Die Schatten der Vergangenheit: Familie Dr. Norden - Neue Edition 8 – Arztroman
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Weiterhin bleibt die Familie für Daniel Norden der wichtige Hintergrund, aus dem er Kraft schöpft für seinen verantwortungsvollen Beruf und der ihm immer Halt gibt. So ist es ihm möglich, Nöte, Sorgen und Ängste der Patienten zu erkennen und darauf einfühlsam einzugehen.
Familie Dr. Norden ist der Schlüssel dieser erfolgreichsten Arztserie Deutschlands und Europas.
Serie: Dr. Norden Gesamt 4. Aufl. Untertitel: Was war geschehen, das sie so unglücklich macht? Schwester Nola öffnete die Tür zu einem kahlen Raum. Weiße, schmucklose Wände, ein schmaler Schrank und ein Bett, in dem eine regungslose Gestalt lag, war alles, was Dr. Ricardo da Costa sah. Es war sein erster Tag im Hospital von San Juan, und gleich wurde er mit dem rätselhaftesten Fall, den es in diesem Hospital je gegeben hatte, konfrontiert. »Sie können mir gar nichts sagen, Schwester Nola?« fragte er gepreßt. Die noch junge Krankenschwester zuckte die Schultern. »Sie liegt seit drei Wochen hier, aber sie ist noch keine Sekunde aus dem Koma erwacht. Angeblich wurde sie überfallen, aber Dr. Ramirez sollte Ihnen lieber selbst erklären, was er dazu zu sagen hat. Ich müßte jetzt eigentlich auf die Station. Wir haben zuwenig Personal.« ein Bild von der Patientin machen.« Da müßte er schon Hellseher sein, dachte Schwester Nola – und ging, um sich den Kranken zu widmen, mit denen sie reden konnte. Die namenlose Fremde war ihr unheimlich. Dr.
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Die Schatten der Vergangenheit - Patricia Vandenberg
Familie Dr. Norden - Neue Edition
– 8 –
Die Schatten der Vergangenheit
Patricia Vandenberg
Serie: Dr. Norden Gesamt 4. Aufl. 254b
Titel: Die Schatten der Vergangenheit
Untertitel: Was war geschehen, das sie so unglücklich macht?
Autor: Patricia Vandenberg
Schwester Nola öffnete die Tür zu einem kahlen Raum. Weiße, schmucklose Wände, ein schmaler Schrank und ein Bett, in dem eine regungslose Gestalt lag, war alles, was Dr. Ricardo da Costa sah. Es war sein erster Tag im Hospital von San Juan, und gleich wurde er mit dem rätselhaftesten Fall, den es in diesem Hospital je gegeben hatte, konfrontiert.
»Sie können mir gar nichts sagen, Schwester Nola?« fragte er gepreßt.
Die noch junge Krankenschwester zuckte die Schultern. »Sie liegt seit drei Wochen hier, aber sie ist noch keine Sekunde aus dem Koma erwacht. Angeblich wurde sie überfallen, aber Dr. Ramirez sollte Ihnen lieber selbst erklären, was er dazu zu sagen hat. Ich müßte jetzt eigentlich auf die Station. Wir haben zuwenig Personal.«
»Gehen Sie, ich werde mir
ein Bild von der Patientin machen.«
Da müßte er schon Hellseher sein, dachte Schwester Nola – und ging, um sich den Kranken zu widmen, mit denen sie reden konnte. Die namenlose Fremde war ihr unheimlich.
Dr. da Costa war sie nicht unheimlich. Er betrachtete sie fasziniert. Obgleich das schmale Gesicht blutleer war, wirkte es nicht leblos, aber es verriet auch nichts. Man hatte ihr den Namen Donna gegeben, damit sie überhaupt einen Namen hatte.
»Wer sind Sie?« fragte er, aber er wußte, daß er keine Antwort bekommen würde. Er konnte nicht ahnen, was hinter dieser hohen Stirn mit den gerade verheilenden Narben vor sich ging. Er fühlte den Puls und hielt die leichte, kühle Hand umschlossen. Es war ihm, als rege sich etwas in ihrem Gesicht.
Erschrocken zuckte er zusammen, als würde er bei etwas Unerlaubtem ertappt, als die Tür geöffnet wurde. Dr. Ramirez erschien, abgehetzt wirkend und mit sorgenvoller Miene.
