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Frühlingsherzen: Küss mich, und stell die Fragen später
Frühlingsherzen: Küss mich, und stell die Fragen später
Frühlingsherzen: Küss mich, und stell die Fragen später
eBook176 Seiten2 Stunden

Frühlingsherzen: Küss mich, und stell die Fragen später

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Über dieses E-Book

"Tun wir so, als ob wir Sex haben!" Kyla presst sich eng an den gut aussehenden Fremden, um ihre Verfolger abzuschütteln. Wild klopft ihr Herz, allerdings nicht nur wegen der drohenden Gefahr!

SpracheDeutsch
HerausgeberMIRA Taschenbuch
Erscheinungsdatum10. Feb. 2014
ISBN9783862789498
Frühlingsherzen: Küss mich, und stell die Fragen später
Autor

Vicki Lewis Thompson

Eine Karriere als Liebesroman – Autorin hat Vicki Lewis Thompson viele wunderbare Dinge eingebracht: den New York Times Bestsellerstatus, einen Fernsehauftritt, den Nora – Roberts – Lifetime – Achievement Award, Tausende Leser und viele gute Freunde. Ihre Karriere hat ihr ebenso Arbeit eingebracht, die sie liebt. Sie hat mehr als 100 Bücher geschrieben und ist immer noch fasziniert davon, wie viele unterschiedliche Wege es gibt, sich zu verlieben. Und das mit jedem Buch immer wieder neu zu erleben, macht sie zu einer sehr glücklichen Person.

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    Buchvorschau

    Frühlingsherzen - Vicki Lewis Thompson

    1. KAPITEL

    Kyla Finnegan besaß die Lösung für alle Probleme dieser Welt: Fußmassage.

    Arturo Carmello schien einer Meinung mit ihr zu sein. Als Kyla lächelnd zu ihm hinter den Schreibtisch trat, sah sie, dass er seine Schuhe und Socken schon ausgezogen hatte. „Freuen Sie sich auf unsere Sitzung, Mr Carmello?"

    „Ich kann Ihnen nur sagen, junge Frau, dass diese Fußmassagen einen neuen Menschen aus mir gemacht haben. Er drehte seinen Sessel zu ihr herum. „Ich weiß nicht wieso, aber es funktioniert.

    „Stellen Sie sich Ihre Füße als Schalttafel vor. Kyla öffnete ihren Koffer mit den Massageölen und dem Kassettenrekorder. Dann legte sie ein Kissen auf den Boden und setzte sich darauf. „Indem ich ganz bestimmte Punkte an Ihren Füßen bearbeite, löse ich eine Art Signal an den damit verbundenen Körperteilen aus. Sie legte ihre Jacke ab und stellte den Kassettenrekorder an. Sanfte Musik erklang.

    „Ah. Arturo lehnte sich genüsslich zurück und schloss die Augen. „Da haben wir ja die Musik, die mich ins Paradies versetzt!

    Kyla lächelte. Er war so ein netter alter Mann; es fiel ihr schwer, die Gerüchte über seine angeblichen Beziehungen zur Unterwelt zu glauben. Sie öffnete die Flasche mit dem Vanilleöl und gab ein paar Tropfen auf ihre Hand.

    „Das riecht wunderbar. Es erinnert mich an Plätzchen. Besser als dieses Blumenzeug."

    „Ich mag den Duft auch." Kyla verrieb das Öl in den Händen und begann, Arturos Füße zu bearbeiten.

    Arturo seufzte und atmete tief durch, was seinen umfangreichen Bauch auf- und abschwellen ließ wie einen Luftballon. „Es ist nicht gut, Miss Finnegan, dass Sie nach fünf Uhr kommen und dann mit dem Bus nach Hause fahren. Im Winter wird es früh dunkel. Ich mache mir Sorgen um Sie, wo Sie nicht einmal ein Auto haben …"

    „Ach, ich komme schon zurecht, Mr Carmello. Mit weichen, rhythmischen Bewegungen massierte sie den Spann eines jeden Fußes. „Sie leiden noch immer unter dieser Erkältung?

    „Ja."

    Sie verstärkte den Druck. „Das wird helfen."

    „Ja, ich spüre es schon. Sie sind ein liebes Mädchen, Kyla. Sie erinnern mich an meine Töchter. Sie haben dunkles Haar wie Sie, und Sie tragen es genauso kurz und lockig wie meine Jüngste. Nur dass Sie blaue Augen haben. Ihre irische Abstammung, nehme ich an. Meine Mädchen sind hundertprozentige Italienerinnen. Aber sie sind auch sehr brave Mädchen, alle beide."

