Über dieses E-Book
Im fernen Bahania erwartet Zara ein aufregend neues Leben: Erst jetzt hat sie erfahren, dass sie die Tochter eines Scheichs ist! Doch als sie sich ausgerechnet in dessen Sicherheitsberater verliebt, ist ihr Vater entschlossen, diese Verbindung zu verhindern ...
SUSAN MALLERY
No.1 New York Times bestselling author Susan Mallery writes heartwarming, humorous novels about the relationships that define our lives - family, friendship, romance. She's known for putting nuanced characters in emotional situations that surprise readers to laughter. Beloved by millions, her books have been translated into 28 languages. Susan lives in Washington with her husband, two cats, and a small poodle with delusions of grandeur.
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Buchvorschau
Sterne der Liebe über Bahania - SUSAN MALLERY
IMPRESSUM
Sterne der Liebe über Bahania erscheint in der HarperCollins Germany GmbH
© 2002 by Susan Macias Redmond
Originaltitel: „The Sheik & The Virgin Princess"
erschienen bei: Silhouette Books, Toronto
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe BIANCA
Band 1374 - 2003 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg
Übersetzung: Xinia Picado Maagh-Katzwinkel
Umschlagsmotive: Harlequin Books S.A.
Veröffentlicht im ePub Format in 05/2016 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783733767501
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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1. KAPITEL
„Wer möchte nicht gern eine Prinzessin sein?", fragte Cleo.
Zara Paxton ignorierte sowohl die Frage als auch ihre Schwester. Am liebsten würde sie einfach davonlaufen. Diese Idee war von Anfang an idiotisch gewesen.
„Die Mosaike an der Ostwand stammen aus dem frühen elften Jahrhundert", informierte die Reiseleiterin, während sie den Palast besichtigten.
„Diese Szene stellt Lucas Surrat dar, fuhr die ältere Dame fort. „Der Kronprinz dieser Insel ist seit je ein Mitglied der herrschenden Familie von Bahania.
„Wieso willst du das nicht wissen?, fragte Cleo leise. „Komm, Zara, stell dich nicht so an.
„Du hast gut reden. Um dein Leben geht es ja nicht."
„Ich wünsche, es wäre so. Für mich wäre es toll, wenn sich herausstellte, dass ich die uneheliche Tochter eines Königs bin."
Zara mahnte ihre Schwester, still zu sein, und schaute sich um. Hoffentlich hatte niemand die Bemerkungen gehört. Sie zog Cleo am Arm. „Sag bloß nichts. Wir kennen die Wahrheit nicht. Ich habe zwar einige Briefe, aber sie bedeuten noch lange nicht, dass der König mein Vater ist."
Cleo wirkte nicht überzeugt. „Wenn du nicht an eine wenn auch nur leise Möglichkeit glaubst, was tun wir dann bitte hier?"
Darauf hatte Zara keine Antwort. „Das hier" war eine Führung durch den berühmten Königspalast von Bahania. Cleo hatte vorgeschlagen, einfach zum Haupttor zu gehen und um Einlass zu bitten. Zara wollte die Sache vorsichtiger angehen und hatte sich erst mal für diese Tour entschieden. Zumindest könnte sie sich auf diese Weise schon einmal umschauen. Ihre Reise nach Bahania war völlig impulsiv gewesen. Was wollte sie eigentlich hier?
„Du machst mich wahnsinnig, meinte Cleo. „Immer schon wolltest du wissen, wer dein Vater ist. Jetzt hast du endlich Informationen und bist auf einmal feige.
Zara schüttelte den Kopf. „Du tust so, als ob das alles schon klipp und klar sei. Ich dachte immer, meine Mutter hätte eine Affäre mit einem verheirateten Mann gehabt und deshalb nie mit mir über meinen Vater geredet. Wenn er wirklich König sein sollte, dann wird alles noch komplizierter."
„Zara, du kannst ein Märchen erleben, meinte Cleo ungeduldig. „Wie ich schon sagte: Wer von uns will nicht eine Prinzessin sein? Warum um Himmels willen ergreifst du nicht deine Chance?
„Weil ich …"
„Prinzessin Sabra! Ich wusste nicht, dass Sie schon angekommen sind."
Beide Frauen drehten sich zu dem Mann, der auf sie zueilte. Er war klein, Mitte dreißig und trug eine Uniform.
„Man hat mir gesagt, dass Sie bald ankommen würden. Ich hatte schon nach Ihnen Ausschau gehalten, muss Sie aber verpasst haben."
Der Mann blieb vor ihnen stehen und verbeugte sich.
„Ich bitte tausend Mal um Verzeihung."
Zara blinzelte. „Es tut mir leid, aber ich glaube, Sie verwechseln mich. Ich bin nicht …"
„Ich bin neu hier, erwiderte der Mann, ohne auf ihre Worte einzugehen. „Seien Sie bitte nicht böse. Folgen Sie mir.