»Ein schwerer Fall«, sagte er rauh, »nicht so wie dieser hier, aber fast aussichtsloser.«
Dr. da Costa fragte nicht, um welchen Fall es gehe, denn ihn interessierte nur diese Patientin. »Sie haben Hoffnung, daß sie eine Chance hat?«
Dr. Ramirez fuhr sich mit dem Taschentuch über die müden Augen. »Mir ist es unbereiflich, warum sie nicht aus dem Koma erwacht. Das EKG ist gut, das EEG sogar verblüffend aussagekräftig. Man könnte fast meinen, sie wolle nicht ins Leben zurück. Sie befindet sich in einem nachhaltigen traumatischen Zustand.«
»Ich weiß bisher nur, daß sie anscheinend das Opfer eines Überfalls ist. Wurde sie vergewaltigt?«
»Schwer zu sagen. Sie wurde lebensgefährlich verletzt hier eingeliefert, wurde nahe der Grenze gefunden. In den Anden haben in letzter Zeit erschreckend viele ähnliche Überfälle stattgefunden. Sie hatte keine Papiere und keine Hinweise auf ihre Identität bei sich. Wir wissen keinen Namen, können ihr Alter nur schätzen, etwa Anfang bis Mitte Dreißig. Wenn sie älter ist, hat sie viel für ihre Figur getan. Gewiß war sie auch eine sehr gepflegte Frau, bevor sie so mißhandelt wurde. Sie hatte vor längerer Zeit mindestens eine operative Entbindung und allem Anschein nach vor wenigen Jahren schon mal einen schweren Unfall, bei dem sie auch Verletzungen im Gesicht hatte, die operativ korrigiert wurden. Vielleicht wird sie deshalb nach den Fotos, die veröffentlicht wurden in der Presse, nicht erkannt. Jedenfalls hat sich noch niemand gemeldet, und man scheint sie auch nicht zu vermissen. Wäre sie eine Touristin, wäre das doch bestimmt der Fall«, schloß er mit einem schweren Seufzer.
»Ob sie uns hören kann?« murmelte Ricardo, sie wieder betrachtend. Er war überzeugt, daß sich ihr Gesichtsausdruck verändert hatte.
»Es ist schon möglich, daß unsere Stimmen in ihr Bewußtsein dringen«, sagte Dr. Ramirez, »bleibt zu hoffen, daß sie dann endlich reagiert.«
*
Sie hatten ihr den Namen Donna gegeben, damit sie überhaupt einen Namen auf das Krankenblatt schreiben konnten. Auf den Namen reagierte sie nicht, aber die Männerstimmen hatten ihr Bewußtsein erreicht, vor allem diese, die sie zuerst allein gehört hatte. Es waren einzelne Laute, auch Worte, aber sie konnte sie nicht in einen Zusammenhang bringen. Sie wußte nicht, was geschehen und wo sie jetzt war und auch nicht, was vorher bedeutungsvoll für ihr Leben war. Sie wollte es aber wissen und begriff nicht, warum sie nicht reden und mit einem von diesen Menschen, die ständig bei ihr waren, ein richtiges Gespräch führen konnte. Fragen bewegten sie, so viele Fragen. Wie war sie hierher gekommen, wo war sie vorher gewesen? Warum kam niemand, der ihr sagen konnte, wer sie war, warum hatte sie nicht die kleinste Erinnerung daran?
Als sie allein war, kam ein Stöhnen über ihre Lippen. Sie erschrak über diesen Laut, der die Stille durchdrang. Plötzlich tanzten wieder undefinierbare Bilder vor ihren Augen und unwillkürlich streckte sie die Arme aus, als könne sie diese festhalten. Ein tiefer, schmerzlicher Seufzer drängte Tränen in ihre Augen. Dann vernahm sie deutlich das Klappen einer Tür und dann Schritte, eine Hand griff nach ihrer, und ein Atem streifte ihr Gesicht.
»Sie haben geweint, Donna«, sagte die Stimme, die sie schon so gern gehört hatte. »Können Sie mich jetzt verstehen? Bitte, geben Sie mir ein Zeichen, daß Sie verstehen, was ich sage. Ich bin Dr. da Costa.«
Ihre Lider mit den langen Wimpern zitterten. »Wo ist Dr. Norden?« kam es kaum vernehmbar über ihre blassen Lippen, aber er hatte es verstanden und hielt den Atem an. Sie fragte nicht ›wo bin ich‹ oder ›was ist geschehen‹, sondern sie fragte nach einem Dr. Norden.
»Ist er Ihr Arzt gewesen?« fragte er. »Wir möchten Ihnen doch helfen, Donna. Können Sie mir sagen, wie Sie wirklich heißen?«
Sie bewegte verneinend den Kopf, und wieder kam ein zittriges Stöhnen über ihre Lippen. »Dr. Norden kennt mich.«
Warum konnte sie sich an diesen Namen erinnern und nicht an ihren eigenen? Oder wollte sie sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern? Er wünschte, in ihre Augen blicken zu können und in diesen zu lesen, was sie nicht sagen wollte oder sagen konnte.
Er hatte jetzt nur den einen Wunsch, hinter dieses Geheimnis zu kommen, das sie umgab. Doch vorerst konnte er sich nur damit trösten, daß sie wenigstens ein paar Worte mit ihm gesprochen hatte und daß sie zu verstehen schien, was er sagte.
Tiefe, ruhige Atemzüge verkündeten, daß sie in tiefen Schlaf gesunken war, als er sich nun anschickte, den Raum zu verlassen.
So sehr Dr. da Costa auch während der nächsten Tage damit beschäftigt war, sich mit seinem neuen Arbeitsgebiet vertraut zu machen, immer wieder waren seine Gedanken bei Donna. Während Dr. Ramirez es allerdings aufgegeben hatte, auf eine baldige Lösung aller Rätsel zu hoffen, formte sich in Ricardos Gedanken eine eigene Geschichte um diese fremde Frau, obgleich er wieder einige Tage warten mußte, bis sie endlich zu Bewußtsein kam. Dann aber schlug sie so plötzlich die Augen auf, als er wieder einmal in Gedanken versunken an ihrem Bett stand, daß er sie ungläubig ansah und mitten hinein in diese großen blaugrünen Augen, deren Blick aus einer fernen Welt zu kommen schien.
