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Collection Baccara Band 262: Liebe oder Karriere? / Sinnliche Spiele im Pool / Endlich Mr. Perfect! /
Collection Baccara Band 262: Liebe oder Karriere? / Sinnliche Spiele im Pool / Endlich Mr. Perfect! /
Collection Baccara Band 262: Liebe oder Karriere? / Sinnliche Spiele im Pool / Endlich Mr. Perfect! /
eBook557 Seiten6 StundenCOLLECTION BACCARA

Collection Baccara Band 262: Liebe oder Karriere? / Sinnliche Spiele im Pool / Endlich Mr. Perfect! /

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Über dieses E-Book

LIEBE ODER KARRIERE? von DENOSKY, KATHIE
Feurige Stunden unter der glühend roten Sonne Kaliforniens: Der temperamentvolle Rodeoreiter Russ verwirrt Abigails Sinne! So stark hat sie sich noch nie zu einem Mann hingezogen gefühlt. Dabei wollte die ehrgeizige Tierärztin sich nie mehr verlieben ...

SINNLICHE SPIELE IM POOL von WYLIE, TRISH
Traumkörper, verführerischer Blick - der neue Fitnesstrainer Rory sieht umwerfend aus. Hingebungsvoll genießt Cara seine stürmischen Liebkosungen, als sich ihre Körper im Pool des Clubs berühren. Kann sie bei ihm ihre Angst überwinden, erneut enttäuscht zu werden?

ENDLICH MR. PERFECT! von DUNLOP, BARBARA
"Mr. Perfect" gibt es nicht, da ist Megan sich sicher. Doch plötzlich ist die schlagfertige Radiomoderatorin sprachlos, als sie in einer Livesendung auf den charmanten Fußballprofi Collin O’Patrick trifft. Dieser Traummann weckt in ihr brennendes Begehren ...

SpracheDeutsch
HerausgeberCORA Verlag
Erscheinungsdatum2. Apr. 2008
ISBN9783863495701
Collection Baccara Band 262: Liebe oder Karriere? / Sinnliche Spiele im Pool / Endlich Mr. Perfect! /
Autor

Kathie DeNosky

<p>Kathie DeNosky stellt ihren Wecker oft auf 2 Uhr morgens, um wenigstens einige Stunden in Ruhe arbeiten zu können, bevor der Rest der Familie erwacht. Während dann in ihrem Büro leise Countrymusik erklingt, schreibt sie an ihren Romances, denen eine ganz besondere Mischung aus Sinnlichkeit und Humor zeigen ist. Sie zählt zu den Top-Autorinnen und hat bereits viele Auszeichnungen erhalten.</p>

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    Buchvorschau

    Collection Baccara Band 262 - Kathie DeNosky

    Trish Wylie, Barbara Dunlop, Kathie DeNosky

    Collection Baccara, Band 262

    IMPRESSUM

    COLLECTION BACCARA erscheint im CORA Verlag GmbH & Co. KG,

    20350 Hamburg, Axel-Springer-Platz 1

    © 2007 by Trish Wylie

    Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

    Übersetzung: Birgit Hannemann

    © 2006 by Barbara Dunlop

    Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

    Übersetzung: Nicole Selmer

    © 2005 by Harlequin Books S.A.

    Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

    Übersetzung: Brigitte Marliani-Hörnlein

    Fotos: Harlequin Books S.A.

    © Deutsche Erstausgabe in der Reihe COLLECTION BACCARA

    Band 262 - 2008 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg

    Veröffentlicht im ePub Format im 05/2011 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.

    eBook-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

    ISBN 978-3-86349-570-1

    Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.

    CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Führung in Lesezirkeln nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte übernimmt der Verlag keine Haftung. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

    TRISH WYLIE

    Sinnliche Spiele im Pool

    Glühendes Verlangen erwacht in Cara, als der neue Fitnesstrainer Rory im clubeigenen Whirlpool seine Arme um sie legt. Schnell folgt tiefen Blicken ein verführerisches Spiel voller Leidenschaft. Doch Cara hat sich geschworen, nie wieder auf einen gutaussehenden Mann hereinzufallen - und verlässt Rory, obwohl es ihr beinahe das Herz bricht ...

    BARBARA DUNLOP

    Endlich Mr. Perfect!

    Ein Kuss von Collin O’Patrick und Megans Welt steht Kopf. Bei dem Blind Date in einer Radiosendung hatte sie mit allem gerechnet – nur nicht mit dem sexy Fußballstar. Warum konnte sie ihm nicht gleich sagen, wie sehr sie ihn mag? Als Collin sie auf eine Tour in die Rocky Mountains einlädt, weiß Megan: das ist ihre letzte Chance, ihm ihre wahren Gefühle zu zeigen!

    KATHIE DENOSKY

    Liebe oder Karriere?

    Wild und ungezähmt! Der heißblütige Russ geht Abigail nach einem Rodeo nicht mehr aus dem Kopf. Warum ist er ihr auf dem kalifornischen Weingut ihrer Familie zuvor nie aufgefallen? Nach sinnlichen Nächten muss sich die junge Tierärztin entscheiden: Passt der bodenständige Cowboy in ihre ehrgeizigen Zukunftspläne?

    Trish Wylie

    Sinnliche Spiele im Pool

    1. KAPITEL

    Cara stieß die breite Glastür zum Fitnesscenter auf und marschierte hinein. Heute sollte es losgehen. Unbedingt. Sie hatte sich endlich dazu durchgerungen, einen Vertrag abzuschließen, und zwar auf der Stelle. Wenn sie auf Lauras Hochzeit rank und schlank sein wollte, musste sie schnellstens mit dem Training beginnen.

