Zurück im Leben: Familie Dr. Norden - Neue Edition 11 – Arztroman
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Weiterhin bleibt die Familie für Daniel Norden der wichtige Hintergrund, aus dem er Kraft schöpft für seinen verantwortungsvollen Beruf und der ihm immer Halt gibt. So ist es ihm möglich, Nöte, Sorgen und Ängste der Patienten zu erkennen und darauf einfühlsam einzugehen.
Familie Dr. Norden ist der Schlüssel dieser erfolgreichsten Arztserie Deutschlands und Europas.
Mitten in der Nacht erwachte die Journalistin Kitty Brenner von einem ungewohnten Geräusch. Verwirrt schlug sie die Augen auf. Es dauerte eine Weile, ehe sie begriff, daß sie in ihrem eigenen Bett in ihrer eigenen Wohnung und nicht in einem Hotelbett irgendwo im Osten Europas lag. Erleichtert seufzte sie, drehte sich auf die andere Seite um und schloß die Augen. Aber der ersehnte Schlaf wollte sich nicht mehr einstellen. Der Gedanke an ihre Reportage, die kurz vor dem Abschluß stand, geisterte in ihrem Kopf herum. Über Wochen hatte sie die Auslandskorrespondentin Anja Weidlich bei ihrer Arbeit begleitet, war mit ihr durch den Osten Europas gereist und hatte Material für ihre mehrteilige Reportage gesammelt. Dabei handelte es sich um eine Auftragsarbeit eines renommierten Magazins, die ihren Durchbruch in der Medienlandschaft bedeuten konnte. Fehlte nur noch ein passender Schluß. Aufgeregt setzte sich Kitty im Bett auf. Eine heiße Dankbarkeit durchflutete sie, während sie an Anja Weidlich dachte. Im Laufe der Arbeiten hatte sich zwischen den beiden Frauen eine herzliche Freundschaft entwickelt, die Kitty unter gar keinen Umständen enttäuschen wollte. Gleichzeitig fühlte sie die Last der Verantwortung tonnenschwer auf ihren Schultern ruhen. Jedes Wort, jeder Satz mußte stimmen und durfte ihrer Freundin keinen Schaden zufügen. Kitty spürte eine wohlbekannte Angst in sich aufsteigen, ihre Kehle wurde eng. Schon seit Monaten hatte sie mit Panikattacken zu kämpfen, die ständig schlimmer wurden. Zuerst hatte sie sich beruhigt, das käme von dem verantwortungsvollen Job, und hatte die Angst tapfer niedergekämpft. Als das schließlich nichts mehr nützte, war sie über eine Freundin an einen Therapeuten geraten, der ihr im Laufe der Sitzungen ein Beruhigungsmittel ans Herz gelegt hatte. Schon bald waren die Tabletten ein fester Bestandteil in Kittys Leben. Auch jetzt machte sie sich nach einem Blick auf ihren schlafenden Lebensgefährten Gero auf den Weg, die kleinen Seelentröster zu suchen.
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Zurück im Leben - Patricia Vandenberg
Familie Dr. Norden - Neue Edition
– 11 –
Zurück im Leben
Patricia Vandenberg
Mitten in der Nacht erwachte die Journalistin Kitty Brenner von einem ungewohnten Geräusch. Verwirrt schlug sie die Augen auf. Es dauerte eine Weile, ehe sie begriff, daß sie in ihrem eigenen Bett in ihrer eigenen Wohnung und nicht in einem Hotelbett irgendwo im Osten Europas lag. Erleichtert seufzte sie, drehte sich auf die andere Seite um und schloß die Augen. Aber der ersehnte Schlaf wollte sich nicht mehr einstellen. Der Gedanke an ihre Reportage, die kurz vor dem Abschluß stand, geisterte in ihrem Kopf herum. Über Wochen hatte sie die Auslandskorrespondentin Anja Weidlich bei ihrer Arbeit begleitet, war mit ihr durch den Osten Europas gereist und hatte Material für ihre mehrteilige Reportage gesammelt. Dabei handelte es sich um eine Auftragsarbeit eines renommierten Magazins, die ihren Durchbruch in der Medienlandschaft bedeuten konnte. Fehlte nur noch ein passender Schluß.
