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Emma und die Senioren-WG: Der neue Dr. Laurin 153 – Arztroman
Emma und die Senioren-WG: Der neue Dr. Laurin 153 – Arztroman
Emma und die Senioren-WG: Der neue Dr. Laurin 153 – Arztroman
eBook107 Seiten1 StundeDer neue Dr. Laurin

Emma und die Senioren-WG: Der neue Dr. Laurin 153 – Arztroman

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Über dieses E-Book

Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an.
Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt.
Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen.
Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert.

Emma Henning atmete tief durch. Endlich war es warm geworden! Dabei war der Frühling fast vorüber. Sie konnte sich nicht erinnern, schon jemals zuvor so ein kaltes, nasses Frühjahr erlebt zu haben. Umso schöner, dass sich die Wärme, die sich praktisch über Nacht eingestellt hatte, schon fast wie Sommer anfühlte. Sie hatte eingekauft, um ihren Freund Carl mit einem besonderen Abendessen zu überraschen. Es war in letzter Zeit nicht gerade gut gelaufen mit ihnen, und sie wusste, dass sie einen großen Anteil daran hatte. Sie war ein ungeduldiger Mensch, wenn ihr etwas auf die Nerven ging, wurde sie schnell laut. Bei ihrem letzten Streit hatte Carl – der aus einer ›vornehmen‹ Familie stammte, er hieß nämlich mit vollem Namen Carl von Beeck – sie ›ordinär‹ genannt. Sie war sehr verletzt gewesen. Dabei hatte sie ihm nur ein paar ziemlich zahme Schimpfwörter an den Kopf geworfen, weil er ganz selbstverständlich davon auszugehen schien, dass sie ständig hinter ihm aufräumte. Neulich hatte er tatsächlich gesagt: »Wir hatten dafür zu Hause immer Personal, also entschuldige bitte, dass ich nicht daran denke, jede Kleinigkeit gleich wegzuräumen. Außerdem: Dies ist immer noch meine Wohnung, ich kann hier leben, wie es mir gefällt.« Sie darauf hinzuweisen, war gemein gewesen, deshalb war sie auch gleich geplatzt. Wollte er sie loswerden? Dann sollte er das bitte deutlich sagen. Und sah er sie etwa als eine Art Hausangestellte – oder was? Er hatte mehrmals beteuert, so sei das nicht gemeint gewesen, aber wer glaubte das schon? Sie jedenfalls nicht! Nun fand sie, dass sie vielleicht etwas überreagiert hatte.
SpracheDeutsch
HerausgeberBlattwerk Handel GmbH
Erscheinungsdatum1. Juli 2025
ISBN9783690493796
Emma und die Senioren-WG: Der neue Dr. Laurin 153 – Arztroman
Autor

Viola Maybach

Viola Maybach war als Fernsehredakteurin und -produzentin tätig. Heute arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Bereichen und lebt in Frankfurt.

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    Buchvorschau

    Emma und die Senioren-WG - Viola Maybach

    Der neue Dr. Laurin

    – 153 –

    Emma und die Senioren-WG

    Viola Maybach

    Emma Henning atmete tief durch. Endlich war es warm geworden! Dabei war der Frühling fast vorüber. Sie konnte sich nicht erinnern, schon jemals zuvor so ein kaltes, nasses Frühjahr erlebt zu haben. Umso schöner, dass sich die Wärme, die sich praktisch über Nacht eingestellt hatte, schon fast wie Sommer anfühlte.

    Sie hatte eingekauft, um ihren Freund Carl mit einem besonderen Abendessen zu überraschen. Es war in letzter Zeit nicht gerade gut gelaufen mit ihnen, und sie wusste, dass sie einen großen Anteil daran hatte. Sie war ein ungeduldiger Mensch, wenn ihr etwas auf die Nerven ging, wurde sie schnell laut. Bei ihrem letzten Streit hatte Carl – der aus einer ›vornehmen‹ Familie stammte, er hieß nämlich mit vollem Namen Carl von Beeck – sie ›ordinär‹ genannt. Sie war sehr verletzt gewesen.