    Am besten innerhalb der nächsten fünf Minuten, schoss es ihr durch den Kopf. Sonst verliere ich doch wieder den Mut und vergeude kostbare Zeit, indem ich zu Hause auf dem Sofa sitze und grüble.

    Aber damit war ab sofort Schluss, das hatte sie sich heute Morgen geschworen … auf der Waage, genauer gesagt, als der Zeiger unerbittlich in die Höhe schnellte. In dem Moment hatte sie beschlossen, Punkt eins ihres großen Plans in die Tat umzusetzen, und nichts, aber auch wirklich gar nichts würde sie jetzt noch davon abhalten können.

    Sie verlangsamte allerdings ihren Schritt, als sie sah, wer heute hinter dem Empfangstresen stand … nicht etwa die sympathisch wirkende junge Frau wie sonst, sondern ein äußerst attraktiver dunkelhaariger Mann.

    Der war doch an den anderen Tagen nicht hier gewesen, oder? Nein, zumindest nicht in diesem Teil des Studios, das wusste Cara genau. Schließlich war sie etliche Male an der langen Fensterfront vorbeigeschlendert, hatte so unauffällig wie möglich hineingespäht und dabei überlegt, ob sie es wagen sollte, sich auf diese monströsen Geräte zu setzen. Oder Hanteln zu heben. Gott, sie war so schrecklich unsportlich und verspürte wenig Lust, sich zu blamieren. Doch leider musste es sein …

    Und es wäre ja auch alles halb so schlimm, wenn nicht jemand wie er hinter dem Tresen stünde.

    Cara musterte ihn verstohlen, während sie langsam auf ihn zuging. Der Typ sah einfach … umwerfend aus. Durch und durch männlich, oh ja, und das lag nicht nur an der geschätzten Größe von eins neunzig, den breiten Schultern oder seinen muskulösen Oberarmen, sondern auch an seinen markanten Gesichtszügen. Und diesem Traummann sollte sie jetzt beichten, warum sie hier war? Verflixt, das mit dem Fitnesstraining hatte sie sich etwas leichter vorgestellt.

    Aber zum Umkehren war’s nun zu spät, denn er schaute sie an und fragte: „Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?"

    Schon beim Klang seiner tiefen Stimme durchlief Cara ein wohliger Schauer, und als sie einen Blick in seine Augen wagte, begann auch noch ihr Herz heftig zu pochen. Er hatte schöne Augen. Wunderschöne. Mit dichten Wimpern. Und schwarzen Pupillen, auf denen klitzekleine Lichter funkelten … wie winzige Diamanten auf einem Stück Kohle. Doch so faszinierend das auch war, es wäre wohl besser, ihn nicht länger anzustarren, sondern etwas zu sagen, sonst hielt er sie am Ende noch für leicht beschränkt.

    Sie räusperte sich. „Äh … hi …" Grandioser Anfang! Herzlichen Glückwunsch! Jetzt war er sicherlich tief beeindruckt. Vielleicht sollte sie einfach um einen Prospekt bitten und wieder rausgehen. Morgen war ja auch noch ein Tag.

    Ja, ja, und kaum bist du draußen, rennst du in die nächste Konditorei und verschlingst vor Frust ein Riesenstück Kuchen, höhnte eine innere Stimme. So schaffst du es nie! Denk dran: Es sind nur noch vier Wochen bis zu Lauras Hochzeit.

    Genau. Vier Wochen, von denen jeder einzelne Tag zählte. Und deshalb war Cara auch nicht bereit, jetzt einen Rückzieher zu machen, nur weil dieser unglaublich attraktive Mann sie völlig durcheinanderbrachte. Entschlossen straffte sie die Schultern. „Mein Name ist Cara Sheehan, und ich bin hier, weil ich in kürzester Zeit ein paar Kilos abnehmen möchte."

    Oje, das klang, als wolltest du eigentlich zum Schlankheitsinstitut Aphrodite! Jetzt denkt er, du hättest dich in der Tür geirrt. Und seine Antwort war entsprechend.

    „Falls Sie Tipps für irgendwelche Crashdiäten suchen, sind Sie bei uns an der falschen Stelle. Davon halten wir nichts. Solche Gewaltkuren sind nämlich ungesund."

    Na, so schlau war sie auch selbst. Offensichtlich wusste er nicht, wie die erfolgreichste Diätbuchautorin hieß. Und dass sie in genau diesem Moment vor ihm stand. Cara hatte etliche Ratgeber für gesundes Abnehmen verfasst, und jedes ihrer Werke war ein Bestseller geworden. Das sah man ihr nur nicht an, weil sie es bedauerlicherweise selten schaffte, sich an ihre eigenen Ratschläge zu halten.

    Aber das hatte niemanden zu interessieren, und sie war nicht hergekommen, um sich dumme Kommentare anzuhören. „Diese Art von Belehrungen können Sie sich sparen, erklärte sie kühl. „Mit Ernährung kenne ich mich selbst aus. Haben Sie noch nie was davon gehört, dass man durch Sport jede Menge Kalorien verbrennt?

    „Vorausgesetzt, man trainiert fleißig. Und es dauert. Über Nacht purzeln die Pfunde nicht."

    „Würde ich ein Wunder erwarten, hätte ich fürs Fettabsaugen bezahlt, erwiderte sie schnippisch. „Ich bin schon bereit, entsprechend viel Zeit zu investieren.

    Also, das mit dem Fettabsaugen … das hatte sie in einem Moment völliger Verzweiflung wirklich mal in Betracht gezogen. Nur war sie sich ziemlich sicher, dass es wehtun würde, und bei ihrer niedrigen Schmerzgrenze … Nein danke, da schienen ihr einige Wochen Sport das kleinere Übel zu sein.

