Ein Fürst, ein Schloss – und Benjamin: Fürstenkinder 69 – Adelsroman
Von Linda Lorentz
()
Über dieses E-Book
Ihre Lebensschicksale gehen zu Herzen, ihre erstaunliche Jugend, ihre erste Liebe – ein Leben in Reichtum, in Saus und Braus, aber oft auch in großer, verletzender Einsamkeit.
Große Gefühle, zauberhafte Prinzessinnen, edle Prinzen begeistern die Leserinnen dieser einzigartigen Romane und ziehen sie in ihren Bann.
Ich bedaure sehr, dass wir Sie gehen lassen müssen. Aber Sie wussten ja bereits bei Ihrer Einstellung, dass Kurt nach seinem zwölften Geburtstag ins Internat geht.« Hanna nickte. Ja, sie hatte es gewusst. Aber das machte ihr den Abschied auch nicht leichter. Sie hatte den Jungen, dessen Kindermädchen sie vier Jahre lang gewesen war, lieb gewonnen. »Was haben Sie jetzt vor?«, wollte Renate Kersting wissen. Hanna zuckte mit den Schultern. »Ich habe keine Ahnung«, gestand sie. »Leicht wird es nicht werden, eine neue Stelle zu finden, die es mir erlaubt, auch Benjamin gerecht zu werden.« Genau das war einer der Gründe gewesen, weshalb sie damals die Stelle als Kindermädchen bei dem Industriellenehepaar Kersting angenommen hatte. Sie konnte ihren eigenen Sohn Benjamin mitbringen, der mittlerweile fünf Jahre alt war. Vielmehr fast schon sechs Jahre alt. Auf diese Tatsache legte der Kleine großen Wert, wenn die Rede auf sein Alter kam. »Ich werde Sie vermissen, Hanna«, sagte Renate Kersting herzlich. »Sie haben sich immer so liebevoll um Kurt gekümmert. Ich werde mich darum kümmern, dass Sie so schnell wie möglich eine neue Stelle finden.
Ähnlich wie Ein Fürst, ein Schloss – und Benjamin
Titel in dieser Serie (60)
Einsames Kind im Grafenschloss: Fürstenkinder 21 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Liebling von Schloss Hornburg: Fürstenkinder 5 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Stammhalter von Falkenried: Fürstenkinder 11 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Erbe von Schloss Kreuth: Fürstenkinder 13 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWovon mag Antonia träumen?: Fürstenkinder 64 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Waisen von Schloss Hohenhorst: Fürstenkinder 32 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWo ist mein Kind?: Fürstenkinder 52 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Frau für Onkel Thomas: Fürstenkinder 34 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKleiner Graf ohne Mutterliebe: Fürstenkinder 37 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Willkür der alten Gräfin ausgeliefert...: Fürstenkinder 53 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kinder von Schloß Birkenhöh: Fürstenkinder 46 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTommy sucht eine Frau Vati: Fürstenkinder 47 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer kleine Erbe von Gut Breitenbuch: Fürstenkinder 33 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kinder von Gut Kaldern: Fürstenkinder 18 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein Herz friert in deinem Schloß: Fürstenkinder 45 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Spatzennest von Schloss Goldenes: Fürstenkinder 36 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwei kleine Baronessen: Fürstenkinder 51 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKalte Pracht – doch keine Liebe: Fürstenkinder 44 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Erbe von Malnö: Fürstenkinder 39 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Findelkind vom Schloss: Fürstenkinder 35 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwei kleine Baronessen: Fürstenkinder 41 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Opfer einer Mutter: Fürstenkinder 43 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNur Iris ist die Frau für Papi: Fürstenkinder 57 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenArme kleine Koteß: Fürstenkinder 55 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZweite Chance für das Glück: Fürstenkinder 63 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIn der Wiege vertauscht: Fürstenkinder 56 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenScherben bringen Glück: Fürstenkinder 62 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu hast mir den Himmel versprochen: Fürstenkinder 60 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeliebtes kleines Grafenkind: Fürstenkinder 67 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSie hatte es versprochen!: Fürstenkinder 92 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnliche E-Books
Aus Liebe zur Flucht gezwungen: Sophienlust 348 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWette nie mit einem Prinzen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenProbe bestanden!: Dr. Norden Liebhaber Edition 15 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKleine Jenny – großes Abenteuer: Mami 2019 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSternentänzer, Band 31 - Der Eisprinz und die große Liebe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZartbittere Gefühle: Dr. Norden Bestseller 447 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMami, kann es jetzt Weihnachten werden? Acht gefühlvolle Romane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Mutter, die keine ist: Sophienlust Bestseller 22 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTeile das Glück, dann kommt es doppelt