Über dieses E-Book
Willst du meine Frau werden?"" Millie kann ihr Glück kaum fassen: Gianferro Cacciatore, Thronfolger des Fürstentums Mardivino und Schwarm aller Frauen, macht ausgerechnet ihr einen Heiratsantrag. Bis über beide Ohren verliebt, sagt sie Ja. Doch ihre Freude wird bald getrübt. Statt ihr in den Flitterwochen romantische Zärtlichkeiten ins Ohr zu flüstern und die Zweisamkeit zu genießen, scheint Gianferro es nur noch auf eins abgesehen zu haben: Sie soll ihm so schnell wie möglich einen Erben schenken. Von Liebe spricht er nicht ...
Sharon Kendrick
Sharon Kendrick started story-telling at the age of eleven and has never stopped. She likes to write fast-paced, feel-good romances with heroes who are so sexy they’ll make your toes curl! She lives in the beautiful city of Winchester – where she can see the cathedral from her window (when standing on tip-toe!). She has two children, Celia and Patrick and her passions include music, books, cooking and eating – and drifting into daydreams while working out new plots.
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Buchvorschau
Die Krönung unseres Glücks - Sharon Kendrick
IMPRESSUM
JULIA erscheint 14-täglich im CORA Verlag GmbH & Co. KG, 20354 Hamburg, Valentinskamp 24
Es gilt die aktuelle Anzeigenpreisliste.
© 2005 by Sharon Kendrick
Originaltitel: „The Future King’s Bride"
erschienen bei: Mills & Boon Ltd., London
in der Reihe: MODERN ROMANCE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe: JULIA
Band 1758 (9/1) 2007 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg
Übersetzung: Dr. Susanne Hartmann
Fotos: RJB Photo Library
Veröffentlicht als eBook in 07/2011- die elektronische Version stimmt mit der Printversion überein.
ISBN: 978-3-86295-775-0
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
eBook-Herstellung und Auslieferung:
readbox publishing, Dortmund
www.readbox.net
Der Verkaufspreis dieses Bandes versteht sich einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.
Weitere Roman-Reihen im CORA Verlag:
ROMANA, BACCARA, BIANCA, MYSTERY, MYLADY, HISTORICAL
www.cora.de
1. KAPITEL
Gianferro hatte seine Geliebten immer gut gewählt.
Neben Schönheit und Intelligenz suchte er vor allem Diskretion. Seit seinem achtzehnten Lebensjahr hatte es an Kandidatinnen für diesen inoffiziellen und wenig anerkannten Platz nie gemangelt. Darüber hatte sich niemand gewundert. Denn selbst ungeachtet der dunklen Augen, des gut aussehenden Gesichts, des kühlen, wachen Blicks und des durchtrainierten, schlanken Körpers – welche Frau sehnte sich nicht danach, von einem Prinzen geliebt zu werden.
Besonders da er eines Tages das Amt des Fürsten von Mardivino übernehmen würde, genoss Gianferro die Gunst der Frauen. Schon seit dem dreizehnten Jahrhundert regierte seine Familie das Fürstentum, das auf einer wunderschönen Mittelmeerinsel beheimatet war. Ein Prinz, der Schlösser, Flugzeuge, schnelle Autos und Rennpferde von Weltklasse besaß. Unermesslicher Reichtum lag in seinen Händen. Wer konnte es den Frauen verübeln, wenn sie diese Hände auf ihrem Körper spüren wollten?
Jetzt verfolgte er jedoch ein bestimmtes Ziel, das ihn beinah ängstigte. Weil vor ihm die vielleicht wichtigste Entscheidung seines Lebens lag. Länger konnte er das Unvermeidliche nicht aufschieben. Der Kronprinz suchte keine Geliebte, sondern eine Braut.
Und er musste die richtige Wahl treffen.
