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Hexentod auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi
Hexentod auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi
Hexentod auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi
eBook180 Seiten1 StundeDie INSEL Polizei

Hexentod auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi

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Über dieses E-Book

"Todesengel und Hexen – hier auf der Insel?" Als die alte Frau Husmann behauptet, auf dem Langeooger Friedhof zwei Hexen beim Tanz und der Beschwörung eines Todesengels gesehen zu haben, halten die Inselkommissare Fenja Bruns und Jonte Visser die Geschichte zunächst für Spinnerei. Doch ihre Skepsis schwindet, als Fenja am selben Tag zwei Frauen auf einer Bank entdeckt – exakt passend zu Frau Husmanns Beschreibung der angeblichen Hexen! Am nächsten Morgen sorgt ein grausiger Fund für Aufsehen: Ein Urlauber liegt tot am Strand. Eine Todesursache ist zunächst nicht ersichtlich. Die Ehefrau des Mannes verrät den Ermittlern allerdings, dass er sich bei Vollmond offenbar mit den zwei mysteriösen Hexen treffen wollte. Was steckt hinter den merkwürdigen Ereignissen? Ein makabres Spiel, ein perfider Plan oder tatsächlich dunkle Mächte? Fenja und Jonte müssen Licht ins Dunkel bringen, bevor es auf Langeoog womöglich weitere Opfer gibt …

SpracheDeutsch
HerausgeberKlarant
Erscheinungsdatum8. Dez. 2024
ISBN9783689751456
Hexentod auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi

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    Buchvorschau

    Hexentod auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi - Julia Brunjes

    Kapitel 1

    »Fenja Bruns, Polizeiwache La…«

    »Hier sind Hexen!«, flüsterte eine Stimme am Telefon.

    »Hallo? Wer ist da?« Fenja stand vom Bürostuhl auf.

    »Ich bin’s, Frau Husmann. Komm schnell! Hier sind Hexen! Die haben getanzt und haben einen Todesengel beschworen, dann haben sie mit einem Knochen geworfen.«

    Fenja riss die Augen auf und sah zu Jonte.

    Er zog die Stirn in Falten.

    »Ganz ruhig, Frau Husmann«, sagte Fenja. »Wo sind Sie?«

    »Wer? Die Hexen oder ich?«

    »Sie, Frau Husmann«, sagte Fenja. »Wo sind Sie gerade?«

    »Auf dem Friedhof, bei meinem Jan. Der liegt hinter der Hecke. Da, wo die Bank steht.«

    »Wir sind schon unterwegs«, rief Fenja. »Bleiben Sie, wo Sie sind.«

    *

    »Hexen?«, fragte Jonte ungläubig und schwang sich aufs Bike.

    »Angeblich«, antwortete Fenja. »Wer sonst beschwört einen Todesengel und wirft mit Knochen um sich?« Sie schloss den Helm und trat in die Pedale.

    Jonte holte sie ein. »Vampire!«, sagte er.

    Frau Husmann saß auf der Bank und pfiff vor sich hin. In der rechten Hand hielt sie die kurzstielige Unkrauthacke fest umschlossen. Kaum hatte sie die Inselpolizisten kommen sehen, sprang sie auf und winkte sie damit heran.

    »Ihr seid zu spät!«, sagte sie vorwurfsvoll. »Kommt mit! Ich zeig euch, wo sie waren.«

    Die für ihre achtzig Jahre immer noch flinke Frau lief den roten Ziegelsteinweg entlang. Auf der Wiese vor den Gedenktafeln der Deutsch-Balten blieb sie stehen.

    Sie hob die Hacke hoch und tanzte im Kreis.

    »So haben die getanzt – die Hexen.«

    »Was machen wir nur mit ihr?«, flüsterte Jonte Fenja zu.

    Die Inselpolizistin seufzte. »Wir bringen sie erst einmal nach Hause. Vielleicht hat sie bei der Hitze zu wenig getrunken. Sollte es schlimmer mit ihr werden, geben wir Doktor Loos Bescheid, damit er sie mal untersucht. Ich glaube, sie hat noch eine Enkelin auf dem Festland. Der könnten wir auch Bescheid geben.«

    Fenja ging zu ihr, griff nach ihrem Arm und brachte sie sanft zum Stehen.

    »Huch, jetzt ist mir schwindelig«, sagte die alte Dame und torkelte.

    Sie legte einen Finger auf die Spitze ihrer kleinen Hakennase und sah darauf. Danach strich sie kurz über die Warze am Nasenflügel.

    »Weg!«, meldete sie und meinte sicher den Schwindel.

    »Wir begleiten Sie nach Hause, Frau Husmann. Nach der Aufregung möchten Sie bestimmt etwas trinken und einen Happen essen, oder?«

    Frau Husmann nickte ergeben. Sie fummelte eine Strähne ihrer langen weißen Haare zurück ins Hochgesteckte. Doch dann schrie sie auf und wies mit der Hacke auf die niedrige Buchsbaumhecke links neben sich.

    Fenja zog den Gegenstand aus dem Grün und zeigte ihn Jonte.

