Kommissar Jörgensen und die tödliche Erbschaft: Mordermittlung Hamburg Kriminalroman
Von Peter Haberl und Chris Heller
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Kommissar Jörgensen und die tödliche Erbschaft: Mordermittlung Hamburg Kriminalroman
Krimi von Peter Haberl & Chris Heller
Der Hotel-Magnat Altmann war ein Lebemann. Doch wer wollte seinen Tod? Seine von ihm getrennt lebende Frau? Seine drei Söhne? Sie sind die Erben eines riesigen Vermögens. Doch plötzlich treten weitere Personen in Erscheinung, die eng mit dem Ermordeten verknüpft sind.
Dann werden zwei der Söhne ebenfalls ermordet, der dritte entgeht schwer verletzt einem Anschlag. Die Liste der Verdächtigen wird kürzer. Die Hamburger Kommissare Uwe Jörgensen und Roy Müller ermitteln.
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Kommissar Jörgensen und die tödliche Erbschaft - Peter Haberl
Kommissar Jörgensen und die tödliche Erbschaft: Mordermittlung Hamburg Kriminalroman
Krimi von Peter Haberl & Chris Heller
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Der Hotel-Magnat Altmann war ein Lebemann. Doch wer wollte seinen Tod? Seine von ihm getrennt lebende Frau? Seine drei Söhne? Sie sind die Erben eines riesigen Vermögens. Doch plötzlich treten weitere Personen in Erscheinung, die eng mit dem Ermordeten verknüpft sind.
Dann werden zwei der Söhne ebenfalls ermordet, der dritte entgeht schwer verletzt einem Anschlag. Die Liste der Verdächtigen wird kürzer. Die Hamburger Kommissare Uwe Jörgensen und Roy Müller ermitteln.
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1
Uwe, da ist jemand, der will nur mit dir reden
, sagte der Kollege, der gerade hereingekommen war. Der Mann wurde verhaftet, weil er in einer Einkaufspassage randaliert hat.
Randaliert?
, echote ich. Mein Name ist übrigens Uwe Jörgensen. Genauer gesagt: Kriminalhauptkommissar Uwe Jörgensen. Und ich bin Teil einer Spezialabteilung hier in Hamburg. Wir haben es mit Mord, organisiertr Kriminalität oder Terroismus zu tun. Aber nicht mit Randale in einer Einkaufspassage. Das gehört nun wirklich nicht zu meinem Arbeitsgebiet.
Ich sah meinen Kollegen etwas stirnrunzeln an.
Ich weiß schon, was du sagen willst, Uwe!
So?
Du willst sagen, dass das nicht in dein Ressort fällt.
Da du es jetzt schon erwähnst...
Aber der Kerl will ausdrücklich nur mit dir sprechen! Er sagt uns seinen Namen nicht, er will nicht kooperieren, er sperrt sich gegen alles und er sagt uns auch nicht, warum er durchgedreht ist.
Was hat er dann genau gemacht?
Er hat mit einem Feuerlöscher die Leute besprüht.
Und woher hatte er den Feuerlöscher?
Der hing da irgendwo. Natürlich nur für den Brandfall und nicht, damit irgendjemand damit Unsinn macht.
Ich atmete tief durch. Gut, kümmere mich drum.
Du hast was gut bei mir.
Okay.
*
Ich betrat das Besprechungszimmer, in dem der Randalierer saß. Tatsächlich war er ein guter Bekannter und es wunderte mich nicht mehr, dass er ausdrücklich nach mir gefragt hatte.
Moin, Otto
, sagte ich.
Moin, Herr Kommissar.
Der Mann war unter dem Namen Tüten-Otto bekannt.
Ein Obdachloser, der so genannt wurde, weil er viele Tüten hatte, in denen er seine Sachen transportierte. Manchmal traf ich ihn, wenn ich am Hafen saß und angelte. Und dann unterhielten wir uns. Wie er wirklich hieß, weiß ich allerdings auch nicht.
