Monstermauern, Mumien und Mysterien Band 15
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Band 15 der Reihe »Monstermauern, Mumien und Mysterien« enthüllt, was Archäologen und Theologen gern verschweigen: Berichte aus biblischen Zeiten, die wie Science-Fiction klingen, zum Beispiel über die »blitzenden Himmelswagen Gottes« und die »Rebellion der Himmelssöhne«, über »sieben Erden« und »unmögliches« Wissen von Lebewesen auf anderen Welten.
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Buchvorschau
Monstermauern, Mumien und Mysterien Band 15 - Walter-Jörg Langbein
Walter-Jörg Langbein
Monstermauern, Mumien und Mysterien 15
Reisen zu geheimnisvollen Stätten unseres Planeten
Impressum
© NIBE Media © Walter-Jörg Langbein
Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlags und des Autors reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
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Bilder, soweit nicht gekennzeichnet, Archiv Langbein
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Broicher Straße 130
52146 Würselen
Telefon: +49 (0) 2405 4064447
E-Mail: info@nibe-media.de
www.nibe-media.de
E-Book Distribution: XinXii
www.xinxii.com
logo_xinxiiEine echte »Monstermauer« von Nan Madol
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort: »Auf solchen Reisen …«
1. Erinnerungen an vorzeitliche Besucher aus fremden Welten?
2. Die Bibel – das Buch der Bücher?
3. »Am Anfang«
4. Die 3. Schöpfungsgeschichte
5. Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies
6. Die Sache mit der Erbsünde
7. Vom »Menschwesen« und seiner Frau
8. Als Eva noch eine Göttin war
9. Als Adammu vom Himmel stieg
10. Als Adam und Eva Götter waren
11. Unser Gott und seine Frau
12. Von Nan Madol bis Ugarit
13. Auf der Suche nach den »Göttersöhnen«
14. Aquila und die Söhne der Götter
15. Von einer Wüstenstadt zu »fremden« Erden
16. Reise ins Vorgestern
17. Sieben Erden
18. Adam reist zu fremden Planeten
19. Tebel, die zweite Erde
20. Sieben »Erden« und »unmögliches« Wissen
21. »Meister der Intelligenz und Wissenschaft«
22. »Die sieben anderen Welten der Kabbala«
23. Kain und der blinde Jäger
24. Die zwei Tode eines Mörders
25. »Da traf er den Kain zwischen die Augen«
26. »Zehntausende von blitzenden Wagen hat Gott.«
27. Adam, Eva und das »Gift Gottes«
28. Rebellion der Himmelssöhne
29. »Nicht eines Menschen Atem«
30. »Ich sehe in jener Höhe, die wir bestiegen, ein mächtig Licht«
31. »Erinnerungen an die Zukunft«
Vorwort: »Auf solchen Reisen…«
»Auf solchen Reisen lauern
an gewissen Orten unberechenbare
Gefahren. Dazu komme jene
erschütternde, endgültige Bedrohung,
die außerhalb des geordneten Kosmos,
wohin kein Traum reicht,
unaussprechlich schnattert…«
Howard Phillips Lovecraft (1)
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Vor Ihnen liegt Band 15 meiner Buchreihe »Monstermauern, Mumien und Mysterien«. Wieder darf ich Sie zu Reisen durch Raum und Zeit einladen. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie mir immer wieder zu neuen Ausflügen zu den kleinen und großen Rätseln unseres Planeten gefolgt sind.
Unsere Welt hat so viele erstaunliche Attraktionen zu bieten, die oft überhaupt nicht in das Weltbild vermeintlicher »Denker« und »Vordenker« zu passen scheinen. Aber gerade diese Ziele sind es, die wir wieder gemeinsam besuchen werden. Machen wir uns auf den Weg!
