Über dieses E-Book
Als Tycoon Nikolai der bildschönen Balletttänzerin Rachel begegnet, gerät er sofort in ihren sinnlichen Bann. Eine Nacht ist nicht genug, um das Verlangen zu stillen, das sie in ihm weckt. Doch für mehr als eine kurze Affäre muss er erst die Schatten der Vergangenheit besiegen!
Carol Marinelli
Carol Marinelli recently filled in a form asking for her job title. Thrilled to be able to put down her answer, she put writer. Then it asked what Carol did for relaxation and she put down the truth - writing. The third question asked for her hobbies. Well, not wanting to look obsessed she crossed the fingers on her hand and answered swimming but, given that the chlorine in the pool does terrible things to her highlights - I'm sure you can guess the real answer.
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Buchvorschau
Nur diese Nacht ist nicht genug - Carol Marinelli
IMPRESSUM
Nur diese Nacht ist nicht genug erscheint in der HarperCollins Germany GmbH
© 2016 by Carol Marinelli
Originaltitel: „Billionaire Without a Past"
erschienen bei: Mills & Boon Ltd., London
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe JULIA EXTRA
Band 460 - 2019 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg
Übersetzung: Valeska Schorling
Umschlagsmotive: Roman Seliutin / Shutterstock
Veröffentlicht im ePub Format in 08/2019 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783733727222
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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BACCARA, BIANCA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, TIFFANY
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PROLOG
Nikolai Eristov hatte seine schwierige Vergangenheit überwunden.
Oder vielmehr war er bisher immer davon ausgegangen.
Doch als ihm heute Morgen sein Butler seinen geliebten schwarzen Tee einschenkte, griff Nikolai anders als sonst nicht sofort nach der Tasse. Er hatte nämlich Angst, dass ihm die Hände zittern würden, und er zeigte grundsätzlich keine Schwäche. Niemandem gegenüber.
Denn nur so hatte er überleben können.
Sein Butler wollte die luxuriöse Master Suite auf dem Oberdeck der Megajacht gerade verlassen, als Nikolai ihn zurückrief: „Sie müssen noch etwas für mich erledigen."
„Gern."
„Ich brauche einen neuen Anzug."
„In der Savile Row und Jermyn Street sind …"
„Nein, unterbrach Nikolai ihn. Sein Butler hatte ihn missverstanden. Nikolai wollte keinen der Londoner Nobelschneider auf seiner Jacht, und er wollte sie auch nicht aufsuchen. „Ich will, dass Sie mir einen in einem Kaufhaus besorgen. Sie kennen ja meine Maße.
„Das schon, aber …"
Nikolai schüttelte ungeduldig den Kopf. Er hatte keine Lust, seine Zeit mit überflüssigen Erklärungen zu verschwenden. „Ich brauche einen dunkelgrauen Anzug, ein Hemd und eine Krawatte für eine kirchliche Hochzeit. Ach ja, und Schuhe."
„Ich soll Ihnen etwas von der Stange kaufen?", hakte sein Butler verblüfft nach.
Seine Frage war nicht ganz unberechtigt – der großgewachsene und breitschultrige Nikolai kleidete sich normalerweise exquisit. Seine Anzüge stammten allesamt von Nobeldesignern, die darauf hofften, dass Nikolai in ihren Entwürfen fotografiert werden würde. Es war daher nicht ganz nachwollziehbar, dass er seinen Butler in ein Kaufhaus schickte, um einen Anzug zu kaufen, obwohl haufenweise erstklassige Anzüge in seinem Schrank hingen.
„Ja, und zwar schnell. Die Hochzeit beginnt schon um zwei."
Nikolai nannte seinem Butler die Preiskategorie für das Outfit und sah seinen sonst immer so beherrschten Angestellten überrascht blinzeln – der Champagner, dessen leere Flasche er heute Morgen entsorgt hatte, war etwa genauso teuer gewesen.
„Ich wusste gar nicht, dass es schon wieder so weit ist!", versuchte der Butler zu witzeln.
Da es erst spätes Frühjahr war, gönnte Nikolai ihm ein schwaches Lächeln.
Jedes Jahr im Winter gab er nämlich für zwei Monate sein Luxusleben an Bord einer Megajacht auf und arbeitete auf riesigen Eisbrechern auf dem Atlantik. Er war gerade erst wieder zurückgekehrt. Dort trug er dicke Mäntel und eine Uschanka, während er den Rest des Jahres keinen Hehl aus seinem Reichtum machte. Er hatte jede Menge Geld, war in vielen Bereichen erfolgreich, und die Geister der Vergangenheit quälten ihn schon lange nicht mehr. Niemand sah ihm seine niedrige Herkunft oder die Angst und die Scham an, die ihn früher oft nachts aus dem Schlaf gerissen hatten.