    Dabei hatte sie ihm nur ein paar ziemlich zahme Schimpfwörter an den Kopf geworfen, weil er ganz selbstverständlich davon auszugehen schien, dass sie ständig hinter ihm aufräumte. Neulich hatte er tatsächlich gesagt: »Wir hatten dafür zu Hause immer Personal, also entschuldige bitte, dass ich nicht daran denke, jede Kleinigkeit gleich wegzuräumen. Außerdem: Dies ist immer noch meine Wohnung, ich kann hier leben, wie es mir gefällt.«

    Sie darauf hinzuweisen, war gemein gewesen, deshalb war sie auch gleich geplatzt. Wollte er sie loswerden? Dann sollte er das bitte deutlich sagen. Und sah er sie etwa als eine Art Hausangestellte – oder was? Er hatte mehrmals beteuert, so sei das nicht gemeint gewesen, aber wer glaubte das schon? Sie jedenfalls nicht!

    Nun fand sie, dass sie vielleicht etwas überreagiert hatte. Sie musste ja auch nicht immer gleich aus der Haut fahren und ihrem Herzen dabei lautstark Luft machen. Wie oft hatte sie sich schon vorgenommen, gelassener zu reagieren, wenn ihr etwas gegen den Strich ging? Bestimmt schon mehr als hundert Mal. Aber so einen Vorsatz dann auch in die Tat umzusetzen, war schwieriger als gedacht. Also hatte sie heute teuer eingekauft und würde sich jetzt, da ihre Chefin sie früher hatte gehen lassen, gleich in die Küche stellen und ein ganz besonderes Abendessen zaubern.

    Emma war Friseurin, Carl war einer ihrer Kunden gewesen. Zuerst hatte er nur ein bisschen mit ihr geflirtet und sie dann überraschend eines Tages eingeladen, mit ihm auszugehen. Ihre Chefin Andrea hatte sie gewarnt. »Der ist nichts für dich, Emma, der will nur seinen Spaß haben.«

    Emma hatte gelacht und geantwortet: »Ich will ja auch meinen Spaß haben.«

    Es war dann doch mehr geworden als Spaß. Ein paar Monate lang war es richtig toll gelaufen mit Carl, sie war dann ja sogar zu ihm in seine Wohnung gezogen – auch wenn das aus einer Notlage heraus geschehen war, weil sie aus ihrer WG hatte ausziehen müssen. Der Vermieter hatte ihnen wegen Eigenbedarf gekündigt. Da war es natürlich praktisch gewesen, dass Carl ganz für sich allein eine ziemlich geräumige Wohnung hatte, die ihm sogar gehörte. Sie hatte ihm versichert, sie werde nicht lange bleiben, sondern sich schnell etwas Neues suchen. Das hatte sich dann freilich als ausgesprochen schwierig erwiesen. Wenn sie ehrlich war: Sie hatte sich auch nicht besonders bemüht, denn es gefiel ihr bei Carl.

    Oder besser: Es hatte ihr gefallen, am Anfang. Aber seit einiger Zeit fand er ständig einen Anlass, sie zu kritisieren, das war ihr schon aufgefallen. Außerdem hatte er öfter schlechte Laune, die er gerne an ihr ausließ, was sie ganz unmöglich fand. Das würde sie ihm heute, wenn sie ihm ihr dreigängiges Menü vorgesetzt hatte, ganz offen und ruhig sagen – und auch, dass sie es verletzend fand, wenn er sie ›ordinär‹ oder ›gefühlsduselig‹ nannte.