    „Danke, Mr Carmello." Kyla gab noch etwas Öl auf ihre Hände und beschrieb mit dem Daumen einen Kreis unter dem großen Zeh seines linken Fußes.

    „Trotzdem finde ich, dass Sie wenigstens einen Freund haben sollten, der Sie nach Hause bringt. Man ist in Chicago nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr sicher auf den Straßen."

    „Ich werde Ihnen ein Geheimnis anvertrauen, Mr Carmello", sagte Kyla lächelnd.

    „Wirklich? Und das wäre?"

    „Ich besitze einen braunen Gürtel in Karate. Und ich trainiere jeden Tag."

    „Das ist nicht Ihr Ernst!"

    „Und ob. Mein Bruder und ich fingen schon als Kinder damit an. Jeder, der auf die Idee käme, mich zu überfallen, würde es sehr bereuen."

    Arturo lachte. „Das ist gut. Aber wer würde das schon vermuten bei einem so zierlichen Ding wie Ihnen."

    Gerade weil sie „so ein zierliches Ding" war, setzte Kyla unermüdlich ihr Karatetraining fort. Sie wollte nie wieder körperlich unterlegen sein.

    Arturo schwieg eine Zeit lang. „Wären Sie in der Lage, mich quer durch den Raum zu schleudern?", fragte er schließlich.

    „Nein, aber außer Gefecht setzen könnte ich Sie bestimmt. Vorausgesetzt natürlich, Sie hätten keine Waffe."

    „Nicht zu fassen. Das muss man sich mal vorstellen", murmelte Arturo beeindruckt.

    „Ja. Wie Sie sehen, Mr Carmello, können Sie aufhören, sich um mich zu sorgen und anfangen, sich zu entspannen. Die Massage wird Ihnen nur dann helfen, wenn Sie aufhören zu reden und mich arbeiten lassen."

    „Na schön. Arturos Bauch hob sich wieder, als er versuchte, tief durchzuatmen. „Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mich nach einer Fußmassage so großartig fühlen würde, aber heute kann ich es kaum erwarten, Sie zu sehen. Wäre es nicht möglich, dass Sie statt an drei Nachmittagen in der Woche an fünf kämen?

    „Natürlich. Kyla ließ ihren Daumen fest über die Innenseite seines Spanns gleiten. „Aber jetzt müssen Sie sich entspannen.

    Das tat er, und dann war nichts mehr zu hören außer der einlullenden Musik und den gedämpften Geräuschen des nachmittäglichen Verkehrs. Kyla liebte die Ruhe in dem verlassenen Gebäude. Keine zuschlagenden Türen, kein Liftgebimmel. Vermutlich waren sie und Arturo die einzigen Menschen in dem fünfzigstöckigen Bürohochhaus. Kyla bemühte sich, ihre Umgebung zu vergessen und konzentrierte sich darauf, Arturo Energie zu übermitteln.

    Das Gebäude war zu einer guten Einnahmequelle für sie geworden, denn allmählich sprach es sich herum, dass man die Mittagspause zu einer Fußreflexzonenmassage bei Kyla Finnegan nutzen konnte. Es war ein Beruf, der ihrem Bedürfnis nach Freiheit sehr entgegenkam, denn so konnte sie bei der Arbeit ihr Lieblingsoutfit tragen – Jeans und Pullover – und sich ihre Zeit selbst einteilen.

    Arturo war jedoch der einzige Kunde, den sie nach fünf Uhr bediente, weil sie gewisse Hemmungen hatte, was Termine um diese Zeit betraf, vor allem, wenn es sich um männliche Kunden handelte. Doch Arturo hatte sie bisher immer mit Respekt behandelt.

    Kyla war nicht sicher, was sie als erstes auf die veränderte Atmosphäre im Raum aufmerksam machte. Dann hörte sie ein leises Knarren. War die Tür geöffnet worden? Sie hörte auf, Arturos Fuß zu massieren, und lauschte angestrengt. Waren das etwa Schritte? Ach was, vermutlich war sie nur verunsichert durch Arturos Gerede über die Gefahren auf den Chicagoer Straßen.

    Dennoch rührte sie sich nicht und horchte auf weitere Geräusche. Doch das Einzige, was sie hörte, waren die Musik und Arturos Atemzüge. Wahrscheinlich war es doch nur Einbildung gewesen. Sie nahm ihre Massage wieder auf.