Und ich muss zugeben, einige der Dinge, die Tüten-Otto so erzählte, waren wirklich sehr merkwürdig.
Otto, was hast du denn gemacht
, sagte ich.
Gut, dass du da bist.
Du sollst in einem Kaufhaus die Leute mit Lösch-Schaum aus einem Feuerlöscher bespritzt haben.
Ja, das musste ich doch.
Wieso musstest du das denn?
Lösch-Schaum hilft.
Hilft?
Gegen die Reptiloiden, die uns unterwandern und unsere Gestalt annehmen, damit wir sie nicht erkennen. Das waren alles Reptiloide! Die hatten mich eingekreist. Vermutlich wollten sie mich in den Weltraum entführen und Experimente mit mir machen - so, wie sie das mit so vielen anderen tun.
Nein, Otto, das waren ganz normale Leute, die einfach nur was einkaufen wollten und denen du en Tag verdorben hast!
Herr Kommissar, Sie sehen das nicht. Sie können das auch nicht sehen.
Warum kann ich das nicht sehen?
Weil Sie dazu nicht die nötige Begabung haben. Aber ich habe sie.Ich erkenne jeden Reptiloiden. Vor mir kann sich keiner von ihnen verbergen und das wissen sie. Deswegen wollen sie mich ausschalten, liquidieren oder zumindest gentechnisch verändern. Wussten Sie, dass das durch eine Impfung ganz leicht möglich ist?
Nein, das wusste ich nicht
, seufzte ich.
Mir war klar, dass ich hier mit Argumenten wohl kaum weiterkam.
Otto, wie ist dein richtiger Name.
Danach haben die mich auch schon gefragt.
Und du hast ihnen nicht geantwortet.
Unter euren Leuten hier sind viele Reptiloide. Sie sehen das nicht, Herr Kommissar. Sie wollen das auch nicht sehen. Aber ich kann sie erkennen. Und ich sehe sie. Sie wollen mich ausschalten. Und wenn Sie demnächst dazu gedrängt werden sollten, eine Impfung über sich ergehen zu lassen...
Tüten-Otto beugte sich etwas vor. Dann sollten Sie das unbedingt ablehnen, Herr Kommissar. Aber vermutlich wird man Ihnen keine Wahl lassen...
*
Jacob Altmann war im Augenblick auf Inspektionstour. Er besaß mehrere Hotels in Hamburg und Frankfurt. Von Zeit zu Zeit hatte er einfach das Bedürfnis, sich persönlich um seine Geschäfte kümmern zu müssen. Zurzeit befand er sich im »Advantage« in Hamburg. Er war zufrieden. Der Manager, den er eingesetzt hatte, war sein Geld wert. Er hatte den Laden hervorragend im Griff.
Der Vierundfünfzigjährige war um Punkt 7 Uhr aufgestanden. Jetzt war es fünf Minuten nach 7 und er stand unter der Dusche. Das heiße Wasser massierte wohltuend seine Haut. Er pfiff ein Lied. Ja, Jacob Altmann war guter Dinge. Die Geschäfte liefen gut. Er führte ein Leben auf der Überholspur.
Der Geschäftsmann konnte nicht ahnen, dass an diesem Morgen der Tod mit aller Brutalität nach ihm greifen sollte.
Altmann war etwas über mittelgroß und hager. Er hielt seinen Körper mit Sport fit und war stolz darauf, dass er jedes Jahr am Hamburger Marathon teilnahm und immer einen guten Mittelplatz belegte. Er verströmte eine natürliche Autorität. An ihm war etwas, das seine Mitmenschen in seinen Bann zog.
Er stieg aus der Dusche und frottierte sich trocken. Nackt, wie er war, ging er ins Zimmer, das er bewohnte. Es war eine der teuersten Suiten, die das Hotel zu bieten hatte. Janine, die junge, hübsche Frau, die ihn begleitete, schien noch zu schlafen. Zumindest hatte sie die Augen geschlossen. Jacob Altmann kroch unter ihre Decke. Jetzt öffnete sie die Augen und lächelte, spürte seine Hände auf ihrem Körper und sagte: »Du bist wieder einmal unersättlich.«
»Ich kann nicht genug kriegen von dir.« Altmann nahm die junge Frau in die Arme und begann, sie leidenschaftlich zu küssen. Sie erwiderte seine Küsse. Schließlich übermannte ihn das Verlangen ...
