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Kommissar Platow, Band 3: Endstation Hauptwache: Kriminalroman
Kommissar Platow, Band 3: Endstation Hauptwache: Kriminalroman
Kommissar Platow, Band 3: Endstation Hauptwache: Kriminalroman
eBook122 Seiten1 Stunde

Kommissar Platow, Band 3: Endstation Hauptwache: Kriminalroman

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Über dieses E-Book

Mike und ich standen auf einem Frankfurter Bahnhofs-Klo. Vor uns lag die Leiche eines jungen Mannes. In seinem Arm steckte eine Spritze. Ein weiteres Heroin-Opfer? Das Rauschgift verseuchte unsere Stadt wie die Pest. Etwas kam mir seltsam vor am Tod des Junkies. Bei unseren Ermittlungen deckten wir einen mörderischen Deal auf und gerieten ins Fadenkreuz der Drogen-Mafia.

Die Platow-Krimi-Serie: Frankfurt, Mitte der 70er Jahre. Die Kriminalität boomt. Drogen. Terrorismus. Bandenkriege. Mittendrin: Kommissar Joachim "Joe" Platow. Gemeinsam mit seinem Assistenten Mike Notto und Schutzhündin Abba kämpft er gegen das Verbrechen. Dabei wird Platow immer wieder von seinem persönlichsten Fall eingeholt - seine Ex-Verlobte Petra, die sich der RAF angeschlossen hat ...
Bereist erschienen: Band 1. "Sieben Schüsse im Stadtwald" und Band 2 "Das Grab am Kapellenberg" - weitere Bände folgen ...
Bei mainbook erscheint auch Martin Oldens Krimi-Reihe mit Kommissar Steiner: 1. Band: "Gekreuzigt". 2. Band "Der 7. Patient". 3.Band "Wo bist du?". 4. Band "Böses Netz". 5. Band "Mord am Mikro". 6. Band "Die Rückkehr des Rippers". 7. Band "Vergiftetes Land".
SpracheDeutsch
Herausgebermainebook Verlag
Erscheinungsdatum1. Feb. 2016
ISBN9783946413196
Kommissar Platow, Band 3: Endstation Hauptwache: Kriminalroman

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    Buchvorschau

    Kommissar Platow, Band 3 - Martin Olden

    1

    Mittwoch, 7. Mai 1975

    Kerzengerade saß Claudia Schröder in ihrem Bett. Der Knall einer Tür hatte sie aus dem Schlaf aufgeschreckt. Sie horchte in die Finsternis. Aus dem Wohnzimmer kamen polternde Geräusche. Schubladen wurden aus dem Wandschrank gezogen und durchwühlt. Einbrecher? Den naheliegenden Gedanken verscheuchte Claudia Schröder sofort. Welcher Dieb sollte sich in ihre unscheinbare Drei-Zimmer-Wohnung verirren? In der Koblenzer Straße lebten hauptsächlich einfache Arbeiter wie sie. Bei Menschen ihrer Gehaltsklasse konnten Ganoven keine versteckten Reichtümer erwarten. Aber wer rumorte dann mitten in der Nacht? Katja war es sicher nicht. Ihre brave Tochter schlief nebenan. Niemals würde sie solchen Lärm veranstalten. Also blieb nur eine Möglichkeit. Chris war wieder da!

    Eilig knipste Frau Schröder das Licht an, schnallte einen Bademantel um die schmale Taille und hastete ins Wohnzimmer. Wie versteinert blieb sie in der Tür stehen und beobachtete ihren Sohn. Chris nahm keine Notiz von ihr. Mit stierem Blick durchsuchte er die Regale und riss Bücher, Geschirr und Tischdecken heraus. Der Schein einer Stehlampe fiel auf seine blassen, eingefallenen Wangen. Die Augen waren von schwarzen Schatten umrandet und das lange Haar hing fettig über den Kragen seines Bundeswehr-Parkas. Chris` Anblick entsetzte seine Mutter noch mehr als das Chaos, das er hinterließ.

    „Was machst du, um Gottes willen, und wie siehst du aus?"