    „Und auch eine gehörige Portion Anstrengung?", fragte er ernst.

    „Natürlich." Cara verschränkte die Arme vor dem Körper und dachte leider zu spät daran, dass sie damit ihre recht üppige Oberweite betonte. Als sie sah, wie sein Blick prompt zu ihren Brüsten wanderte, ließ sie die Arme schnell wieder sinken. Es war nicht ihre Absicht gewesen, seine Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, und sie hasste es, wenn Männer ihr ungeniert auf den Busen starrten.

    Normalerweise … Und warum verspürte sie jetzt dieses angenehme Prickeln auf der Haut? Wieso hatte sie das Gefühl, ihre Brustspitzen würden sich unter seinem Blick aufrichten? Inständig betete sie, dass es nicht so war, dass sich unter dem dünnen Stoff ihrer Bluse nichts abzeichnete, was sie verraten könnte …

    Doch blitzschnell verwandelten sich die aufregenden Gefühle in schiere Empörung, als er den Blick tiefer gleiten ließ. Sie zog automatisch den Bauch ein. Wie unverschämt von ihm! Da stand sie nun wirklich nicht drauf, dass jemand sie so unverblümt musterte. Von Kopf bis Fuß, ohne auch nur eine einzige Rundung auszulassen. Als wollte er ihre Speckpolster scannen! Sie hatte sich noch nie so angegafft gefühlt. Noch nie so befangen. So verunsichert. So unattraktiv. So dick! Was fiel diesem Kerl eigentlich ein?

    Verärgert räusperte sie sich, wartete, bis er den Blick hob, und sagte sarkastisch: „Vielleicht sollte ich mich einfach bis auf die Unterwäsche ausziehen, damit Sie sich ein besseres Bild von mir machen können."

    Ihr Gegenüber verzog keine Miene, doch seine dunklen Augen blitzten. „Bitte, wenn Sie’s gern möchten … Ich werde Sie mit Sicherheit nicht davon abhalten."

    Okay, der Mann sah fantastisch aus. Und seine erotische Ausstrahlung raubte ihr fast den Atem. Aber er war obendrein frech und arrogant, und solche Typen hatte Cara noch nie ausstehen können. „Ich möchte mit jemandem sprechen, der sich nicht so unverschämt benimmt wie Sie. Am besten mit Ihrem Boss."

    Er zuckte die Achseln. „Ich bin der Boss."

    Na prima! Heute schien ihr Glückstag zu sein. Zwei Wochen lang war sie Tag für Tag an diesem Studio vorbeigeschlichen, und immer hatte die sympathische junge Frau hinter dem Tresen gestanden. Aber heute, wo sie endlich den Mut gefasst hatte, durch diese Glastür zu gehen, da stieß sie auf diesen unmöglichen Kerl. Das war nicht fair!

    „Wenn’s so ist, wundert es mich, dass Sie nicht längst pleite sind", blaffte Cara ihn an, bevor sie sich auf dem Absatz umdrehte. Es reichte ihr. Hatte sie es etwa nötig, sich das flegelhafte Verhalten dieses Neandertalers gefallen zu lassen? Nein, es gab etliche Fitnesscenter in Dublin. Sie musste nicht ausgerechnet in dieses gehen.

    Zugegeben, es war das einzige, das in der Nähe ihrer Wohnung lag. Doch sie hatte sich ja ohnehin vorgenommen, ihr ganzes Leben zu verändern. Und Neues zu entdecken. Deshalb war es sowieso viel besser, sich in einem fremden Stadtteil umzuschauen.

    „Warten Sie bitte", hörte sie hinter sich, und sie verfluchte sich dafür, dass ihr beim Klang seiner sonoren Stimme schon wieder ein leiser Schauer durch den Körper rieselte. Diese verräterischen Hormone! Seufzend blieb Cara stehen.

    Ich werde mir anhören, was er zu sagen hat, beschloss sie und drehte sich um, aber der Typ soll bloß nicht denken, dass ich mich zurückpfeifen lasse. Keinen Schritt werde ich in seine Richtung tun.

    Das musste sie auch nicht, denn der Mann trat hinter dem Tresen hervor und kam auf sie zu, stark humpelnd und mit einer Grimasse, die vermuten ließ, dass ihm jede Bewegung Schmerzen bereitete.

    Den leisen Anflug von Mitleid unterdrückte Cara schnell. Nicht, dass sie herzlos war, nein, doch dieser Kerl hatte ihr den ganzen Tag vermiest. Und jetzt war ihr Ziel, endlich abzunehmen, wieder mal in weite Ferne gerückt. Denn sie kannte ihre Schwächen, wenn sie mit dieser schlechten Laune nach Hause kam, würde sie eine ganze Tafel Schokolade verschlingen, und zwar innerhalb von fünf Minuten. Und wer war daran schuld? Er! Sie blickte ihn böse an. „Sind Sie von einem unzufriedenen Kunden getreten worden?"

    Erstaunt hob er die Augenbrauen. „Was?"

    Cara deutete auf sein Bein. „Ich vermute, jemand hat Ihnen einen kräftigen Tritt verpasst, weil Sie so unfreundlich zu ihm waren."

    In seinen wunderschönen Augen funkelte es erneut, und zum ersten Mal lächelte er sogar. Was Cara ziemlich gemein fand, denn mit diesem jungenhaften Lächeln sah er noch unwiderstehlicher aus. „Nein, das ist nicht der Grund für meine Verletzung, erklärte er freundlich und streckte ihr die Hand entgegen. „Wollen wir noch mal von vorn anfangen?

    „Soll das eine Entschuldigung für Ihr schlechtes Benehmen sein?", gab sie patzig zurück.

