Die Lady und das Findelkind: Sophienlust Extra 93 – Familienroman
Von Gert Rothberg
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Über dieses E-Book
In der Reihe Sophienlust Extra werden die schönsten Romane dieser wundervollen Erfolgsserie veröffentlicht. Warmherzig, zu Tränen rührend erzählt von der großen Schriftstellerin Patricia Vandenberg.
An der Liftstation Sonneneck stand eine junge Frau. Sie hatte eine dunkelgrüne Lodenjacke umgehängt und trug über dem kastanienbraunen Haar ein dickes wollenes Kopftuch. Es war kalt um diese späte Nachmittagsstunde, zu der jetzt im Februar auch im Sonneneck schon Schatten lagen. Die junge Frau sah den aufwärtsschwebenden Gondeln etwas ungeduldig entgegen. Dann trat sie auf die Plattform der Liftstation. »Wir sind wieder zurück, Frau Vendura«, erklang eine Kinderstimme. Ein kleiner Junge in schwarzer Skihose und knallrotem Anorak mit einer Pudelmütze auf dem Kopf sprang aus der Gondel. Es war der achtjährige Henrik von Schoenecker. »Ja, das sehe ich«, sagte die junge Frau. Ihr vorher so ernstes Gesicht hellte sich auf, ihre grauen Augen leuchteten. »Und jetzt hast du natürlich einen Riesenhunger, Henrik.« Der Junge legte beide Hände auf die Magengegend. »O ja, Frau Vendura. Vati und Mutti auch. Gibt es Dampfnudeln?« Eine lachende Männerstimme erklang. »Dampf müsste man dir mal machen, Henrik, damit du deine Skier selbst trägst.« Alexander von Schoenecker wuchtete gleich drei Paar Skier aus der Gondel.
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Buchvorschau
Die Lady und das Findelkind - Gert Rothberg
Sophienlust Extra
– 93 –
Die Lady und das Findelkind
Unveröffentlichter Roman
Gert Rothberg
An der Liftstation Sonneneck stand eine junge Frau. Sie hatte eine dunkelgrüne Lodenjacke umgehängt und trug über dem kastanienbraunen Haar ein dickes wollenes Kopftuch. Es war kalt um diese späte Nachmittagsstunde, zu der jetzt im Februar auch im Sonneneck schon Schatten lagen.
Die junge Frau sah den aufwärtsschwebenden Gondeln etwas ungeduldig entgegen. Dann trat sie auf die Plattform der Liftstation.
»Wir sind wieder zurück, Frau Vendura«, erklang eine Kinderstimme. Ein kleiner Junge in schwarzer Skihose und knallrotem Anorak mit einer Pudelmütze auf dem Kopf sprang aus der Gondel. Es war der achtjährige Henrik von Schoenecker.
»Ja, das sehe ich«, sagte die junge Frau. Ihr vorher so ernstes Gesicht hellte sich auf, ihre grauen Augen leuchteten. »Und jetzt hast du natürlich einen Riesenhunger, Henrik.«
Der Junge legte beide Hände auf die Magengegend. »O ja, Frau Vendura. Vati und Mutti auch. Gibt es Dampfnudeln?«
Eine lachende Männerstimme erklang. »Dampf müsste man dir mal machen, Henrik, damit du deine Skier selbst trägst.«
Alexander von Schoenecker wuchtete gleich drei Paar Skier aus der Gondel.
Jenta Ventura bückte sich und schnallte dem Jungen die Skier an. Dann schloss sie die Tür der Liftstation ab, schnallte sich selbst die Skier an und folgte dem Ehepaar und dem Jungen. Die drei waren ihre liebsten Gäste in dem schmucken kleinen Haus, auf das sie jetzt zugingen. Es hieß auch Sonneneck und wurde von ihr und ihrem Vater bewohnt. Er versorgte die Liftstation und sie das Haus. Vier kleine Zimmer waren für Gäste eingerichtet. Die meiste Zeit des Jahres waren diese Zimmer besetzt. Das gab genug Arbeit.
Denise von Schoenecker blieb etwas zurück und genoss noch einmal den schönen Ausblick. Sie fühlte sich wohl hier im Allgäu, inmitten der winterlichen Märchenwelt. Sie konnte auch verstehen, dass die Menschen in diesem Land verwurzelt waren und nicht gern in die Fremde gingen. Umso verwunderlicher fand sie es, dass Jenta einen Italiener geheiratet hatte. Jenen Luigi Vendura, von dem sie nun geschieden war. Sicher hatten die Menschen hier gelästert, dass das Mädchen aus der Einöde nach Süditalien gegangen war. Und wie schwer mochte es Jenta geworden sein, nach einer gescheiterten Ehe hierher zurückzukommen. Vielleicht war sie erst seither so herb, wie sie sich jetzt zeigte?