Sie war einfach klasse!
Er konnte sich kaum zügeln.
Diese Gestalt, diese Brüste, diese aufregenden Kurven.
Allein der Gedanke daran brachte ihn schier um den Verstand.
Und dabei war er eigentlich ein eher nüchterner Mann.
Trocken und kühl.
So hätte man ihn sonst beschrieben.
Aber jetzt war das ganz anders.
Eine Stunde später saßen sie beim Frühstück. Sie aßen ausgiebig. Nachdem sie gegessen und sich noch eine Tasse Kaffee eingeschenkt hatten, kam der Manager des Hotels zum Tisch. Der Mann lächelte freundlich. Altmann zeigte sich jovial und lud ihn ein, sich zu setzen und sich ebenfalls mit Kaffee zu bedienen.
Die geschäftlichen Dinge waren schon am Vorabend besprochen worden. An diesem Morgen unterhielt sich Altmann mit seinem Geschäftsführer über Politik. Er war ein ausgesprochener Gegner des gegenwärtigen Bundeskanzlers, und daraus macht er keinen Hehl. Der Manager gab ihm in jeder Beziehung recht. Ob er dabei seine eigene Meinung kundtat, war fraglich, interessierte am Tisch aber auch niemand. Das große Wort führte Altmann. Er hatte eine laute, polternde Stimme und ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, dass er der Boss war.
Der Steuerzahler muss es am Ende bezahlen! Unsere Außenministerin gibt über hunderttausend Euro im Jahr für ihre Visagistin aus! Eine Frau die ihren Posten nur auf Grund der Frauenquote ihrer Partei hat und sich dann auch noch so verhält, dass sie alle Klischees über unfähige Quotenfrauen übertrifft! Zuerst die Schönheit, dann das Land! Sowas kann man sich nicht ausdenken.
Janine hörte nur zu.
»Zahlen müssen die Zeche die Steuerzahler«, gab der Geschäftsführer noch einmal zu verstehen.
So ist es.
»So ist es«, polterte Altmann. »Aber das Volk wird nicht gefragt. Hoffen wir, dass sich das unter dem nächsten Kanzler ändert.«
Eine halbe Stunde später verabschiedete sich Altmann. Er versicherte seinem Geschäftsführer noch einmal, dass er mit seiner Arbeit ausgesprochen zufrieden war. Dann fuhren er und Janine hinunter in die Tiefgarage. Jacob Altmann wollte das »Admira« besuchen, das ebenfalls zu seiner Hotelkette gehörte.
Altmann öffnete die Türen des schweren Mercedes per Fernbedienung. Die Lichter blinkten auf. Galant öffnete er für Janine die Beifahrertür, wartete, bis sie saß, dann warf er die Tür zu, ging um das Fahrzeug herum und klemmte sich hinter das Steuer. Er steckte den Zündschlüssel ins Schloss, drehte ihn um – und dann gab es einen fürchterlichen Knall. Eine Stichflamme schoss in die Höhe. Es klirrte und schepperte. Jacob Altmann und Janine Baldwin waren auf der Stelle tot.
2
Da Altmann in Frankfurt lebte und in Hamburg ermordet wurde, fiel der Fall in die Zuständigkeit der Kriminalpolizei Hamburg. Kriminaldirektor Jonathan D. Bock betraute Roy und mich mit den Ermittlungen. Wir trafen erste Feststellungen, Jacob Altmann betreffend. Er lebte von seiner zweiten Ehefrau getrennt. Alice Altmann war achtunddreißig Jahre alt und wohnte in der Hagedornstraße. Aus Altmanns erster Ehe waren