    „Vielleicht haben wir uns nur auf dem falschen Fuß erwischt."

    „Oh, Sie meinen, wenn Sie auf dem zurzeit kranken Bein stehen können, sind Sie weniger unhöflich?"

    Er ließ die Hand sinken, und sein Lächeln verblasste. „Falls Sie bei uns trainieren möchten, biete ich Ihnen gern meine Hilfe an, meinte er ruhig. „Obwohl ich denke, dass Sie gar keinen Grund haben, abzunehmen.

    Cara schnaubte. „Wo haben Sie denn den tollen Satz gelernt? Im Seminar ‚Wie schmeichle ich mich bei einer molligen Kundin ein‘?"

    „Nein, ich habe Augen im Kopf, erwiderte er schmunzelnd. „Heutzutage sind viel zu viele Frauen von dem Gedanken besessen, wie ein Besenstiel auszusehen, und übertriebenen Schlankheitswahn möchten wir in diesem Studio nicht unterstützen.

    Übertriebener Schlankheitswahn! Na, davon konnte bei ihr nun wirklich nicht die Rede sein. Und selbst zehn Kilo weniger würden aus ihr keinen Besenstiel machen. Das waren doch nur Sprüche, und auf so was fiel sie nicht rein. „Aha. Und als Nächstes werden Sie mir wohl vorschwindeln, dass Männer superschlanke, langbeinige Frauen nicht besonders sexy finden."

    Sie bereute das Wort „sexy" in der gleichen Sekunde, in der es ihr über die Lippen kam.

    Seine Augen verdunkelten sich leicht – falls das überhaupt möglich war. „Viele von uns finden weibliche Kurven …, er ließ den Blick kurz über ihren Körper gleiten, „… ausgesprochen sexy.

    Viele von uns, hatte er gesagt. Das klang zwar schön, doch er gehörte sicherlich nicht dazu. Nein, jemand wie er würde sich nie im Leben für sie interessieren. Für ihn war sie nur eine Kundin. Noch dazu eine, die dringend abnehmen musste. Auch wenn er das Gegenteil behauptete.

    Kein Mann, der so fantastisch aussah wie er, der so selbstsicher war und diese erotische Ausstrahlung besaß, hatte sie jemals angesehen. Und falls das doch wie ein Wunder irgendwann einmal geschehen sollte, würde ihr das gar nichts bringen, denn selbst eine kurze leidenschaftliche Affäre, einige Nächte gemeinsamer Lust lagen jenseits ihrer Möglichkeiten. Egal, wie sehr sie sich danach sehnte.

    Aber das waren Träume. Und Cara war eine Realistin.

    „Ist es nicht anstrengend für Sie, hier Tag für Tag zu stehen und für jede Kundin den passenden Spruch parat haben zu müssen?"

    „Ich bin nicht jeden Tag hier."

    Sie lächelte spöttisch. „Das erklärt natürlich, warum dieses Studio nicht längst pleite ist."

    „Überschütten Sie jeden, der versucht, nett zu Ihnen zu sein, mit dieser übertriebenen Freundlichkeit?"

    „Oh, Sie wollen allen Ernstes behaupten, Sie seien nett zu mir?"

    „Das war zumindest meine Absicht, meinte er trocken. „Aber ich gebe zu, ich bin manchmal etwas ungehobelt. Liegt wohl daran, dass ich längere Zeit außer Landes war und es nicht mehr gewohnt bin, Small Talk zu machen. Könnten Sie das als Entschuldigung gelten lassen?

    „Sie mussten vor irgendeinem eifersüchtigen Ehemann fliehen, stimmt’s?"

    Oh Cara, jetzt halt aber mal den Mund! Nie wusste sie, wann sie still sein sollte, es war schier zum Verzweifeln mit ihr. Sie schaffte es einfach nicht, sich auch mal einen ihrer spitzen Kommentare zu verkneifen. So war sie schon immer gewesen, und einem Teenager konnte man das ja vielleicht verzeihen, doch mit siebenundzwanzig sollte sie sich nun wirklich langsam unter Kontrolle haben. Ihr loses Mundwerk hatte ihr weiß Gott schon genug Ärger eingehandelt.

    „Sagen Sie, sind Sie immer so kratzbürstig, Miss Sheehan?", fragte er lachend.

    Ja, und mit gutem Grund. Es bewahrte sie nämlich davor, von anderen verletzt zu werden. Ihre sarkastischen Sprüche dienten ihr sozusagen als Schutzschild. Nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung". Aber sie hatte nicht vor, einen Fremden in dieses Geheimnis einzuweihen. Deshalb schwieg sie, streckte das Kinn vor und blickte ihn herausfordernd an.

    Nur weiter so. Geben Sie mir den Rest.

    Das hatte er offensichtlich nicht vor, denn er streckte ihr lächelnd die Hand entgegen. „Kommen Sie, schlagen Sie ein, ich verspreche auch, mich gut zu benehmen. Und wenn Sie das ebenfalls tun, fügte er augenzwinkernd hinzu, „steht Ihrem Training bei uns nichts mehr im Weg.

    Cara blickte auf seine Hand. Die sehr maskulin war. Und groß genug, um ohne Mühe ihr Handgelenk zu umklammern … Eine äußerst verführerische Vorstellung! „Ich bin nicht hergekommen, um einen Pakt mit dem Teufel zu schließen."

    „Nein, Sie sind hergekommen, um Ihre Figur zu verbessern. Und ich würde Ihnen gern dabei helfen …, wieder umspielte dieses hinreißende Lächeln seine Lippen, „obwohl ich der Meinung bin, dass es da nichts zu verbessern gibt.

