Kommissar Platow, Band 12: Das Phantom aus dem Palmengarten: Kriminalroman
Von Martin Olden
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Alle Bände der Serie: Band 1 "Sieben Schüsse im Stadtwald", Band 2 "Das Grab am Kapellenberg", Band 3 "Endstation Hauptwache", Band 4 "Der Westend-Würger", Band 5 "Blutnacht im Brentanopark", Band 6 "Frau Wirtins letzter Gast", Band 7 "Geiselnahme in der Goethestraße", Band 8 "Der Rächer aus der Römerstadt", Band 9 "Geschändet am Frankfurter Kreuz", Band 10 "Abrechnung in Bankfurt", Band 11 "Die Sünderin vom Schaumainkai", Band 12 "Das Phantom aus dem Palmengarten", Band 13: "Zahltag auf der Zeil", Band 14 "Der Kerker im Kettenhofweg" und Band 15 "Letzte Ausfahrt Frankfurt-Süd"
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Rezensionen für Kommissar Platow, Band 12
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Kommissar Platow, Band 12 - Martin Olden
1
Freitag, 30. September 1977
Der Mann im weißen Anzug war ein Profi. Der Fensterrahmen aus Eisen konnte ihn nicht aufhalten. Rasch warf er einen Blick nach rechts und links. Um die Mittagszeit rührte sich keine Menschenseele in der Westhausener Siedlung. Die Männer hockten in ihren Büros in der Innenstadt, während die Hausfrauen das Essen für die Kinder kochten. Niemand beobachtete ihn, als er einen Schraubenzieher aus der SakkoTasche zog. Der Einbrecher wusste genau, wie er das Werkzeug anzusetzen hatte, um das Fenster mit einem Handgriff aufzuhebeln. Gewandt wie eine Katze schwang er sich auf den Sims im Hochparterre und sprang in die Wohnung. Der Raum, in dem der athletische Ganove landete, war als Arbeitszimmer eingerichtet. Für den Job, den es hier zu erledigen galt, zahlte sein Boss eine ordentliche Summe. Dennoch schaute er sich nach einem Nebenverdienst um. Der Schreibtisch erregte seine Aufmerksamkeit. Er zog die Schublade auf, ohne sich um Fingerabdrücke zu scheren, die möglicherweise auf dem Griff zurückblieben. Sollten die Bullen hinterher ruhig ihre Untersuchungen anstellen, sie würden ihn nicht fassen. Das Flugticket nach Rio steckte bereits in seiner Brieftasche. Im Schreibtischfach fand sich das gerahmte Schwarz-Weiß-Porträt eines Mädchens, nicht mehr Kind und noch nicht Frau. Unschuldiges Gesicht, aber verführerisch leuchtende Augen, umspielt von langen und in der Mitte gescheitelten Haaren. Süßes Girl, dachte der Mann. Auf Papier leider unbrauchbar. Hätte die Kleine aus Fleisch und Blut vor ihm gestanden, wäre sie fällig gewesen. Er schob gerne eine Nummer, bevor er einen Auftrag erledigte. Sex schärfte das Auge. Sein Blick fiel auf die Schmuckschachtel neben der Fotografie. Zwei goldene Ringe lagen darin mit dem eingravierten Datum 2. Juni 1963.
„Bingo!", flüsterte er.
Die Klunker waren das passende Souvenir. Dafür würde jeder Hehler ein paar Scheine locker machen. Plötzlich schrillten die Alarmsirenen im Hirn des Berufsverbrechers. Sein geschultes Ohr hörte einen Wagen, der die Straße hinunter fuhr und langsamer wurde. Er spähte durch das Fenster. Das Auto, ein Volvo Kombi-Coupé mit gläserner Heckklappe, hielt vor dem Haus. Der Fahrer stieg aus. Etwa 1,80 Meter groß, sportliche Figur, silbergraues Haar.
„Doppel-Bingo!" Der Typ war die Zielperson, die sein Brötchengeber tot sehen wollte. Kam eher nach Hause als erwartet, was dem Killer in die Karten spielte. Je früher er die Mission abschließen und dieses verfluchte Frankfurt verlassen konnte, desto besser. Er lief in den Flur und positionierte sich neben der Tür. Seine Rechte riss einen Smith & Wesson-Revolver aus dem Schulterhalfter. Der Daumen spannte den Hahn …
In Lauerstellung verharrte der gedungene Mörder – bis ich meine Wohnung betrat. Kaum hatte ich die Tür aufgesperrt und hinter mir ins Schloss geworfen, da drückte der kalte Pistolenlauf gegen meinen Nacken.
„Hände hoch! Langsam umdrehen! Keine Tricks!"
Ich gehorchte. Breitbeinig stand er vor mir. Ein Kleiderschrank in einem weißen Anzug und mit langem Haar, zum Pferdeschwanz gebunden. Seine Hände hielten den Smith & Wesson, Kaliber 44, im Combat-Anschlag. „Runter auf die Knie!"
„Bisschen spät für Morgengymnastik, aber wenn Sie drauf bestehen …" Purer Galgenhumor. Ich saß bis über beide Ohren in der Tinte. Meine Schutzhündin Abba, die mich mehr als einmal aus brenzligen Situationen befreit hatte, lag draußen auf der Rückbank des Schneewittchensargs. Würde ich bald in einem echten Sarg liegen?
„Mein Auftraggeber möchte, dass du weißt, wer dich zur Hölle schickt, sagte der Revolvermann. „Beste Grüße von Zappa.
Der Rotlichtkönig Zapatka, dessen Spitzname auf seiner Ähnlichkeit mit dem Rocker Frank Zappa beruhte, war über Jahre in Rauschgifthandel und Waffenschmuggel verstrickt gewesen. Bis wir ihn vor einigen Wochen endlich hinter Schloss und Riegel gebracht hatten – mitsamt allen Handlangern. Trotzdem behauptete der Mann, für Zappa zu arbeiten. Wie war das möglich? Dann fiel bei mir der Groschen und ich begriff, mit wem ich das zweifelhafte Vergnügen hatte. „Sie sind der Heckenschütze, der beim Mainfest auf unsere Kronzeugin Karin Jörgens geschossen hat und entkommen ist."
„Bin ich, gestand er freimütig. „Zappa hasst es, im Knast zu sein. Dafür kriegst du die Quittung.
Ich zermarterte mir das Hirn, um einen Ausweg aus meiner Lage zu finden. Sinnlos. Ich war Schachmatt gesetzt. Nicht mal den kleinen Finger konnte ich rühren, ohne eine Kugel zu fangen. Wieso hatte ich mich so tölpelhaft überrumpeln lassen? Warum war mir beim Hineingehen nicht aufgefallen, dass der Kerl die Wohnungstür aufgebrochen hatte? Meine Kriminalistenaugen hätten die Spuren sehen müssen! Weil er nicht durch die Tür gekommen ist, Dummkopf! Sondern höchstwahrscheinlich durch das Fenster im Arbeitszimmer – genau wie Petra Helm letztes Jahr. Petra, meine ehemalige Verlobte und heutige Rädelsführerin der RAF. Sie hatte mich damals gewarnt, meine Fenster seien nicht einbruchsicher. Dieses eine Mal hätte ich auf das Frauenzimmer hören sollen. Zu spät!
„Ist noch Zeit für berühmte letzte Worte?", fragte ich, um Sekunden zu schinden.
„Nein!" Sein Finger lag am Abzug.
Ich starrte in die Mündung des Revolvers. Ein schwarzer Tunnel, aus dem gleich eine Ladung Blei hervorschießen würde. Das war`s also, dachte ich. Oberkommissar Joachim „Joe" Platow gibt die Dienstmarke ab. Erstaunlicherweise war ich innerlich ruhig. Vielleicht weil ich meine Pflicht in den 70er Jahren erfüllte, einer Zeit, in der Polizisten jeden Tag damit rechnen mussten, zur Zielscheibe politischer Wirrköpfe und krimineller Banden zu werden. Sechsundzwanzig erschossene Beamte innerhalb von sieben Jahren sprachen für sich.
„Sag gute Nacht!", höhnte der Auftragsmörder.
