Über dieses E-Book
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
Christel Großstetter saß in ihrer Kammer, sie hatte sich tief über den Tisch gebeugt. Geschickt zeichnete sie mit dem Bleistift die Konturen eines Dirndls auf das weiße Papier. Sie hielt eine Sekunde inne, nahm einen Radiergummi und wischte damit über eine Stelle. Nachdenklich blickte das junge Madl vor sich hin, dann setzte es den Bleistift erneut an und verbesserte die ausradierte Stelle mit einem schwungvollen Strich.
Auf dem Blatt entstand das Modell eines Trachtenkleides, wie es sich Christel schon lange wünschte. Die zwanzigjährige Bauerntochter war nicht nur im Entwerfen auf dem Papier geschickt, fast alle ihre Sachen hatte sie selbst genäht, und wenn es besondere Anlässe gab, wie Geburts- und andere Jubeltage, dann saß sie wochenlang vorher eifrig an einer Bluse, einer Hose oder anderen Kleidungsstücken, die sie schneiderte, um damit den Familienmitgliedern eine Freude zu machen.
»Kind, wo bleibst' denn?« hörte sie die ungeduldige Stimme ihrer Mutter. »Der Vater und Thomas kommen gleich heim, und das Mittagessen ist net vorbereitet!«
»Ich komme schon«, rief Christel zurück und packte rasch die Stifte und den Malblock zusammen.
Dann eilte sie die Treppe hinunter. Hanna Großstetter erwartete sie mit einem vorwurfsvollen Blick.
»Hast' schon wieder über deinem Malkram gehockt?« fragte sie und schüttelte den Kopf. »Christel, vergiß das endlich. Du bist eine Bauerntochter und keine Modeschöpferin! Du weißt genau, wie der Vater darüber denkt.«
Die hübsche junge Frau biß sich auf die Lippe. Es war nicht das erste Mal, daß sie sich diesen Vorwurf anhören mußte. Zwar freuten sich alle in der Familie, wenn sie von ihr mit
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Rezensionen für Das Liebespfand
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Buchvorschau
Das Liebespfand - Toni Waidacher
Der Bergpfarrer
– 145 –
Das Liebespfand
Ich werde die Tage zählen ...
Toni Waidacher
Christel Großstetter saß in ihrer Kammer, sie hatte sich tief über den Tisch gebeugt. Geschickt zeichnete sie mit dem Bleistift die Konturen eines Dirndls auf das weiße Papier. Sie hielt eine Sekunde inne, nahm einen Radiergummi und wischte damit über eine Stelle. Nachdenklich blickte das junge Madl vor sich hin, dann setzte es den Bleistift erneut an und verbesserte die ausradierte Stelle mit einem schwungvollen Strich.
Auf dem Blatt entstand das Modell eines Trachtenkleides, wie es sich Christel schon lange wünschte. Die zwanzigjährige Bauerntochter war nicht nur im Entwerfen auf dem Papier geschickt, fast alle ihre Sachen hatte sie selbst genäht, und wenn es besondere Anlässe gab, wie Geburts- und andere Jubeltage, dann saß sie wochenlang vorher eifrig an einer Bluse, einer Hose oder anderen Kleidungsstücken, die sie schneiderte, um damit den Familienmitgliedern eine Freude zu machen.
»Kind, wo bleibst’ denn?« hörte sie die ungeduldige Stimme ihrer Mutter. »Der Vater und Thomas kommen gleich heim, und das Mittagessen ist net vorbereitet!«
»Ich komme schon«, rief Christel zurück und packte rasch die Stifte und den Malblock zusammen.
Dann eilte sie die Treppe hinunter. Hanna Großstetter erwartete sie mit einem vorwurfsvollen Blick.
»Hast’ schon wieder über deinem Malkram gehockt?« fragte sie und schüttelte den Kopf. »Christel, vergiß das endlich. Du bist eine Bauerntochter und keine Modeschöpferin! Du weißt genau, wie der Vater darüber denkt.«
Die hübsche junge Frau biß sich auf die Lippe. Es war nicht das erste Mal, daß sie sich diesen Vorwurf anhören mußte. Zwar freuten sich alle in der Familie, wenn sie von ihr mit selbstgeschneiderten Kleidungsstücken bedacht wurden, aber Christels Traum, eines Tages als richtige professionelle Modedesignerin zu arbeiten, nahm niemand ernst.
»Ich muß mich jetzt um den Garten kümmern«, sagte die Bäuerin. »Sieh zu, daß das Essen rechtzeitig auf dem Tisch steht.«
»Keine Sorge«, murmelte Christel.
Während die Mutter das Haus verließ, ging sie in Speisekammer, in der die große Kühltruhe stand. Dort holte sie einen Plastikeimer heraus, in dem sie in der letzten Woche die Suppe eingefroren hatte, von der genug übrig geblieben war, um sie heute noch einmal auf den Tisch bringen zu können. Christel lief damit in die Küche und stellte den Eimer in das Spülbecken. Sie ließ warmes Wasser darüber laufen, bis sich der eisige Suppenblock löste, und füllte ihn in einen großen Topf um, den sie auf den Herd stellte.
Während sie darauf wartete, daß der Topf sich langsam erwärmte und die Suppe heiß wurde, deckte sie den Tisch. Zwischen den Zeitungen, die auf der Eckbank lagen, entdeckte sie einen Prospekt, mit dem für eine neue Zeitschrift geworben wurde.
Ach, du lieber Himmel, dachte sie, noch so ein Frauenmagazin!
Beim Händler in St. Johann gab es unzählige solcher Zeitschriften und ›Regenbogenblätter‹. Christel schaute zwar auch immer wieder das Regal durch, wenn sie im Dorf einkaufte. Aber eigentlich interessierte sie sich nur für die reinen Modeblätter mit ihren Schnittmustern.
