Wer heilt sein gebrochenes Herz?: Der Bergpfarrer 450 – Heimatroman
Von Toni Waidacher
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Über dieses E-Book
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
Sicher war es eine Fügung des Schicksals, als Rudolf Ulrich an diesem regnerischen Tag im Juli seinen Land Rover auf dem Parkplatz vor dem Hotel ›Zum Löwen‹ in St. Johann abstellte, aus dem Auto stieg und sich umschaute.Obwohl nicht ein einziger Sonnenstrahl die dicke Wolkendecke durchdrang und für etwas Helligkeit oder Freundlichkeit sorgte, gefiel dem Zweiunddreißigjährigen, was er sah. Zu beiden Seiten der Hauptstraße, die den Ort regelrecht in zwei Teile zerschnitt, erhoben sich die im alpenländischen Stil erbauten Häuser mit der bunten Blumenpracht auf den Balkonen und Fensterbänken und den kunstvollen Lüftlmalereien an den Fassaden. Hier schien die Welt noch in Ordnung zu sein, in St. Johann spürte er noch Ruhe und Beschaulichkeit.Es bewegten sich kaum Menschen auf den Gehsteigen, denn es war regnerisch, und die Berge rings um das Wachnertal, die es wie versteinerte Wächter säumten, waren vom Nebel verhüllt. Die ganze Atmosphäre, dieses Grau in Grau, das der Landschaft etwas Mystisches verlieh, entsprach seiner Gemütsverfassung. Enttäuscht und verletzt hatte er sämtliche Brücken hinter sich abgebrochen. Vor acht Tagen hatte er Aschaffenburg verlassen. Es war nahezu eine Flucht gewesen. Acht Tage lang war er plan- und ziellos durch Deutschland gefahren, hatte zwei Nächte sogar im Auto verbracht, und schließlich war er in Garmisch gelandet. Doch diese Touristenhochburg war ihm zu laut und zu hektisch. Er suchte Ruhe, denn er wollte mit sich, der Welt und vor allem mit der jüngsten Vergangenheit ins Reine kommen. Er stand vor den Trümmern seines Glücks und konnte weder mit dem Verstand noch mit dem Herzen akzeptieren, was vorgefallen war.Also hatte er sich wieder ins Auto gesetzt und seine ziellose Reise fortgesetzt. Nun befand er sich in St. Johann und glaubte, den Hort der Ruhe gefunden zu haben, den er suchte.Ein heller, metallischer Klang, der weit ins Tal hineingetragen wurde, ließ ihn den Blick heben. Es war die Kirchenglocke.
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Rezensionen für Wer heilt sein gebrochenes Herz?
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Buchvorschau
Wer heilt sein gebrochenes Herz? - Toni Waidacher
Der Bergpfarrer
– 450 –
Wer heilt sein gebrochenes Herz?
Doch Dr. Ullrich hat Angst vor zuviel Nähe …
Toni Waidacher
Sicher war es eine Fügung des Schicksals, als Rudolf Ulrich an diesem regnerischen Tag im Juli seinen Land Rover auf dem Parkplatz vor dem Hotel ›Zum Löwen‹ in St. Johann abstellte, aus dem Auto stieg und sich umschaute.
Obwohl nicht ein einziger Sonnenstrahl die dicke Wolkendecke durchdrang und für etwas Helligkeit oder Freundlichkeit sorgte, gefiel dem Zweiunddreißigjährigen, was er sah. Zu beiden Seiten der Hauptstraße, die den Ort regelrecht in zwei Teile zerschnitt, erhoben sich die im alpenländischen Stil erbauten Häuser mit der bunten Blumenpracht auf den Balkonen und Fensterbänken und den kunstvollen Lüftlmalereien an den Fassaden. Hier schien die Welt noch in Ordnung zu sein, in St. Johann spürte er noch Ruhe und Beschaulichkeit.
