Lissi, bleib bei uns!: Der Bergpfarrer 144 – Heimatroman
Von Toni Waidacher
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Über dieses E-Book
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
Mit klopfendem Herzen und erwartungsvollem Blick sah Lissi den Mann von der Arbeitsvermittlung an.
Würde es heute klappen? Hatte die Warterei auf eine Arbeit endlich ein Ende?
Der Mann auf der anderen Seite des Schreibtisches tippte etwas in den Computer, dann richteten sich seine Augen auf die junge Frau.
»Es tut mir aufrichtig leid, Frau Bauermann«, sagte er bedauernd. »Aber die für Sie in Frage kommenden Stellen sind bereits vergeben.«
Lissi schluckte. Also, wieder nichts.
»Was soll ich denn machen?« fragte sie mutlos. »Das Geld, das ich bekomme, reicht hinten und vorne net. Wenn ich die Miete bezahlt hab', dann bleibt ja nix mehr zum Leben übrig.«
»Haben Sie denn Wohngeld beantragt?« fragte der Mann.
»Schon, aber das ist so wenig«, sagte sie. »Es ist ja alles teurer geworden. Bloß das Arbeitslosengeld wurd' net mehr.«
Die Augen hinter der randlosen Brille blickten eher teilnahmslos. Für den Sachbearbeiter war Elisabeth Bauermann nur eine Arbeitssuchende unter vielen. Jeden Tag hatte er es mit solchen Schicksalen zu tun, und wenn er die Menschen auch bedauerte und sich alle Mühe gab, etwas an ihrem Los zu ändern, so hatte er doch nur begrenzte Möglichkeiten.
»Tja, es werden leider keine Erzieherinnen gesucht«, erklärte er schließlich. »Wie Sie wissen, fehlt den meisten Gemeinden das Geld für die Unterhaltung der Kindergärten. Da wird natürlich zuerst am Personal gespart.«
Natürlich wußte Lissi das. Man hörte und las ja den ganzen Tag nichts anderes, als daß hier eingespart und dort abgespeckt werden mußte. Allerdings half ihr dieses Wissen nicht weiter, und als sie damals ihre Ausbildung beendet hatte, da
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Rezensionen für Lissi, bleib bei uns!
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Buchvorschau
Lissi, bleib bei uns! - Toni Waidacher
Der Bergpfarrer
– 144 –
Lissi, bleib bei uns!
Das Schicksal hat uns zusammengeführt
Toni Waidacher
Mit klopfendem Herzen und erwartungsvollem Blick sah Lissi den Mann von der Arbeitsvermittlung an.
Würde es heute klappen? Hatte die Warterei auf eine Arbeit endlich ein Ende?
Der Mann auf der anderen Seite des Schreibtisches tippte etwas in den Computer, dann richteten sich seine Augen auf die junge Frau.
»Es tut mir aufrichtig leid, Frau Bauermann«, sagte er bedauernd. »Aber die für Sie in Frage kommenden Stellen sind bereits vergeben.«
Lissi schluckte. Also, wieder nichts.
»Was soll ich denn machen?« fragte sie mutlos. »Das Geld, das ich bekomme, reicht hinten und vorne net. Wenn ich die Miete bezahlt hab’, dann bleibt ja nix mehr zum Leben übrig.«
»Haben Sie denn Wohngeld beantragt?« fragte der Mann.
»Schon, aber das ist so wenig«, sagte sie. »Es ist ja alles teurer geworden. Bloß das Arbeitslosengeld wurd’ net mehr.«
Die Augen hinter der randlosen Brille blickten eher teilnahmslos. Für den Sachbearbeiter war Elisabeth Bauermann nur eine Arbeitssuchende unter vielen. Jeden Tag hatte er es mit solchen Schicksalen zu tun, und wenn er die Menschen auch bedauerte und sich alle Mühe gab, etwas an ihrem Los zu ändern, so hatte er doch nur begrenzte Möglichkeiten.