    Und dann erklang das Geräusch von Neuem. Es waren Schritte, zweifellos – die langsamen Schritte von jemandem, der sich vorsichtig dem Schreibtisch näherte.

    Kyla wollte gerade etwas zu Arturo sagen, als sie ein leises Zischen hörte, gefolgt von einem sanften Aufprall. Arturos Fuß in ihrer Hand zuckte einmal kurz, und Kyla schaute verwundert zu ihm auf. Ein sauberes Loch war in seinem weißen Hemd zu sehen, direkt über seinem Herzen. Es färbte sich langsam rot.

    In fassungslosem Erstaunen starrte sie auf den Fleck, bis ihr Gefühl für Realität zurückkehrte. Die Erkenntnis, was hier geschehen war, traf sie wie eine eiskalte Dusche. Ein Brausen entstand in ihren Ohren. Es konnte nicht sein. Nein. Sein Fuß war doch noch warm. Er konnte nicht … Aber er war tot. Er atmete nicht mehr.

    Um Gottes willen, nein … Nicht dieser nette alte Mann! Sie verschluckte den Schrei, der in ihrer Kehle aufstieg, weil ihr Instinkt die Oberhand gewann. Beweg’ dich nicht, Kyla … Sie hielt den Atem an und zwang sich, ihr Zittern und das Bedürfnis, aufzuspringen und davonzulaufen, zu unterdrücken.

    Bleib ganz ruhig und beherrscht, ermahnte sie sich. Du musst überleben.

    „Nun, das wäre es dann wohl, sagte eine männliche Stimme vor dem Schreibtisch. Sie klang ein wenig schrill, eine Stimme, die man nicht so schnell vergaß. „Gut, dass er gerade ein Schläfchen hielt und die Musik anhatte.

    „Ist er tot?, fragte eine andere, tiefere Männerstimme. „Er atmet schließlich nicht mehr, oder?

    Kyla befürchtete, ohnmächtig zu werden und wehrte sich gegen den schwarzen Nebel, der sie einzuhüllen drohte. Zwei Männer hatten gerade Arturo Carmello erschossen, hatten ihn kaltblütig ermordet, während sie ihm die Füße massierte. Und die Killer ahnten nichts von ihrer Anwesenheit.

    Ein paar Zimmer weiter auf derselben Etage zog Pete Beckett eine Schublade auf und durchsuchte ihren Inhalt. Weil er jedoch kein Recht dazu hatte, trug er Handschuhe. Nur Peggy zuliebe war er hier – denn seine Zwillingsschwester hatte leider einen Schuft geheiratet, den sie verdächtigte, Drogengelder der Mafia anzulegen. Arturo Carmellos Geld, um genau zu sein.

    In der Tasche von Petes Trenchcoat befand sich der Büroschlüssel, den Peggy ihm in dem Brief, in dem sie ihn um Hilfe bat, mitgeschickt hatte. Sie hatte ihren Mann nach seinen Geschäften mit Carmello gefragt, aber Jerald war nicht bereit gewesen, ihr darüber Auskunft zu geben. Und deshalb war nun Pete hier, Teilhaber der angesehenen Steuerberaterfirma Beckett und Stripley, und spielte Detektiv für seine Schwester.

    Beim Durchblättern der Akten stellte er fest, dass Peggys schlimmste Befürchtungen gerechtfertigt waren. Jerald hatte von einem neuen Auftrag gesprochen und dabei sehr geheimnisvoll getan, und Peggy hatte ihn mit jemand namens Art telefonieren hören, der einer Firmengruppe vorstand, die sich das Aries Konsortium nannte. Sie hatte mitbekommen, wie Jerald zu seinem Gesprächspartner sagte: „Keine Angst, Art, das werden sie nie bis zu euch verfolgen können."

    Pete zog die Akte „Aries" heraus und öffnete sie. Als er den Inhalt überflog, pfiff er leise durch die Zähne. Er hatte eine ungefähre Vorstellung von Jeralds jährlichem Einkommen. Ein Auftrag wie dieser würde es verdoppeln. Doch wenn es sich bei dem Aries Konsortium um eine legale Firma gehandelt hätte, wäre Jerald seiner Frau gegenüber sicher nicht so verschwiegen gewesen. Pete presste die Lippen zusammen. Ein harter Zug erschien um sein Kinn. Diese Sache muss sofort aufhören, dafür würde er schon sorgen.

