Neun Minuten: Die wahre Geschichte des Mannes, der im Kugelhagel des Wiener Terroranschlags überlebte
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Buchvorschau
Neun Minuten - Bernadette Krassay
1
VON BRÜSSEL NACH WIEN
Ich wurde 1978 in Wien geboren. Nach dem Studium brachte mich die Arbeit nach Nürnberg. Dort arbeitete ich im Telekombereich als Backoffice Engineer. Ich bestand auch ein Auswahlverfahren bei der Europäischen Kommission, an dem ich teilgenommen hatte. Somit kam ich auf eine Liste und war von da an berechtigt war, für die Europäische Kommission zu arbeiten.
Eines Tages bekam ich eine Einladung für ein Jobinterview in Brüssel im Bereich »Forschung Innovation Luftfahrt«. Ich dachte mir, warum nicht, und sagte zu. Tatsächlich hatte ich mich schon jahrelang für den Verkehrsbereich interessiert, auch meine Diplomarbeit zu dem Thema geschrieben und zu meiner ehrlichen Überraschung war ich nach dem Interview der Wunschkandidat für die Stelle. Als dann das Angebot kam, für die Europäische Kommission zu arbeiten, musste ich nicht lange überlegen. Somit begann ich am 1. Oktober 2013 im Alter von 35 Jahren meinen Job als Project Officer für die EU-Kommission. Das heißt, ich war mit meinem Team für Projekte in der Luftfahrtforschung verantwortlich.
Während meiner Zeit in Brüssel war ich des Öfteren in Österreich auf Heimaturlaub und suchte Kontakt zu Menschen, die hier im Bereich der Luftfahrt forschten, denn Österreich hat auch ein eigenes Luftfahrtforschungsprogramm im Bundesministerium für Klima (BMK). Von dort wurde ich schließlich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, nach Österreich zurückzukommen. Zuerst wollte ich das nicht. Brüssel machte mir zu dieser Zeit einfach viel zu sehr Spaß. Es gab dann aber doch einige Aspekte, die mich zum Umdenken brachten.
Große Organisationen wie die EU sind stark von den Mitgliedsländern abhängig. Sie können nur dann selbst gestalten, wenn die Mitglieder das zulassen. Daher erschien mir die Chance im österreichischen Klimaministerium doch reizvoll. Ich hatte mich in den sechs Jahren in Brüssel in die Luftfahrt verliebt und in Österreich gab es die Möglichkeit für mich, in dem Bereich tatsächlich auch etwas bewegen zu können.
Auch die Terroranschläge vom 22. März 2016 in Brüssel spielten eine Rolle bei meiner Entscheidung. Es waren Selbstmordattentate, die am Flughafen Brüssel-Zaventem und in einer Metrostation im EU-Viertel stattfanden. Später bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den Taten. Es hatte sich hier um dieselbe Terrorzelle wie bei den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 gehandelt, wie Ermittler herausfanden. Das gesamte Massaker forderte 35 Menschenleben, darunter drei islamistische Attentäter. Mehr als 300 weitere Menschen wurden verletzt. In dieser Woche hatte ich Urlaub, den ich in Österreich verbrachte. Als ich wieder zurück nach Brüssel kam, war nichts mehr wie zuvor. Vor allem das abendliche Ausgehen hatte einen bitteren Beigeschmack bekommen. Denn dass es nicht nur diese eine Gruppe gab, sondern mehrere, war uns allen klar. Niemand konnte sich sicher sein, ob es nicht weitere Attentate geben würde – in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder in den Ausgehvierteln. Dennoch beschlossen wir, uns die Stadt nicht wegnehmen zu lassen.
Es ist eigentlich seltsam. Man fühlt sich umso sicherer, je weniger Polizei präsent ist. Je mehr Polizisten vor Ort sind, desto unheimlicher ist die Stimmung. Die schwer bewaffneten Soldaten in jeder U-Bahn-Station und in jedem Bahnhof, die gepanzerten Fahrzeuge vor den Kaufhäusern, die Polizisten mit Maschinengewehren gaben uns das Gefühl einer latenten Bedrohung, und das rund um die Uhr. In dieser neuen Realität mussten wir uns zurechtfinden, doch die Angst vor dem Terror saß uns allen im Nacken. Es war einfach ein bedrohliches Gefühl, die ganze Zeit bewaffnete Einheiten in der Nähe zu sehen und so stets daran erinnert zu werden, etwas wäre im Argen und die Polizisten müssten uns als Bevölkerung besonders beschützen.
Nach einer gründlichen Abwägung des Für und Wider entschied ich mich dafür, den Job in Brüssel aufzugeben, und arbeitete ab Jänner 2020 in Wien in einer Innovations- und Mobilitätsagentur, die für das Ministerium tätig ist. Wir beraten das BMK im weitesten Sinn. Zurück in Wien fühlte ich mich weitaus sicherer. Es war für mich ein überwältigendes Gefühl der Freiheit, aus dem »belagerten« Brüssel in das friedliche Wien zu kommen.
2
DER 2. NOVEMBER 2020
In den ersten Monaten in Wien hatte ich in meiner Freizeit de facto nichts unternommen, da kurz nach meiner Rückkehr die Coronapandemie ausgebrochen und das Land in den ersten Lockdown gegangen war. Das war auch der Grund, weshalb ich vorübergehend zu meiner Mutter zog – um einerseits die Zeit nicht alleine verbringen zu müssen und andererseits, weil ich unmittelbar nach meiner Rückkehr noch keine passende Wohnung für mich gefunden hatte.
Im Sommer kam das lang ersehnte Aufatmen. Doch schon bald zeichnete sich mit den sinkenden Temperaturen nach dem Sommer die nächste Ausgangssperre ab, die für den 3. November angesetzt worden war. Daher wollten viele den Abend davor noch nutzen und etwas trinken gehen. Ich hatte ein paar Tage vor dem 2. November mit Peter, einem Freund, der ein Arbeitskollege in Brüssel gewesen und kurz vor mir ebenfalls nach Wien zurückgekehrt war, ausgemacht, noch auf ein letztes Bier in die Innenstadt zu gehen. Daraus wurde jedoch nichts, weil sich bei uns aufgrund der steigenden Corona-Neuinfektionszahlen doch allmählich ein mulmiges Gefühl eingeschlichen hatte.
Am besagten Tag stand ich wie immer um sieben Uhr morgens auf und machte mir als Allererstes einen Kaffee. Aber nicht irgendeinen. Ich hatte mir vor einigen Jahren zum Spaß eine Siebträgermaschine gekauft. In einer alten Wiener Kaffeerösterei hatte mir jemand genau erklären und zeigen können, wie richtiger Espresso und Cappuccino gemacht werden. Bei Siebträgermaschinen gibt es die vollautomischen, bei denen nur ein Knopf gedrückt werden muss, um sich Kaffee in eine Tasse herunterzulassen. Dann gibt es jene, die ich habe. Eine italienische Siebträgermaschine, wie sie aus den urigen Wiener Kaffeehäusern bekannt ist. Mit der eigens dafür konzipierten Handmühle mahle ich jeden Morgen etwa fünf Minuten lang die Kaffeebohnen. Es hat fast ein bisschen etwas von Morgensport und hilft mir erstaunlich gut beim Aufwachen – tatsächlich mehr als das eigentliche Kaffeetrinken im Anschluss. Die Zubereitung des Kaffees ist mein kreativer Moment in der Früh und mein Morgenritual.
Mit dem Kaffee neben meinem Laptop loggte ich mich an jenem Tag ein und checkte zunächst meine E-Mails. Nach der ersten Stunde Arbeitszeit ging ich duschen, zog mich an und spazierte zur Bäckerei ums Eck. Ich drückte die Tür auf und sogleich stieg mir der Duft von Cappuccino in die Nase, den ich schmunzelnd genüsslich tief einatmete. Die freundliche Bäckerin erkannte mich sofort und nickte mir mit einem Lächeln zu. Denn ich hole mir nahezu jeden Tag bei ihr etwas zu essen und daher weiß sie nicht nur, wer ich bin, sondern auch, um welche Uhrzeit ich täglich komme. Ohne meine Bestellung aussprechen zu müssen, überreichte mir die Bäckerin eine Nussschnecke mit einer Serviette auf einem Pappteller und wünschte mir dabei einen schönen Tag.
Nach meinem Homeoffice-Arbeitstag voll mit Onlinemeetings beendete ich extra früher die Arbeit, damit ich noch zu einer Änderungsschneiderei im zweiten Bezirk gehen konnte, bevor am nächsten Tag durch den Lockdown wieder alle Geschäfte geschlossen sein würden. Ich hatte einige Tage zuvor in einer kleinen, schmucken Boutique in der Innenstadt beim Bummeln wunderschöne Seidenstoffe entdeckt. Der Verkäufer hatte mir erklärt, die Stoffe würden aus Italien stammen. Nach längerem Hin-und-her-Überlegen hatte ich mich für einen davon entschieden und das schöne Stück Seide danach zu einem Schneider gebracht, um es zu einem Schal verarbeiten zu lassen.
Der 2. November 2020 war ein Montag und, wie es der Zufall wollte, ein ungewöhnlich warmer und schöner Spätherbstabend. Zur Sicherheit hatte ich mir noch vor dem Verlassen des Hauses meine schwarze Lederjacke geschnappt, falls es am Abend doch frisch werden sollte. Als ich gerade den fertigen Seidenschal abholte, schrieb mir Anna, eine Freundin, die ich vor Jahren beim Ausgehen kennengelernt hatte, ob wir uns treffen wollen, und ich sagte zu. Das Wetter war herrlich und ich war ohnehin bereits in der Stadt.
Mit Anna hatte ich damals, als ich noch in Wien gelebt hatte, einen Flirt, aus dem eine jahrelange Freundschaft geworden war. Auch in meiner Zeit in Brüssel hatte ich sie öfter getroffen, wenn ich in Wien meinen Urlaub genoss. Das ist das Schöne an wahren Freundschaften im Vergleich zu Beziehungen. Es kann ein Jahr vergehen, in dem keine gemeinsamen Treffen stattfinden, und dennoch machen Freunde danach genau dort weiter, wo der Kontakt aufgehört hat. Und