Samuel Johnson, berühmter Lexikograf und Schriftsteller des 18. Jahrhunderts (2), empfahl, Grenzen zu überschreiten: »Der Sinn des Reisens besteht darin, die Vorstellungen mit der Wirklichkeit auszugleichen, und anstatt zu denken, wie die Dinge sein könnten, sie so zu sehen, wie sie sind.«
Schulwissenschaftler neigen dazu, nur das für wirklich zu halten, was ihrer Überzeugung nach auch wirklich sein darf. Sie sehen dann die Dinge, wie sie ihrer Meinung nach sein müssen, nicht immer wie sie sind. Reisen kann schulwissenschaftlich gefestigte Weltbilder erschüttern. Für engstirnige Verfechter altehrwürdiger Doktrinen können Reisen dann liebgewonnene Überzeugungen bedrohen, ja erschüttern. Fortschritt ist freilich oft Folge von Reisen, weil wirklich Neues nur entstehen kann, wenn immer wieder hinterfragt wird, was wirklich sein kann.
Howard Philips Lovecraft (3) schrieb 1919 in »Jenseits der Mauer des Schlafs«, einer seiner ersten Kurzgeschichten (4): »Doch wir alle sind Wanderer gewaltiger Weltenräume und Reisende in vielen Zeitaltern.« Machen wir uns also auf die Reise zum Seltsamen, Geheimnisvollen und Mysteriösen. Gern möchte ich, wenn ich darf, ihr »Reiseleiter« sein. Ich versichere ihnen, dabei befolge ich einen weisen Rat von Georges Braque (5), der mit Picasso (6) den Kubismus gründete (7): »Wir sollten nur danach trachten, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, nicht sie zu überzeugen.«
Auf unserer gemeinsamen Reise drohen – allen Viren zum Trotz – keine Gefahren für Leib und Leben. Bedroht sind nur überholte Bilder von der Realität. Recht hatte Alexander von Humboldt (8), der als Forschungsreisender die Welt erkundete (9): »Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.«
Schauen wir uns also die Welt an, die »Monstermauern«, die »Mumien« und die »Mysterien«. Auch Marcel Proust (10), Verfasser von »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit«, wusste von der Bedeutung des Reisens (11): »Eine kleine Reise ist genug, um uns die Welt zu erneuern.« Bleiben wir bei Proust (12): »Die eigentlichen Entdeckungsreisen bestehen nicht im Kennenlernen neuer Landstriche, sondern darin, etwas mit anderen Augen zu sehen.«
Liebe Leserinnen, liebe Leser! Vor Ihnen liegt Band 15 meiner Buchreihe »Monstermauern, Mumien und Mysterien«. Über vierzig Jahre habe ich reisend und lesend recherchiert. Dabei habe ich gelernt, die gute alte Welt immer wieder mit anderen Augen zu sehen. Scheinbar Selbstverständliches kam mir oft plötzlich geheimnisvoll und mysteriös vor. Und manches Mal wurde scheinbar Mysteriöses in meinen Augen plötzlich leicht begreifbar. Freilich hat sich der »aufgeklärte« Mensch im Kindergarten, an Schulen und Universitäten einreden lassen, dass es Geheimnisvolles und Mysteriöses gar nicht gibt. Sich mit dem Geheimnisvollen und Mysteriösen zu beschäftigen, das galt und gilt für viele »Aufgeklärte« als Zeichen von Dummheit.
Albert Einstein freilich, dem niemand nachsagen wird, dass er ein unwissenschaftliche Spinnerei pflegender Dummkopf sei, war da ganz anderer Ansicht. Einstein, Nobelpreisträger Physik, wird als einer der bedeutendsten theoretischen Physiker der Wissenschaftsgeschichte angesehen. Seine Arbeiten zur Struktur von Materie, Raum und Zeit sowie zum Wesen der Gravitation waren revolutionär und beeinflussten massiv das wissenschaftliche Weltbild. Und dieser Albert Einstein, für viele personifizierte Intelligenz, pries das Mysteriöse (14): »Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht.«
Mystisches und Wissenschaft stellten für Albert Einstein keine Gegensätze dar, die kaum konträrer ausfallen könnten. Vielmehr war für ihn (15) »die Empfindung des Mystischen die Quelle aller wahren Wissenschaft.« Dass das für uns Unergründliche dennoch existiert, das zweifelte Albert Einstein nicht an.