    »Ein Hühnerknochen«, sagte er. »Er muss schon länger hier liegen.«

    »Das war aber ein großes Huhn«, stellte Fenja fest. Sie zog einen Beweismittelbeutel hervor und steckte den Knochen hinein. Den wollte sie später entsorgen, wenn Frau Husmann sie nicht dabei beobachtete und sie wusste, was es für ein Tierknochen war.

    Die alte Dame beobachtete es mit Wohlwollen.

    »Habe ich doch gesagt, dass die …«, sie sah sich in alle Richtungen um und flüsterte, »… dass die Hexen hier waren.«

    Kapitel 2

    »Also gut, Frau Husmann«, sagte Fenja und seufzte, weil die alte Dame die Hacke nicht aus der Hand legen wollte. »Wenn es Ihnen wirklich wieder besser geht und Sie darauf bestehen, nehmen wir jetzt auf, wie die zwei Hexen ausgesehen haben. Jonte, schreibst du mit?«

    Ihr Kollege, der mit ihr auf der Eckbank in der Küche von Frau Husmann saß, holte seinen Notizblock und den Kuli hervor.

    »Die eine war ungefähr so groß wie du, Fenja«, antwortete sie.

    »Eins sechzig?«, fragte Jonte.

    »Nein! Wie kommst du darauf?«, protestierte Fenja. »Eins siebzig!«

    »Ja, genau«, sagte Frau Husmann. »Die eine Hexe trug eine hellrote Pluderhose mit kleinen orientalischen Ornamenten bedruckt, eine Tunika darüber und an den Füßen Sandalen. Ihre grauen Haare standen wirr und kraus vom Kopf ab.«

    Fenja hob die Augenbrauen. »Eher ein ungewöhnliches Outfit für eine Hexe, oder?«

    »Alles Tarnung«, sagte die alte Frau Husmann. »Die zweite hatte sich auch als Hippie getarnt mit ihren langen blonden Locken. Die hatte eine Schlabberbluse und einen langen Schlabberrock an, der ging bis auf die Knöchel. Das würde ich noch nicht mal zum Putzen anziehen.«

    Sie schlug die Hand vor den Kopf.

    Glücklicherweise nicht die mit der Hacke.

    »Ach so, mir fällt noch etwas ein«, sagte sie. »Der blonde Lockenkopf ging barfuß. Hexen können barfuß über glühende Kohlen gehen. Wusstet ihr das?«

    Ein ohrenbetäubendes Flöten erklang.

    Die drei zuckten zusammen.

    Frau Husmann stand auf, legte endlich die Hacke beiseite und ging zum Herd. Sie nahm den flötenden Kessel von der Platte und goss das heiße Wasser auf die Teeblätter in der Kanne.

    »Holst du die Kekse?«, rief sie der Inselpolizistin zu.

    Fenja stand auf, klappte den Sitz der Eckbank hoch und zog die flache Blechdose hervor.

    Vorsichtig öffnete sie den Deckel.

    Glück gehabt. Ein herrlicher Duft nach Zimt und Schokolade strömte ihr entgegen. Es schien so, als habe die alte Frau Husmann erst vor Kurzem neue Weihnachtskekse gebacken, womit sie diesmal besonders früh dran war.

    Jonte griff als Erster zu und sprach mit vollem Mund.

    »Von wo aus haben Sie die Frauen beobachtet?«

    »Ich lag hinter der Hecke auf der Lauer und habe ein Stoßgebet zum Himmel geschickt, dass mich die zwei nicht entdecken. Sie suchten doch ein Opfer. Wer weiß, was sie mit mir gemacht hätten.«

    Fenja sah auf die Uhr. Länger durften sie sich wirklich nicht bei ihr aufhalten. Aber wer sollte gleich nach der alten Dame schauen? Wen sollten sie zuerst verständigen? Die Enkelin oder Doktor Loos? Etwas gegessen und getrunken hatte Frau Husmann. Ihr fehlte vielleicht der übliche Mittagsschlaf.

    »Das war aber noch nicht das Schlimmste«, setzte Frau Husmann einen drauf. »Plötzlich warf die Barfüßige mit einem Knochen. Den habe ich ja gefunden.«

    Fenja nahm sich gleich zwei Schokoladenkekse aus der Dose. Schokolade half ihr beim Stressabbau.

    »Ich habe alles notiert«, sagte Jonte. »Danke, Frau Husmann. Wir werden uns um die Angelegenheit kümmern und schauen mal, ob wir die beiden Frauen …«

    »Hexen!«, verbesserte sie.

    »… die beiden Hexen im Dorf sehen.«

    »Geben Sie uns bitte mal den Namen und die Handynummer Ihrer Enkelin«, sagte Fenja. »Es wäre doch schön, wenn sie diese Nacht bei Ihnen schlafen könnte, damit Sie sich sicher fühlen.«

    »Wer hat denn gesagt, dass ich mich hier nicht sicher fühle? Nein, nein, in meinem Haus passiert mir nichts. Ich mache niemandem die Tür auf. Außerdem …«

    »Es wäre doch schön, Ihre Enkelin mal wieder zu sehen, oder?«, versuchte es nun Jonte.