zurück Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGebt mit Liebe: Sophienlust Bestseller 51 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEs war jugendlicher Leichtsinn: Dr. Norden – Unveröffentlichte Romane 40 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSie waren der Tante lästig: Sophienlust 296 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSpätere Heirat nicht ausgeschlossen: Mami Classic 9 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEnttäuschte Mutterliebe: Dr. Norden Extra 140 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch gebe mein Brüderchen nicht her: Sophienlust 118 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTabu Liebe in Gefahr Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMörderische Intrigen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAntonia kämpft um die Liebe: Der kleine Fürst 258 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Leuchten der Sterne in uns - Teil Eins: Aufbruch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Unfall und seine Folgen: Sophienlust 300 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tore der Atlanter 1. von 4 Folgen: Tore in andere Welten. Wie könnte eine Erstbegegnung mit Alien aussehen? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWiedersehen in Spanien: Sophienlust Bestseller 33 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Liebling von Schloss Hornburg: Fürstenkinder 5 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTabu Von Herzen geliebt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf Umwegen ins große Glück?: Der neue Dr. Laurin 18 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKleines Herz in großer Not: Sophienlust 442 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Liebe zeigte ihr den Weg: Fürstenkrone 276 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIm Schloss unserer Liebe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEntscheidung aus Liebe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie griechische Überraschung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Zeitgenössische Romantik für Sie
Mr. Wrong (Küsse nicht den Falschen) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeiße Nächte: Aus den Memoiren eines Träumers (Ein empfindsamer Roman) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVom Milliardär gekauft Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Eine gefährliche Frau: Ein Milliardär Liebesromane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefährliches Vorspiel: Black Light Roulette: Chicago Bratwa, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPopstar Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Geheimnisse der Sehnsucht: Milliardär Liebesromane: Die Assistentin des Milliardärs, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEgotistical Puckboy Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKüssen nach Rezept: Kurzroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStrand im Herz: Romantische Komödie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie verbotene Babysitterin: Ein Milliardär - Liebesroman: Nachtclub-Sünden, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMafia Daddy: Vom Silberlöffel zur Silberschnalle: Unterwelt von Las Vegas, #2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer verbotene Vertrag des Alphas: Eine Werwolf-Romanze voller Macht und Verlangen: Buch der Rebellen, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebesheirat nur zum Schein? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Hitzkopf Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Ein besonderes Praktikum Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlphas Versuchung: Bad-Boy-Alphas-Serie, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWohin das Schicksal führt: Sophienlust - Die nächste Generation 67 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Milliardär für Cinderella? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Romana Gold Band 53 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Rettung des Dr. Marian: Das Vermächtnis der Marians, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein zärtlicher Verführer: Die Rinucci Brüder 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine heiße Nacht mit süßen Folgen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFalscher Bräutigam - wahre Liebe? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMehr Hart als Zart | 32 | Erotikroman: 10 erotische Geschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSei mein: Milliardär Liebesromane: Unwiderstehliche Brüder, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schönsten Liebesromane der Welt - Best of Julia Extra 2023 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFeurige Rache, hauchzarte Küsse Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Ein Fürst, ein Schloss – und Benjamin
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Ein Fürst, ein Schloss – und Benjamin - Linda Lorentz
Fürstenkinder
– 69 –
Ein Fürst, ein Schloss – und Benjamin
Als ein kleiner Junge Fürst Jonas’ Herz anrührte
Linda Lorentz
Ich bedaure sehr, dass wir Sie gehen lassen müssen. Aber Sie wussten ja bereits bei Ihrer Einstellung, dass Kurt nach seinem zwölften Geburtstag ins Internat geht.«
Hanna nickte. Ja, sie hatte es gewusst. Aber das machte ihr den Abschied auch nicht leichter. Sie hatte den Jungen, dessen Kindermädchen sie vier Jahre lang gewesen war, lieb gewonnen.
