Schlüssel der Zeit - Band 7: Die Rose der Gräfin: Histo-Fantasy-Serie
Von Tanja Bruske
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Band 1 "Der Ruf der Schlösser", Band 2 "Der Hexer von Bergheim", Band 3 "Das Geheimnis der Kommende", Band 4 "Der Fuchs und der Räuber", Band 5 "Antoniusfeuer" und Band 6 "Der Besuch des Präsidenten" der Serie "Schlüssel der Zeit" liegen ebenfalls als E-Books bei mainbook vor sowie die Taschenbuch-Sammelbände mit den E-Book Bänden 1-3 (ISBN9783947612482) und 4-6 (ISBN 9783948987039). Die Serie wird fortgesetzt.
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Buchvorschau
Schlüssel der Zeit - Band 7 - Tanja Bruske
1. Bestimmung
Mit klopfendem Herzen öffnete Keyra die Wohnungstür. Sie lauschte kurz, ehe sie eintrat. Es war still – ihr Vater war, wie so oft in letzter Zeit, wohl nicht zu Hause. Rory Kelly hatte ein neues Projekt übernommen, irgendwo im Vogelsberg, das ihn völlig in Anspruch nahm. Das war Keyras Glück, denn so hatte er nicht mitbekommen, dass auch Keyra in den vergangenen Wochen wenig Zeit zu Hause verbrachte.
Das Klingeln ihres Handys ließ sie zusammenzucken. Ein Blick aufs Display verriet ihr, wer sie so erschreckt hatte.
„Mensch, Lou – ich wollte mich in die Wohnung schleichen, weißt du noch? So ein Klingeln kann etwas hinderlich sein, wenn man unentdeckt bleiben will", meldete sie sich.
„Ach sorry, ich dachte, dass du schon längst zu Hause bist. Und, ist dein Vater da?"
„Nein. Ich hab noch etwas Schonfrist, bis ich es ihm beichten muss."
„Glück gehabt – aber du wirst nicht drum herumkommen."
„Ich weiß. Schlecht gelaunt ging Keyra in ihr Zimmer und warf ihren Rucksack aufs Bett und sich selbst auf ihren Kuschelsessel am Fenster. „Was mich am meisten nervt, ist, dass ich selbst schuld bin. Ich hätte mehr lernen müssen.
„Hey, du hattest doch genug Stress wegen der Sache mit deiner Oma und deiner Taekwondo-Prüfung."
Keyras schlechtes Gewissen meldete sich bei Lous mitfühlenden Worten. Die Krankheit ihrer Großmutter Clara war eine Sache, aber sie hatte ihre Freundin, was diese Taekwondo-Prüfungen anging, gnadenlos angeschwindelt. Immerhin: Stress hatte sie wirklich. Der hing jedoch eher damit zusammen, dass Leo sie ziemlich hart für ihre anstehende Wächterprüfung trainieren ließ. Das konnte sie Lou jedoch schlecht erzählen. Schließlich wusste niemand außer Leo und dem Orden der Zeitwächter von ihrer „geheimen Identität" als Zeitwächterin.
Auch ihr Vater nicht, was ein ziemlich großes Problem darstellte.
„Tja, Dad wird dazu seine eigene Meinung haben. Du weißt doch, wie versessen er darauf ist, dass ich gute Noten bekomme, damit ich mich für ein Restauratorenstudium qualifiziere."
„Du wolltest das doch auch die ganze Zeit …?"
„Will ich ja auch noch … glaube ich … Keyra seufzte. Schon wieder konnte sie nicht offen mit Lou reden. Wie sollte sie ihr begreiflich machen, dass sie vielleicht gar kein Studium beginnen konnte, wenn ihre Pflicht als Zeitwächterin sie zu sehr beanspruchte? Leo und auch Christoph Custos, der Schlüssel-Hüter des Ordens der Zeitwächter, hatten entsprechende Andeutungen gemacht. „Ich weiß es noch nicht.
„Hast du dich denn zumindest für eine Fachrichtung entschieden? Oder wird die auch von deinem Vater bestimmt?", fragte Lou sarkastisch.
„Meinem Vater wäre es am liebsten, wenn ich Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut in Dresden studieren würde. Damit könnte ich seine Firma später problemlos übernehmen. Die Uni Stuttgart wäre auch eine Option. Ich persönlich finde Grabungstechnik und Archäologie aber auch interessant. Keyra zuckte mit den Schultern, was Lou natürlich nicht sehen konnte. „Aber egal, gute Noten brauche ich auf jeden Fall.
„Du tust gerade so, als hättest du dein ganzes Abitur versaut, dabei geht es hier um eine einzige Note, und die …"
„… stellt für meinen Vater wahrscheinlich schon eine Katastrophe dar. Keyra seufzte. „Du weißt doch, wie er ist.