Inzwischen waren seine zwei Brüder verheiratet und hatten Nachwuchs bekommen, und darin bestand die Gefahr. Wenn Gianferro sicherstellen wollte, dass die Herrschaft von Mardivino in seine Linie überging, hatte er keine andere Möglichkeit, als zu heiraten.
Ihm war schwer ums Herz, während Gianferro sich in dem Schlafzimmer umsah, das ihm nach seiner Ankunft am Vortag zugewiesen worden war. Architektonisch unterschieden sich dieses Haus und der Regenbogenpalast grundlegend, aber es war dennoch ein sehr schönes Zimmer. Sehr englisch.
Die riesigen Sprossenfenster hatten Butzenscheiben, die das Licht aus vielen verschiedenen Winkeln einfingen und reflektierten, sodass der Raum so luftig wie ein Vogelkäfig wirkte. Gianferro verzog den Mund zu einem ironischen Lächeln. Einem Käfig, aus dem er höchstwahrscheinlich nicht freikommen würde.
Caius Hall hieß das herrliche Haus aus dem sechzehnten Jahrhundert. Hier wohnten die Schwestern de Vere, von denen er die ältere zu heiraten beabsichtigte. Lady Lucinda de Vere – liebevoll Lulu genannt – erfüllte alle Anforderungen, die Gianferro an eine künftige Gattin stellte. Von ebenso reinem Blut wie er, war sie obendrein auch noch blond und schön.
Ihre Familien kannten sich seit Jahren. Die Väter hatten gemeinsam studiert und waren in Kontakt geblieben, obwohl sie sich mit der Zeit zwangsläufig immer seltener trafen. Einmal hatte Gianferro sogar die Ferien auf dem Landsitz verbracht. Damals war eins der Mädchen noch ein Baby gewesen, daran erinnerte er sich.
Ende des vergangenen Jahres hatte er Lucinda bei einem Polomatch getroffen. Nicht zufällig. Die Begegnung war von einem Freund beider Familien arrangiert worden. Er erklärte Gianferro unverblümt, dass es höchste Zeit sei, eine geeignete Frau zu finden. Ohne zu überlegen, nahm der Kronprinz eine abwehrende Haltung ein. Trotzdem beeindruckten ihn Lulus Selbstsicherheit und auffallende Schönheit.
„Ich glaube, wir kennen uns, oder?, fragte sie keck, als er ihr die Hand küsste. „Haben Sie nicht mal vor Jahren bei uns gewohnt?
„Vor langer Zeit. Er runzelte die Stirn. „Ich erinnere mich daran, dass Sie damals dünne Zöpfe und Schleifen trugen.
„Oh. Das klingt nicht sehr schmeichelhaft!"
Aber diese frühere Begegnung bot Gianferro eine gewisse Sicherheit, eine Basis, die für einen Mann in seiner Position sehr wichtig war. Lucinda de Vere war keine Fremde mit undurchsichtigen Motiven; er kannte ihre Familie und ihr Umfeld. Alle Beteiligten würden die Heirat gutheißen.
Nach dem kurzen Treffen sahen sie sich mehrmals auf Partys, die, wie Gianferro wusste, eigens zu diesem Zweck organisiert wurden. Manchmal fragte er sich, was wohl passieren würde, wenn er mit den Fingern schnippte und verlangte, dass ihm der Mond auf einem Tablett serviert wurde. Würden dann Astronauten von Mardivino aus ins All geschickt, um den Wunsch des Kronprinzen zu erfüllen?
Während der heimlich beobachteten Gespräche hatte stillschweigendes Einvernehmen über ihrer beider Bedürfnisse und Wünsche geherrscht. Er brauchte eine Ehefrau, die ihm einen Erben schenkte. Lucinda wollte Prinzessin sein. Davon träumten viele adlige junge Engländerinnen. So einfach war das.
Heute, nach dem Mittagessen, wollte Gianferro es offiziell machen. Und wenn diese unsichtbare Grenze erst einmal überschritten war, gab es kein Zurück. Dann würden hinter den Kulissen in Mardivino und England subtile Ränke geschmiedet und über die Heiratspläne verhandelt werden.
