Über dieses E-Book
Ein Blick aus den goldenen Augen von Zimmermädchen Rose – und der verwitwete griechische Tycoon Ares Aristiades spürt zum ersten Mal seit Jahren wieder erotisches Verlangen. Als Rose ihn spontan anfleht, sie aus den Fängen ihres skrupellosen Chefs zu retten, zögert er nicht und nimmt sie bei sich auf. Schon bald ist er immer stärker fasziniert von ihr. Aber so sehr er sie begehrt, kann Rose auch die Narben seiner Vergangenheit heilen? Kaum beginnt er, den Glauben an das Glück zurückzugewinnen, droht ein Geheimnis um Roses Herkunft alles wieder zu zerstören …
Jackie Ashenden
<p>Jackie Ashenden schreibt düstere, gefühlsgeladene Stories über Alphamänner, denen die Welt zu Füßen liegt, bevor sie von ihren umwerfenden Gegenspielerinnen in Stücke gerissen wird. Sie lebt mit ihrem Ehemann, dem unvergleichlichen Dr Jax, zwei Kindern und zwei Ratten in Auckland, New Zealand. Wenn sie nicht gerade Alphamänner und ihre kühnen Heldinnen quält, dann trinkt sie Chocolate Martinis, liest alles, was ihr in die Finger kommt, verschwendet die Zeit in der Welt der Social Media oder wird zu einer Mountainbike-Tour mit ihrem Mann gezwungen.</p>
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Buchvorschau
Neues Glück für den griechischen Tycoon? - Jackie Ashenden
IMPRESSUM
JULIA erscheint in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH, Hamburg
© 2022 by Jackie Ashenden
Originaltitel: „The Maid the Greek Married"
erschienen bei: Mills & Boon Ltd., London
in der Reihe: MODERN ROMANCE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe JULIA, Band 2597 05/2023
Übersetzung: Pia Pfänder
Abbildungen: Harlequin Books S. A., alle Rechte vorbehalten
Veröffentlicht im ePub Format in 05/2023 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783751518536
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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1. KAPITEL
Frühling
Das Zimmermädchen räumte schon wieder auf.
Ares war in sein Zimmer gekommen, um sich für das Abendessen mit seinem Schwiegervater umzuziehen, und da war sie. Die junge Frau kniete vor dem großen Steinkamin, fegte die Asche zusammen und summte leise vor sich hin.
Und sie summte weiter, als er die Tür hinter sich schloss, zu dem Stuhl neben dem Kamin schlenderte und sich setzte.
Sie summte weiter, als wäre er gar nicht anwesend.
Als sie das erste Mal den Kamin in seinem Zimmer sauber gemacht hatte, dachte er, ihr Summen würde ihn stören, aber das tat es nicht. Es gefiel ihm sogar. Ihre sanfte Stimme besaß einen angenehmen Klang. Sehr weiblich. Beruhigend.
Vor allem aber gefiel ihm, dass sie summte, als wäre er nicht Ares Aristiades, Generaldirektor von Hercules Security, einem der weltweit größten privaten Sicherheitsunternehmen und von Regierungen auf der ganzen Welt gefragt.
Ares Aristiades, ehemaliger französischer Fremdenlegionär, von Narben gezeichnet, gebrochen und härter als die griechischen Berge seiner Heimat. Ares Aristiades, dessen Herz und Seele vor Jahren gestorben waren und ihn nicht länger belasteten.
Die Pflicht jedoch blieb, denn hier war er und besuchte seine Schwiegereltern auf ihrem abgelegenen Anwesen in den Bergen nahe des Schwarzen Meeres. So wie er es in den meisten Jahren seit Nayas Tod getan hatte. Jedenfalls wenn er weder im Krankenhaus noch bei der Fremdenlegion war.
In den letzten fünf Jahren hatte dieses Zimmermädchen bei jedem seiner Besuche sein Zimmer aufgeräumt. Doch ihr Summen hatte er erst in den letzten zwei Jahren bemerkt. Und im vergangenen Jahr war ihm zum ersten Mal bewusst geworden, dass sie sehr weiblich war und ihr schlichtes schwarzes Kleid kaum die üppigen Kurven verbarg, die an Pin-up-Girls aus den fünfziger Jahren erinnerten.
Ihr langes, honiggoldenes Haar trug sie in einem strengen, im Nacken zusammengesteckten Knoten. Ihr Gesicht war herzförmig, ihr süßer Mund voll und ihre Nase leicht gebogen. Die langen Wimpern sahen aus, als seien sie in Gold getaucht.
Das Personal hier durfte den Gästen nicht in die Augen sehen, jedenfalls hatte sein Schwiegervater das gesagt – eine seltsame Regel, die Ares nicht verstand. Aber bisher schien ihm das nicht wichtig genug, um sich deswegen zu streiten – und das junge Zimmermädchen hatte ihm nie in die Augen geschaut.
Nur ein Mal, im vergangenen Jahr, als sie mit ihrem Eimer voller Asche aus seinem Zimmer geeilt war. Unter ihren in Gold getauchten Wimpern hervor hatte sie ihm einen Blick zugeworfen.