Es bewegten sich kaum Menschen auf den Gehsteigen, denn es war regnerisch, und die Berge rings um das Wachnertal, die es wie versteinerte Wächter säumten, waren vom Nebel verhüllt. Die ganze Atmosphäre, dieses Grau in Grau, das der Landschaft etwas Mystisches verlieh, entsprach seiner Gemütsverfassung. Enttäuscht und verletzt hatte er sämtliche Brücken hinter sich abgebrochen. Vor acht Tagen hatte er Aschaffenburg verlassen. Es war nahezu eine Flucht gewesen. Acht Tage lang war er plan- und ziellos durch Deutschland gefahren, hatte zwei Nächte sogar im Auto verbracht, und schließlich war er in Garmisch gelandet. Doch diese Touristenhochburg war ihm zu laut und zu hektisch. Er suchte Ruhe, denn er wollte mit sich, der Welt und vor allem mit der jüngsten Vergangenheit ins Reine kommen. Er stand vor den Trümmern seines Glücks und konnte weder mit dem Verstand noch mit dem Herzen akzeptieren, was vorgefallen war.
Also hatte er sich wieder ins Auto gesetzt und seine ziellose Reise fortgesetzt. Nun befand er sich in St. Johann und glaubte, den Hort der Ruhe gefunden zu haben, den er suchte.
Ein heller, metallischer Klang, der weit ins Tal hineingetragen wurde, ließ ihn den Blick heben. Es war die Kirchenglocke. Die Uhr dort oben zeigte an, dass es vierzehn Uhr war. Ein zweiter Schlag ertönte und verklang mit geheimnisvollem Summen. Rudolf atmete tief durch, dann gab er sich einen Ruck und ging in das Hotel, das auf einem großen Schild mit gutbürgerlicher Küche und einem schattigen Biergarten warb.
Hinter der Rezeption stand Susanne Reisinger, die älteste der drei Töchter Sepp Reisingers. Sie sah einen hochgewachsenen, schlanken Mann in ihrem Alter, dunkelhaarig und gut aussehend. Sicherlich ein beachtenswerter Typ, einer, der bei Frauen seine Wirkung nicht verfehlte.
Rudolf nickte ihr zu. »Ich bin zufällig auf diesen schönen Ort gestoßen«, sagte er mit leiser Stimme, »und wenn ich bei Ihnen ein Zimmer kriegen kann, würde ich gern ein paar Tage bleiben.«
»Ja, St. Johann ist ein sehr schöner Ort«, pflichtete Susi ihm bei. »Wenn’s seit zwei Tagen auch vom Wetter her gar net besonders angenehm ist. Aber wenn man dem Wetterbericht glauben darf, dann soll’s sich ab morgen schon wieder bessern. Sind S’ alleine, oder brauchen S’ ein Doppelzimmer?«
Rudolfs Brauen schoben sich leicht zusammen, als würde die Frage unerfreuliche Erinnerungen in ihm wachrufen. »Ich bin alleine. Es muss auch gar kein besonderes Zimmer sein. Hauptsache, ein Bett, ein Schrank und eine Dusche …«
»Das schaut schlecht aus«, murmelte Susi, bearbeitete die Tastatur ihres Laptops und schüttelte schließlich den Kopf. »Im Hotel sind sämtliche Zimmer belegt, und heut’ wird auch nix mehr frei. Aber ich kann gern für Sie ein wenig herumtelefonieren. In den Pensionen ergibt sich immer wieder mal was.«
»Das wäre nett von Ihnen«, murmelte Rudolf erleichtert. »Ich habe draußen eine Speisenkarte hängen sehen. Kann man auch um diese Zeit noch etwas zu essen bekommen?«
»Na freilich. Geh’n S’ nur in die Gaststube. Während Sie essen, versuch’ ich ein Zimmer für Sie aufzutreiben.«
»Sie sind sehr freundlich«, erklärte Rudolf und versuchte ein Lächeln in sein Gesicht zu bringen, doch es fiel sehr verkrampft aus. »Vielen Dank.«
Susi blickte dem Dunkelhaarigen hinterher, als er in die Gaststube ging. Ihr war nicht entgangen, dass er einen bedrückten, geradezu schwermütigen Eindruck vermittelte. Sie verfügte über eine gute Menschenkenntnis, denn sie arbeitete seit vielen Jahren im Hotel ihres Vaters und wusste die Menschen, mit denen sie zu tun bekam, einzuschätzen. Nur einmal hatte sie sich getäuscht, und das war noch gar nicht so lange her. Da wäre sie beinahe auf einen Betrüger hereingefallen und um zweihunderttausend Euro erleichtert worden. Dem Weitblick Paul Deiningers und Pfarrer Trenkers war es zu verdanken gewesen, dass die Betrugsabsicht rechtzeitig aufgedeckt wurde.