In wenigen Stunden würde er nicht mehr frei sein.
Gianferro erlaubte sich ein flüchtiges hartes Lächeln. Nicht mehr frei? Wann hatte er in seinem Leben jemals echte Freiheit erfahren? Ein Kronprinz konnte mit gutem Aussehen, Reichtum und Macht gesegnet sein, aber die Freiheiten, die die meisten Menschen für selbstverständlich hielten, lernte Gianferro niemals kennen.
Er blickte auf seine Armbanduhr. Das Mittagessen fand erst in einer Stunde statt, und das Warten machte ihn nervös. Andererseits hatte er keine Lust, schon nach unten in den Salon zu gehen und sich an dem Small Talk zu beteiligen, der ohnehin einen wesentlichen Bestandteil seiner gesellschaftlichen Verpflichtungen als Prinz ausmachte.
Vorsichtig schlüpfte er aus dem Zimmer und schlich lautlos einen der langen Flure entlang, bis er schließlich draußen war. Er atmete die herrliche englische Frühlingsluft ein wie ein Mann, der kurz vor dem Ersticken gestanden hatte.
Gelbe und weiße Narzissen schwankten im milden, duftenden leichten Wind, die Bäume blühten zuckerwatterosa und weiß. Um sie herum waren pfirsichblättrige Glockenblumen gepflanzt. Zauberhaft blau und herzzerreißend kurzlebig, dachte Gianferro, als er an dem Beet vorbeiging.
Den symmetrisch angelegten Garten verließ er und schlug einen Weg ein, der vom Haus nicht so gut einsehbar war. Langsam ging Gianferro auf die Felder und Hecken zu, die einen Teil des riesigen Landguts bildeten.
In der Ferne hörte er das Hufgetrappel eines auf ihn zugaloppierenden Pferdes. Einen kurzen, sehnsüchtigen Moment lang wünschte Gianferro, er würde jetzt auf seinem Pferd in gelöstem Tempo den mardivinischen Strand entlangreiten. So lange, bis er und sein Tier erschöpft waren.
Jetzt entdeckte er den über das Feld rasenden Falben. Ungläubig kniff Gianferro die Augen zusammen, als ihm klar wurde, dass der Reiter über die Hecke setzen wollte.
Er hielt den Atem an. Zu hoch. Zu schnell. Zu … Instinktiv wollte Gianferro „Halt!" rufen. Doch er wusste, dass es nur noch gefährlicher werden könnte, wenn er das Pferd erschreckte.
Der Reiter trieb den Falben unbeirrt an. Es war einer jener wundervollen Momente, die man gelegentlich miterlebte und die sich nie wieder einfangen ließen. Mit einer der Schwerkraft trotzenden Bewegung setzte das Pferd in einem perfekten Bogen zum Sprung an. Für den Bruchteil einer Sekunde schien es in der Luft zu schweben, bevor es das Hindernis um Haaresbreite nahm.
Langsam stieß Gianferro den angehaltenen Atem aus, während er widerwillig den Mut des Reiters bewunderte, seine Kühnheit und …
Dummheit!
Gianferro war selbst ein so talentierter Reiter, dass er daran gedacht hatte, den Sport zu seinem Beruf zu machen. Wenn es der Zufall nicht gewollt hätte, dass Gianferro als Prinz auf die Welt kam, er hätte es getan.
Unwillkürlich folgte er den Hufabdrücken zu den Stallungen. Vielleicht würde er dem Jungen den Unterschied zwischen mutig und verrückt erklären. Und danach würde Gianferro ihn vielleicht fragen, ob er Lust hätte, in Mardivino als Jockey zu arbeiten. Ein Lächeln glitt über Gianferros Züge.