    Nun, sie schon. „Ich bräuchte ein Intensivprogramm, erklärte sie zögernd. „Und einen Trainer, der mich die ganze Zeit begleitet. Sonst gebe ich vermutlich nach zwei Tagen auf …

    „Kein Problem. Ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung."

    „Gibt’s außer Ihnen niemand anderen? Vielleicht eine Frau?" Selbst die weibliche Version von Attila dem Hunnen wäre ihr lieber gewesen als dieser atemberaubend attraktive Mann, der sie nur anlächeln musste, um ihren Puls in die Höhe zu treiben.

    Ja, wenn sie es sich recht überlegte, wäre jemand wie Attila sogar die Idealbesetzung, denn wenn sie ihr Ziel in nur vier Wochen erreichen wollte, durfte sie sich durch nichts ablenken lassen. Und dieser Mann hier bedeutete Ablenkung pur.

    „Tut mir leid, zurzeit haben wir keine weiblichen Trainerinnen unter Vertrag. Und da mein Bruder für eine Weile in den Urlaub gefahren ist, bin ich der Beste, den Sie bekommen können."

    „Sie geben also zu, dass es hier normalerweise schon jemanden gibt, der besser ist als Sie."

    Er grinste anzüglich. „In einigen Dingen."

    „Hatten Sie nicht versprochen, sich zu benehmen? Bye-bye!" Cara wandte sich zum Gehen, doch im nächsten Moment tat er genau das, wovon sie gerade eben geträumt hatte – er umklammerte ihr Handgelenk und hielt sie fest.

    War er ein Zauberer? Es kam ihr vor, als würde ihre Haut unter seiner Berührung glühen. Eine prickelnde Wärme durchströmte sie, ein ihr völlig unbekanntes Gefühl. Mit klopfendem Herzen blickte sie auf seine kräftige Hand. Warum nur hatte dieser Mann solch eine Wirkung auf sie?

    Er beugte sich leicht vor und meinte mit gedämpfter Stimme: „Wenn ich Sie jetzt aus der Tür gehen lasse, wird mein Bruder sehr wütend auf mich sein, weil ich wieder mal eine Kundin vergrault habe. Und Sie sollten ihn erleben, wenn er wütend ist. Er verpasst mir einen Tritt ans Schienbein – an das verletzte, natürlich. Das könnten Sie doch mit Ihrem Gewissen nicht vereinbaren, nicht wahr, Cara?"

    Irrtum, damit hatte sie keinerlei Probleme. Was er als Nächstes sagte, beeindruckte sie allerdings.

    „Und ich erziele hervorragende Resultate. Bei jedem Kunden. Garantiert. Sarkasmus irritiert mich nicht, Dickköpfigkeit bringt mich nicht aus der Ruhe, und Motivation ist mein zweiter Vorname. Also, wenn Sie bei uns trainieren möchten, bin ich Ihr Mann. Überlegen Sie es sich."

    Versuchte sie ja, aber das fiel ihr nicht leicht, denn gemeinerweise rieb er mit dem Daumen sanft über ihren Puls, und dieses angenehme Gefühl nahm sie völlig gefangen. Sie hatte größte Mühe, ihre Gedanken zu sortieren. Mit ihm an der Seite würde es schwierig werden, sich auf das Training zu konzentrieren, so viel stand fest. Aber wenn er wirklich bei jedem Kunden Resultate erzielte … sich nicht an ihrer schnippischen Art störte … und vorhatte, sie zu motivieren … ja, dann war er genau der Trainer, den sie brauchte.

    Ihr blieben nur vier Wochen bis zu Lauras Hochzeit, und um nichts in der Welt wollte sie wieder einmal die dickste Brautjungfer sein. Diejenige, über die alle Gäste sagten „Sie hat ein hübsches Gesicht". Es war schön zu hören, dass man ein hübsches Gesicht hatte. Logisch. Wem würde das nicht gefallen? Für Cara klang es allerdings immer wie ein … Trostpflaster.

    Und das war’s doch, oder? Wenn die Leute von den anderen Brautjungfern in den höchsten Tönen schwärmten und Komplimente austeilten, wie „Zauberhaft, sie sieht aus wie eine Elfe oder „Wie grazil sie ist! Sie kann höchstens Kleidergröße sechsunddreißig haben. Und es über sie jedes Mal hieß: „Sie hat ein hübsches Gesicht". Kurz und bündig.

    Wobei der vollständige Text vermutlich lautete: „Cara ist zu dick, und solch ein schmal geschnittenes Kleid sollte sie gar nicht tragen, da zeichnet sich ja jedes überflüssige Pfund ab, aber … okay … sie hat ein hübsches Gesicht."

    Nein, nein, das konnte Cara sich nicht noch einmal antun.

    Auf dieser Hochzeit wollte sie alle mit ihrem fantastischen Aussehen in Erstaunen versetzen. Schlank und schön wollte sie sein, und das eng geschnittene Seidenkleid sollte sich perfekt an ihren Körper schmiegen. Sie wollte allen demonstrieren, wie gut sie ihr Leben unter Kontrolle hatte. Wie selbstsicher sie war. Und glücklich. Vollkommen zufrieden mit sich. Obwohl ihr Ex sie verlassen hatte …

    Niall zählte auch zu den Gästen, er war sogar der Trauzeuge. Und wenn er sah, wie positiv sie sich seit der Trennung verändert hatte, würde er begreifen, dass sie ohne ihn viel besser dran war als mit ihm.

    Das wäre ein Triumph! Dafür lohnte sich jede Anstrengung, aber auch wirklich jede.

    Sogar die Qual, es für eine Weile mit diesem Trainer aushalten zu müssen. Das würde sie schon irgendwie schaffen. Hauptsache, sie erreichte ihr Ziel.