Auch ihre Augen waren golden.
Der Blick war nur kurz gewesen, bevor sie davoneilte, aber darin hatte keine Angst gelegen, nur eine Art ehrfürchtiger Neugier.
Was ihn überraschte. Denn normalerweise wirkte er auf andere … verstörend, wenn nicht sogar Furcht einflößend. Das lag an den Narben in seinem Gesicht.
Ares hatte nicht damit gerechnet, sie wiederzusehen, aber hier kniete sie, ein Jahr später, vor dem Kamin und schaufelte wieder die Asche.
Was sollte er davon halten?
Als ihn der Blick ihrer goldenen Augen getroffen hatte, war sein Verlangen aufgeflammt, und er wusste nicht, was er damit anfangen sollte. Er hatte geglaubt, sein Verlangen sei mit seiner Frau gestorben. Aber ein Blick aus diesen goldenen Augen reichte, und sein Begehren erwachte zum Leben, so wild und kraftvoll wie in seiner Jugend.
Seit diesem einen kurzen Blick war ein ganzes Jahr vergangen. Und doch spürte er immer noch dieses Verlangen.
Was war an dieser Frau anders? Er wusste es nicht und wollte auch nicht darüber nachdenken. Er wusste nur, dass die Jahre vergingen und er nicht jünger wurde. Und dass er gewisse Versprechen gegeben hatte.
Er hatte seinem Vater versprochen, das Geschlecht der Aristiades nicht mit ihm aussterben zu lassen.
Seiner verstorbenen Frau hatte er versprochen, ihr Haus mit Kindern zu füllen.
Sowohl sein Vater als auch seine Frau lebten nicht mehr, aber diese Versprechen spürte er wie eiserne Ketten. Ares konnte – und wollte – sie nicht brechen.
Sein Gewissen war mit seiner Frau gestorben. Nur die Erinnerung an sie und die Versprechen, die sie einander gegeben hatten, wiesen ihm den Weg.
Ares selbst bedeutete es nichts, doch sein Vater hatte fest daran geglaubt, dass die Linie der Aristiades von dem mächtigen Helden Herkules abstammte und bewahrt werden musste.
Aber wenn er irgendwann eine Familie gründen würde, dann würde er es für Naya tun. Sie hatte Kinder geliebt und hatte sich immer eine große Familie gewünscht. Diese Pläne hatten sich nicht geändert, auch wenn sie nicht mehr bei ihm war.
Seit ihrem Tod drehte sich sein Leben um sie und ihr Andenken. Kinder zu bekommen gehörte dazu.
Aber dazu brauchte er auch eine Frau. Je früher, desto besser.
Sein Zimmer im Haus der Schwiegereltern hatte steinerne Böden, Wände und Decken. Teure Seidenteppiche und Samtvorhänge zierten die Räume. Nicht dass er sich für Teppiche, Vorhänge oder irgendetwas entfernt Weiches interessierte!
Doch auch dieses Mädchen sah weich aus, und das gefiel ihm wider Erwarten ganz gut.
„Wie heißt du?", fragte er auf Russisch. Da sie hier arbeitete, ging er davon aus, dass Russisch ihre Muttersprache war.
Seine Stimme klang rostig und schroff und durchschnitt die Stille wie ein Steinschlag in einem stillen Tal, aber das kümmerte ihn nicht. Seine Stimmbänder hatte das Feuer beschädigt. Er hatte sich längst daran gewöhnt.
Sie erschrak sichtbar. „Rose, antwortete sie mit ihrer hellen Stimme. Dann wandte sie den Kopf und sah ihn über die Schulter an. „Wie heißen Sie?
Ihre Augen waren genauso, wie er sie in Erinnerung hatte, große goldene Münzen, und wieder entdeckte er kein Entsetzen darin. Auch kein Mitleid oder gar Mitgefühl für seine großen Brandnarben. Sie schaute ihn an, als würde sie seine Narben überhaupt nicht sehen.
So hübsche Augen.
Sein Verlangen brannte heller, doch er bewegte sich nicht. Ganz gleich, wie ungewohnt es sein mochte, er war kein Junge mehr, der seinen Leidenschaften ausgeliefert war. Er war ein Mann, der sich vollkommen unter Kontrolle hatte. Ein Mann, der geduldig sein konnte, wenn die Situation es erforderte.
Ein Mann, der die Narben in seinem Gesicht nicht verbarg, sondern stolz trug, als ständige Erinnerung an die überstandenen Gefahren.
Ihm war egal, was sie von ihm hielt. Es war ihm egal, was andere dachten. Seine Narben gingen niemanden etwas an.
Er erwiderte ihren Blick. „Das weißt du nicht?"
„Nein. Die Namen unserer Gäste werden mir nicht genannt", sagte sie unbeirrt.
Ares musste sich beeilen. Außerdem schickte es sich nicht, mit dem Personal zu plaudern. Aber sein Schwiegervater konnte warten.