»Was haben Sie jetzt vor?«, wollte Renate Kersting wissen.
Hanna zuckte mit den Schultern. »Ich habe keine Ahnung«, gestand sie. »Leicht wird es nicht werden, eine neue Stelle zu finden, die es mir erlaubt, auch Benjamin gerecht zu werden.«
Genau das war einer der Gründe gewesen, weshalb sie damals die Stelle als Kindermädchen bei dem Industriellenehepaar Kersting angenommen hatte. Sie konnte ihren eigenen Sohn Benjamin mitbringen, der mittlerweile fünf Jahre alt war. Vielmehr fast schon sechs Jahre alt. Auf diese Tatsache legte der Kleine großen Wert, wenn die Rede auf sein Alter kam.
»Ich werde Sie vermissen, Hanna«, sagte Renate Kersting herzlich. »Sie haben sich immer so liebevoll um Kurt gekümmert. Ich werde mich darum kümmern, dass Sie so schnell wie möglich eine neue Stelle finden. Zumindest das sind wir Ihnen schuldig.«
*
Bereits wenige Tage später, erhielt Hanna von ihrer Arbeitgeberin einen positiven Bescheid. »Ich habe eine neue Stelle für Sie«, sagte Frau Kersting freudestrahlend. »Eine alte Schulkameradin von mir sucht ein Kindermädchen. Weniger für ihren zwölfjährigen Sohn Nils, als für ihre Tochter Svenja. Svenja ist übrigens im gleichen Alter wie Benjamin.« Kurz verdunkelte sich Regine Kerstings Miene. »Die arme Annelore«, sagte sie mehr zu sich als zu Hanna gewandt. »So jung und schon so viel Leid.«
»Gibt es da etwas, das ich wissen sollte«, hakte Hanna nach, »wenn ich diese Stelle tatsächlich bekommen sollte?«
»Wenn Sie diese Stelle tatsächlich bekommen sollten?«, wiederholte Renate Kersting belustigt. »Ich habe Annelore so von Ihnen vorgeschwärmt, dass es nur an Ihnen liegt, ob Sie meiner Bekannten zusagen oder nicht. Um aber auf Ihre Frage zurückzukommen: Ja, da gibt es etwas, das Sie wissen sollten. Annelore ist seit drei Monaten verwitwet.«
»Das tut mir sehr Leid für Ihre Bekannte«, erwiderte Hanna betroffen.
Renate Kersting winkte ab. »Ich glaube nicht, dass es eine sehr glückliche Ehe war. Das soll natürlich nicht heißen, dass Annelore von Bertrich froh ist über den Tod ihres Mannes. Ich glaube jedoch, dass sich ihr Schmerz über den Verlust in Grenzen hält. Es ist Nils, der ihr Sorgen macht. Offenbar kommt der Junge über den Tod seines Vaters nicht hinweg. Er scheint seit dieser Zeit ein wenig schwierig zu sein, und natürlich würden auch Sie damit konfrontiert, wenn Sie die Stelle annehmen.«
»Davor habe ich keine Angst.« Hanna schüttelte den Kopf. »Ausschlaggebend wäre für mich nur, ob Ihre Bekannte und ich uns verstehen.«
»Ja, natürlich«, stimmte Frau Kersting ihr zu. »Deshalb haben mein Mann und ich auch beschlossen, dass wir Sie zwei Wochen früher freigeben. Natürlich werden wir Ihnen diese Zeit bezahlen. So haben Sie Gelegenheit, die Fürstin Bertrich kennen zu lernen.«
Hanna nickte. Natürlich war sie interessiert. Im Grunde blieb ihr auch nichts anderes übrig, da es für sie kaum Alternativen gab.
