Über dieses E-Book
Im Ringen um eine neue Sprache dreht Wilhelm Bruners die übliche Fragestellung um. Nicht: Wie heute von Gott reden? Sondern: Wie redet Gott den Menschen an? Welche Sprache müssen wir lernen, wenn wir ihn hören und verstehen wollen? Bedient sich Gott ausschließlich einer hohen, exklusiven, spirituellen Theologensprache? Oder ist seine Ansprache an uns nicht wie die Sprache der Psalmen voll Leben, mit kritischen Fragen und Zweifeln, mit vorläufigen Antworten und auch voll Zorn über unsere Feindschaften? Kann nicht jede menschliche Sprache, wenn sie nur ehrlich ist, zur Trägerin der Gott-Sprache werden?
Diesen Fragen geht Wilhelm Bruners nach und ermutigt so dazu, den eigenen Sprach-Erfahrungen bei der Suche nach der Gottsprache in unserer Welt zu trauen. Das aber beginnt vor allem und zuerst im guten Hinhören.
Ähnlich wie Gottes hauchdünnes Schweigen
Titel in dieser Serie (36)
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Rezensionen für Gottes hauchdünnes Schweigen
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Buchvorschau
Gottes hauchdünnes Schweigen - Wilhelm Bruners
1. Biblische Gotteserfahrung und ihre Bildsprache
Die Karmelerfahrung und ihr Bild: Warum die Suche nach dem richtigen Gott ins „Kinderzimmer der Religion" gehört und nicht weiterführt
„harmlos von gott zu reden
ist gefährlich"
Die Szene ist krass. Aber sie ist genial gestaltet. Kein Filmregisseur hätte ein besseres Drehbuch schreiben können. Ein kleiner Prophet. Ein kleines Volk. Und ein in der Welt der Götter unbekannter Gott. Sie treten an gegen die große kanaanäische Baal-Gottheit. Baal, der Wetter- und Sturmgott, der Schöpfergott des kanaanäischen Zeitalters im Vorderen Orient. Die Hauptgottheit der Zivilreligion; ihr gehört man selbstverständlich an. Hat da der Gott des im Chor der Großvölker kleinen Israels überhaupt eine Chance? Hinzu kommt: Das Volk Israel hat sich gespalten. Nach dem Tod König Salomos, des Davidssohnes, gibt es ein Nordreich und ein Südreich. Der Aufstand galt dem Sohn und Nachfolger Salomos, Rehabeam. Er war, so erzählt das 1. Buch der Könige 12f., nicht dem Rat der Ältesten und Weisen gefolgt. Er hatte das Volk nicht entlastet. Er steigerte vielmehr die Lasten, machte das Joch schwerer, wie es auch die Notiz in 1 Kön 12,11 verrät: „Hat mein Vater euch ein schweres Joch aufgebürdet, so werde ich es noch schwerer machen …" Erst 900 Jahre später wird ein Mann, ebenfalls aus dem Haus Davids, sagen: „… Mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht" (Mt 11,30). Ihn bekennt der Evangelist Matthäus als den wahren Davidssohn und rechtmäßigen Nachfolger.
Der vorherrschende Baalskult hatte im 8. Jahrhundert v. Chr. in Israel, vor allem im Norden, eine große Fürsprecherin: Isebel, die Frau des israelischen Königs Ahab. Politisch war es ein geschickter Schachzug von Ahab, diese kanaanäische Königstochter zu heiraten. Wahrscheinlich kennen wir sogar ihr Brautlied, das Eingang in das Psalmenbuch gefunden hat: „Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, / vergiss dein Volk und dein Vaterhaus / … Die Töchter von Tyrus kommen mit Gaben, / deine Gunst begehren die Edlen des Volkes. / Die Königstochter ist herrlich geschmückt, / ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen …" Ps 45,11.13–14).
Denn durch Isebel, die Syrophönizierin, sicherte sich Ahab, König im Nordreich Israels, den Frieden an der Nordwestgrenze und zum Meer hin. Die reichen und mächtigen Küstenstädte Tyrus und Sidon wurden ihm durch diese Heirat nicht mehr gefährlich. Sein Thronsitz war in Samaria. Aber Isebel, stolz auf ihre machtvolle Herkunft, bringt natürlich ihren mächtigen „Hausgott Baal mit und will das kleine Israel „baalabhängig
machen. Auch Israel soll sich der Staats- und Zivilreligion des Baal anschließen.