Für die Spanne einiger Herzschläge lösten diese Gedanken bei Susi Reisinger ein absolutes Stimmungstief aus, das sie aber sofort wieder überwand. Über die Sache war sie gut hinweggekommen, und wenn sie nun an Philipp von Hohenberg, alias Holger Kreuzer, dachte, dann nur noch im gesunden Zorn.
Der Mann, der eben gekommen war, besaß ein sympathisches Gesicht, sein Kinn verriet Zielstrebigkeit, Energie und Ehrgeiz. So sahen Erfolgsmenschen aus … Doch irgendetwas lastete schwer auf seiner Seele. Der müde, ernste Ausdruck in seinen Zügen entsprach nicht seinem Naturell.
Und während sich Susi Gedanken über ihn machte, steuerte Rudolf einen freien Platz in der Gaststube an. Sowohl die Gaststube als auch das Restaurant waren ziemlich voll besetzt. An einem trüben Tag wie diesem spielte sich der gesamte Betrieb im Innern des Hotels ab, denn es war unmöglich, sich im Biergarten aufzuhalten.
Rudolf sah einen Tisch, an dem ein Paar mit einem etwa zehnjährigen Jungen saß. Der vierte Stuhl war frei und Rudolf fragte, ob er den Platz in Anspruch nehmen könne. Der Mann bejahte freundlich und Rudolf ließ sich nieder. Sofort kam eine Bedienung und fragte ihn nach seinen Wünschen. Er bestellte ein großes Glas Mineralwasser und bat um die Speisekarte.
Die Haustochter reichte ihm die Karte ging zum Tresen und Rudolf vertiefte sich in die Speisenkarte.
Das Paar, an dessen Tisch er saß, unterhielt sich leise, der Junge saß schweigend da und beobachtete mit kindlicher Neugierde den fremden Mann.
Rudolf entschied sich schnell. Als ihm die Bedienung das Wasser brachte, bestellte er ein Schnitzel Wiener Art mit Pommes frites und gemischtem Salat.
Er musste keine Viertelstunde warten, dann erhielt er das Essen. Die beiden Erwachsenen am Tisch wünschten einen guten Appetit, das Kind schwieg weiterhin. Sieht auch nicht besonders glücklich aus, der Junge, dachte Rudolf.
Sich auf seinen Teller konzentrierend fing er an zu essen, wenn auch ohne rechten Appetit. Seit acht Tagen aß er, weil der Körper es verlangte, Genuss empfand er nicht. Und so legte er das Besteck auf den Teller und schob ihn von sich, ehe er die Hälfte verzehrt hatte. Er, der bis vor etwas über einer Woche ein Genussmensch gewesen war, konnte an nichts mehr Freude empfinden. Er spülte den letzten Bissen mit einem Schluck Wasser hinunter.
Die Bedienung kam. »Hat’s net geschmeckt?«, fragte sie und nahm den Teller.
»Doch«, versetzte Rudolf. »Aber eine Kinderportion hätte es auch getan.«
»Dann bin ich ja beruhigt«, sagte das Madel lächelnd und trug den Teller weg.
In dem Moment kam Susi Reisinger ins Gastzimmer, erspähte Rudolf und steuerte seinen Tisch an. »In der Pension Stubler können S’ noch ein Zimmer haben. Glück gehabt, dass