Ich bereute, so viel kostbare Lebenszeit in der Hoffnung verschwendet zu haben, Petra könne zur Vernunft kommen und wieder die Frau werden, die ich einmal aus tiefstem Herzen geliebt hatte. Gleichzeitig bedauerte ich, eine reizende Japanerin namens Fujiko Shimada nie wieder zu sehen und ihr nicht sagen zu können, wie viel sie mir bedeutete. In Erwartung der Kugel schloss ich die Augen und presste die Lippen aufeinander. Im selben Moment hörte ich das Geräusch. Klick-Klack. Der unverwechselbare Klang eines Schlüssels, der im Schloss herumgedreht wird. Musik in meinen Ohren. Irgendjemand öffnete in diesem Augenblick meine Wohnungstür. Zappas Scherge reagierte wie jeder Mensch, der durch einen unerwarteten Ton in seinem Rücken erschreckt wird. Er drehte den Kopf in die Richtung, aus der das Schlüsselklappern kam. Die Sekunde der Ablenkung musste ich nutzen. Mit geballten Fäusten sprang ich ihm entgegen. Zu meinem Pech war der Kerl schneller. Er warf sich herum und knallte mir den Revolverlauf gegen mein Schlüsselbein. Ich sah Sterne und ging in die Knie. Wie aus weiter Ferne hörte ich Hundegebell. Durch den Schleier vor meinen Augen erkannte ich Abba. Sie stand im Flur und fletschte die Zähne. Der Killer richtete die Waffe gegen die Hovawart-Hündin. An ihrer Seite tauchte eine zierliche Dame auf. Sie trug ein beigefarbenes Kostüm, Standardgarderobe für Mitarbeiterinnen der japanischen Botschaft. Der dazugehörige Rock hinderte meine Freundin Fujiko nicht daran, einen Tritt anzubringen, der die linke Wade des Mannes traf und seinen Fuß vom Boden fegte. Rücklings krachte er aufs Linoleum. Der 44er glitt ihm aus den Fingern. Fujiko beförderte das Schießeisen mit einem Kick ihrer Schuhspitze außer Reichweite. Ungläubig blinzelte der Gestrauchelte die kleine Frau an. Sie maß nicht einmal 1,60 Meter und hatte ihn zu Fall gebracht. Wie hätte er ahnen können, dass sie eine Judo-Meisterin war, gegen die ich im Training häufiger den Kürzeren zog? Abba baute sich über ihm auf. Ihr Knurren übersetzte ich mit den Worten: Eine falsche Bewegung und ich mach Chappi aus dir!
Ich kam wieder auf die Beine, strich mir eine Haarsträhne aus der Stirn und griff nach dem Smith & Wesson. „Lassen Sie die Hände, wo ich sie sehen kann, riet ich dem Gangster. „Wir möchten doch beide, dass Zappa einen unversehrten Zellengenossen bekommt.
Ich legte einen Arm um Fujiko. „Danke, Madame Butterfly. Das war Rettung in letzter Sekunde."
„Ein Wink der Vorsehung, dass du mir einen Schlüssel zu deiner Wohnung geschenkt hast, sagte Fujiko in ihrer philosophischen Art. Sie strahlte wie die Mittagssonne. „An deinem freien Tag wollte ich dich mit einem Essen überraschen und bin früher aus dem Büro gegangen. Als ich dein Auto vor dem Haus gesehen habe mit Abba auf dem Rücksitz, die sehr aufgeregt gewesen ist, habe ich mir gedacht, es könnte etwas passiert sein.
„Mein schlauer Schutzengel", sagte ich und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
Abba schielte zu mir. Hast du nicht jemanden vergessen?
„Oh Verzeihung, du bist natürlich die Allerbeste!"
Die Schmeicheleien kannst du für dich behalten, Joe! Dein Wachhund schiebt Kohldampf! Wollten wir nicht beim Wienerwald essen? Los, lass uns den schrägen Vogel einlochen und dann ran an die Hähnchen!
2
Dienstag, 11. Oktober 1977
Eine Ente tuckerte über die Mainzer Landstraße Richtung Frankfurter Hauptbahnhof. Am Steuer saß Kommissarin Tina Förster. Auf dem Beifahrersitz lümmelte mein Partner Mike Notto und summte die Melodie von Ti Amo. Mike legte seine Hand auf das Knie der Blondine. In ihrem engen Jeans-Anzug sah sie für ihn an diesem Morgen besonders sinnlich aus.
„Mächtig nett von deiner Nachbarin, dass sie dir ihr Töff-Töff geliehen hat, solange deine Karre in der Werkstatt ist. Mike grinste schelmisch und strich über Tinas Oberschenkel. „In `ner Ente hab ich`s noch nie gemacht. Wie wär`s? Ist genug Zeit bis Dienstbeginn.
Die Antwort fiel eindeutig aus. „Vergiss es, Casanova!"
„Wieso? Hast du Angst, dass man uns verhaftet wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses? Wir parken einfach in der Weserstraße, da juckt`s keinen, was wir treiben."
„Nein!" Tina schob seine Hand von ihrem Bein.
„Nenn mir einen vernünftigen Grund!" Mike klang wie ein Kind, dem das Taschengeld gekürzt werden sollte.
„Weil ich keine Lust habe."
„Kauf ich dir nicht ab. Dafür kenn ich dich mittlerweile zu gut", sagte er mit