Aufgeregt setzte sich Kitty im Bett auf. Eine heiße Dankbarkeit durchflutete sie, während sie an Anja Weidlich dachte. Im Laufe der Arbeiten hatte sich zwischen den beiden Frauen eine herzliche Freundschaft entwickelt, die Kitty unter gar keinen Umständen enttäuschen wollte. Gleichzeitig fühlte sie die Last der Verantwortung tonnenschwer auf ihren Schultern ruhen. Jedes Wort, jeder Satz mußte stimmen und durfte ihrer Freundin keinen Schaden zufügen. Kitty spürte eine wohlbekannte Angst in sich aufsteigen, ihre Kehle wurde eng. Schon seit Monaten hatte sie mit Panikattacken zu kämpfen, die ständig schlimmer wurden. Zuerst hatte sie sich beruhigt, das käme von dem verantwortungsvollen Job, und hatte die Angst tapfer niedergekämpft. Als das schließlich nichts mehr nützte, war sie über eine Freundin an einen Therapeuten geraten, der ihr im Laufe der Sitzungen ein Beruhigungsmittel ans Herz gelegt hatte. Schon bald waren die Tabletten ein fester Bestandteil in Kittys Leben. Auch jetzt machte sie sich nach einem Blick auf ihren schlafenden Lebensgefährten Gero auf den Weg, die kleinen Seelentröster zu suchen. Sie hatte kaum die Tür erreicht, als sie seine Stimme zurückschrecken ließ.
»Was machst du denn, Schatz?« murmelte er verschlafen. Im Dämmerlicht des grauenden Morgens konnte Kitty sehen, wie seine Hand tastend über ihre Bettseite fuhr.
»Nichts, nichts, ich muß nur schnell ins Bad«, erklärte sie hastig und schlüpfte aus der Tür, noch ehe Gero ganz wach wurde. Schweißnaß und zitternd vor Angst erreichte sie das Bad, fand die kleinen gelben Pillen und schluckte vorsichtshalber gleich zwei davon. Langsam wurde sie ruhiger, wusch sich den Schweiß von der Stirn und spürte, wie die Zuversicht erneut in ihr zu wachsen begann. Ich schaff’ das schon, ermutigte sie sich im Geiste selbst und kehrte endlich ins Schlafzimmer zurück. Dort saß Gero aufrecht im Bett, das Licht der kleinen Nachttischlampe brannte, und er starrte sie argwöhnisch an.
»Wo bist du so lange gewesen?«
»Für kleine Mädchen, mein Schatz. Ist das denn verboten?« schmeichelte Kitty, die die Abneigung Geros gegen ihre Tabletten nur zu gut kannte. Schnell schlüpfte sie neben ihm ins Bett. Seine Wärme und liebevolle Sorge vertrieben den Rest Unruhe in ihrem Inneren, als sie sich fest an ihn drückte. »Ich konnte nur nicht mehr schlafen, weil mir einfach kein guter Schluß für meine Geschichte einfallen will. Anja ist so eine tolle Frau, sie hat etwas ganz Besonderes verdient. Einen besonderen Bericht und ein erstklassiges Finale.«
»Findest du nicht, du machst dir ein bißchen viel Druck?« hakte Gero besorgt nach. »Es kann doch nicht sein, daß du dich jedes Mal so reinhängst. Irgendwann bleibst du dabei auf der Strecke.«
»Quatsch, ich paß schon auf mich auf«, widersprach Kitty energisch. »Außerdem muß man Opfer bringen, wenn man gut sein will in seinem Job.«
»Ist das Opfer nicht zu groß? Schließlich will ich auch noch was von dir haben.«
»Hast du doch, mein Süßer. Die Reisezeit ist erst mal vorbei. Jetzt brauch ich ein paar Tage, um den Bericht zu überarbeiten, die Fotos einzufügen und mit Anja noch ein paar Details zu besprechen. Ich werde also wieder jeden Abend für dich da sein.«
»Das wird auch gut so sein«, murmelte Gero und zog Kitty noch fester an sich. »Ich mag es nicht so gerne, die zweite Geige zu spielen.«
Kitty lachte nur dazu, aber sie konnte nicht verhindern, daß erneut die Angst in ihr heraufkroch. Obwohl sie sich sicher fühlte bei Gero, er sie bestimmt über alles liebte, empfand sie seine Forderung nach Nähe manchmal als erdrückend. Als er sie aber sanft zu streicheln begann, vertrieb sie das Schreckgespenst aus ihrem Kopf und versuchte, seine zärtlichen Berührungen zu genießen.