*
Auf dem Bahnsteig in Westerland blieb Hanna wartend stehen und sah sich suchend um. Die Fürstin hatte ihr ausrichten lassen, dass sie abgeholt würde.
Es dauerte eine Weile, bis die anderen Reisenden sich in alle Richtungen verlaufen hatten. Zuletzt standen nur noch sie, Benjamin und eine junge Frau mit kurzen dunklen Locken auf dem Bahnsteig. Lächelnd kam die Frau auf sie zu.
»Hanna Draeger?«, fragte sie.
Hanna nickte und wies auf Benjamin. »Das ist mein Sohn Benjamin.«
Die junge Frau beugte sich zu Benjamin hinab und strich ihm liebevoll über den Kopf. »Meine Tochter Svenja dürfte in deinem Alter sein. Ich bin sicher, ihr werdet euch gut verstehen.«
Hanna warf ihrem Sohn, der gerade den Mund zu einer Erwiderung öffnete, einen scharfen Blick zu und schüttelte kaum merklich den Kopf. Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, was er antworten wollte.
»Weiber sind doof.«
Seit einiger Zeit gab er diesen Spruch zum Besten, wenn von ihm die Ungeheuerlichkeit verlangt wurde, mit einem Mädchen zu spielen.
»Hm«, war alles, was Benjamin ziemlich schlecht gelaunt von sich gab.
»Ich bin übrigens Annelore von Bertrich«, stellte die junge Frau sich vor.
Hanna mochte ihre neue Arbeitgeberin auf Anhieb und bewunderte es insgeheim, dass die junge Fürstin sich nicht zu schade war, ihr neues Kindermädchen persönlich vom Bahnhof abzuholen. Sie half Hanna sogar, die schweren Koffer zu tragen.
Hanna stieß einen begeisterten Ausruf aus, als Annelore den Wagen vor ihrem Haus parkte. Es war eines der für die Insel typischen Häuser mit tief herabgezogenen, reetgedecktem Krüppelwalmdach inmitten der Dünen. Das Rauschen der Nordsee war zu hören. Tief atmete Hanna die salzige Luft ein. »Schön«, meinte sie andächtig. »Genauso habe ich es mir vorgestellt.«
»Ich freue mich, dass es Ihnen gefällt.« Die Fürstin wies mit dem Daumen hinter sich. »Ihr Kleiner wird noch nichts dazu sagen können, er schläft tief und fest.«
»Am besten lasse ich ihn einfach schlafen«, beschloss Hanna. »Die lange Bahnfahrt hat ihm ziemlich zugesetzt, er war bereits bei der Ankunft ziemlich unleidlich. Ich fürchte, er wird geradezu unerträglich, wenn ich ihn jetzt wecke.«
»Das kenne ich«, stimmte die Fürstin ihr zu. »Wenn meine Tochter nicht ausgeschlafen ist, entwickelt sie sich zu einer richtigen Nervensäge. Was nicht heißt«, fügte sie augenzwinkernd hinzu, »dass sie nicht auch im ausgeschlafenen Zustand recht anstrengend sein kann.«
Während sie sprach, schloss Annelore von Bertrich die Tür zu ihrem Haus auf.
»Mami! Mami! Mami!«, war die laute Stimme eines kleinen Mädchens zu vernehmen. Im nächsten Moment kam sie um die Ecke geschossen. Eine Miniaturausgabe von Annelore. Allerdings nicht mit deren Trauer in den Augen, sondern einem Schalk, der verriet, dass das Kind für jeden Streich zu haben war.
»Der Nils will mich im Keller einsperren.«
»Stimmt ja gar nicht!« Jetzt kam auch der große, schlaksige Junge um die Ecke des Ganges. »Ich wollte sie in ihrem Zimmer