Noch bevor Zara protestieren konnte, nahm der Mann ihren Arm und führte sie einen langen Flur entlang. Cleo eilte hinter ihnen her.
„Zara? Was ist los?"
„Keine Ahnung. Sie versuchte, sich zu befreien, aber der Mann lockerte seinen Griff nicht. „Sie müssen sich irren. Ich bin nicht die, für die Sie mich halten. Ich bin nur eine Touristin, die den Palast besichtigt.
Missbilligend schaute der Mann sie an. „Sicher, Prinzessin, aber wenn Sie den Palast besichtigen wollen, dann können Sie einfach Ihren Vater fragen, der jetzt auf Sie wartet."
„Meinen Vater?" Zaras Magen verkrampfte sich, und ihr wurde ganz mulmig.
Der Mann führte sie durch eine Vielzahl von Gängen, bis sie endlich in eine Halle kamen, in der einige Leute standen.
„Ich habe Prinzessin Sabra gefunden", verkündete der Mann und ließ Zara endlich los.
Jeder blickte sie an, und die Gespräche verstummten. Zara spürte, dass gleich etwas Schreckliches geschehen würde.
Und ihre Vorahnung war richtig.
Eine Männerstimme brüllte, dass sie Betrügerinnen seien. Von allen Richtungen kamen Menschen auf sie zu. Zara wusste nicht, was sie tun sollte, als ein großer Mann sich auf sie warf. Unsanft landete sie auf dem Boden.
Ihr Kopf stieß an etwas Hartem an, und alles begann sich zu drehen. Im nächsten Moment konnte sie nicht mehr atmen, und ein Gewehr wurde an ihre Schläfe gehalten.
„Reden Sie!"
Zara versuchte, Luft zu holen, aber ihre Lungen versagten den Dienst. Ihr wurde schwindelig, und ein Panikgefühl machte sich breit. Endlich gelang es ihr, mehrmals tief einzuatmen, und da bemerkte sie erst, dass ein großer wütender Mann sie festhielt. Er hatte die kältesten blauen Augen, die sie je gesehen hatte.
Blau war eigentlich immer meine Lieblingsfarbe, dachte sie verwirrt. Es war die Farbe des Meeres und des Himmels. Die Augen dieses Mannes strahlten jedoch alles andere als Wärme aus.
„Wer sind Sie?", wollte er wissen.
„Zara Paxton", erwiderte sie.
Sie schluckte, als er den Kolben des Gewehres stärker an ihre Schläfe drückte.
„Bitte, erschießen Sie mich nicht", bat sie mit zitternder Stimme. Wo war sie hier nur reingeraten?
Bahania, so hatte sie im Reisekatalog gelesen, war ein sicheres fortschrittliches Land. Vielleicht wurde in den Katalogen nicht die Wahrheit gesagt?
„Was machen Sie hier?", wollte er wissen, ohne auf ihre Frage einzugehen.
„Meine Schwester und ich haben den Palast besichtigt. Plötzlich kam ein Mann auf uns zu, hat uns von der Gruppe weggezogen und darauf bestanden, dass wir mit ihm gehen sollen." Sie vermied es zu erwähnen, dass der Mann sie Prinzessin Sabra genannt und den König erwähnt hatte. Plötzlich klang das einfach zu unglaubwürdig.
Mit seinen kalten Augen sah der Bewaffnete sie intensiv an. Sie zweifelte nicht daran, dass er jeden ihrer Gedanken lesen konnte. Der Mann trug traditionelle orientalische Kleidung – nur seine Gesichtszüge verrieten, dass er nicht von hier war. Er sah irgendwie … amerikanisch aus.
Eine seiner Hände lag noch immer an ihrem Hals, wo er sicher den rasenden Puls fühlen konnte.
„Es tut mir leid", murmelte der Mann, als er aufstand.
„Mir auch", murmelte sie, als sie sich langsam aufsetzte und sich zögerlich umsah. Zwei stämmige Wachen hielten Cleo fest, bis der Mann mit den blauen Augen ihnen befahl, sie loszulassen.
Vorsichtig stellte Zara sich auf, denn ihr war noch etwas schwindelig. Cleo kam zu ihr und stützte sie.
„Okay, und was passiert nun, Mr …" Sie unterbrach sich, als ihr auffiel, dass sie nicht wusste, wie der Mann hieß.
„Rafe Stryker."
Er gab einige Befehle in einer fremden Sprache, und dann entfernten sich die Leute.
„Kommen Sie", ordnete er an, ohne abzuwarten, ob sie ihm folgen würden.
Zara erwog kurz wegzulaufen – aber wohin? Sie waren in einem riesigen Palast, in dem sie sich nicht auskannten. Dieser Stryker hatte die Wachen weggeschickt, also schien es nicht so, als ob sie verhaftet würden.