    „Also …, Cara entzog ihm die Hand und fühlte sich ein klein wenig enttäuscht, weil er sie ohne Widerstand losließ, „wenn Sie so von Ihrem Können überzeugt sind, heißt das ja wohl, dass Sie mir mein Geld erstatten, falls Sie keine Resultate erzielen, oder?

    Er zwinkerte ihr zu. „Ich habe noch nie eine Frau enttäuscht."

    Was für ein Macho! Na ja, solange er ihr mit frechen Sprüchen kam, hatte sie absolut keine Probleme. Was das anging, konnte sie ja spielend mithalten. „Es gibt immer ein erstes Mal, erwiderte sie spöttisch. „Warten wir’s also ab.

    „Rory."

    Sie blickte ihn verständnislos an.

    „Das ist mein Name. Rory Flanaghan. Er lächelte verschmitzt. „Sie müssen doch wissen, wie der Teufel heißt, der Sie in den nächsten Wochen durch die Hölle treibt.

    Cara hob die Augenbrauen. „Okay, Rory Flanaghan, stellen Sie den Vertrag aus. Aber das mit der Erstattung bei Nichterfolg will ich schriftlich haben."

    2. KAPITEL

    Verflucht noch mal, musste denn jede Berührung dieses heiße Prickeln in ihr auslösen? Wie sollte sie sich dabei auf die Übung konzentrieren? „Aufrechtes Sitzen hab ich schon mit sechs Monaten erlernt, meinte Cara spöttisch. „Du kannst deine Hände also gern bei dir behalten.

    Rory zwinkerte ihr zu. „Ich bringe dich nur in die richtige Position."

    „Oh, ich wette, das ist dein Lieblingsspruch bei Frauen", konterte sie mit einem koketten Lächeln.

    Er lachte – die flache Hand noch immer auf ihrem Rücken, damit sie die Wirbelsäule streckte. „Ich warne dich, Cara, wenn du anfängst, mit mir zu flirten, werde ich sofort aufhören, mich gut zu benehmen. Hängt ganz von dir ab. Aber du willst hoffentlich nicht, dass ich hier durch unprofessionelles Verhalten auffalle, oder? Meinen guten Ruf als Trainer ruiniere …"

    Sie zog die Stirn kraus – nicht wegen seines humorvollen Kommentars, sondern weil ihre Oberarmmuskeln verzweifelt um Gnade bettelten. Was ihnen ja nicht zu verdenken war, schließlich hatten sie in all den Jahren höchstens Einkaufstüten tragen müssen, und jetzt sollten sie schwere Gewichte in die Höhe stemmen. Doch auch wenn’s wehtat, Cara gab nicht auf. Oh nein! Sobald ihr eine Übung zu anstrengend wurde, stellte sie sich vor, wie traumhaft sie in dem Brautjungfernkleid aussehen würde, wenn sie durchhielt. Und ihr kleiner Trick wirkte jedes Mal Wunder.

    „Ich flirte nicht mit dir, stieß sie hervor. „Ich bin nur schlagfertig. Gehört zu meinen Stärken. Genau wie Frustessen. In beidem bin ich absolut fantastisch.

    Rory nahm die Hand von ihrem Rücken, sobald er sicher war, dass sie die Wirbelsäule nicht krümmte, trat einen Schritt zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. „Und worin bist du noch absolut fantastisch?"

    Ohne die Übung zu unterbrechen, warf Cara ihm einen strafenden Blick zu. „Noch so eine zweideutige Frage, und dein guter Ruf als Trainer ist Vergangenheit."

    „Es war gar nicht zweideutig gemeint."

    „Ach nein, natürlich nicht."

    „Ehrlich. Ich wollte mich nur ein wenig im Small Talk üben", erklärte er lächelnd.

    „Dann frag mich nach dem Wetter."

    „Wozu? Wenn ich wissen will, ob die Sonne scheint, guck ich aus dem Fenster."

    „Okay. Dann ein anderes Thema. Weltfrieden. Klimapolitik. Ob wir es noch erleben, dass man Urlaubsreisen ins All machen kann …"

    „Noch zweimal, und dann gehen wir aufs Laufband. Rory holte tief Luft. „Sag mal, führst du nie ganz normale Unterhaltungen? Mit einfachen Fragen, gefolgt von einfachen Antworten? Den meisten Männern fällt so etwas leichter.

    Cara musste schmunzeln. Als wäre ausgerechnet Rory Flanaghan wie „die meisten Männer. Er, der außergewöhnlichste Mann, den sie je getroffen hatte. „Ich weiß, ihr Kerle seid zu einfältig für anspruchsvolle Themen. Aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen.

    Das Funkeln in seinen dunklen Augen verriet, dass ihn ihre Schlagfertigkeit wieder mal amüsierte. „Komm mit, forderte er sie auf. „Deine Beine wollen bewegt werden.

    Ja klar, die schrien geradezu danach, sich auf dem Laufband abzuplagen. Trotz des heftigen Muskelkaters. Und dabei hatten sie in den vergangenen sieben Tagen schon mehr Kilometer zurückgelegt als in den sieben Jahren zuvor. Dieses Training war wirklich die reinste Hölle!

    Seufzend stand Cara auf. Für heute hatte sie zumindest die anstrengenden Kraftübungen hinter sich, und wenn sie daran dachte, dass es inzwischen nur noch drei Wochen bis zu Lauras Hochzeit waren … dann fühlte sie sich fast motiviert genug, um jetzt noch die gesamte Marathonstrecke zu laufen.

