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Tattoomord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi
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eBook183 Seiten2 StundenDie INSEL Polizei

Tattoomord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi

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Über dieses E-Book

»Kommen Sie schnell! Hier liegt eine Tote!« Die Tattoo Angels machen Urlaub auf Langeoog. Doch unter den Mitgliedern des Tattoo-Clubs kommt es bereits am ersten Tag im Lokal "Zum Harpunier“ zu einem heftigen Streit, beobachtet von den Inselpolizisten Fenja Bruns und Jonte Visser. Wenige Stunden später wird Bella, die den anderen Tattoo Angels wütend nach Langeoog hinterhergereist war, erschlagen aufgefunden! Warum wollten die anderen Bella auf der Insel nicht dabeihaben? Geht es bei dem Mord um ein misslungenes Gesichtstattoo oder spielen unbezahlte Schulden die entscheidende Rolle? Spätestens als die Gerichtsmedizin Alarm schlägt, wird den Ermittlern klar, dass jemand ein falsches Spiel treibt. Und dann verschwindet auch noch die junge Polizei-Praktikantin Maike spurlos. Ist sie einem der Tattoo Angels zu nahe gekommen?

SpracheDeutsch
HerausgeberKlarant
Erscheinungsdatum16. Juli 2024
ISBN9783689750329
Tattoomord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi

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    Buchvorschau

    Tattoomord auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi - Julia Brunjes

    Kapitel 1

    »Moin. Neue Woche, neues Glück«, begrüßte die Inselpolizistin Fenja Bruns ihren Kollegen Jonte Visser in der Polizeiwache und setzte sich an den Schreibtisch. Ihre hellbraunen Haare, die bis über die Ohren reichten, waren nach dem Duschen noch nicht vollständig getrocknet. Was nicht weiter schlimm war, denn Fenja bewegte sich erst einmal nur innerhalb des Hauses, weil sie im Obergeschoss der Polizeiwache wohnte.

    »Moin«, antwortete Jonte und blickte kurz von seinem Monitor auf.

    Fenja zog den Tischkalender heran und blätterte eine Seite um.

    »Ach du je! Das ist schon heute?« Sie nahm sich vor, endlich den Kalender im Diensthandy zu nutzen und die Erinnerungsfunktion einzuschalten, damit sie vor solchen Überraschungen sicher war.

    Jonte nickte. »Um 8:30 Uhr kommt sie mit der Fähre an.«

    »Ja, das steht hier«, bestätigte Fenja. »Unsere neue Praktikantin kann als Erstes lernen, dass Inselpolizisten in den Ferien unbedingt Verstärkung benötigen.«

    »Das sollte lieber Wittmund lernen. Statt einer vollwertigen Aushilfe schicken sie uns das Küken.«

    Nachdem die Inselpolizistin sich den kurzen Lebenslauf der Praktikantin durchgelesen hatte, seufzte sie. »Maike Schön ist erst fünfzehn Jahre alt. Auf sie müssen wir nun auch noch aufpassen. Schöner Wochenbeginn. Ich brauche erst einmal einen starken Tee.«

    *

    Die Inselpolizisten standen seitlich vor dem Abstieg der Langeoog II und warteten darauf, dass die ankommenden Gäste vom Schiff gingen.

    Sie mussten nach einer jungen Frau Ausschau halten, die ihrem Nachnamen alle Ehre machte. Lange blonde Haare, hübsches Gesicht und wasserblaue Augen – klassischer norddeutscher Typ.

    Aber bestimmt erkannte Maike die Inselpolizisten sofort an der Uniform und würde von selbst auf sie zukommen.

    »Siehst du sie?«, fragte Fenja Jonte und fuhr im selben Moment herum. Jemand hatte ihr von hinten auf die Schulter geklopft.

    Fenja sah nach oben. Das über ein Meter und achtzig große stabile Küken stand hinter ihr und reichte die Hand zur Begrüßung.