Was ist da schon der Gott Israels, JHWH? Zunächst ist diese Gottheit klein und unbedeutend – wie das Volk Israel selbst. Doch Ahab und vor allem Isebel haben ihre Rechnung ohne den Propheten Elija gemacht. Der Prophet Elija tritt an gegen die mit Isebel eingewanderte Priesterschaft des Baal. Der kam aber nicht allein: Ihn begleitete die weibliche Gottheit Aschera. Zusammen bildeten sie ein allmächtiges Götterpaar. Dagegen steht der „kleine" Gott Israels. Der Religionsstreit kann starten: Welche Gottheit ist stärker? Welche Gottheit setzt sich durch?
Es sind Fragen religiöser Macht und Identität. Fragen des religiösen „Kinderzimmers: Welche Gottheit hat Recht? Wer verehrt den richtigen Gott? Welcher Gott ist in der Lage, seine Verehrerinnen und Verehrer zu schützen? Wer kann Wunder tun? Wer kann retten? Wer ist der Gott über allen Göttern? Wer ist der „Allmächtige
? Und wie sieht die Verehrung des Staatsgottes aus? Mit welchem „Event" kann die Gottheit beeindruckend vermittelt werden?
Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Der Prophet Elija fordert seine Gegner heraus (vgl. 1 Kön 18). Auf dem Karmelgebirge kommt es in Anwesenheit des Volkes, das zwischen Baal und Jahwe schwankt, durch den Propheten zur Entscheidung.
Elija veranlasst den König, Boten auszuschicken: „ … versammle mir ganz Israel auf dem Karmel, auch die vierhundertfünfzig Propheten des Baal und die vierhundert Propheten der Aschera, die vom Tisch Isebels essen. Ahab schickte in ganz Israel umher und ließ die Propheten auf dem Karmel zusammenkommen. Und Elija trat vor das ganze Volk und rief: Wie lange noch schwankt ihr nach zwei Seiten? Wenn Jahwe der wahre Gott ist, dann folgt ihm! Wenn aber Baal es ist, dann folgt diesem! Doch das Volk gab ihm keine Antwort. Da sagte Elija zum Volk: Ich allein bin als Prophet des Herrn übrig geblieben; die Propheten des Baal aber sind vierhundertfünfzig. Man gebe uns zwei Stiere. Sie sollen sich einen auswählen, ihn zerteilen und auf das Holz legen, aber kein Feuer anzünden. Ich werde den andern zubereiten, auf das Holz legen und kein Feuer anzünden. Dann sollt ihr den Namen eures Gottes anrufen, und ich werde den Namen des Herrn anrufen. Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der wahre Gott. Da rief das ganze Volk: Der Vorschlag ist gut" (1 Kön 18,19–24).
Religion bekommt, wenn sie auf dem Niveau kindischer Religionskämpfe stattfindet (oder wieder angekommen ist), einen enormen Unterhaltungswert, in dem auch heute vor allem amerikanisch-religiöse Großveranstaltungen ihr Heil suchen. Das Volk, religiös wenig gebildet und aufgeklärt, ist völlig von den religiösen und theologischen Meinungsmachern und Religions-Führern sowie ihren Interpretationen abhängig. An religiöser Unterhaltung und Folklore besteht immer Bedarf, auch wenn die Meinung der herrschenden Klasse über das unaufgeklärte (!) Volk – vor allem in der Religion – mehr Verachtung als Respekt zeigt.
Die Frage nach Gott und der Wahrheit verliert durch solche Showveranstaltungen und Events ihren Ernst und verschwindet am Ende ganz. Antworten geben solche Machtdemonstrationen nicht; sie unterhalten bestenfalls. Wenn aber tiefe Lebenskrisen kommen, versagen sie völlig, weil ihnen dazu keine Antwort einfällt. Sie stützen zugleich die These kritischer Hirne, dass jedwede Religion, ihre liturgischen Riten und Inszenierungen das „Opium des Volkes" (Karl Marx) sind.
„Nun sagte Elija zu den Propheten des Baal:
