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Säbelmord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi
Säbelmord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi
Säbelmord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi
eBook154 Seiten1 StundeDie INSEL Polizei

Säbelmord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi

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Über dieses E-Book

"Ich habe eine Mordwaffe gefunden!" Auf dem Langeooger Friedhof bei der Höhenpromenade liegt ein blutverschmierter Säbel. Wenig später wird ganz in der Nähe auch die Leiche des exzentrischen Kunstmalers Arndt Klepper entdeckt. Die Inselkommissare Fenja Bruns und Jonte Visser stehen vor einem Fall voller Rätsel. Auf Kleppers Handy stoßen sie auf ein mysteriöses Telefonat, das er kurz vor seinem Tod führte. Steckt der geheimnisvolle Telefonkontakt hinter der blutigen Tat? Warum ließ der Täter die Mordwaffe demonstrativ auf dem Friedhof liegen, anstatt sie einfach verschwinden zu lassen? Und woher kam das viele Geld, mit dem Klepper seiner Frau ein luxuriöses Leben finanzierte? Den Einnahmen aus seinen Bildern nach zu urteilen, war Klepper nämlich eher ein Hungerkünstler. Offenbar gab es noch eine verborgene Einnahmequelle, die womöglich direkt zum Mörder führen könnte …

SpracheDeutsch
HerausgeberKlarant
Erscheinungsdatum11. Nov. 2024
ISBN9783689751012
Säbelmord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi
Autor

Sina Jorritsma

Die gebürtige Ostfriesin Sina Jorritsma aus der Krummhörn studierte in Hamburg Germanistik und Philosophie, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Sie veröffentlicht unter Pseudonym, weil sie ihre Umgebung genau beobachtet und Ereignisse aus ihrem Leben in ihre Geschichten einfließen. Das Romaneschreiben ist ihr kleines Geheim-nis, das nur wenige Menschen kennen. Bei einer großen Kanne Ostfrie-sentee mit Sahne und Kluntjes kann sie halbe Nächte durchschreiben, tagsüber hält sie sich mit Joggen fit. Sina Jorritsma lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort bei Emden.

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    Buchvorschau

    Säbelmord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma

    Kapitel 1

    »Ich habe eine Mordwaffe gefunden!«

    Kommissarin Fenja Bruns von der Polizei Langeoog war erst seit einer Stunde im Dienst, als sie am Telefon diese beunruhigende Nachricht bekam. Sie hatte gerade überlegt, womit sie die neue Praktikantin an diesem sonnigen Augusttag beschäftigen konnte.

    »Beruhigen Sie sich bitte«, sagte sie zu der Anruferin, bei der es sich, der Stimme nach zu urteilen, um eine ältere Dame handelte. Sie fuhr fort: »Ich benötige zunächst Ihren Namen und den genauen Standort, wo Sie den Gegenstand entdeckt haben.«

    »Gegenstand?! Das ist ein blutiges Schwert!«, rief die Melderin und fügte hinzu: »Ich heiße Elke Ruprecht und bin hier auf einem Friedhof bei der Höhenpromenade. Kommen Sie bitte schnell, vielleicht treibt der Täter sich noch in der Nähe herum!«

    Fenja verkniff sich die Frage, ob Frau Ruprecht auch eine Leiche entdeckt hätte. Grundsätzlich nahm sie jede Meldung erst einmal ernst. Und obwohl es Menschen gab, die den Missbrauch des Notrufs für einen gelungenen Scherz hielten, musste sie zunächst jedem Anfangsverdacht nachgehen. Die neue Praktikantin Cornelia Frank saß an ihrem »Katzentisch« in der kleinen Inselwache und schaute die Kommissarin fragend an. Die Zweiundzwanzigjährige verstärkte das Langeooger Polizeiteam erst seit drei Tagen. Allzu viel wusste Fenja noch nicht über sie – außer, dass die Praktikantin ihren Vornamen verabscheute und sich lieber Conny rufen ließ. Ansonsten war sie eher der unauffällige Typ – mittelgroß, mittelschlank, mittelblondes Haar. Fenja hielt es für einen Vorteil, wenn eine angehende Polizistin nicht allzu viel Interesse auf sich zog. So ließ sich besser ermitteln. Als Praktikantin trug Conny Zivilkleidung, die an diesem warmen Sommertag aus knielangen Jeansshorts und einer Batikbluse bestand. Fenja hatte ihre blaue Polizeiuniform an. Sie teilte der Praktikantin mit, was sie soeben erfahren hatte: »Wir machen uns am besten vor Ort ein Bild von der Lage. Jonte wird ja erst mit der Nachmittagsfähre zurückkehren, vielleicht haben wir bis dahin den Fall schon gelöst – falls überhaupt ein Verbrechen stattgefunden hat.«