    »Moin. Ich bin Maike, Ihre neue Praktikantin«, sagte sie voller Stolz und Selbstbewusstsein. Ihre Stimme klang angenehm reif.

    Jonte war sofort auf Augenhöhe mit ihr und strahlte. »Na, das ist ja mal eine Überraschung. Moin. Herzlich willkommen auf Langeoog!«

    Im Gleichmarsch gingen die drei zur Polizeiwache. Unterwegs musterte Fenja Maike. Ob sie sich den Personalausweis der jungen Dame zeigen lassen sollte? Die Inselpolizistin hätte ihren Fahrradhelm dafür verwettet, dass die Praktikantin mindestens zweiundzwanzig Jahre alt war. Die weiblichen Kurven, ihr erfahren wirkendes Lächeln und diese innere Gelassenheit waren eher untypisch für eine Fünfzehnjährige.

    Jonte schloss die Eingangstür auf und gab Maike kurz den Vortritt, bis er sie wieder überholte.

    »Hier links befindet sich die Arrestzelle, hinten geht’s zum Umkleideraum und da entlang zum Bad mit der Toilette.« Er zeigte mit dem Finger in die jeweilige Richtung. »Wir gehen jetzt geradeaus, direkt ins Office.«

    »Büro«, verbesserte Fenja. »Wir sind hier nicht beim FBI.«

    Jonte sah seine Kollegin irritiert an.

    »Ich schlage vor, wir duzen uns«, sagte er zu Maike und reichte ihr die Hand. »Jonte.«

    Fenja ergänzte. »Natürlich soll es ein Du mit gegenseitigem Respekt sein. Ich heiße Fenja.«

    Sie gaben sich die Hand.

    Fenja drückte beherzt zu.

    Maike verzog keine Miene – aber Fenja schmerzten die Finger.

    »Du wirst dich bei uns wohlfühlen«, sagte Jonte. »Wir sind locker drauf, aber nie leichtsinnig und immer wachsam.«

    »Das solltest du als Textvorschlag für die neue Polizeibroschüre einsenden«, sagte Fenja und zwinkerte Maike zu.

    Die Inselpolizistin zeigte ihr nun den Platz, den sie für Maike hergerichtet hatten. Ein Bildschirm für den PC und ein Telefon gehörten dazu, damit Maike für sie recherchieren oder Gespräche entgegennehmen konnte.

    »Möchtest du etwas trinken?«, fragte Fenja.

    »Nein, danke. Ich habe mein eigenes Getränk dabei.«

    Sie zog eine Flasche mit einem giftgrünen Inhalt aus der Seitentasche ihres Rucksacks, schraubte den Verschluss ab und nahm einen winzigen Schluck, so als müsse sie sich das Gebräu gut einteilen. Fenja tippte auf Spinat-Smoothie, weil Maike so groß und kräftig war. »Wir können sofort loslegen«, sagte die Gestärkte.

    »Gut, dein Gästezimmer im Restaurant Zum Harpunier zeigen wir dir heute Mittag, wenn wir dort essen gehen.«

    »Geht klar«, sagte die Praktikantin nur, denn es interessierte sie etwas viel Wichtigeres: »Bekomme ich jetzt meine Uniform?«

    »Folge mir unauffällig«, sagte Fenja und ging mit ihr zum Umkleideraum. Sie öffnete den Schrank und reichte ihr eine gelbe Warnweste mit der Rückenaufschrift ›POLIZEI‹, und für die Vorderseite hielt sie ihr einen Stoffstreifen mit Klettband entgegen, auf dem ›Praktikant/in‹ stand.

    Maike Schön fielen die Mundwinkel nach unten.

    »Keine Uniform? Keinen Schutzgürtel mit Waffe?«, fragte sie.

    Fenja glaubte ihr nun, dass sie erst fünfzehn Jahre alt war, und schüttelte den Kopf.

