, die Adresse, das Geschlecht des Säuglings und was er anhatte.«
»Ich heiße Denise Schönfelder, wohne hier um die Ecke in der Waldstraße, Nummer … Brauchen Sie auch die Postleitzahl?«
Der Beamte nickte.
»10551, glaube ich. Ach Gott, ich bin so durcheinander. Mein Mann wird mich umbringen. Leonie ist sein Augenstern.«
»Also ist es ein Mädchen, namens Leonie. Wann wurde die Kleine geboren?«
»Am 15.04.2015.«
»Und was hatte das Mädchen an?«
»Einen rosa Strampelanzug und ein weißes Mützchen.«
»Ist Ihnen irgendetwas Verdächtiges aufgefallen? Hat sich jemand auffällig für das Kind interessiert?«
»Nein, sonst hätte ich es doch nicht allein gelassen. Ich bin nur kurz zum Bezahlen rein und habe auch aus dem Laden immer wieder nach dem Wagen gesehen. Ach, wenn diese alte Kuh vor mir nicht jeden einzelnen Cent umgedreht hätte … Eigentlich hätte ich doch sehen müssen, wenn sich jemand über den Wagen beugt …«
»In so einem Geschäft ist man mitunter etwas abgelenkt. Sie werden schließlich nicht starr auf den Wagen gesehen haben …«
»Nein, natürlich nicht, dann wäre ich ja überall gegengelaufen ... Bei der Diskussion, ob man mich an der Kasse vorlässt, habe ich kurz den Rücken gedreht … Mein Gott, wer macht so etwas? Wie kann man einer Mutter das Kind wegnehmen, als sei es eine Ware?«
Denise Schönfelder brach erneut in Tränen aus.
»Was wird denn jetzt? Muss ich mit zum Polizeirevier kommen?«, fragte sie mit erstickter Stimme.
»Nein, gehen Sie besser nach Hause. Vielleicht meldet sich dort jemand. Könnte es sein, dass der Vater oder die Großeltern …?«
»Mein Mann ist auf der Arbeit und würde mir das nie antun. Und meine Mutter hätte mir vorher Bescheid gesagt. Selbst die Mutter meines Mannes … Ach, das ist doch alles Blödsinn. Wer weiß, wo meine Kleine jetzt ist. Hoffentlich tut man ihr nichts an …«
»Denken Sie nicht gleich an das Schlimmste. Mein Kollege hat schon die Meldung herausgegeben. Bis heute Abend werden Sie Bescheid erhalten. Vielleicht ist ihr Kind bis dahin wieder da.«
Kapitel 1
Hauptkommissarin Valerie Voss konnte sich nicht so recht auf das Fernsehprogramm konzentrieren. Immer wieder schweifte ihr Blick zur Uhr, und bei jedem Geräusch schreckte sie hoch.
»Du hast noch nicht einmal dein Dessert angerührt. Minka guckt schon ganz gierig«, sagte ihr Exmann und Kollege Hinnerk Lange, mit dem sie seit einigen Jahren wieder zusammenlebte.
»Dann gib es ihr doch. Ich habe sowieso keinen Appetit.«
»Für Katzen dürfte das eine Überdosis sein. Findest du nicht, dass du ein wenig übertreibst? Der Bengel ist siebzehn und im nächsten Jahr volljährig. Die Zeiten, wo wir uns Sorgen machen mussten, dürften endlich vorbei sein.«
»Eine Mutter wird sich immer Sorgen machen. Das versteht ihr Kerle bloß nicht.«
»Was willst du machen, wenn er seine Drohung wahr macht und demnächst auszieht? Dich vor seine Tür legen?«
»Nein, dann bekomme ich wenigstens nicht mit, falls er erst nachts nach Hause kommt.«
»Das nennt man wohl weibliche Logik«, zog Hinnerk sie auf.
»Er hätte wenigstens anrufen können, dass es später wird.«
»Hast du das immer gemacht? Du weißt doch, wie das ist, wenn man mit einigen Kumpels unterwegs ist. Vielleicht ist er auch mit zu einem Mädchen gegangen.«
»Womöglich noch zu Lili? Ich kann nicht verstehen, was diese Frau an einem Teenager wie ihm findet.«
»Ach, jetzt ist es schon diese Frau. Ich kann mich erinnern, dass du wegen ihr heiße Tränen vergossen hast, weil wir sie zurück an ihre Großmutter geben mussten.«
»Da war sie vier … Und jetzt ist sie zweiundzwanzig …«
»Dass sie nicht in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt und ein Pornostar wird, hat sie hinlänglich bewiesen. Also, wozu die Aufregung?«
»Wir wissen nicht wirklich viel über sie. Immerhin hat sie sich vierzehn Jahre nicht gemeldet. Wer weiß, ob sie es wirklich verkraftet hat, den Mord an ihrer Mutter mitansehen zu müssen … Man kann unmöglich sagen, was in so einem Menschen vorgeht. Womöglich hat sie einen Hass gegen alles Männliche entwickelt.«
Hinnerk lachte schallend.
»Nur weil wir es in unserem Beruf ständig mit Psychopathen zu tun bekommen, musst du nicht hinter jeder Ecke einen Doktor Jekyll beziehungsweise eine Sister Hyde vermuten. Unser Ben wird sich schon zu wehren wissen.«
»Das sagst du. Du weißt doch, dass ihn alles Ungewöhnliche anzieht. Womöglich gefällt ihm eine gespaltene Persönlichkeit …«
»Jetzt hör aber auf. Du spielst dem Mädchen die liebe Tante vor, und hinter dem Rücken wetzt du die Messer.«
»Ich habe Lili wirklich gern, aber sie hat selber zugegeben, in Therapie gewesen zu sein. Vielleicht hat sie diese vorzeitig abgebrochen?«
»Alles Vermutungen. Auf mich macht sie einen ganz normalen Eindruck.«
»Ich finde es nicht normal, wenn sich eine junge Frau mit einem Teenager abgibt. Ich habe in ihrem Alter für ältere, reifere Männer geschwärmt … Alles unter zwanzig war mir viel zu grün.«
»Und sie sieht vielleicht in Ben den jüngeren Bruder, den sie nie hatte. Gönn ihr doch das Vergnügen.«
»Störe ich?«, erklang eine Stimme von der Wohnzimmertür her.
»Ben, wir haben dich gar nicht kommen hören …«
»Das glaube ich gerne, so eifrig, wie ihr diskutiert habt. Aber ich kann euch beruhigen. Heute Abend war ich nicht mit Lili zusammen, sondern mit Merle. Und sie wird heute hier übernachten, falls ihr nichts dagegen habt.«
»Das ist schon in Ordnung, mein Sohn. Ich hoffe, du denkst daran, dich zu schützen«, lächelte Hinnerk.
»Ich kann inzwischen einen Laden mit Kondomen aufmachen. Also keep cool, Dad.«
»Ich werde wohl nicht gefragt?«, sagte Valerie ärgerlich.
Am nächsten Morgen lief eine halbnackte Merle durchs Haus. Unter ihrem dünnen Hemdchen trug sie offensichtlich keinen BH und auch kein Höschen. Dieser Umstand zauberte Hinnerk ein Lächeln ins Gesicht, während sich bei Valerie eine kleine Zornesfalte zwischen den Augenbrauen bemerkbar machte.
»Wollt ihr nicht lieber herunterkommen und mit uns frühstücken?«, rief sie dem freizügigen Mädchen hinterher, als es mit zwei Gläsern Orangensaft Kurs auf Bens Zimmer nahm.
»Danke, sehr freundlich, aber wir wollen noch ein wenig kuscheln. Frühstück ist eh nicht so unser Ding. Meins nicht, und Bens auch nicht.«
»Ach ja, seit wann? Aber ihr denkt schon daran, dass bald die Schule anfängt?«, fragte Valerie etwas zu schrill.
»Ehrensache … Nur ein Viertelstündchen.«
»Ich glaube wirklich, es ist besser, dass unser Filius sich bald eine eigene Bude sucht«, sagte Hinnerk, »auf Dauer halten das deine Nerven nicht aus.«
»Seit wann sorgst du dich um den Zustand meiner Nerven?«
»Immer, Schatz, immer.«
Das Geplänkel wurde durch das Läuten des Telefons unterbrochen.
»Lange, guten Morgen«, meldete sich Hinnerk gutgelaunt. »Wie? Sag das noch mal … Verdammte Sauerei, aber öfter mal was Neues … Einer von uns beiden ist gleich da.«
»Wieso einer von uns? Warum fahren wir nicht gemeinsam?«, hakte Valerie nach.
»Ich halte es für besser, wenn ich fahre. Ich nehme auch meinen Privatwagen, damit du mit unserem Dienstwagen die Herrschaften …« Er deutete mit dem Finger nach oben. »… in die Schule fahren kannst.«
»Einen Scheiß werde ich. Sollen sie doch die Räder oder die BVG nehmen. Mir egal, wenn sie zu spät zum Unterricht kommen.«
»Spüre ich da einen akuten Anfall von Eifersucht?«
»Nein, ich bin nur nicht der Sklave meines Sohnes. Wer die Nacht durchsumpft, kann auch rechtzeitig aufstehen.«
»Diese Merle wird sich bedanken, als Sumpf bezeichnet zu werden.«
»Das hat sie umsonst. Warum willst du unbedingt fahren? Wir könnten es doch auch andersherum machen …«
»Ich möchte deine eben zitierten Nerven schonen. Es handelt sich nämlich um die Leiche eines Säuglings, die man in der Spree gefunden hat.«
»Vielen Dank, aber ich musste im Laufe der Jahre schon viele Scheußlichkeiten betrachten, da kommt es auf eine mehr oder weniger nicht an. Nein, ich möchte, dass du die Kinder mitnimmst.« Valerie sagte mit Absicht Kinder, denn bisher ignorierte sie hartnäckig die bevorstehende Volljährigkeit ihres Sohnes. Für sie war Ben noch immer der kleine unreife Bengel, der sie so manches Mal um den Schlaf gebracht hatte.
»Gut, wenn du meinst, aber beklag dich nachher nicht. Lars ist schon unterwegs. Du musst zur alten Kongresshalle, unten, wo das Café ist.«
Am Spreeufer erwarteten Valerie ein unausgeschlafener Lars Scheibli, die Rechtsmediziner Tina Ruhland und Knud Habich und das Team der Spurensicherung.
»Wie siehst du denn aus? Hast du gefeiert?«, zog Valerie ihren Kollegen Lars auf. »Und deine Frisur könnte auch mal wieder einen Ölwechsel vertragen.«
»Danke, du mich auch. Du brauchst ja deine silberblonde Pracht nur mit einem Gummi zu bändigen. Wie dein holder Gatte auch. Kauft ihr die Gummis eigentlich im Dutzend?«
»Nur kein Neid. Es hindert dich niemand daran, auch wachsen zu lassen.«
»Das fehlte mir noch. Obwohl, dann könnte ich mir wenigstens ordentlich die Haare raufen, wenn mal wieder an Schlaf nicht zu denken ist, weil klein Oliver zahnt.«
»Da musst du jetzt durch. Wir können gerne tauschen. Ben schläft sich gerade durch alle Betten. Wie heißt es so schön? Kleine Kinder – kleine Sorgen, große Kinder – große Sorgen.«
»Ich unterbreche ja ungern eure Elterngespräche«, sagte Tina, für die die ehemalige Liaison mit Valerie inzwischen kein Thema mehr war, da sie seit Jahren mit Staatsanwältin Ingrid Lindblom glücklich sein durfte.
Trotzdem konnte Tina es nicht lassen, hin und wieder ein paar Spitzen zu werfen wie eben mit der Elternschaft, denn sie verstand bis heute nicht, warum Valerie ihre goldene Freiheit aufgegeben und seinerzeit Hinnerk geheiratet hatte. Nach der Scheidung wegen Hinnerks Hinwendung zu Marion Haberland hatte Tina anfangs gehofft, zwischen ihr und Valerie könne es wieder so werden wie einst. Doch weit gefehlt. Nach Marions Unfalltod war Hinnerk wieder zu seiner Familie gezogen und lebte seit Jahren mit Valerie in wilder Ehe.
»Vielleicht ist einer von euch daran interessiert, was hier gefunden wurde …«, sprach Tina weiter.
»Tina, dein Humor so kurz nach dem Aufstehen ist nach all den Jahren immer noch gewöhnungsbedürftig«, sagte Valerie tadelnd, »also spuck schon aus, was du weißt.«
»Das kleine Mädchen, zirka sechs Monate alt, ist wie ein Paket verschnürt ins Wasser geworfen worden. Todesursache auf Anhieb nicht erkennbar. Ein sexueller Missbrauch scheint nicht stattgefunden zu haben.«
Valerie trat näher an den ausgewickelten kleinen Leichnam heran. Ehe sie sich versah, kamen ihr die Tränen, als sie das niedliche Baby mit der blassen, aufgequollenen Haut und den steifen, winzigen Fingerchen sah. Auch Lars hatte feuchte Augen, weil er sich bestimmt gerade vorstellte, wie es wäre, wenn dort sein kleiner Sohn liegen würde.
»Welche Dreckschweine haben das gemacht?«, fragte er erschüttert.
»Da gibt es viele Möglichkeiten«, sagte Knud. »Eine minderjährige Mutter, die kein Verhältnis zu dem Kind aufbauen konnte, Entführer, die nur auf das Geld scharf waren oder ein Babyhändler, dem der Säugling unter den Händen weggestorben ist.«
»Danke für die kurze Zusammenfassung. Wenn du die Rechtsmedizin mal leid bist, kannst du bei uns als Ermittler anfangen«, antwortete Valerie bitter.
»Kein Bedarf, mir sind tote Menschen lieber als lebendige Verbrecher.«
Lars suchte das Gespräch mit Manfred Hoger von der Spurensicherung.
»Habt ihr schon was Brauchbares gefunden?«, wollte er wissen.
»Nicht wirklich, tagsüber wimmelt es hier von Touristen, und es ist anzunehmen, dass es sich hier nur um den Fundort handelt. Das Paket dürfte Spree aufwärts ins Wasser geworfen und hier nur angetrieben worden sein.«
»Ja, das denke ich auch. Also können wir nur über die Identität des Kindes an den Täter herankommen«, meinte Lars, »uns bleibt nichts anderes übrig, als gleich im Präsidium die Vermisstenkartei zu durchforsten.«
»Na, geht’s wieder?«, fragte Valerie, die inzwischen ihre Tränen getrocknet hatte,