Sie wollte den Prospekt gerade zum Altpapier aussondern, als ihr Blick auf etwas fiel, das sie sofort elektrisierte. Diese neue Zeitschrift hieß ›Mode & Frau‹, und um den Verkauf anzukurbeln, rief man die Leserinnen zu einem Zeichenwettbewerb auf.
Christel vergaß die Suppe auf dem Herd und starrte wie gebannt auf das, was dort geschrieben stand. Das Magazin veranstaltete diesen Wettbewerb in Zusammenarbeit mit dem bekannten Münchner Modedesigner Hubert Aschau. Als erster Preis winkte nicht nur die Veröffentlichung des Modells –, der Modezar, wie Aschau auch genannt wurde, bot der Gewinnerin die Möglichkeit, ihren Entwurf unter seiner fachkundigen Anleitung in seinem Atelier selbst zu schneidern!
Alle weiteren Informationen würden in der ersten Ausgabe von ›Mode & Frau‹ zu finden sein.
Die junge Frau las noch einmal. Christel spürte, wie ihr Herz schneller schlug.
Sie mußte die Zeitschrift unbedingt haben! Das war die Chance, auf die sie schon so lange wartete!
Ziemlich lange saß Christel auf der Eckbank, und in Gedanken sah sie sich bereits den ersten Preis entgegen nehmen und im Atelier stehen, wo sie zusammen mit Hubert Aschau an ›ihrem‹ Modell arbeitete!
Ein gefährliches Zischen und Brodeln riß sie in die Wirklichkeit zurück. Die Suppe auf dem Herd drohte überzukochen. Rasch steckte Christel den Prospekt in die Schürzentasche und verhinderte das Unglück.
Wenig später hörte sie ihren Vater und den Bruder auf den Hof fahren. Die Mutter kam herein und überzeugte sich davon, daß das Essen noch rechtzeitig fertig geworden war.
»Braucht jemand was aus dem Dorf?« fragte Christel, als sie am Tisch saßen.
Willi Großstetter schüttelte den Kopf.
»Was willst’ denn schon wieder in St. Johann?« Ihre Mutter schüttelte den Kopf. »Bist doch erst gestern drunten gewesen.«
»Nix Besond’res«, erwiderte die Tochter.
Thomas, der zwei Jahre ältere Bruder, sah sie an und lächelte.
»Ich würd’ gern die neue Sportzeitung haben, wenn du fährst«, meinte er und zwinkerte ihr zu.
Er ahnte, daß sie gerne fahren würde. Wahrscheinlich, so vermutete er, wollte sich seine Schwester wieder mal irgendeine Modezeitung kaufen.
Christel warf ihm einen dankbaren Blick zu.
»Bring’ ich dir mit«, antwortete sie lächelnd.
*
Mit den Zeitschriften auf dem Gepäckträger bog Christel Großstetter am Nachmittag gutgelaunt in die Einfahrt zum Nachbarhof ein. Florians Mutter saß auf der Bank vor dem Haus und nähte. Vor ihr auf dem Tisch stand eine Kaffeetasse.
»Grüß dich, Irmi«, rief die Besucherin und stieg vom Rad.
»Grüß dich«, nickte die Bäuerin zurück. »Schön, daß du vorbeischaust. Setz’ dich. Magst’ auch einen Kaffee?«
Christel lehnte dankend ab.
»Wie geht’s zu Haus’?« erkundigte sich Irmi Hoffmeier.
»Alles bestens«, erwiderte die junge Frau und strich sich eine blonde Strähne aus der Stirn. »Wo steckt denn der Florian?«
»Droben, am Hang. Langsam wird’s Zeit, daß das Heu eingebracht wird. Willst du hinauf zu ihm?«
Christel überlegte einen Moment. Der Hang lag noch höher als der Großstetterhof. Mit dem Fahrrad war es ein müßiges Unterfangen, da hinauf zu wollen. Besser war es, erst nach Hause zu fahren und das Auto zu nehmen.
»Ja«, antwortete sie, »aber net mit dem Rad.«
»Ach, wärst’ dann so lieb und nimmst ihm was zu essen und zu trinken mit hinauf?« fragte Florians Mutter. »Der Franz ist auf der and’ren Seite, im Wald. Bevor der zurück ist, ist Florian wahrscheinlich schon verhungert, und ich kann hier net fort. Der Vertreter von der Versicherung wollt’ jetzt endlich vorbeischauen, wegen dem Schaden, den das Unwetter am Scheunendach verursacht hat.«
Vor einigen Tagen war ein ziemlicher Wolkenbruch über dem Wachnertal niedergegangen. Die orkanartigen Windböen hatte das halbe Dach abgedeckt. Franz und Florian Hoffmeier hatten es notdürftig geflickt und nun warteten sie ungeduldig auf den Mann von der Versicherung, der sich erst das Ausmaß des Schadens ansehen mußte, bevor das Geld fließen konnte.
»Freilich nehm’ ich ihm was mit«, nickte Christel.
Die Bäuerin stand auf, um die Sachen aus dem Haus zu holen. Ein paar Minuten später war ein Korb auf dem Gepäckträger des Rades befestigt, und die Bauerntochter fuhr winkend vom Hof.
Zu Hause angekommen, lud Christel den Korb ins Auto um, schrieb rasch einen Zettel für ihre Mutter und setzte sich hinter das Lenkrad. Bis zum Hang waren es gute zehn Minuten zu fahren. Zuerst war es noch eine relativ breite Straße, die hinaufführte, doch nach und nach verengte sie sich, und aus dem geteerten Straßenbelag wurde ein sandiger Untergrund, auf dem man nur langsam fahren konnte.
Christel sah Florian auf der Wiese. Er saß auf dem