„Soll ich auch ein Hochzeitsgeschenk besorgen?", fragte der Butler.
„Nein."
Erst als der immer noch etwas verwirrte Mann gegangen war, griff Nikolai nach seiner Tasse. Es war die richtige Entscheidung gewesen zu warten, denn seine Hand zitterte tatsächlich ein wenig.
Wie sollte er diesen Tag nur überstehen?
Er hatte inzwischen ein schönes Leben, auch wenn er hart dafür gearbeitet hatte. Er hatte sämtliche Widerstände überwunden und war nicht in die Falle getappt, die seine widrigen Lebensumstände ihm vorherbestimmt hatten. Anstatt sich von dem Mann brechen zu lassen, der ihn missbraucht hatte, hatte er den Missbrauch nicht nur überwunden, sondern etwas aus sich gemacht. Anstatt zu Alkohol oder Drogen zu greifen, um seinen Schmerz zu betäuben, hatte er sich ihm gestellt.
Und war damit fertig geworden.
Inzwischen gehörte ihm eine Flotte Megajachten, er war ein gefragter Gast bei der High Society, und die Partys auf seiner Privatjacht waren legendär.
Dank Yuri, seinem Mentor und Retter, fehlte es ihm an nichts.
Schade, dass Nikolai nicht mehr mit Yuri reden konnte. Er könnte heute nämlich seinen Rat gebrauchen.
Yuri war der Einzige gewesen, der je die Wahrheit über Nikolais Vergangenheit erfahren hatte.
„Beris’ druzhno, ne budet gruzno", hatte er damals zu Nikolai gesagt. Es war ein altes russisches Sprichwort – geteiltes Leid ist halbes Leid.
Doch auch ihm hatte Nikolai nur die Wahrheit gesagt, damit Yuri nicht die Behörden einschaltete. Denn die hätten Nikolai nur zum Waisenhaus zurückgeschickt, aus dem er weggelaufen war.
Wie sich herausgestellt hatte, hatte Yuri rechtgehabt – es hatte gutgetan, die Last zu teilen. Doch Yuri war nicht mehr da, sodass Nikolai den heutigen Tag ohne Beistand überstehen musste.
Er hatte beschlossen, inkognito zur Trauung seines Freundes zu gehen. Wenn Sev ihn sah, würde er Nikolai nämlich zweifellos fragen, warum er damals ohne ein Wort davongelaufen war, und Nikolai wollte nicht über die Gründe reden. Also würde er unbemerkt in die Kirche schlüpfen und genauso wieder verschwinden. Es gab keinen Grund, sich zu zeigen.
Obwohl Yuri ihm vermutlich vorwerfen würde, es sich zu einfach zu machen …
Aufgewühlt stand Nikolai auf, durchquerte seine Suite und stellte sich ans Fenster.
Er hatte gestern am Canary Wharf angelegt. Dank der Spezialverglasung konnte ihn niemand sehen – eine notwendige Maßnahme, da die Presse nur zu gern Fotos von ihm und seinem ausschweifenden Leben auf der Jacht veröffentliche. Er beobachtete die Familien und Paare, die auf seine Jacht zeigten und Fotos knipsten.
Nikolai war an so etwas gewöhnt.
Seine Jacht hieß Svoboda – Freiheit – und erregte überall Aufsehen, wo er anlegte. In der Regel ging er allerdings in exklusiveren Gegenden vor Anker, am liebsten in Südfrankreich oder dem Persischen Golf.
Im Golf von Akaba hatte er zum ersten Mal von Sev und Naomi erfahren. Schlaflos im Bett liegend hatte er mit dem Gedanken gespielt, auf gewohnte Art die blonde Schönheit neben sich zu wecken, war dann jedoch aufgestanden und aufs Sonnendeck gegangen, um unter dem Sternenhimmel seinen Laptop aufzuklappen.
Wie so oft, wenn er nicht schlafen konnte, hatte er nach Neuigkeiten über seine Freunde aus dem Waisenhaus gesucht. Und war fündig geworden.
Der New Yorker Experte für Internetsicherheit Sevastyan Derzhavin wurde in London mit einem blauen Auge und einer Narbe gesichtet. In seiner Begleitung war seine Assistentin Naomi Johnson, die einen protzigen Verlobungsring mit einem schwarzen Diamanten trug.