    »Sorry, Maike. Das wäre viel zu gefährlich. Stell dir vor, du trägst eine Uniform und der Täter liest das Schild Praktikant/in. Er würde sofort versuchen, dir die Waffe zu entreißen oder schlimmstenfalls dich in seine Gewalt zu bringen. Außerdem müsstest du vorher gründlich an der Waffe und an den Verteidigungsgegenständen angeleitet werden. Das bringt man dir später in der Polizeischule bei, falls du dich tatsächlich für unseren Beruf entscheiden solltest. Aber jetzt hast du ja erst einmal uns. Wir bieten dir den nötigen Schutz. Bei einem gefährlichen Einsatz nehmen wir dich selbstverständlich nicht mit. Nur manchmal weiß man das vorher nicht, wie sich eine Situation entwickeln wird.«

    Maikes Augen wurden immer größer.

    »Keine Sorge«, schob Fenja schnell hinterher. »Hier auf der Insel treiben sich kaum Kriminelle herum.« Die Inselpolizistin musste sich räuspern. »Komm, wir gehen wieder zu Jonte, und dann lernst du unseren Polizeidienst besser kennen.«

    Jonte telefonierte gerade. Er hob kurz die Hand, als Fenja und Maike den Raum betraten, und sprach weiter.

    »Extrem-Urlaub? Alle fünf? Sie zittern? Ja, wir kommen um zwölf zum Essen und bringen unsere neue Praktikantin mit. Bis dann, Harm.«

    Der Inselkommissar stellte das Telefon wieder in die Station und schüttelte den Kopf.

    »Sie zittern? Fischvergiftung?«, fragte Fenja. »Dann möchte ich heute lieber woanders essen.«

    Jonte hob den Zeigefinger. »Merke. So entstehen Missverständnisse. Nein, Harm hat mir von einer Gruppe erzählt, die gerade bei ihm isst – mit zwei s. Es ist – mit einem s – ein Biker-Club.« Er zog ein Augenlid nach unten, als käme man so auf des Rätsels Lösung.

    Die Praktikantin lachte auf. »Ach so. Sie vermissen auf der autofreien Insel ihre Bikes und haben Entzugserscheinungen.«

    »Sehr clever! Du scheinst eine Schnellcheckerin zu sein«, fand Jonte.

    »Ja, bin ich auch!«, sagte Maike.

    Fenja wollte ihr lieber polizeiliches Wissen vermitteln, anstatt mit Komplimenten um sich zu werfen. »Also, wir fahren jeden Tag, am besten morgens und abends, mit dem Rad unsere Runde durchs Dorf und schauen nach dem Rechten. Oft werden wir von den Inselgästen auch nur nach dem richtigen Weg gefragt, oder die Langeooger melden irgendein Vorkommnis oder eine Beobachtung. Wenn es etwas Wichtiges ist, gehen wir der Sache unverzüglich nach. Meistens können wir die Angelegenheit sofort klären.«

    Maike schaute skeptisch. »Wofür habt ihr die Arrestzelle? Die wäre dann ja überflüssig.«

    »Da bewahren wir unseren Staubsauger auf«, sagte Jonte und zwinkerte ihr zu.

    *

    Gegenüber der jungen Praktikantin erwähnten Fenja und Jonte natürlich nicht ihre bisherigen Ermittlungen, in denen es um Mord und Totschlag gegangen war. Fenja hoffte inständig, dass in den zwei Wochen, in denen Maike bei ihnen das Praktikum absolvierte, nichts dergleichen passierte. Wenn sie wirklich vorhatte, Polizistin zu werden, würde sie spätestens in ihrer Ausbildung damit konfrontiert werden. Auch die Beiwohnung einer Obduktion käme ebenfalls unweigerlich auf sie zu. Doch da machte sie sich bei ihr keine Sorgen, dass sie es nicht durchhalten würde. Es sei denn, sie bekäme so einen Dozenten, wie sie ihn gehabt hatte. Als sie einer Autopsie beiwohnte und sich auf das fahlblaue Gesicht ihres ersten Toten konzentrierte, hob der Gerichtsmediziner heimlich den Arm des Toten …

    Kapitel 2

    Diesmal machten die Inselpolizisten pünktlich Mittagspause. Das Jugendarbeitsschutzgesetz und ihr Hunger gingen vor.

    Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein spazierten sie über den Strandjepad, der nur wenige Meter vom Strand entfernt lag, wie der Name schon verriet. Es wäre zu schade gewesen, sich bei dem schönen Wetter in das Restaurant Zum Harpunier zu setzen. Sie suchten deshalb nach einem gemütlichen Platz auf der Terrasse.

    Der Gastwirt Harm Visser kam angestürmt.

    »Moin zusammen.« Jetzt flüsterte er in Richtung Jonte: »Da vorne sitzen die Biker.«

    Doch dann hatte er nur Augen für Maike, ihre Praktikantin. Er drückte polternd seine Freude darüber aus, sie hier begrüßen zu dürfen, und hoffte, sie habe einen schönen Aufenthalt auf der Insel und wenig zu tun.

    Fenja verstand die Männerwelt nicht mehr. Nein, eifersüchtig war sie nicht. Es ging ihr nur irgendwie auf den Geist, weil sich die beiden Männer doch sonst nicht so benahmen.

    Vielleicht sollte sich Fenja auch ihre Haare wachsen lassen, blond färben und zum Zopf flechten? Mit Sicherheit nicht!

    Harm hatte ihnen einen Tisch in der Nähe des Bikerclubs reserviert.

    Die zwei Männer und drei Frauen der Gruppe sahen zu ihnen.

    »Oh, Polizei, und dann auch noch so viele!«, spöttelte der Größte und sicher auch der Schwerste unter ihnen, und an seine Freunde gewandt: »Benehmt euch jetzt bloß.«

    »Unauffällig weitermachen«, konterte Fenja und lächelte ihm zu. »Natürlich nur, wenn keine Straftat ausgeheckt wird.«

    Die Clubmitglieder steckten ihre Köpfe zusammen und tuschelten.

    Die Glatze des Riesen glänzte über dem schwarzen Stirnband mit weißem Totenkopf. In den geweiteten Ohrläppchen steckten Tunnelohrringe und die Unterlippe musste mit einem Piercing zurechtkommen. Im Vergleich dazu bot sein Outfit keine Überraschung mehr. Er trug eine weiße Camouflage-Cargohose, darüber ein schwarzes T-Shirt mit Bauch und – wie die anderen auch – eine Biker-Kutte aus schwarzem Leder. Was auf dem Rücken der Kutte stand, hatte Fenja beim Betreten der Terrasse lesen können, als er sich kurz vornübergebeugt hatte: Tattoo Angels.

    Ob die Biker Engel waren, wusste Fenja nicht, aber das mit den Tattoos stimmte auffällig. Allein die nackten Arme der Heldengestalt zeigten ein Bilderbuch, mit dem man ein Kleinkind locker hätte zum Einschlafen bringen können.

    Sehr schnell wusste die Inselpolizistin, was sie bestellen wollte. Das Tagesmenü traf heute genau ihren Geschmack. Salatteller mit Fischfrikadellen hatte sie schon lange nicht mehr gegessen und bei den sommerlichen Temperaturen war es genau das Richtige für sie. Sie schob die Mappe von sich und tat ihre Entscheidung laut kund.

    Maike gestand, dass sie Fisch nicht sonderlich mochte. Noch konnte sie sich für kein Gericht nach ihren Wünschen entscheiden.

    »Zieh die Warnweste ruhig aus, wenn du möchtest«, schlug Fenja vor. »Nur unbedingt daran denken, sie wieder anzuziehen, wenn wir gehen.«

    Maike sah Fenja dankbar an und

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