    Sie schloss die Wohnungstür auf und blieb sofort stehen, als sie einen fremden Geruch wahrnahm. Zudem lagen im Flur lauter einzelne Kleidungsstücke, es war eine richtige Spur, die geradewegs ins Schlafzimmer führte. Direkt vor dessen Tür lag ein schwarzer Spitzen-BH.

    Sie drückte die Wohnungstür leise zu, stellte ihre Einkäufe ab und folgte der Spur der Kleidungsstücke ohne nachzudenken. Ihr Kopf war leer, aber ihr Körper schien bereits Bescheid zu wissen. Sie öffnete die Schlafzimmertür und wusste, dass sie das Bild, das sich ihr daraufhin bot, nie mehr vergessen würde. Carl war mit einer anderen Frau im Bett.

    Einer Frau, die rein äußerlich das genaue Gegenteil von ihr selbst war. Emma hatte schwarze Haare und fast schwarze Augen, ihre Haut nahm im Sommer sehr schnell einen ziemlich dunklen Ton an, sie war groß und schlank. Die Frau vor ihr jedoch war ganz hell: die Haare sehr blond, die Haut fast weiß, die Augen, die sich jetzt, halb erschrocken, halb triumphierend, auf Emma richteten, von einem sehr hellen Grau. Und sie war klein und zierlich wie eine Elfe, dennoch hatte sie – das Einzige, was sie mit Emma gemeinsam hatte – einen üppigen Busen. Das konnte Emma deshalb gut erkennen, weil sie auf Carl saß. Eine Stellung, von der Carl Emma gegenüber immer behauptet hatte, dass er sie nicht sonderlich mochte. Er übernahm lieber selbst die Führung, nicht nur im Bett.

    Das Paar rührte sich nicht, Emma ebenfalls nicht. Die Frau blieb sitzen, wo sie saß, auch wenn Carl, wie Emmas Unterbewusstsein registrierte, versuchte, sie von sich wegzuschieben. Er sah lächerlich aus, wie er mit gequältem Gesicht unter seiner Partnerin lag und sich kaum rühren konnte, weil die Frau auf ihm seine Anstrengungen offenbar nicht einmal bemerkte. Sie saß wie festgewachsen auf ihm.

    Ohne es eigentlich zu wollen, sprach Emma ihren Gedanken laut aus. »Du siehst lächerlich aus, Carl«, sagte sie. »Ihr beide seht lächerlich aus.«

    Nach diesen Worten drehte sie sich um, schloss leise und behutsam, wie es überhaupt nicht ihre Art war, die Tür und begann umgehend, ihre Sachen zusammenzusuchen, denn dass sie hier nicht bleiben konnte, war ja klar. Gut, dass sie nicht viel besaß. Ihr Hab und Gut passte in wenige Kisten und zwei Koffer.

    Die Koffer allerdings würde sie erst füllen können, wenn die beiden endlich aus dem Schlafzimmer kamen. Sie hörte leise Stimmen, Carls zumindest klang nicht freundlich. Sie hätte beinahe gelacht. Seine schlechte Laune konnte er jetzt gerne an der Elfe auslassen, sie stand dafür nicht mehr zur Verfügung.

    Erstaunt stellte sie fest, dass sie zwar stocksauer auf Carl war, aber mehr noch war sie erleichtert, und das war eine echte Überraschung. Sie war sehr verliebt in ihn gewesen, doch das, wurde ihr klar, war schon eine ganze Weile her. Sie hatte es nur nicht wahrhaben wollen. Das Zusammenleben mit Carl hatte schließlich Vorteile mit sich gebracht: Wenn er gut drauf war, hatten sie viel Spaß miteinander gehabt, und die schöne große, perfekt ausgestattete Wohnung in angenehmer, ruhiger Lage war auch nicht zu verachten gewesen. Sie schämte sich fast bei diesem letzten Gedanken. Wegen einer schönen Wohnung hielt man doch nicht an einer Beziehung fest, die diesen Namen längst nicht mehr verdiente!

    Endlich

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