Auf einem Foto darunter waren Sev und Naomi Hand in Hand eine Straße entlanggegangen. Trotz seines ramponierten Gesichts hatte Sev glücklich ausgesehen.
Er verdiente es, glücklich zu sein.
In Nikolais Kindheit war Sev sein bester Freund und quasi seine einzige Familie gewesen. Der Bruder, den er nie gehabt hatte.
Sie waren eine eingeschworene Vierergruppe gewesen – vier dunkelhaarige, braunäugige Jungen, die das Personal ganz schön in Atem gehalten hatten. Sie waren ohne Hoffnung geboren worden, hatten aber Träume gehabt.
Anfangs hatten sie alle geträumt, eines Tages adoptiert zu werden. Das war jedoch nie geschehen, weil sie sich mit ihren dunklen Haaren und Augen schlechter vermitteln ließen als blonde, blauäugige Kinder.
Also hatten sie andere Träume entwickelt.
Die Zwillinge Daniil und Roman hatten eine Karriere als Boxer angestrebt, Sev hatte das Beste aus seiner Intelligenz machen wollen, und Nikolai hatte sich nach dem Meer gesehnt. Er hatte keine Ahnung, wer seine Eltern waren, war aber fest davon überzeugt, dass sein Vater Seemann gewesen war. Denn Nikolai hatte das Meer schon geliebt, bevor er es überhaupt zu Gesicht bekommen hatte.
Im Waisenhaus waren ihre Träume schnell zerstört worden.
Mit zwölf war Daniil von einer englischen Familie adoptiert worden und weggegangen. Sein eineiiger Zwilling Roman war daraufhin völlig außer Kontrolle gewesen und in den Sicherheitsflügel verlegt worden.
Mit vierzehn war Sev dank seiner Leistungen in eine andere Klasse versetzt worden und hatte schließlich ein Stipendium bei einem Internat bekommen. Anfangs waren er und Nikolai immer noch im selben Schulbus zur Schule gefahren und hatten nachts im selben Schlafsaal geschlafen, doch ohne seinen Freund neben sich war Nikolai in der Schule rapide schlechter geworden und von einem Lehrer aufs Korn genommen worden, den er verabscheut hatte.
„Sag mal, Nikolai, warum sind deine Noten plötzlich so schlecht geworden?"
Nikolai hatte die Achseln gezuckt. Der Lehrer hatte es schon lange auf ihn abgesehen und brummte ihm ständig Nachsitzen auf, sodass Nikolai den Schulbus verpasste und zu Fuß zum Waisenhaus gehen musste.
„Hat Sevastyan dir früher geholfen?"
„Nein. Kann ich jetzt gehen? Ich verpasse sonst den Bus." Draußen schneite es, und seine Jacke war ziemlich dünn.
„Wir müssen das klären, sagte der Lehrer. „Es wird sich im Antrag für ein Stipendium deines Freundes nicht gut machen, wenn ich reinschreiben muss, dass er dir beim Schummeln geholfen hat.
„Hat er nicht!"
Der Lehrer legte ihm eine Mathematikarbeit vor, die Nikolai schon geschrieben hatte, und bat ihn, die Aufgaben noch mal zu lösen. „Du konntest die Aufgaben doch vor zwei Monaten, warum kannst du sie dann jetzt nicht?", fragte er, als Nikolai nur hilflos auf das Blatt Papier starrte.
„Keine Ahnung."
„Das könnte schlimme Folgen für deinen Freund haben!"
Nikolai zerbrach sich verzweifelt den Kopf, um auch allein auf die Lösungen zu kommen. Klar hatte Sev ihm geholfen. Es war ihnen nicht wie Schummeln vorgekommen, nur wie ein bloßer Freundschaftsdienst.
Aber jetzt konnte es deswegen Ärger geben.
„Hat Sevastyan dir nun geholfen oder nicht?" Der Lehrer hob eine Hand. Nikolai dachte schon, er wolle ihn schlagen, doch stattdessen legte der Mann ihm die Hand auf eine Schulter.
„Nein." Nikolai versuchte vergeblich, die Hand abzuschütteln. Als er draußen die Hupe des Schulbusses hörte, wusste er, dass er mal wieder zu Fuß zum Waisenhaus würde laufen müssen.
„Ich fahre dich nach Hause", bot der Lehrer ihm an, doch Nikolai wollte lieber allein durch den