    Normalerweise war die Langeooger Polizeistation nur mit Fenja und ihrem Kollegen Jonte Visser besetzt, aber an diesem Morgen hatte Jonte einen mit Haftbefehl gesuchten Straftäter aufs Festland eskortieren müssen. Der Schurke war nämlich am Vorabend wegen Zechprellerei angezeigt worden. Bei der Gelegenheit hatte sich herausgestellt, dass er in der JVA Vechta eigentlich eine Freiheitsstrafe hätte antreten müssen. Aber momentan war Fenja zuversichtlich, die Lage auf der schönen Ferieninsel auch ohne seine Unterstützung unter Kontrolle behalten zu können. Sie schaltete die Anrufumleitung auf ihr Handy ein und verließ zusammen mit Conny die Wache An der Kaapdüne. Die Polizisten bewegten sich auf der autofreien Insel per Fahrrad fort, und der Praktikantin wurde natürlich ebenfalls ein Drahtesel zur Verfügung gestellt.

    »Was könnte diese Frau Ruprecht denn auf dem Friedhof zu suchen gehabt haben?«, rätselte Conny, während die beiden Richtung Höhenpromenade fuhren. »Liegen dort Angehörige von ihr?«

    »Diese Fragen werden wir ihr gleich stellen«, erwiderte die Kommissarin. »Ansonsten ist es auch möglich, dass sie die letzte Ruhestätte von Lale Andersen besuchen wollte – das war eine berühmte Sängerin, die auf Langeoog geboren wurde.«

    Diese Information fügte Fenja stets hinzu; sie war daran gewöhnt, dass junge Leute mit dem Namen nichts mehr anfangen konnten. Auf dem Dünenfriedhof befanden sich ansonsten auch zahlreiche andere historische Gräber. Die idyllische Lage brachte viele Menschen dazu, dem Gottesacker einen Besuch abzustatten. Obwohl Langeoog die drittgrößte der ostfriesischen Inseln war, hatten die beiden ihr Fahrtziel schnell erreicht. Sie ließen ihre Räder am Eingang stehen und gingen zu einer älteren Frau hinüber, die aufgeregt winkte. Bei ihr handelte es sich offenbar um Elke Ruprecht. Sie war schätzungsweise um die sechzig, trug eine weite helle Leinenhose, Schuhe mit Profilsohle und über ihrem T-Shirt eine dünne blaue Kapuzenjacke. Es versprach, ein warmer Tag zu werden, aber momentan wehte noch ein kühler Wind. Fenja fror nicht so leicht, verbrachte allerdings auch den größten Teil ihres Lebens an der frischen Luft. Außerdem war sie der Meinung, als gebürtige Ostfriesin über eine natürliche Abhärtung zu verfügen. Sie gab Frau Ruprecht die Hand: »Moin, ich bin Kommissarin Bruns. Das ist meine Mitarbeiterin Frau Frank.«

    Sie vermied es, gegenüber Außenstehenden den Begriff Praktikantin zu benutzen, denn viele Menschen nahmen eine solche Tätigkeit leider nicht für voll. Dabei waren zumindest Fenja und Jonte stets bemüht, ihren Praktikanten einen realistischen Einblick in die Polizeiarbeit zu geben – mit wechselndem Erfolg. Frau Ruprecht nickte und schaute sich so verängstigt um, als ob hinter den Grabsteinen in der Nähe Meuchelmörder lauern würden: »Es ist gut, dass Sie so schnell hier erscheinen konnten. – Da liegt das blutige Schwert!«

    Sie zeigte auf eine antik wirkende Waffe, die jemand scheinbar achtlos neben ein steinernes Kreuz geworfen hatte. Fenja und Conny traten näher. Auf der Klinge waren dunkle Flecken zu sehen – aber die Kommissarin hätte nicht auf Anhieb sagen können, ob es sich um Blut, Schmutz oder Rost handelte. Wie alt die Waffe wohl sein mochte? Auch dazu hatte sie momentan noch keine Meinung. Ihr fiel aber etwas anderes auf, denn sie war eine gute Menschenkennerin: Die Praktikantin hatte scheinbar etwas auf dem Herzen, traute sich aber nicht, den Mund aufzumachen. Fenja war schon aufgefallen, dass Conny gelegentlich durch ihre Schüchternheit ausgebremst wurde.

    »Was meinst du zu dem Fund?«, fragte sie mit einem ermunternden Tonfall.

    »Das ist kein Schwert, sondern ein Kavalleriesäbel«, murmelte Conny. Sie wirkte so verlegen, als ob sie eine Zweideutigkeit von sich gegeben hätte.

    »Also die Waffe eines Reitersoldaten?«, vergewisserte sich die Kommissarin. »Wie kommst du zu dieser Vermutung?«

    »Ein Vorfahr von mir hatte genauso einen Säbel, das habe ich auf einem alten Foto gesehen«, lautete die Antwort.