    »Außerdem …«, setzte Frau Husmann erneut an, wurde aber diesmal von Fenja unterbrochen.

    »Sie könnten gemeinsam Karten spielen.«

    »AUSSERDEM ist meine Enkelin Rixta bereits hier«, rief die alte Dame. »Sie ist gestern Abend mit der Fähre angekommen. Nur weiß ich im Moment nicht, wo sie sich herumtreibt.«

    Die Inselpolizistin sah Frau Husmann skeptisch von der Seite an.

    Sie protestierte. »Was denn? Rixta ist hier. Das kannst du mir glauben. Auch das mit den Hexen.«

    »Na gut.« Fenja gab es auf. »Versprechen Sie mir, sich etwas hinzulegen?«

    »Das hatte ich sowieso vor. Ihr müsst mich nicht wie eine arme Irre behandeln. Ich bin noch nicht verkalkt.«

    Ein Schlüssel drehte sich im Schloss der Eingangstür.

    Eine Tasche wurde auf den Boden geknallt.

    »Bin wieder da! Oma, wo bist du?«

    *

    In den Raum trat eine optimistisch geschätzt Fünfunddreißigjährige.

    Rixta zuckte zurück, als sie die Inselpolizisten auf der Eckbank sitzen sah.

    »Oh, du hast Besuch? Von der Polizei?« Sie lachte. »Hast du wieder eine Bank ausgeraubt?«

    Frau Husmann holte tief Luft und schnaubte.

    »Wieso hast du Opas Hochzeitshemd an? Hast du dir etwa noch mehr Hemden von ihm unter den Nagel gerissen?«

    »Oma! Opa ist seit zehn Jahren tot. Sollen die Motten die Oberhemden fressen? Opa nützen sie nichts mehr, und ich finde sie schön. Das ist hip.«

    »Hip?«, fragte die alte Frau Husmann. »Läufst du etwa auch so in der Redaktion herum?« Sie wackelte mit dem Kopf.

    Rixta nickte. »Ich kann dort tragen, was ich will. Das ist nicht mehr so wie früher.«

    »Leider«, sagte Frau Husmann. »Früher haben die Männer Anzug und Hut getragen.«

    Fenja war es egal. Das waren hausgemachte Probleme, und auch das mit den Hexen würden die Inselpolizisten nun schnell als erledigt betrachten.

    Jonte verabschiedete sich und gab vor, seine tägliche Runde durchs Dorf fahren zu müssen.

    Fenja nickte ihm zu und wandte sich an die Enkelin.

    »Darf ich Sie mal kurz unter vier Augen sprechen, Frau Rixta Husmann?«

    »Nenn mich Rixta«, bat sie. »Wir haben mal auf einem der Inselfeste ausgelassen zusammen gefeiert. Weißt du das nicht mehr?«

    »Nicht, dass ich es auf die Schnelle wüsste«, sagte Fenja. »Das müsste sehr lange her sein.« Sie hoffte, es war nichts Peinliches.

    Die beiden Frauen gingen ins Wohnzimmer und ließen die alte Dame zurück. Noch immer war sie fassungslos, machte es sich nun aber in ihrem Fernsehsessel bequem.

    »Es ist so«, sagte Fenja. »Laut deiner Großmutter soll es zwei Hexen auf der Insel geben, die angeblich einen Todesengel beschworen haben.«

    »Todesengel? Hexen? Hier auf der Insel? Ist ja lustig«, sagte Rixta. »Das wäre eine tolle Story für mein Blatt.«

    Fenja sah sie streng an. »Ich mache mir ernsthaft Sorgen um den Gesundheitszustand deiner Oma. Wie lange bleibst du bei ihr?«

    »Keine Sorge. Ich habe vier Tage vorgesehen und werde Omas Gemütszustand beobachten.«

    Fenja war erleichtert.

    »Mit lustig meinte ich auch nur, dass ich früher dachte, sie sei selbst eine Hexe«, ergänzte Rixta. »Wegen ihrer krummen Nase und der Warze darauf. Aber mit dem Alter merkte ich sehr schnell, dass nicht jede Hexe wie aus dem Märchenbuch aussehen muss. Man trifft sie quasi überall.«

    Fenja zog eine Visitenkarte aus dem Uniformhemd und überreichte sie ihr. »Wenn was ist«, sagte sie knapp.

    Rixta steckte die Karte ungesehen ein. »Das sagen die im Tatort auch immer, und kurz darauf stirbt jemand.«

    Kapitel 3

    Fenja fuhr mit dem Bike Richtung Polizeistation. Bei diesem sonnigen Augustwetter, das von einem kühlenden Wind begleitet wurde, unterschätzten die meisten Touristen die UV-Strahlung und fingen sich heftigen Sonnenbrand ein.

    Die Inselpolizistin brauchte jetzt eine dringende Abkühlung und entschied sich, Kurs auf ihre Lieblingseisdiele

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