»Tja, es werden leider keine Erzieherinnen gesucht«, erklärte er schließlich. »Wie Sie wissen, fehlt den meisten Gemeinden das Geld für die Unterhaltung der Kindergärten. Da wird natürlich zuerst am Personal gespart.«
Natürlich wußte Lissi das. Man hörte und las ja den ganzen Tag nichts anderes, als daß hier eingespart und dort abgespeckt werden mußte. Allerdings half ihr dieses Wissen nicht weiter, und als sie damals ihre Ausbildung beendet hatte, da wurde ihr nicht gesagt, daß dieser Beruf eines Tages in die Krise kommen würde.
»Jedenfalls bedanke ich mich für Ihre Bemühungen«, sagte sie und stand auf.
»Lassen Sie den Kopf nicht hängen«, verabschiedete sie der Mann. »Vielleicht klappt’s ja in der nächsten Woche.«
Allerdings war es leicht gesagt, den Kopf nicht hängen zu lassen, wenn man mit weniger als zweihundert Euro im Monat auskommen mußte. Beinahe zwei Drittel fraß die Miete auf, auch wenn das Wohnungsamt etwas dazu bezahlte. Damit konnte man keine großen Sprünge machen.
Dabei lebte sie doch schon so sparsam wie möglich. Anstatt mit dem Bus zu fahren, war sie die acht Kilometer von ihrer Wohnung zum Arbeitsamt zu Fuß gegangen, und wenn sie einkaufen mußte, beschränkte sich Lissi auf das Nötigste und achtete darauf, immer an preiswerte Sonderangebote zu kommen. Die Reklamesendungen der Supermärkte und Discounter, die zweimal die Woche in ihrem Briefkasten steckten, waren ihre wichtigste Lektüre geworden.
Mit schweren Schritten schleppte sie sich die Treppe hinauf. Elisabeth Bauermann war vor vier Jahren in die kleine Wohnung gezogen, als sie nach München gekommen war. Voller Träume war ihr Kopf da noch gewesen. Sie fand es herrlich, in der Großstadt zu wohnen und der Enge der dörflichen Idylle, aus der sie stammte, zu entgehen. Sie hatte gleich eine Anstellung in einem Kindergarten gefunden, und ihr neues Leben in Freiheit und Unabhängigkeit ließ sich gut an.
Doch man sollte seine Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Diese bittere Erfahrung hatte sie gemacht. Der Kindergarten wurde geschlossen, die Erzieherinnen gekündigt. Zwei von ihnen hatten Glück und fanden nach ein paar Wochen eine neue Anstellung, Lissi indes nicht.
Und damit nahm das Drama seinen Lauf.
Sie bemühte sich wirklich um Arbeit, hätte auch eine Stellung angenommen, die nichts mit ihrem erlernten Beruf zu tun hatte. Doch entweder gab es keine, oder es hieß, sie wäre zu jung und zu unerfahren für die ausgeschriebene Tätigkeit.
In ihrer Wohnung angekommen, kochte sich Lissi einen Tee und schaltete das Radio ein. Ein Fernsehgerät besaß sie schon geraume Zeit nicht mehr. Sie war der Meinung gewesen, darauf verzichten zu können und hatte es versetzt.
Musik klang durch die kleine Küche.
Tanzen, dachte Lissi, mein Gott, wie lange ist das her!
Das letzte Mal, erinnerte sie sich, war es auf dem samstäglichen Tanzabend im »Löwen« gewesen. Eine Woche, bevor sie ihre Zelte in St. Johann abbrach und nach München ging.
Hätte ihr Leben einen anderen Lauf genommen, wenn sie geblieben wäre?
Sie wußte es nicht. Nur eines war sicher; ihr wäre viel erspart geblieben.
Unter anderem auch der Streit um das Haus ihrer Eltern.