In einem kleinen Büro konnten sie sich schließlich setzen.
„Hier liegt ein Missverständnis vor, erklärte Zara. „Ich habe eben die Wahrheit gesagt. Meine Schwester und ich haben an einer Palastführung teilgenommen, als wir plötzlich weggezogen wurden. Dann haben Sie und diese Wachen uns angegriffen. Was geht hier eigentlich vor?
Rafe Stryker rieb sich den Kopf. „Das würde ich auch gern wissen. Haben Sie Ihre Pässe bei sich?"
Zara und Cleo sahen sich an. Sollten sie diesem Mann wirklich ihre Pässe geben?
„Hören Sie, ich werde Ihnen Ihre Dokumente nicht wegnehmen, ich möchte nur einige Anrufe machen."
„Wir haben wohl keine Wahl", meinte Cleo kleinlaut. Ihr kurzes blondes Haar war noch wirrer als sonst, und ihre Lippen zitterten.
Zara nickte. Als sie darüber gesprochen hatten, nach Bahania zu reisen, hatte sie sich viele Gedanken gemacht, was alles passieren könnte. Aber im Palast angegriffen zu werden hatte definitiv nicht dazugehört.
Sie holten die Pässe hervor und reichten sie Rafe, der sofort mit dem Telefonieren begann.
Fünf Minuten später brachte eine junge Frau ein Tablett mit kalten Getränken und kleinen Sandwiches. Wortlos stellte sie das Tablett auf einem Tisch vor dem Fenster ab, verbeugte sich und ging aus dem Zimmer. Rafe redete noch, deutete aber an, dass sie sich bedienen sollten.
Daraufhin standen die Schwestern auf und gingen zum Fenster. Cleo, die immer hungrig war, beäugte das Essen und griff nach einem Glas. „Limonade. Wunderbar."
Zara lief das Wasser im Mund zusammen, und sie nahm auch einen Schluck von dem eiskalten Getränk. Während Cleo in ein Sandwich biss, sah sich Zara das Zimmer ein bisschen genauer an.
Der Raum war mit Computer und Fax ausgestattet. Durch das Fenster sah man auf einen Garten mit verschiedenen Blumen und Obstbäumen.
Sie betrachtete den Mann am Telefon. Von seinem Körper war nicht viel zu sehen, da er ein langes Gewand trug. Sie hatte jedoch seine Stärke gespürt, als er sie festgehalten hatte. Nach seinem Akzent zu urteilen, war er Amerikaner. Seine Haut war gebräunt, aber nicht dunkel. Was machte dieser Rafe Stryker im Königspalast von Bahania, und warum bedrohte er arglose Touristen mit dem Gewehr?
Als ob er ihren Blick ahnte, wandte Rafe sich ihr zu. Zara wollte wegschauen, aber sie konnte sich nicht rühren. Ihr Körper erstarrte, ihr Herzschlag verlangsamte sich.
Rafes Gesichtsausdruck und seiner Körpersprache war keine Regung zu entnehmen. Schließlich legte er den Hörer auf. Zara hatte das Gefühl, dass sie von einem Zauber befreit war. Plötzlich zitterte sie und kam sich verletzlich vor.
„Okay, was macht eine nette kleine Lehrerin wie Sie in Bahania?", wollte Rafe wissen.
Sie schluckte. „Ich bin keine Lehrerin, ich bin Dozentin am College."
Er zuckte mit den Achseln als wolle er andeuten, dass er darin keinen Unterschied sah.
Cleo seufzte. „Zara hat verdammt hart gearbeitet, um Dozentin zu werden. Da versteht sie keinen Spaß."
Als Rafe sie scharf anschaute, trat Cleo sofort einen Schritt zurück.
„Sie ist keine ‚kleine Lehrerin‘, insistierte sie jedoch tapfer. „Und außerdem ist der König wahrscheinlich ihr Vater. Sie wollen doch nicht, dass er sich über Sie ärgert, oder?
„König Hassan ist Ihr Vater?"
Die Frage klang leicht amüsiert, und Zara zuckte zusammen. Sie stellte ihr Glas ab und nahm eine kerzengerade Haltung ein. Jetzt reichte es.
„Ich sage Ihnen, was hier los ist: Meine Schwester und ich sind amerikanische Staatsbürgerinnen und nahmen an einer Besichtigungstour des Palastes teil. Von dieser Tour wurden wir ohne Erklärung weggezerrt und in den privaten Teil des Palastes gebracht. Dort wurden wir angegriffen. Nun haben Sie unsere Pässe an sich genommen. Ich möchte sie sofort zurückhaben, und dann will ich unverzüglich aus dem Palast gebracht werden."
„Zara! Cleo zog die Stirn in Falten. „Was ist mit dem König?
„Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt", erwiderte sie und schaute nicht ihre Schwester, sondern Rafe an,