Wie Einstein erhielt auch Werner Heisenberg (16) den »Nobelpreis Physik« (17). Und Werner Heisenberg machte Mut, neue Wege bei der Erforschung der Wirklichkeit zu gehen (18):
»Wirkliches Neuland in einer Wissenschaft kann wohl nur gewonnen werden, wenn man an einer entscheidenden Stelle bereit ist, den Grund zu verlassen, auf dem die bisherige Wissenschaft ruht, und gewissermaßen ins Leere zu springen. Wenn wirkliches Neuland betreten wird, kann es aber vorkommen, daß nicht nur neue Inhalte aufzunehmen sind, sondern daß sich die Struktur des Denkens ändern muß, wenn man das Neue verstehen will. Dazu sind offenbar viele nicht bereit oder nicht in der Lage.«
Ob Werner Heisenberg auch heute noch so pessimistisch eingestellt wäre? Das bezweifele ich. Denn meiner Meinung nach vollzieht sich zu Beginn des dritten nachchristlichen Jahrtausends ein ganz entscheidender Wandel ab.
Vor einem Vierteljahrhundert hatte ich Gelegenheit, mich ausgiebig mit dem Kultautor Jacques Bergier (19) zu unterhalten. Bestsellerautor Jacques Bergier hat eine ganze Reihe von Sachbüchern verfasst, einige davon entstanden als Koproduktionen mit Coautor Louis Pauwels (20). Mich persönlich beeindruckt bis heute besonders das Werk »Aufbruch ins dritte Jahrtausend« (21). Meiner Meinung nach ist das Buch heute mehr denn je lesenswert. Ich traf den sympathischen Schriftsteller am 31. Mai 1975 im Rahmen der »2. Weltkonferenz« der »Ancient Astronaut Society« in Zürich. Er nahm sich sehr viel Zeit für mich und meine Fragen. Jacques Bergier betonte immer wieder, er sei davon überzeugt, dass die menschliche Intelligenz kurz vor einem Quantensprung stünde. Bergier trat vehement für einen »phantastischen Realismus« ein, der seiner Meinung nach eines Tages die Tore zu fantastischen Erkenntnissen öffnen würde. Dann werde es keinen Unterschied mehr geben zwischen einem »Magier« und einem »Ingenieur«, dann erst würde »der Ozean des Geistes in seiner Gesamtheit« wahrgenommen.
Louis Pauwels schrieb im Vorwort zu »Aufbruch ins dritte Jahrtausend« (22): »Das Phantastische ist in unseren Augen nicht gleichbedeutend mit dem Eingebildeten. Untersucht man jedoch die Realität mit der Einbildungskraft, so entdeckt man, daß die Grenze zwischen dem Wunderbaren und dem Positiven oder, wenn man so will zwischen der unsichtbaren und der unsichtbaren Welt eine sehr dünne Linie ist.«
Jacques Bergier erklärte mir einmal: »Es ist sehr wichtig, den phantastischen Realismus in die Naturwissenschaften einzuführen, wenn man die Wirklichkeit wirklich erfassen möchte.«
Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird viel Mysteriöses finden, vor der eigenen Haustür am dörflichen Kirchlein ebenso wie in einem vielbesuchten Dom in einer Millionenmetropole, auf den fernen Osterinseln ebenso wie im Sagenbuch mit Überlieferungen aus der eigenen Heimat! Es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich nach Lektüre dieses Buches zu eigenen Recherchen aufmachen sollten. Es sind gerade unvoreingenommene Suchende, die mehr zu entdecken vermögen als betriebsblinde Spezialisten.