    Kyla hielt den Atem an. Vielleicht konnte sie sich einfach still verhalten und warten, bis Arturos Mörder fort waren.

    Der Mann mit der tieferen Stimme sprach jetzt wieder. „Vinnie, ich muss aufs Klo. Hier muss irgendwo eins sein."

    Also heißt der Mann mit der schrillen Stimme Vinnie, kombinierte Kyla, doch dann versuchte sie, die Information schnellstens wieder aus ihrem Bewusstsein zu verdrängen. Je weniger sie über die beiden Männer wusste, desto besser.

    „Vergiss es, zischte Vinnie. „Wir haben’s eilig.

    „Dann geh. Ich sehe mich mal um. Wir haben Zeit genug. Die echten Wärter werden erst in zwei Stunden erscheinen."

    Kyla wusste, wo die Toilette war. Sie hatte sich dort oft genug das Massageöl von den Händen gewaschen.

    „Komm schon, Vinnie. Sieh dich mal um. Ist doch nett hier. Die Stimme wurde leiser. Kyla vermutete, dass er sich im angrenzenden Konferenzsaal befand. „Hey, Vinnie – schau dir mal diese Bilder an! Alles Remingtons, wie du sie gerne hast, mit Cowboys, Kühen und so weiter.

    „Ich hätte dich nicht mitnehmen sollen zu diesem Job, Dominic. Du warst schon immer zu neugierig, schon als wir Kinder waren." Auch seine Stimme klang jetzt so, als entfernte er sich.

    Kyla fiel die bronzene Remington-Skulptur auf dem Sideboard hinter ihr ein. Falls Vinnie sich tatsächlich umschaute, dann würde er auch die Skulptur entdecken. Ich muss hier raus, dachte Kyla. Sie konnte, nein, sie musste es schaffen, heimlich zu verschwinden, bevor die beiden zurückkamen. Sonst war ihr Leben keinen Penny mehr wert.

    Sehr vorsichtig, um kein Geräusch zu verursachen, kroch sie um den Schreibtisch herum und richtete sich langsam auf. Vinnie, in der Uniform eines Sicherheitsbeamten, drehte ihr den Rücken zu. Er hatte eine Halbglatze und abstehende Ohren und betrachtete ein großes Gemälde an der Wand des Konferenzsaals. Als Kyla die Toilettenspülung rauschen hörte, rannte sie ins Vorzimmer. Dummerweise stieß sie dabei mit dem Fuß gegen einen metallenen Papierkorb. Ein Geräusch wie von einem Gong ertönte.

    „Hey!", rief Vinnie.

    Kyla riss die Außentür auf und rannte über den dunklen Korridor. Als sie um die Ecke bog, sah sie Licht in einem der Büros. Vielleicht war dort jemand. Keuchend lief sie weiter und hoffte, dass die Tür nicht abgeschlossen war. Sie war es nicht.

    „Jerald T. Johnson, Anlageberater, las sie flüchtig auf dem Türschild. Sei ein Held, Jerry, flehte Kyla innerlich, als sie durch das leere Vorzimmer in den dahinterliegenden Raum stürzte. Am Schreibtisch stand ein Mann im Trenchcoat, der erstaunt den Kopf hob. Während Kyla sich hastig umschaute, kam ihr eine Idee. „Schnell – zur Couch!, keuchte sie, rannte zum Schreibtisch und packte den Mann am Arm.

    „Was …?" Er versteifte sich und rührte sich nicht vom Fleck.

    „Ich habe keine Zeit für Erklärungen. Sie bringen uns um, wenn Sie nicht tun, was ich sage. Werfen Sie mich auf die Couch und legen Sie sich auf mich, sodass man möglichst wenig von mir sieht. Tun Sie so, als würden Sie mit mir schlafen. Es ist die einzige Möglichkeit."

    „Sie sind verrückt!"

    „Ich sage Ihnen doch, es ist unsere einzige Chance!" Mit aller Kraft zerrte sie an seinem Arm.

    „Hören Sie, ich weiß wirklich nicht, was Sie vorhaben, aber ich spiele da bestimmt nicht mit!"

    Mit einem gezielten Tritt brachte sie Jerald T. Johnson aus dem Gleichgewicht und zog ihn zu sich auf die Couch. Als er mit seinem nicht unbeträchtlichen Gewicht auf ihr landete, verschlug es ihr den Atem. Er war mindestens einen Kopf größer als sie, aber

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