    Seit seiner letzten Stippvisite vor vier Wochen hatte er noch einmal deutlich abgenommen. Chris ähnelte seinem Großvater, kurz bevor er gestorben war. Aber nicht einem Neunzehnjährigen im Frühling seines Lebens.

    „Wo hast du`s?", nuschelte er und warf einen Teller auf den Teppichboden. Das Porzellan zersprang.

    „Bitte hör auf, Chris! Du weckst die Kleine! Wovon redest du überhaupt?"

    „Ist mir scheiß egal, ob die Kröte aufwacht oder nicht!, brüllte Chris. Ruckartig drehte er sich um und packte seine Mutter grob an den Schultern. „Wo das Geld ist, will ich wissen?!

    „Du tust mir weh! Bist du verrückt geworden? Welches Geld?"

    „Dein Haushaltsgeld, du blöde Kuh!"

    „Sprich nicht so mit mir! Ich bin immer noch deine Mutter!"

    „Dann hilf mir und rück die Kohle raus!"

    Sie wollte ihn besänftigen und versuchte, so liebevoll wie möglich zu klingen. „Du weißt, ich würde alles tun, um dir zu helfen, mein Junge. Aber ich kann dir kein Geld geben. Selbst wenn ich es hätte. Weil ich genau weiß, wofür du es ausgeben würdest. Ihre azurblauen Augen waren weit aufgerissen. „Bitte, Chris, ich flehe dich an! Lass die Finger von dem Zeug! Es bringt dich um! Sieh dich doch an!

    Chris begann zu zittern. Kalter Schweiß perlte von seiner Stirn. „Laber mich nicht voll, verdammt! Gib her, was du hast!"

    Chris schüttelte die zierliche Frau durch wie ein altes Wäschestück. In ihrer Verzweiflung gab sie einen heulenden Ton von sich. Im selben Moment schrie eine dünne Stimme: „Lass Mama los!"

    Katja war im Türrahmen aufgetaucht. Tränen flossen über das pausbäckige Gesicht des vierzehnjährigen Mädchens.

    „Halt`s Maul! Sonst fängst du dir eine!", warnte Chris. Er dachte nicht im Traum daran, seine Mutter aus dem Klammergriff zu entlassen.

    Katja packte ein Sofakissen und schlug es ihrem Bruder auf den Kopf. Er versetzte ihr eine schallende Ohrfeige. Sie schrie auf. Claudia Schröder rannte in die Küche. Als sie zurückkam, hielt sie einen Fünfzigmarkschein in der Hand. „Nimm ihn! Bist du jetzt zufrieden?"

    Chris entriss ihr den Fünfziger. „Besser als nichts." Dann stiefelte er ins Kinderzimmer. Katja heftete sich an seine Fersen.

    „Was willst du in meinem Zimmer?", fragte sie und schluchzte mehrmals.

    Dein Zimmer? Ich hab hier auch mal gewohnt, du Kröte!" Er nahm das Sparschwein von der Kommode und zerschmetterte es an der Bettkante. Ein Regen aus Fünfmarkstücken verteilte sich auf der Matratze. Gierig steckte sich Chris die Münzen in die Jeanstasche.

    „Nein!" Katja hielt seinen Arm fest. Mit einem kräftigen Stoß beförderte Chris seine kleine Schwester auf das Bett. Er war noch nicht am Ende seines Beutezugs. Seine dürren Finger angelten den Grundig-Kassettenrekorder vom Tisch.

    „Der gehört mir!, heulte Katja. „Den darfst du mir nicht wegnehmen! Bitte, Mama! Sag ihm …

    Chris schnitt ihr das Wort ab. „Das ist meiner, kapiert? Und ich kann damit machen, was ich will!"

    „Ich habe euch beiden den Rekorder zu Weihnachten geschenkt, sagte Claudia Schröder. „Vor zwei Jahren. Damals sind wir noch eine Familie gewesen. Erinnerst du dich, Chris?

    „Familie? Ha! Ich erinnere mich gut, wie du Papa hängen gelassen hast. Genau wie mich heute." Er hielt ihr den Fünfziger unter die Nase.

    „Speist mich ab mit den paar Piepen. Aber keine Sorge. Wenn du Glück hast, musst du mich in Zukunft nie mehr wieder sehen."

    „Was soll das heißen?"