Sehr herzlich …
Ihr
Walter-Jörg Langbein
Fußnoten:
(1) Lovecraft, Howard Phillips: »Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath« in Lovecraft, Howard Phillips: »Der Silberne Schlüssel«, Festa Verlag, Leipzig 2013, Seite 89
(2) Samuel Johnson (*1709; 1784)
(3) Howard Phillips Lovecraft (*1890; ✝1937)
(4) Lovecraft, Howard Philips in »Jenseits der Mauer des Schlafes« in Lovecraft, Howard Phillips: »Namenlose Kulte«, Festa Verlag, Leipzig 2006, Seite 189
(5) Georges Braque (*1882; ✝1963)
(6) Pablo Ruiz Picasso (*1881; ✝1973)
(7) »gutezitate«, https://gutezitate.com/zitat/151394 (Stand 21.12.2020)
(8) Alexander von Humboldt (*1769; ✝1859)
(9) zitate.net, http://zitate.net/weltanschauung-zitate, (Stand 21.12.2020) Das Zitat wird Alexander von Humboldt zugeschrieben, eine Quelle lässt sich aber nicht verifizieren.
(10) Marcel Proust (*1871; ✝1922)
(11) »gute Zitate«, https://gutezitate.com/zitat/127354 (Stand 21.12.2020)
(12) »gute Zitate«, https://gutezitate.com/autor/marcel-proust, (Stand 21.12.2020)
(13) Albert Einstein (*1879; ✝1955)
(14) http://www.kunstzitate.de/bildendekunst/
kunstimblickpunkt/einstein_albert.htm (Stand 21.12.2020)
(15) https://www.der-innere-weg.de/der-innere-weg/ schatz truhe/albert-einstein/ (Stand 21.12.2020)
(16) Werner Heisenberg (*1901; ✝1976)
(17) https://www.nobelprize.org/prizes/physics/
1932/summary/ (Stand 21.12.2020)
(18) Heisenberg, Werner: »Der Teil und das Ganze«, Kapitel 6, »Aufbruch in das Neue Land«, 9. Auflage, München, Februar 2012, Seite 88. Hinweis: Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen. Posthum nachgedruckt.
Siehe auch Langbein, Walter-Jörg: »Monstermauern, Mumien und Mysterien«, Band 12, Würselen, November 2020, Seite 8
(19) Jacques Bergier (*1912; ✝1978)
(20) Louis Pauwels (*1920; ✝1997)
(21) Pauwels, Louis und Bergier, Jacques: »Aufbruch ins dritte Jahrtausend/ Von der Zukunft der phantastischen Vernunft«, Bern und Stuttgart 1962
(22) Ebenda, S. 31, 25.-30. Zeile von oben
1. Erinnerungen an vorzeitliche Besucher aus fremden Welten?
Stundenlang hatte ich im Val Camonica beim Weiler »Zurla« vergeblich nach einer ganz besonderen Ritzzeichnung im Fels gesucht. Vergeblich. Als es schlagartig zu regnen anfing, gab ich auf. Ich wollte den kürzesten Weg zurück zu meiner Pension im norditalienischen Capo di Ponte gehen. So stolperte ich einen steilen Hang gen Tal, rutschte, fiel hin. Der Regen wurde stärker. Ich war nass bis auf die Haut. Ich hatte Angst vor einem bösen Sturz, dessen Folgen ich mir ausmalen konnte. Mit gebrochenem Bein irgendwo fern der nächsten Straße zu liegen, das grenze an eine Horrorvision.
So beschloss ich, mich auf einen flachen Stein zu setzen und abzuwarten, bis es wieder aufhören würde zu regnen. Da hockte ich also auf dem Boden… Und direkt neben mir war die gesuchte Ritzzeichnung »meiner Astronautengötter«. Sie glänzten geheimnisvoll, regennass und Jahrtausende alt.