    Nun mischte sich Frau Ruprecht ein, sie klang ungeduldig: »Na schön, dann ist die Mordwaffe eben kein Schwert, sondern ein Säbel. Aber was werden Sie jetzt unternehmen?«

    »Zunächst müssen wir herausfinden, ob überhaupt ein Tötungsdelikt vorliegt«, erklärte Fenja.

    Die ältere Dame warf ihr einen empörten Blick zu: »Wollen Sie mir unterstellen, dass ich lüge?«

    »Keineswegs«, erwiderte die Kommissarin gelassen, »aber es lässt sich auf den ersten Blick nicht feststellen, ob wirklich Blutspuren auf der Klinge vorhanden sind. Und selbst wenn das der Fall sein sollte – mit der Waffe könnte eine Person auch nur verletzt oder ein Tier geschlachtet worden sein.«

    Die Erfahrung hatte sie gelehrt, dass man bei der Polizeiarbeit nichts ausschließen durfte. Frau Ruprecht war nicht davon abzubringen, eingeschnappt zu sein: »Ich habe es nur gut gemeint. Wenn hier wirklich ein Mörder frei herumläuft …«

    »Das werden wir schnell herausfinden«, versicherte Fenja. Sie hatte den Säbel noch nicht berührt, aber es war unverkennbar, dass es sich um eingetrocknete Flüssigkeit handelte. Wie lange es wohl her sein mochte, seit dieser Säbel als Waffe benutzt worden war? Die Kriminaltechnik konnte diese Frage zweifellos beantworten. Die Kommissarin machte zunächst einige Fotos von der genauen Lage des Objekts. Sie wandte sich an Conny: »Nimmst du bitte Frau Ruprechts Daten auf? Es kann sein, dass wir später noch weitere Fragen haben.«

    Die Kommissarin wollte der Praktikantin nicht das Gefühl geben, nur als unnützes Anhängsel mitgekommen zu sein – ganz abgesehen davon, dass sie vielleicht einen wichtigen Hinweis zur Herkunft der Waffe gegeben hatte. Immerhin schien sie an der Meldung interessiert zu sein, was man nicht von jedem Praktikanten in der Vergangenheit behaupten konnte. Und eine Wichtigtuerin war Conny offenbar auch nicht. Trotzdem fehlte Fenja der Austausch mit Jonte. Sie war es einfach gewohnt, ihre polizeilichen Aufgaben gemeinsam mit dem blonden Inselfriesen zu erledigen. Immerhin wirkte Elke Ruprecht nun einigermaßen besänftigt. Sie nannte der Praktikantin ihre Heimat- und Urlaubsadresse sowie ihre Mobilnummer.

    »Vielen Dank, dass Sie sich bei uns gemeldet haben«, sagte Fenja zum Abschied. »Wir kontaktieren Sie, falls wir noch Fragen haben.«

    Die ältere Dame schien nun endgültig beruhigt zu sein, jedenfalls nickte sie den beiden huldvoll zu und ging Richtung Höhenpromenade davon.

    »In der unmittelbaren Umgebung der Waffe sind keine Blutspuren zu sehen. Was schließt du daraus, Conny?«

    »Falls wirklich ein Verbrechen stattgefunden hat, dann nicht hier«, sagte die Praktikantin und zeigte auf das Grab, neben dem der Säbel im Gras lag. Sie fuhr fort: »Außerdem kann die Tat schon vor längerer Zeit verübt worden sein, darüber sagt uns die Waffe nichts.«

    Nach Fenjas Meinung war das eine gute Antwort. Conny schien sehr aufgeweckt zu sein und machte sich ihre eigenen Gedanken. Und es gab noch einen Punkt, der die Kommissarin interessierte: »Es ist gut, dass du vorhin den Mund aufgemacht hast. Ich fand den Hinweis auf einen Kavalleriesäbel sehr wichtig. Die Herkunft der Waffe kann unsere Ermittlungen voranbringen. Kannst du mir noch mehr darüber erzählen?«

    »Ich bin keine Waffennärrin, sondern habe mich damit beschäftigt, als ich Ahnenforschung betrieben habe«, erzählte die junge Frau mit ernstem Gesichtsausdruck, »und ein Vorfahr von mir namens Ottmar hatte eben einen solchen Säbel als Dienstwaffe, als er bei den Braunschweigischen Husaren gedient hat. Ich habe Fotos von ihm und seiner Montur und Ausrüstung von meiner Oma bekommen. – Ein Schwert hat übrigens eine gerade Klinge, während Säbel meist mehr oder weniger leicht gebogen sind.«

    »Wir können mit unseren Möglichkeiten nicht prüfen, ob es sich bei den Rückständen auf der Klinge um Blut handelt oder nicht«, erklärte Fenja. »Deshalb nehmen wir den Gegenstand erst einmal mit. Falls sich Hinweise auf eine Straftat erhärten, lassen wir ihn kriminaltechnisch untersuchen.«

    »Müssen wir nicht Spuren

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