    Wortlos warf Chris seinen Hausschlüssel auf das Bett und ging aus der Wohnung.

    „Ich bin froh, wenn ich dich nie mehr sehen muss!, rief ihm Katja nach. „Und ich bete, dass du verreckst! Scheiß Junkie! Ein Weinkrampf schüttelte den Teenager. Claudia Schröder setzte sich zu ihrer Tochter auf das Bett und nahm sie in den Arm.

    „Beruhige dich, meine Kleine. Es kommt alles wieder in Ordnung."

    „Ich hasse ihn, jammerte Katja. „Ich hasse ihn so sehr.

    „Schscht! Du hasst deinen Bruder nicht. Du hasst, was aus ihm geworden ist. Er wird sich ändern, glaube mir. Eines Tages sieht er ein, dass er auf dem falschen Weg ist. Dann kommt er zu uns zurück und es wird alles so werden wie früher."

    „Das glaubst du doch selbst nicht, Mama!"

    „Aber ja! Ich bin mir ganz sicher!" Sie hätte glaubwürdiger geklungen, wenn das Beben in ihrer Stimme nicht gewesen wäre.

    2

    Donnerstag, 8. Mai

    Die Bombe tickte. Ich glaubte, es ganz deutlich zu hören. Unverwandt starrte ich auf das Paket. Der braune Karton war auf dem Boden des Delaborier-Wagens festgeschnallt. Die strammen Gurte sollten unsere gefährliche Fracht vor Erschütterungen bewahren. Wir konnten von Glück reden, dass der Sprengsatz nicht schon im türkischen General-Konsulat explodiert war. Ein Mitarbeiter hatte bereits mit dem Auspacken begonnen. Gerade noch rechtzeitig war ihm der fehlende Absender auf dem Päckchen aufgefallen. Misstrauisch geworden, rief er die Kriminalpolizei an. Irgendein schlauer Mensch war anschließend auf die Idee gekommen, mich am Feiertag aus dem Bett zu klingeln. Dabei wurden meine Fähigkeiten gar nicht gebraucht, sondern die Spürnase meiner Hovawart Hündin Abba. Als wir bei der türkischen Regierungsvertretung in der Zeppelinallee angekommen waren, hatte sie nur kurz an dem Paket geschnüffelt und sofort ein alarmierendes Bellen von sich gegeben. Nun lag sie neben mir in dem Spezialfahrzeug des Hessischen Landeskriminalamts und gähnte nervös. Meine Anspannung übertrug sich auf ihre empfindsame Hundeseele.

    Ganz schön aufregend, nicht wahr, Joe?

    Ich nickte stumm auf meinem Beifahrersitz. Hinter dem Steuer saß Hauptkommissar Mayer, Sprengstoff-Experte des LKA.

    „Hören Sie dieses Geräusch?" Er blinzelte mich durch die Gläser seiner klobigen Hornbrille an.

    „Ja. Die ganze Zeit." Ich schwitzte, obwohl es ein sehr kühler Tag war für den Wonnemonat Mai und im Wagen eine Temperatur von kaum zehn Grad herrschte.

    „Dagegen müssen wir dringend etwas unternehmen", sagte Mayer.

    „Halten Sie mal das Steuer für einen Moment, Kommissar Platow."

    „Was? Sie wollen die Bombe jetzt entschärfen? Während der Fahrt?"

    Mayer wühlte in den Taschen seines Laborkittels, den er über einem grauen Anzug trug. Ich hielt das Lenkrad so fest, dass meine Knöchel weiß wurden. Durch die Windschutzscheibe sah ich das Blaulichtflackern unserer Polizei-Eskorte. Wir passierten gerade das Senckenberg Museum. Unser Ziel lag noch runde zehn Minuten entfernt. Ein Luftschutzbunker in der Eppenhainer Straße. Dort hatte Hauptkommissar Mayer den explosiven Inhalt des Paktes untersuchen wollen. Was er nun vorhatte, war mir schleierhaft. Für Husarenstreiche war er eigentlich zu alt. Ich schätzte Mayer auf Mitte fünfzig. Das Haar auf seiner hohen Stirn war graumeliert, genau wie sein breiter Schnurrbart.

    „Ah! Da haben

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