„Er wird sich schon abregen. Nun mal zu etwas Interessantem: Was wollte Ben von dir, vorhin auf dem Parkplatz?"
Keyra spürte Hitze in ihren Wangen. Zum Glück telefonierte sie mit Lou, sonst hätte die Freundin gesehen, wie sie rot anlief. „Er hat mich gefragt, ob wir uns morgen Nachmittag am Badesee in Großkrotzenburg treffen wollen."
„Uhhhhh, ein Date! Wann trefft ihr euch?"
„Gar nicht. Ich habe keine Zeit."
„Spinnst du? Seit Monaten schmachtest du ihn an und jetzt …"
„Ich schmachte gar nicht."
„Natürlich tust du das. Das sieht doch jeder."
Keyra erschrak. „Echt?"
„Naja, jeder, der dich so gut kennt wie ich, schränkte Lou ein. „Warum hast du ihm einen Korb gegeben?
„Ich muss trainieren – wenn mich mein Vater überhaupt noch aus dem Haus lässt, nachdem er von Mathe erfahren hat."
„Übertreibst du es mit dem Training nicht etwas?"
Sag das nicht mir, sondern Leo, dachte Keyra. Zwar hatte sie in den vergangenen beiden Wochen keine singenden Schlösser gehört und war auch nicht erneut durch die Zeit gereist, doch Leo schien das nicht zum Anlass zu nehmen, um das Tempo etwas herunter zu fahren. Im Gegenteil. Wenn er sie nicht im Kampftraining unterwies, ließ er sie Geschichte büffeln. Immerhin hatte das ihre Noten in ihrem Leistungsfach verbessert, obwohl sie schon immer gut in Geschichte gewesen war.
Ein Schlüssel klapperte im Schloss, und Keyra wurde es flau im Magen.
„Ich muss Schluss machen, er kommt", sagte sie hastig und drückte den Anruf weg.
Rory Kelly hatte gute Laune, was Keyra daran merkte, dass er vor sich hin pfiff. Seit dem Verschwinden ihrer Mutter vor vielen Jahren pfiff und sang Rory Kelly eher selten.
Sie stand auf und verließ ihr Zimmer. Sie fand ihren Vater in der Küche, wo er eine Tüte mit Einkäufen ausräumte. Es sah ganz so aus, als würde es am Abend mal wieder auf Spaghetti mit Tomatensoße hinauslaufen.
„Hi Paps. Woher die gute Laune?" Keyra zwang sich zu einem unbekümmerten Tonfall.
„Hallo Schatz. Ach, es gibt keinen besonderen Grund. Die Arbeit im Birsteiner Schloss macht mir einfach Spaß." Rory redete gerne über seine Arbeit, und in den nächsten Minuten erfuhr Keyra alle Details über den Saal, in dem er Gemälde und Kunstobjekte restaurieren sollte. Er würde monatelang dort beschäftigt sein, das stand fest.
„Eine wirklich interessante Aufgabe", sagte Rory und ließ Wasser in einen Kochtopf laufen.
Tut mir leid, dass ich dir die Laune verderben muss, dachte Keyra zerknirscht. Sie wollte jedoch die unangenehme Nachricht nicht länger aufschieben.
„Ich muss dir etwas sagen, Dad … Sie benutzte absichtlich die Anrede, die ihr irischer Vater lieber hörte. „Wir haben heute die Zeugnisnoten in Mathe gesagt bekommen. Bei mir werden es acht Punkte …
Rory, der sich nach wie vor nicht mit dem Punktesystem der Oberstufe anfreunden konnte, runzelte die Stirn. „Das ist schlecht, oder?"
„Es ist eine drei, Dad. Befriedigend."
Rorys gute Laune verpuffte. „Wie konnte das passieren? Im letzten Zeugnis hattest du doch noch eine bessere Note!"
„Acht Punkte sind doch nicht schlecht …"
„Aber du kannst es besser. Das weiß ich."
Keyra wurde sauer. „Ach ja, woher? Du bist doch nie hier."
Getroffen stellte Rory den Topf auf dem Herd ab. „Ich habe viel zu tun … Aber du hast recht. Vielleicht muss ich das ändern."
„Dad …"
„Ich werde künftig besser darauf achten, dass du ausreichend für die Schule lernst. Ich kann mir denken, woran es liegt – es ist dieser Junge, oder?"
Keyra schloss die Augen. Sie wünschte, sie hätte ihrem Vater Ben nicht vor einigen Tagen vorgestellt, als ihr Vater sie von der Schule abgeholt hatte. Aber es hatte sich einfach so ergeben.
„Es hat nichts mit Ben zu tun."