    Doch daraus würde wohl nichts werden, das merkte sie bereits nach zwei Metern, während sie an Rorys Seite zum Ausdauerbereich ging. Jeder Schritt machte ihr Mühe, und ihr taten Muskeln weh, von deren Existenz sie bisher nicht einmal geahnt hatte. Aber sie ließ sich nichts anmerken. Lieber biss sie die Zähne zusammen und musterte die anderen Gäste, um sich ein wenig abzulenken.

    Das in hellen Farbtönen gehaltene, weitläufige Studio war heute gut besucht. Wie auch an den Tagen zuvor. An fast jedem Gerät saß jemand, und einige der Gesichter kamen Cara inzwischen richtig bekannt vor. Sie war nicht die Einzige, die täglich trainierte.

    Allerdings schien sie die Einzige zu sein, die es sich nicht anmerken ließ, wie attraktiv sie Rory Flanaghan fand. Andere Frauen waren da weitaus weniger zurückhaltend. Die warfen ihm ganz unverhohlen schmachtende Blicke zu, sobald er in ihre Nähe kam. Vor allem zwei, drei Jüngere – gut aussehend, superschlank und immer in einem modischen, knallengen Outfit – versuchten ständig, Rory auf sich aufmerksam zu machen. Doch er ging auf keinen der Flirtversuche ein.

    Oder?

    Cara beobachtete ihn verstohlen von der Seite … Nein, er tat so, als würde er all die auffordernden Blicke gar nicht bemerken.

    Interessierten ihn diese Frauen nicht? Schwer zu sagen. Vielleicht legte er wirklich so viel Wert auf seinen guten Ruf als Trainer und vermied es deshalb, mit einer Kundin anzubändeln. Oder er war es einfach nur gewohnt, angehimmelt zu werden. Dürfte ja nichts Neues für ihn sein. Bei seinem Aussehen …

    „Wir machen heute zwanzig Minuten. Nicht laufen, sondern schnelles Gehen, unterbrach Rory ihre Gedanken, bevor er sich über das kleine Tastenfeld des Geräts beugte und die entsprechenden Daten eingab. Dann blickte er Cara an. „Ist das okay für dich?

    „Na klar. Und ich liebe es, wenn du es so formulierst, als würdest du dich ebenfalls abrackern. Dabei stehst du hier die ganze Zeit rum."

    „Weil es meine Aufgabe ist, dich zu kontrollieren."

    Ja, und dass er ihr zuschaute, machte die Sache leider doppelt so anstrengend. Ständig musste sie sich bemühen, sich gerade zu halten, die Schultern zurückzunehmen und den Bauch einzuziehen. Als hätte sie nicht schon genug damit zu tun, ihre Beine zu bewegen.

    „Wenn’s dir lieber ist, laufe ich heute mal mit", schlug Rory vor und deutete auf das Gerät rechts von ihrem.

    „Und deine Verletzung?" Dass Cara bei dieser Frage auf sein Schienbein guckte, war verständlich, und warum sich eine so gute Gelegenheit entgehen lassen? Sie sah sich gleich den ganzen Mann an, wobei ihr Blick verdächtig lange auf seinen kräftigen Oberschenkeln ruhte, anschließend zu allem Überfluss auch noch auf seiner breiten Brust, bevor sie ihm wieder ins Gesicht blickte … direkt in seine dunklen Augen, die geradezu Funken sprühten.

    Wie peinlich! Rory Flanaghan hatte sie dabei ertappt, wie sie ihn von Kopf bis Fuß musterte. Er würde sich jetzt nicht mit ihrem Spruch von neulich revanchieren, oder? Dem mit der Unterwäsche?

    Nein, zum Glück schmunzelte er nur und meinte: „Ich bin ja kein Invalide", bevor er sich umwandte, um auch das zweite Gerät einzuschalten. Erleichtert atmete sie auf.

    Dann stieg jeder auf sein Laufband, und Cara bemühte sich, den Blick stur nach vorn zu richten, während sie in einen gleichmäßigen Schrittrhythmus verfiel. Doch sie brauchte Rory gar nicht anzuschauen, um sich seiner Gegenwart bewusst zu sein. Sie spürte seine Nähe auch so. Überdeutlich. Mit all ihren Sinnen.

    Unwillkürlich schüttelte sie den Kopf. Wie konnte es nur sein, dass dieser Mann sie dermaßen faszinierte? So sehr, dass sie Herzklopfen bekam, wenn sie in seine tiefbraunen Augen blickte. Erschauerte, wenn sie seine Stimme hörte. Oder seinen markanten Duft wahrnahm, wie auch jetzt. Er roch wundervoll, so männlich, mit einer Note von Zimt, wie Cara meinte.

    Und es nervte sie fürchterlich, dass ihr das nach wie vor jeden Tag auffiel. Inzwischen hätte sie sich doch längst an diesen Kerl gewöhnen müssen …

    „Ich bin für die Erhaltung des Regenwalds", hörte sie seine sonore Stimme von rechts.

    Cara lächelte und blickte unbeirrt nach vorn. „Ich auch."

    „Und Weltfrieden wäre prima."

    „Ja, da bin ich ganz deiner Meinung."

    „Und jeder Mann würde gern von sich behaupten können, er habe eine Frau bis zu den Sternen katapultiert."

    Sie lachte auf und schaute ihm nun doch ins Gesicht. Er zwinkerte ihr zu. Wieder einmal. Er konnte es einfach nicht lassen, oder? Weder das Zwinkern noch dieses unwiderstehliche Lächeln, das auch jetzt wieder seine Lippen umspielte. Cara spürte, wie ihr Herz schneller schlug, während sie sich einen Moment lang in seinen wunderschönen braunen Augen verlor. Oh ja, Rory Flanaghan war wirklich süß. Nett. Humorvoll. Ein Typ zum Verlieben. Er hatte einen so jungenhaften Charme und …

    Um Gottes willen, du wirst jetzt nicht anfangen, ihn zu mögen! Cara richtete den Blick schnell wieder nach vorn. Oder seinen Humor charmant zu finden! Geschweige denn, dich in ihn zu verlieben!