Erdiger Stallgeruch schlug ihm entgegen, als er sich dem offenen Tor näherte. Gianferro hörte nur das Schnauben eines Pferds und die sanfte, glockenhelle Stimme einer Frau, die genau das murmelte, was Frauen immer zu ihren Pferden sagten.
„So ein Süßer! Ein ganz Kluger bist du. Das war ein wirklich guter Sprung."
Gianferro erstarrte.
Hatte eine Frau den Falben geritten?
Unter Missachtung jeglicher Höflichkeit betrat er gebieterisch den Stall, ohne um Erlaubnis zu fragen oder sich bemerkbar zu machen. Sofort entdeckte er das schmächtige junge Mädchen – ein Mädchen! –, das dem Pferd ein Pfefferminzplättchen zu fressen gab. „Sind Sie völlig verrückt?"
Erschrocken drehte sich Millie um. Ihr wurde erst heiß, dann kalt und dann wieder heiß. Natürlich wusste sie, wen sie vor sich hatte. Obwohl man ihr oft vorhielt, in höheren Sphären zu schweben, hatte selbst sie mitbekommen, dass ein Prinz bei ihnen wohnte. Und dass ihre Schwester Lulu fest entschlossen war, ihn zu heiraten.
Auf dem Gut wimmelte es von Schutzpolizisten und schwer bewaffneten Bodyguards. Millies Mutter hatte nachsichtig darüber geklagt, dass die beiden Mädchen, die als Hilfen aus dem Dorf geholt worden waren, noch nicht viel gearbeitet hatten. Kein Wunder, das Haus war voller Testosteron!
Indem sie Kopfschmerzen vorgeschützt hatte, konnte sich Millie erfolgreich davor drücken, dem Prinzen beim gestrigen Abendessen zu begegnen. Millie wäre es höchst peinlich gewesen, wenn sich ihre Schwester zur Schau stellte, als sei der Prinz der Meistbietende an einem Marktstand. Deshalb hatte Millie dem Ereignis entgehen wollen. Aber jetzt war er hier, und diesmal konnte sie ihm nicht entkommen.
Wie ein Prinz sah er überhaupt nicht aus in seiner eng sitzenden Hose und einem Hemd, das zweifellos aus Seide, allerdings am Hals lässig aufgeknöpft war. Sein schwarzes Haar glänzte, er war ebenso stark und muskulös wie die Stallburschen. Und er funkelte sie aus dunklen Augen vorwurfsvoll an.
„Ich habe gefragt, ob Sie verrückt sind", sagte er gereizt.
„Ja, ich hab’s gehört."
Sie sprach so leise, dass er sich anstrengen musste, um sie zu verstehen. Ihr Tonfall klang zudem äußerst respektlos. Wusste sie nicht, wer er war? Gianferro konnte sehen, dass sie der Ausritt und der tollkühne Sprung angestrengt hatten. Die dünne Bluse schien an ihren kleinen festen Brüsten zu kleben. Unerwartet wurde er erregt bei dem Anblick.
„Und? Sind Sie es?"
Millie zuckte die Schultern. Seit ihrer Kindheit bekam sie ständig zu hören, sie solle mit den Pferden weniger leichtsinnig umgehen. „Das hängt wohl davon ab, wie man es betrachtet."
Ihre Augen waren groß und so blau wie die Blumen, die um die Bäume herum blühten. Sie hatte die reinste Haut, die Gianferro jemals gesehen hatte, ungeschminkt und dennoch mit dem Schimmer der natürlichen Frische einer sportlich aktiven Jugendlichen. Unwillkürlich fragte er sich, welche Farbe wohl ihr Haar hatte, das die Reitkappe verbarg. Sein Herz begann so heftig zu hämmern, dass er an kaum etwas anderes denken konnte.
„Sie reiten sehr gut", räumte er ein. Ohne zu überlegen, ging er einige weitere Schritte auf sie zu.
Gerade noch konnte sich Millie davon abhalten zurückzuweichen. Seine Nähe machte sie fast benommen. Schwindlig. Er war so kräftig