„Das denkst du. Wahrscheinlich verbringst du viel zu viel Zeit mit ihm, statt dich auf dein Abitur vorzubereiten."
„Wir haben uns bisher nur einmal im Kino getroffen."
„Damit ist jetzt Schluss! Du bist ohnehin zu jung für so etwas."
„Für was genau bin ich mit 17 zu jung? Um ein Leben außerhalb der Schule zu haben? Das ist doch Quatsch."
„Werde bloß nicht frech!"
Keyra schnappte sich ihre Jacke und stürmte zur Tür. „Ich hab die Nase voll. Ich gehe trainieren."
Rory war perplex. „Und was ist mit den Nudels?"
Normalerweise sprach ihr Vater perfekt Deutsch – dass er Grammatikfehler machte, zeigte, wie aufgewühlt er war.
Kurz zögerte Keyra, dann siegte ihre Wut. „Mir egal, ich hab keinen Hunger." Sie knallte die Tür hinter sich zu.
Eine halbe Stunde später prügelte sie auf den Boxsack ein, den Leo hielt. Natürlich war sie nicht zum Taekwondo-Training gefahren, wie ihr Vater sicher angenommen hatte, sondern nach Langenbergheim zum Haus ihrer Großmutter. Allerdings lebte Clara Schlosser derzeit nicht dort, sondern bewohnte ein Zimmer in der Seniorendependance in Marköbel. Dass sie nicht ansprechbar war, war Keyras größter Kummer. Zu gerne hätte sie sich mit ihrer Oma über all das unterhalten, was seit ihrem 17. Geburtstag geschehen war.
Statt Clara wohnte nun Leo in dem Haus, das sich zu Keyras Verwunderung als deutlich größer erwies, als sie all die Jahre angenommen hatte. Von dem Trainingsraum im Keller und der kleinen, aber feinen Bibliothek hatte sie keine Ahnung gehabt. Genau wie ihr Vater, der zum Glück immer noch nicht den Braten roch.
Keyra knirschte mit den Zähnen. „Mein Vater hat von nichts eine Ahnung!" Sie verpasste dem Boxsack zwei weitere kräftige Schläge.
„Wenn du es sagst." Leo klang gleichmütig, doch Keyra bemerkte die Schweißperlen auf seiner Stirn und den besorgten Ausdruck in seinem Blick.
Er hielt tapfer den Sack, während sie weiter darauf eindrosch, doch ein paar Minuten später hielt er sie zurück. „Es reicht jetzt. Wenn dich Wut antreibt statt Verstand, wirst du dich verletzen."
„Wer sagt, dass ich wütend bin?"
„Och, nur so eine Vermutung. Leo nahm eines der bereitliegenden Handtücher und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Du musst deine Gefühle in den Griff bekommen und deine Kräfte besser einteilen. Wir müssen deshalb das Training intensivieren, und auch was deine Kenntnisse …
Keyra, die gerade die Bandagen abgestreift hatte, hob abwehrend die Hände. „Moment mal, ganz langsam. Ich kann das Training nicht intensivieren, im Gegenteil. Ich muss etwas langsamer machen."
Leo kniff die Augen zusammen. „Wie meinst du das? Deine erste Prüfung steht bevor."
„Ich weiß. Aber ich kann so nicht weitermachen. Spätestens nach den Sommerferien muss ich mich wieder stärker auf die Schule konzentrieren."
Leo verschränkte die Arme vor der Brust und nahm die typische Strenger-Mentor-Haltung an. „Ich fürchte, du hast immer noch nicht verstanden, wie wichtig deine Aufgabe ist. Dabei dachte ich, dass deine jüngsten Abenteuer dir eine Lehre seien."
Keyras Zorn, der sich durch die körperliche Anstrengung gerade erst gelegt hatte, loderte wieder hoch. „Ich habe sehr wohl verstanden, was die Aufgaben einer Wächterin sind. Aber du scheinst nicht zu begreifen, dass ich auch noch ein anderes Leben habe – und dass ich weder meiner Familie noch meinen Freunden von meiner Aufgabe erzählen darf."
„Das ist mir durchaus bewusst …"
„Das glaube ich nicht. Sonst müsste dir doch klar sein, dass ich nicht nur die Erwartungen des Rates, sondern auch die meines Vaters erfüllen muss. Ich komme in die 13. Klasse, nächstes Jahr mache ich Abitur – allerdings nur, wenn ich mich ein bisschen mehr für die Schule engagieren kann."
Leo seufzte und rieb sich mit Daumen und Zeigefinger die Nasenwurzel. „Der Rat befürwortet es durchaus, wenn Wächterinnen und Wächter eine fundierte Ausbildung haben, schon allein,