    Es reichte vollkommen, dass sie ihn atemberaubend attraktiv fand. Und schon davon durfte er nichts mitbekommen. Absolut gar nichts. Denn es hätte ja keinen Sinn. Selbst wenn er sich für sie interessieren würde … eine Affäre mit ihm traute sie sich nicht zu.

    Und sie war ja auch nicht auf der Suche nach einem Mann. Schließlich hatte sie keine Lust, sich noch mal so schrecklich beleidigen zu lassen wie von Niall …

    Cara holte tief Luft. Am besten sie ignorierte diesen unverschämt gut aussehenden Kerl an ihrer Seite, konzentrierte sich aufs Training und versteckte ihre Gefühle weiterhin hinter Sarkasmus. Genau. Und deshalb war’s auch höchste Zeit für die nächste ironische Bemerkung.

    „Zu den Sternen katapultieren, aha … Sie blickte Rory spöttisch an. „Manch eine Frau wünscht sich wohl eher, ihren Mann zum Mond schießen zu können.

    „He, was meinst du, wie lange ich nachdenken musste, bis mir diese wunderschöne Formulierung einfiel?, fragte er lachend. „Und du machst mir alles kaputt. Bist du zu jedem so gemein?

    „Nein, nur zu Fitnesstrainern."

    „Du treibst nicht gern Sport, was?"

    Sie seufzte. „Wie kann man so was Sport nennen? Es ist Folter."

    „Und warum tust du dir diese Strapazen an?"

    „Das wüsstest du, wenn du mir neulich zugehört hättest. Ich muss abnehmen."

    „Ich hab zugehört und dir gesagt, dass es an deiner Figur nichts auszusetzen gibt."

    Cara schnaubte. „Ja, das war ein toller Spruch."

    „Nein, meine ehrliche Meinung. Wieso glaubst du mir nicht?"

    Warum sollte ich? Du sagst das ja nur, um nett zu einer Kundin zu sein.

    „Ist es eigentlich ein Hobby von dir, dich negativ darzustellen?, fuhr Rory nach einer kurzen Pause fort. „Oder gehörst du zu den Frauen, die das nur tun, um Komplimente einzuheimsen?

    „Ja, sicher", erwiderte sie ironisch.

    „Also, ich begreife nicht, wo das Problem liegt. Du hast doch gar keinen Grund, an dir rumzumäkeln. Du bist intelligent. Bist schlagfertig, witzig. Zugegeben …, Rory lachte auf, „im ersten Moment kommst du etwas kratzbürstig rüber. Wenn ich daran denke, was du mir neulich alles an den Kopf geworfen hast. Aber man spürt bei dir sehr schnell, dass sich hinter der rauen Schale ein liebevoller Mensch verbirgt. Und außerdem mag ich deinen Humor.

    Toll, dafür gab’s in seiner ganzen Aufzählung keine einzige positive Eigenschaft, die ihr Äußeres betraf. Nicht einmal das hübsche Gesicht, das man ihr normalerweise zugestand. Aber sie wollte ja auch gar nicht, dass Rory sie attraktiv fand, oder? Und warum fühlte sie sich jetzt so furchtbar enttäuscht?

    „Habe ich was Falsches gesagt?"

    Cara schüttelte den Kopf, die Augen stur nach vorn gerichtet.

    Rory schwieg eine Weile. Schließlich meinte er: „Also, anscheinend möchtest du nichts von dir erzählen … und an einfachen Unterhaltungen bist du auch nicht interessiert. Worüber könnten wir denn während des Trainings reden?"

    „Müssen wir denn reden?"

    „Sonst wird es ein bisschen langweilig."

    „Ach, stell dir einfach vor, du wärst ein Bibliothekar, die können bei der Arbeit auch nicht ständig rumquatschen."

    Er lachte vergnügt. „Um ehrlich zu sein, war das nie mein Traumberuf."

    „Wir haben aber nicht viel gemeinsam, worüber wir reden könnten."

    „Und woher willst du das wissen? Wir sind schon mal gleicher Meinung, was den Weltfrieden und den Regenwald angeht. Ich finde, das ist ein guter Anfang."

    Cara schluckte. Wieso ließ er sie nicht einfach in Ruhe? Sie wollte sich nicht mit ihm unterhalten. Je weniger sie von ihm wusste, desto besser. Desto geringer die Gefahr, sich am Ende doch in ihn zu verlieben. „Und ich finde, es reicht. Warum sollte ich dir noch mehr über mich verraten?"

    „Weil mich deine Meinung interessiert."

    „Nervst du all deine Kunden so?", fragte sie mit einem Seitenblick.

    „Nein, ich glaube nicht, erwiderte Rory unbekümmert. „Zumindest bist du die Einzige, die sich beschwert.

    „Wenn du dich mit jemandem anfreunden willst, gibt es hier im Studio ja genügend Kandidatinnen, gab sie schroff zurück. „Vielleicht solltest du dich lieber um die bemühen, die dir ohnehin schon nachlaufen.

    „So leicht hab ich’s mir nie gemacht."

    Cara verdrehte die Augen.

    Und er schmunzelte. „Glaub mir, das Training wird dir viel mehr Spaß machen, wenn wir uns gut verstehen. Und ich bin nicht halb so schlimm, wie du denkst."

    „Dafür habe ich keinen Beweis."

    „Das lässt sich ändern, indem du mich besser kennenlernst, nicht wahr?"

    „Okay … unterhalten wir

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