»Kommst du endlich, Denise?«, rief Alexander von Schoenecker. Er stand vor der Haustür des Hauses Sonneneck und hatte seine Skier schon an die Wand gelehnt. »Du scheinst nicht so hungrig zu sein wie dein Sohn.«
Jenta erlöste Henrik bald von seinem Hunger. Lachend stellte sie die Dampfnudeln auf den Tisch. »Die Vanillesauce kannst du selbst holen, Henrik. Du weißt ja, wo sie steht.« Dabei blinzelte sie ihm zu.
»Aha, er hat also schon davon genascht«, stellte Alexander von Schoenecker fest.
»Das habe ich nicht gesagt«, verteidigte Jenta den Jungen.
Denise beobachtete die junge Frau und dachte, sie muss sehr kinderlieb sein. So ernst sie sonst ist, mit Kindern lacht sie immer.
Denise unterdrückte einen verstohlenen Seufzer. Er galt dem Gedanken, dass so manche kinderlose Frau eine gute Mutter wäre, wogegen so manche Mutter das Glück, Kinder zu haben, nicht zu schätzen wusste. Das hatte sie in Sophienlust schon manchmal feststellen müssen. In ihrem Kinderheim lebten ja nicht nur Waisen, sondern auch vernachlässigte und nach Liebe hungernde Kinder. Aber sie wollte jetzt wirklich nicht schon wieder an Sophienlust denken. Ihr Mann und Henrik hatten ein Recht darauf, dass sie ganz bei ihnen war. Und nach dem Abendessen musste sie einen Zeitvertreib für Henrik suchen, sonst würde er sich langweilen.
Diese Entscheidung nahm Henrik ihr schon jetzt ab. Er verkündete: »Wir spielen alle ›Mensch ärgere dich nicht‹. Du, Mutti, Vati, Frau Vendura und ich.«
»So, hast du das schon arrangiert?«, fragte der Vater.
»Ja, habe ich. Frau Vendura sagt, heute hat sie Zeit dazu, weil wir die einzigen Gäste sind. Aber das sage ich euch gleich, ich gehe erst ins Bett, wenn ich gewonnen habe.«
»O weh, da werden wir wohl heute Nachtschicht haben.« Denise stöhnte.
»Wieso?«, entrüstete sich Henrik. »Ich hab schon oft gewonnen. Ich würfle besser als ihr.« Er rieb sich vor Vergnügen die Hände. »Andrea will auch immer gewinnen. Wenn ich sie dann hinauswerfe, ärgert sie sich fürchterlich.«
»Ja, deshalb heißt es wohl auch ›Mensch ärgere dich nicht‹, Henrik.« Alexander von Schoenecker lehnte sich zurück. »Ich kann mich aber erinnern, dass sich nicht nur deine Schwester Andrea sehr ärgert, wenn sie verliert.« Er sah Henrik bedeutungsvoll an.
»Ja, Nick ärgert sich auch«, stellte Henrik fest, als könnte er selbst auf gar keinen Fall gemeint sein.
Henrik kam an diesem Abend nicht dazu, sich selbst bei der Nase zu nehmen. Er verließ als stolzer Sieger gegen zehn Uhr den kleinen gemütlichen Aufenthaltsraum. Seine Mutter brachte ihn zu Bett. Er schlief mit den Eltern in einem Zimmer.
Als Denise wieder in den Aufenthaltsraum zurückkam, saß auch Hermann Lenschau am Tisch. Sicher hatte seine Tochter ihn geholt.
Hermann Lenschau war ein urwüchsiger Typ, mittelgroß, untersetzt, mit wettergegerbtem Gesicht. Für seine sechsundsechzig Jahre schien er von robuster Gesundheit zu sein. Und er war gesprächig. Die Unterhaltung machte ihm sichtlich Freude.
Erst knapp vor Mitternacht trennte man sich.
Das Ehepaar von Schoenecker betrat auf Zehenspitzen das Schlafzimmer, um Henrik nicht zu stören. Der Junge warf sich trotzdem unruhig von einer Seite auf die andere. Seine Augen blieben geschlossen, aber er murmelte: »Ein Kind weint …«
Denise beugte sich über ihn. Es kam ihr merkwürdig vor, dass Henrik im Schlaf sprach. Das tat er doch sonst nicht.