Stunden später war die Welt für Kitty wieder in Ordnung. Wider Erwarten war sie in Geros Armen doch noch einmal eingeschlafen und erwachte erst, als er bereits im Büro war und die Sonne schon hoch am Himmel stand. Es war gerade Mittag.
Eine Weile betrachtete sie das Muster, das der wehende Vorhang im hellen Licht auf den Boden malte und dachte über den Schluß ihrer Geschichte über Anja nach. Aber immer noch fehlte ihr die rechte Idee. Ich sollte mit ihr darüber sprechen, schoß es ihr durch den Kopf. Kurzerhand zog sie sich ihren Morgenmantel über, der ihr zwar nicht recht gefiel, aber ein Geschenk Geros war. So gewandet machte sich auf den Weg zum Telefon.
Unterwegs schnappte sie sich die Rohfassung ihres Berichts und machte es sich mit einer Tasse Kaffee und dem Telefon am Eßtisch bequem.
»Anja, bist du das?« Die Stimme der Auslandskorrespondentin war verzerrt und nur schwer zu verstehen. Kitty mußte gewaltig die Ohren spitzen.
»Klar bin ich das. Tut mir leid, daß die Verbindung so schlecht ist, aber wir sind gerade mal wieder unterwegs.« Anja lachte vergnügt.
»Wer ist wir, und wohin geht die Reise denn?«
»Zur Abwechslung sind Hanno und ich mal zusammen auf Achse. Ich war soviel unterwegs, daß ich ihm versprochen habe, ihn diesmal mit nach Ungarn zu nehmen. Budapest ist ja eine sehr sehenswerte Stadt. Und das Hotel ist erstklassig.«
Täuschte sich Kitty, oder klang Anjas Stimme mühsam beherrscht?
»Ihr seid schon da?«
»Aber ja, seit ein paar Tagen schon. Mein Sender hatte kein Mitleid mit mir und hat mich sofort weiter geschickt. Ich gehe gleich wieder auf Sendung, während Hanno die Stadt erkundet. Der Glückliche! Aber was kann ich für dich tun? Die Handykosten sind horrend bei Auslandstelefonaten.«
Hatte sich Anja schon je über hohe Telefonkosten beklagt? Kitty wunderte sich immer mehr.
»Ach, es geht um einen passenden Schluß für die Reportage«, erklärte sie unsicher. »Ich wollte dich um Rat fragen, weil mir einfach nichts Zündendes einfallen will.«
»Tut mir leid, ich fürchte, da kann ich dir im Moment auch nicht weiterhelfen. Aber ich vertraue dir. Du wirst es perfekt machen, wie immer.« Immer größer wurde Anjas Ungeduld. So unwirsch hatte sie noch nie mit ihrer Freundin Kitty gesprochen. Offenbar drängte die Zeit. »Ich muß jetzt Schluß machen, das Taxi wartet unten. Ich melde mich.«
»Alles klar. Du kannst dich auf mich verlassen.«
»Das habe ich doch immer gewußt.« Anja lachte künstlich. »Bin schon richtig gespannt auf den Artikel. Bis dann.« Ein Klicken in der Leitung verriet, daß die Verbindung beendet war. Seufzend legte Kitty auf. Wirklich weitergebracht hatte sie dieses Telefonat nicht und so blieb ihr nichts anderes übrig, als selbst an einem Schluß zu ihrem Bericht zu basteln.
… Gleich nach Ende der Arbeiten an diesem Bericht ist meine wunderbare Kollegin und Freundin Anja Weidlich nach Budapest gereist, wo sie auch weiterhin unermüdlich dafür sorgen wird, daß die interessierten Zuschauer stets mit aktuellen Nachrichten versorgt werden.
Kitty setzte gerade den Schlußpunkt unter ihre Reportage, als Gero die Tür aufsperrte. Verwundert hob sie den Kopf und stellte fest, daß es bereits dämmerte. Sie hatte den ganzen Nachmittag konzentriert
