Zu Heiligen beten?: Heiligenverehrung gemäß der Bibel, bei Kirchenvätern sowie in heutiger kirchlicher Praxis und Lehre
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Buchvorschau
Zu Heiligen beten? - Franz Graf-Stuhlhofer
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
1.Teil: Heiligenverehrung
1 |
Heilige als Fürsprecher und Mittler?
Die Geschichte der Christenheit kennt viele vorbildliche Menschen, die ihr Leben rückhaltlos Gott zur Verfügung gestellt hatten und deshalb auch von Ihm gebraucht werden konnten. Solchen Menschen gebührt unsere Hochachtung. Davon zu unterscheiden ist jedoch die Praxis, Heilige um Fürsprache bei Gott zu bitten. Diese Praxis beruht auf der Meinung, dass solche Heiligen Gott besonders nahe seien und daher mehr erreichen könnten, als wenn ein gewöhnlicher Mensch sich direkt an Gott wendet. Mit dieser Anschauung wollen wir uns jetzt auseinandersetzen: Heilige als Fürsprecher und Mittler.
Unter den Heiligen, die nach kirchlicher Meinung einen besonderen Zugang zu Gott haben, steht Maria an erster Stelle. Das war aber nicht immer so. In den ersten Jahrhunderten nach Christus wurde Maria noch weit weniger beachtet als heute. Damals waren es vor allem die Märtyrer, die im Brennpunkt des Interesses standen. Wir beginnen deshalb mit der Frage, welche Bedeutung das Neue Testament dem Martyrium beilegt.
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2 | Märtyrer im Neuen Testament
Der griechische Ausdruck mártys heißt einfach „Zeuge (oder „Bekenner
) und meint jemanden, der seine Erfahrungen bezeugt. In diesem Sinn wird dieser Ausdruck auch im Neuen Testament verwendet, z. B. in Apg 2,32.[1]. Im weiteren Verlauf der Kirchengeschichte erhielt dieser Ausdruck jedoch eine engere Bedeutung und wurde nur noch für solche Bekenner angewandt, die für ihr Bekenntnis leiden oder gar sterben mussten.
Diese Bedeutungsverengung scheint zwar nur geringfügig zu sein, aber dahinter verbirgt sich eine wesentliche Veränderung: im Neuen Testament ist ein Märtyrer ein Zeuge – ohne Rücksicht auf die Folgen. In den folgenden Jahrhunderten jedoch ist ein Märtyrer jemand, der leiden oder sterben muss – weil er bezeugt hat. Der Akzent verlagert sich auf das Leiden.
Betrachten wir nun die im Neuen Testament erwähnten „Märtyrer", die als solche leiden mussten. Werden sie besonders herausgehoben?
An mehreren Stellen lesen wir von dem mutigen, leidensbereiten Zeugnis der Jünger, etwa in der Apostelgeschichte und als Prophetie in der Offenbarung. Es wird berichtet, dass Petrus und Johannes bei der Verkündigung des Evangeliums im Jerusalemer Tempel verhaftet wurden. Man versuchte, sie durch Drohungen einzuschüchtern (Apg 4,18.21), doch die Apostel blieben standhaft. Dieses mutige Verhalten wird nur kurz berichtet, ohne daraus viel Aufhebens zu machen. Bei der nächsten Verhaftung der Apostel wurden sie ausgepeitscht. „Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden" (Apg 5,41). Hier erscheint das Leiden für den Herrn als ein Vorrecht.
Stephanus war der erste „Märtyrer im späteren, engeren Sinn – er wurde getötet. Sein Tod wird sachlich berichtet (Apg 7), ohne Lob oder Glorifizierung. Lediglich „eine große Totenklage
wird erwähnt (Apg 8,2). Als zweiter Märtyrer starb Jakobus, einer der Zwölf (Apg 12,1f.). Auch sein Tod wird nicht besonders herausgestellt.
Wer das Neue Testament aufmerksam liest, bekommt den Eindruck, dass dem Martyrium keine überragende Bedeutung beigemessen wird. Primär sind Gehorsam, Treue (unter allen Umständen), die Verkündigung des Evangeliums und die Verherrlichung Gottes durch göttliche Machterweise …
Als Paulus die Strapazen aufzählt, die er bei der Verkündigung des Evangeliums ertragen musste, nennt er die Leiden, die ihm als bekennendem Christen von anderen Menschen zugefügt wurden, unmittelbar neben „natürlichen" Reisegefahren und anderen Entbehrungen (2.Kor 11,23-29). Einen ähnlichen Eindruck erhalten wir bei der Aufzählung der Glaubensvorbilder im Hebräerbrief: Nach der ausführlichen Beschreibung verschiedener Glaubensakte werden am Schluss noch solche Menschen angeführt, die wegen ihres Glaubens misshandelt worden waren (Hebr 11,35-38). In der Offenbarung des Johannes spielt das Martyrium um Jesu willen eine große Rolle.[2] Das ist ja auch eines der großen Ziele dieser Offenbarung: Christen sollen zur Standhaftigkeit ermutigt werden und weder Leiden noch Tod scheuen. Doch das Leiden um Jesu willen ist nicht das einzige wichtige Thema der Offenbarung. Nur in dem sogenannten Sendschreiben an Smyrna, vielleicht auch in dem an Philadelphia, ist das Martyrium das Hauptthema; in den anderen, der insgesamt 7 so genannten Sendschreiben, geht es um den Kampf gegen falsche Lehren und Werke bzw. gegen die Lauheit (Offb 2 und 3).
Jesus fordert von allen seinen Jüngern Selbstverleugnung (Mt 16,24); in manchen – zeitweise auch vielen – Fällen führt diese Selbstverleugnung zum Martyrium; aber besonders betont wird die Selbstverleugnung unter allen Umständen, nicht unbedingt das Martyrium als mögliche Folge. Dementsprechend werden im Neuen Testament alle Jünger als „Heilige" bezeichnet, und zwar fast immer in der Mehrzahl.[3] Nie wird gesprochen vom „heiligen Petrus oder von der „heiligen Maria
. Aber das änderte sich in den folgenden Jahrhunderten.
[1] Die Abkürzungen für neutestamentliche Bücher wie z. B. „Apg" findet man am Beginn des Anhangs der katholischen Einheitsübersetzung aufgelöst. Aber auch andere Bibelübersetzungen verwenden ähnliche Abkürzungen, ebenso Fachliteratur über biblische