Alexander zog seine Frau vom Bett des Jungen weg und flüsterte: »Er träumt. Lass ihn, Denise. Komm, wir gehen zu Bett.«
Die ungewohnten Strapazen des Wintersports und der lange Abend machte sich jetzt bei Denise bemerkbar. Sie schlief gleich ein. Alexander aber richtete sich noch einmal auf und sah zu Henriks Bett hinüber.
Mondschein fiel durch die Gardinen des Fensters, sodass er den Jungen genau erkennen konnte. Henrik begann nun schon wieder zu murmeln. Aber es war nicht zu verstehen, was er sagte.
Besorgt stand Alexander von Schoenecker noch einmal auf. Hatte der Junge vielleicht Fieber? Er legte ihm die Hand auf die Stirn.
Jetzt öffnete Henrik die Augen. Er sah sich schlaftrunken um, fuhr sich mit beiden Händen durch das zerstrubbelte Haar und fragte dann: »Weint das Kind noch immer, Vati?«
Alexander von Schoenecker sah seinen Jungen besorgt an. »Du hast schwer geträumt, Henrik, nicht wahr? Es weint kein Kind.«
Henrik richtete sich auf. »Doch, vorhin hat ein Kind geweint. Ich habe bestimmt nicht geträumt. Horch doch nur, Vati, jetzt hört man es wieder. Aber nun ist es ganz leise.«
Alexander seufzte und sah zu seiner Frau hin, die die Augen geöffnet hatte.
»Siehst du, Henrik, jetzt haben wir Mutti wieder aufgeweckt«, sagte er vorwurfsvoll. »Du bildest dir bestimmt nur ein …«
Er kam nicht weiter. Denise war aufgestanden. Sie ging ans Fenster und öffnete es. »Eben war mir auch, als hätte ich etwas gehört.« Ihre Stimme klang erregt.
»Pst!« Henrik legte den Finger auf den Mund. Er sprang aus dem Bett und lief zu seiner Mutter. Alexander von Schoenecker trat leise hinter die beiden. In seiner nüchternen Art sagte er: »Da klagt irgendwo eine Katze.«
Denise presste die Hände auf die Brust. »Nein, das ist Kinderweinen. Henrik hat recht. Mein Gott!« Erschrocken sah sie ihren Mann an.
»Jetzt hat Henrik dich mit seiner Angst angesteckt«, sagte Alexander ärgerlich. »Ihr werdet euch hier am offenen Fenster noch den Tod holen.« Kurz entschlossen zog er das Fenster zu.
Denise hatte sich einen Hausmantel angezogen.
»Wohin willst du?« fragte Alexander entsetzt.
»Jenta oder ihren Vater wecken. Henrik und ich irren uns bestimmt nicht, Alexander. Das war Kinderweinen.« Denise lief schon aus dem Zimmer, den kleinen Flur entlang bis zu einer Tür. Dort klopfte sie mehrere Male.
Die Tür wurde geöffnet, Jenta trat erschrocken aus dem Zimmer. »Was ist passiert, Frau von Schoenecker?«, fragte sie.
»Draußen weint ein Kind, Frau Jenta. Ganz bestimmt. Es hört sich sehr leise und entfernt an. Wir müssen sofort nachsehen.«
»Ich komme mit. Bitte, warten Sie. Nur ein paar Minuten«, rief Jenta.
»Ich gehe mit«, sagte Alexander von Schoenecker entschieden.
Denise ging zu Henrik zurück. »Bleibe zugedeckt, Henrik«, bat sie und öffnete das Fenster wieder. »Jetzt ist alles still«, sagte sie leise. Und mit einem tiefen Seufzer fügte sie hinzu: »Ach, hätten wir uns doch nur geirrt, Henrik.«
Der Mondschein erlaubte Denise, ihren Mann und Jenta mit ihren Blicken zu verfolgen. Sicher hatten beide nicht damit gerechnet, so weit gehen zu müssen, sonst hätten sie die Skier genommen. Ein Glück, dass der schmale Steig von Hermann Lenschau ausgetreten worden war. Der alte Mann legte seine Wege von und zur Liftstation meistens zu Fuß zurück.
Die Liftstation schien auch das Ziel von Alexander und Jenta zu sein, denn Denises Blicken waren die beiden jetzt entschwunden.
»Wo bleiben sie denn so lange, Mutti?«, fragte Henrik.
»Ich weiß es nicht, Henrik.« Denise zog sich einen Stuhl ans Fenster. Sie faltete die Hände im Schoß. Ihr Herz schlug dumpf und schwer.
»Sie kommen zurück«, sagte sie jetzt.
Henrik sprang aus dem Bett und