Künstler der Renaissance wie Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer oder Holbein der Jüngere arbeiteten zwischen 1490 und 1540 mit Anamorphosen (1). Erst anno 1657 veröffentlichte Caspar Schott (*1608; ✝1666) in Würzburg seine Schrift »Magia universalis naturae et artis« auf. Erstmals in Schotts Abhandlung über Magie in Natur und Kunst wird der Begriff Anamorphose erklärt. Freilich war der hochgebildete Jesuit Caspar Schott nicht der Erfinder, der Anamorphose. Schon lange vor ihm versetzte diese komplizierte Malweise Experten wie Laien in Erstaunen. Allerdings nutzte Schott wohl erstmals die Bezeichnung Anamorphose. Der Begriff Anamorphose geht auf das Altgriechische ?ναμόρφωσις (anamorphosis), zu Deutsch Umformung zurück.
Astronautengötter: Val Camonica
Man unterscheidet drei verschiedene Formen von Anamorphosen:
Dioptrische Anamorphosen müssen durch ein Prismensystem betrachtet werden, um durch Verzerrung unkenntliche gemachte Darstellungen sichtbar werden zu lassen.
Bei katroptischen Anamorphosen erscheint das entzerrte Abbild eines Gemäldes in einem speziellen Spiegel. Bei Längsanamorphosen benötigt man weder Spiegel noch Prismensysteme. Richtig erkennt man, was auf einem Gemälde dargestellt wurde nur, wenn man es unter einem speziellen Blickwinkel betrachtet.
Ich verwende den Begriff der Anamorphose(n) im Übertragenen Sinn. Wenn ein schulwissenschaftlich geprägter Archäologe und ein von Dänikens Gedanken inspirierter Mensch ein und dieselbe Statue betrachten, dann werden beide ganz Unterschiedliches zu erkennen meinen, futuristisch Technisches oder folkloristisches »Primitives«. Es kommt eben auf den Standpunkt an, ob man eine Statue als »Astronauten im Raumanzug« oder als »Ballspieler« identifiziert. Weil ein Archäologe vorgeschichtliche Besuche von Außerirdischen auf unserem Planeten kategorisch ablehnt, verschließt er sich jeglicher präastronautischer Interpretation etwa von Höhlenmalereien oder uralten Statuen. Für ihn gilt: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Deshalb sieht er nur, was sein darf. Was nicht sein darf, das hat er an Schule und Universität verinnerlicht.
Eine solche Selbstzensur verhindert aber wirklichen wissenschaftlichen Fortschritt. Es sind häufig Laien, die vollkommen neue Ideen in die Diskussion einbringen. Laien weigern sich das »Es kann nicht sein, was nicht sein darf!« hinzunehmen. Deshalb sind sie dazu in der Lage, wirklich Neues, das bislang Altbewährte und nie angezweifelte »Wahrheiten« anzuzweifeln und zu hinterfragen. Bis grundlegend Neues akzeptiert wird, wird in der Regel viel Zeit verstreichen. Und irgendwann wird das Neue akzeptiert. Vehementeste Gegner dieser neuen Ideen behaupten plötzlich, ihnen seien diese neuen Gedanken doch schon immer sehr sympathisch gewesen. Wer früher vehement das Neue abgelehnt hat, der ist plötzlich schon immer dafür gewesen. Zurück ins Val Camonica!
Nass bis auf die Haut saß ich da in strömendem Regen neben »meinen Astronautengöttern«. Bei meinem ersten Besuch im Val Camonica in den frühen 1970ern hatte ich vergeblich nach ihnen gesucht. Mehrfach war ich seither vor Ort. Ich durfte im riesigen Archiv des örtlichen Studienzentrums stöbern und versank förmlich im Zauber Jahrtausende alter Felszeichnungen. Professor Anati antwortete bereitwillig auf meine Fragen.