Ivan war ein russischer Oligarch und hatte seine Finger bei zu vielen zwielichtigen Geschäften im Spiel. Er war nie darüber hinweggekommen, dass sich seine Tochter während eines Urlaubs in Athen in einen griechischen Hirtenjungen aus einfachen Verhältnissen verliebt hatte.
Ivan hatte Einwände gegen Ares und die Heirat erhoben, aber Naya war eine starke Frau, und sie wollte Ares. Ihr war gleichgültig, dass er in einer Hütte in den Bergen lebte und keinen Cent besaß.
Nachdem er die Hütte verlassen hatte und wurde, wozu er bestimmt war, zum Gott des Krieges, wie man ihn in manchen Kreisen nannte, stieg er in Ivans Wertschätzung.
Doch Ares mochte Ivan nicht. Er war nicht wegen Ivan hier. Er war hier, weil Naya es gewollt hätte, nur darum.
„Warum willst du das wissen?", fragte er. Seinen Namen wollte er ihr nicht sagen. Schließlich war sie nur ein Zimmermädchen. Obwohl sie sich nicht so verhielt.
Sie antwortete nicht sofort. Zwischen ihren goldenen Brauen erschien eine kleine Falte. Dann erhob sie sich. Asche bestäubte ihre Uniform, aber sie wischte sie nicht weg. Sie schien sie nicht einmal zu bemerken.
Ihr Gesicht hatte einen ernsten Ausdruck angenommen. „Ich … brauche Ihre Hilfe", sagte sie.
Ares starrte sie an. Ein ungewohntes Gefühl breitete sich in ihm aus. Er brauchte einige Augenblicke, um zu begreifen, dass er überrascht war.
Es war sehr lange her, dass ihn jemand überrascht hatte. Seit langer Zeit fühlte er überhaupt nichts mehr. Nicht einmal das Aufflackern eines Gefühls. Seltsam, dass ein einfaches Zimmermädchen ihn überraschte.
Seine Beine hatte er ausgestreckt und an den Knöcheln übereinandergeschlagen. Das schwarze Leder seiner Schuhe – handgefertigt von einem Schuster in Mailand – glänzte in der Abendsonne, die durch das Fenster fiel. Das Mädchen stand dicht bei seinen Füßen.
Sehr dicht für ein Zimmermädchen, das anscheinend keine Angst vor dem fremden Mann hatte. Einem milliardenschweren Mann, der Regierungen in seiner Tasche hatte.
Einem Mann, der Narben davongetragen hatte, der körperlich stark war und sie ohne Anstrengung zermalmen könnte.
Einem Mann, von dem sie offenbar Hilfe erhoffte.
Ares war es nicht gewohnt, um Hilfe gebeten zu werden, und noch weniger war er gewohnt zu helfen.
„Hilfe, wiederholte er gedehnt und ließ das Wort auf sich wirken. „Du glaubst, ich kann dir helfen.
„Ja. Ich habe sonst niemanden."
Wenn sie zu ihm kam, hatte sie wohl wirklich niemanden sonst.
Er legte den Kopf leicht zurück und betrachtete sie.
Sie war nicht groß. Obwohl er saß und sie vor ihm stand, war sie kaum auf Augenhöhe mit ihm. Aber sie besaß Entschlossenheit, sogar Sturheit, das erkannte er an ihrem Kinn. Unerschrocken sah sie ihm in die Augen, auch wenn er einen Hauch von Verzweiflung in ihrem Blick bemerkte.
Das schwarze Kleid schmeichelte ihr nicht, aber es verbarg auch nicht das üppige Versprechen ihrer Kurven. Sie hatte eine ausgeprägt weibliche Figur. Das war alles, was er von einer Frau erwartete. Aber warum dachte er, dass dieses Mädchen vielleicht die Richtige war?
Andererseits, warum nicht? Es spielte keine Rolle, für welche Frau er sich entschied. Keine Frau war wie Naya, und das hieß, dass eine hübsche Frau so gut war wie jede andere.
Seine Narben störten sie offensichtlich nicht, ein erheblicher Pluspunkt. Ihm war egal, was die Leute von ihm hielten, aber er wollte auch nicht jeden Morgen am Frühstückstisch mit Abscheu oder Angst konfrontiert werden. Oder jede Nacht in seinem Bett.
„Und?", fragte sie. Ihre Hände hatte sie zu Fäusten geballt, doch in ihren zarten Zügen konnte er nicht lesen.
Offenbar verstand sie ihre Gefühle zu verbergen.
„Wobei helfen?"
Eigentlich hätte er dieses Gespräch nicht weiterführen sollen, aber nun war er neugierig. Sein Schwiegervater konnte weiter warten.
Rose schaute ihn direkt an. Sie blinzelte nicht. Einen weniger selbstbewussten Mann hätte ihr Blick vielleicht beunruhigt, aber Ares war bestimmt kein unsicherer Mann.
Offensichtlich nervös, presste sie ihren hübschen Mund zusammen. Dann warf sie schnell einen Blick zur Tür, als fürchtete sie sich vor Zeugen.
„Sie wollen mich verkaufen", sagte sie. Ihre Worte überschlugen sich. „Morgen oder vielleicht übermorgen, ich bin