Traurigkeit stieg in ihr auf, als sie daran dachte, wie sie um ihr Erbe betrogen worden war. Natürlich hätte sie kämpfen können, hätte vor Gericht gehen können. Aber ihr Onkel hatte alles so geschickt gefälscht – Urkunden, Schuldverschreibungen, das Testament –, so daß es aussichtslos gewesen wäre, diesen Kampf jemals zu gewinnen. Also hatte sie diesen Kampf erst gar nicht aufgenommen, sondern war fortgegangen, um in der Fremde ein neues Leben zu beginnen.
Plötzlich stiegen Tränen in ihr auf, als sie daran dachte, wie ungerecht sie behandelt worden war, und wie hart das Schicksal mit ihr umging. Auf das Haus hätte sie verzichten können, aber nicht auf die Liebe und Zuneigung des einzigen Verwandten, den sie noch hatte.
Lissi schluchzte und fühlte sich schrecklich einsam.
*
Harald Winter gab seiner Tochter einen Abschiedskuß.
»Schlaf schön, mein Liebling«, sagte er und strich der Fünfjährigen über den blonden Schopf. »Frau Gerstmüller liest dir nachher noch eine Geschichte vor, und dann machst’ schön die Äuglein zu, gell?«
»Ja, Papi«, versprach die Kleine. »Viel Spaß mit deinen Schulfreunden.«
»Danke, mein Liebling«, lächelte der Steuerberater und gab ihr ein Küßchen auf die Nasenspitze.
Vom Auto aus winkte er Alina noch einmal zu, die mit der Nachbarin am Fenster stand und ihm nachschaute.
Harald fuhr aus der Einfahrt und fädelte sich in den Verkehr ein. Er freute sich auf das Wiedersehen mit den alten Mitschülern und war gespannt darauf, was aus ihnen geworden war. Seit der Abiturfeier hatten sie sich nicht wiedergesehen, und bestimmt würde es ein schöner Abend werden, mit vielen Gesprächen und fröhlichen Erinnerungen an vergangene Zeiten.
Die Organisatoren des Klassentreffens hatten ein Gasthaus am Rande Münchens ausgesucht. Die alte »Waldschänke« war ein bekanntes Ausflugslokal mit einer gutbürgerlichen Küche. Als Harald auf den Parkplatz fuhr, standen bereits zahlreiche Autos dort. Erwartungsvoll stieg er aus und schloß ab.
Als er das Lokal betrat, sah er ein großes Schild an der Zwischentür: »Klassentreffen der Brahmsschule auf dem Saal«, stand darauf.
Er ging durch die Gaststube und folgte dem Hinweis zum Veranstaltungssaal. Dort blickte ihm jemand grinsend entgegen.
»Grüß dich, altes Haus!« rief Bertram Holzig. »Schön, daß du kommen konntest.«
»Das will ich mir doch nicht entgehen lassen, die alte Bande wiederzusehen!« erwiderte Harald und umarmte den ehemaligen Mitschüler. »Wie geht’s dir?«
»Bestens«, sagte Bert. »Und selbst?«
»Gut!« Harald Winter nickte ihm zu. »Sind schon viele da?«
»Sieh selbst«, meinte der frühere Klassensprecher, einer der Initiatoren dieses Treffens, und schob ihn durch die Tür.
Der Steuerberater staunte, als er auf den Saal trat. In der Mitte stand eine langgezogene Tafel, an der schon fast alle saßen. Wie früher redeten alle durcheinander, und als er ins Blickfeld kam, wurden Begrüßungsrufe laut. Hände mußten geschüttelt werden, sie umarmten sich, und Fragen nach dem Befinden wurden gestellt. Harald erkannte längst vergessene Gesichter wieder, ein paar hatten ihre Ehepartner mitgebracht. Und sogar Dr. Worthmann war gekommen, ihr alter Klassenlehrer.
Harald begrüßte jeden einzelnen und sprach ein paar Worte mit ihm. Schließlich setzte er sich auf einen freien Stuhl.
Dann meldete sich Florian Ostwald zu Wort.
»Darf ich einen Moment um Ruhe bitten, meine Herrschaften«,