Der Archäologe Prof. Anati, Jahrgang 1930, gründete 1964 das »Centro Camuno di Studi Preistorici« in Capo di Ponte. Mit Recht gilt er als der Nestor der Val-Camonica-Forschung. Prof. Anati führte europaweit archäologische Ausgrabungen durch, aber auch in Israel. Aufsehen erregte der sympathische Gelehrte, als er »Mount Har Karkom« in der Negev-Wüste als den biblischen Berg Sinai identifizierte. Inzwischen hat der Vatikan offenbar Professor Anatis Forschungsergebnisse akzeptiert (3).
Eine echte Fundgrube für Freunde der uralten Felszeichnungen ist das norditalienische Val Camonica. Über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahrtausenden hinweg wurden hier hunderttausende Felszeichnungen verewigt. Es gibt geheimnisvolle »Symbole«. Oder sind es Zeichen einer unbekannten Bildersprache? Sehr naturgetreue Darstellungen von Tieren, von Männern mit Helmen und Speeren und von Häusern beweisen, dass die Künstler im Val Camonica sehr präzise naturgetreue Bilder anfertigen konnten. Sie haben es vieltausendfach getan. Aber da und dort tauchen riesenhaft wirkende Gestalten auf, daneben erkennen wir Menschen, die im Vergleich mit den Riesen wie Zwerge wirken.
Sehr groß sind Figuren, die auch von der klassischen Archäologie als Götter interpretiert werden. Prof. Anati hat einige hochinteressante Werke über die Felsbilder im Val Camonica publiziert (4), aber auch über eine Vielzahl anderer Themen, wie die Ursprünge der Musik, die älteste Religion und Felskunst in aller Welt.
Professor Anati musste manchmal ob meiner doch stark von den Gedanken der Präastronautik geprägten Vorstellungen schmunzeln. »Bei diesem riesenhaften Wesen mit Gehörn könnte es sich um den keltischen Gott Cernunnos handeln, der von den Kelten verehrt wurden, die immer wieder durch das Tal zogen und sich im Stein mit Ritzzeichnungen verewigten. Cernunnos war wohl ein Gott der Natur, der wilden Tiere und der Fruchtbarkeit!«
Götter, so Professor Anati, wurden wohl über die Jahrtausende immer wieder in die von Gletschern glatt geschliffenen gigantischen Steinplatten geritzt oder gemeißelt. Bei einem meiner frühen Besuche vor Jahrzehnten fertigte Mila de Abreu, eine attraktive Archäologiestudentin, präzise, maßstabsgerechte Zeichnungen von den Abbildungen einer steinernen Stele (Stele III) an. Was aber zeigt die Stele? Denken wir an die Kunst der Anamorphosen. Bei Längsanamorphosen kommt es auf den Standpunkt an. Je nachdem wo man steht, sieht man beim Betrachten eines Gemäldes etwas (manchmal) vollkommen anderes.
Das gilt auch im übertragenen Sinne. Wer den Besuch von Außerirdischen vor Jahrtausenden auf Planet Erde grundsätzlich ausschließt, der sieht auf Stele III eine Gruppe von Menschen, die offenbar ein Wesen mit Strahlenkranz um den Kopf begrüßen oder bejubeln oder anbeten. Ist das ein Schamane, dessen spirituelle Kraft bildlich dargestellt werden soll? Insgesamt zwölf Menschen stehen da in drei Reihen. Sie fassen sich an den Händen. Wird hier ein uralter, längt vergessener sakraler Ritus zelebriert? Deutlich abgehoben von der Versammlung ist das Wesen mit dem runden »Heiligenschein«, der sein Haupt umschließt.
Mila de Abreu vermutete: »Das ist ein Schamane oder ein Priester. Vielleicht werden Naturgewalten angerufen und inbrünstig gebeten, die Menschen zu verschonen. Vielleicht wird ein Kollege des Cernunnos angefleht, er möge reiche Jagdbeute gewähren.«
Cemmo III; Vorderseite komplett
Vielleicht wird aber auch uralter Mythos
