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Seine letzte zweite Chance - Der Winter Liebesroman: Eine Kleinstadt zum Verlieben 3
Seine letzte zweite Chance - Der Winter Liebesroman: Eine Kleinstadt zum Verlieben 3
Seine letzte zweite Chance - Der Winter Liebesroman: Eine Kleinstadt zum Verlieben 3
eBook474 Seiten5 StundenEine Kleinstadt zum Verlieben

Seine letzte zweite Chance - Der Winter Liebesroman: Eine Kleinstadt zum Verlieben 3

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Über dieses E-Book

Von der Autorin des Weltbestsellers "Things we never got over"

Jack war Joeys erste große Liebe. Bis er eines Tages nach Los Angeles verschwand - ohne Abschiedsworte, ohne Erklärung. Viel zu lange war Joey verwirrt und verletzt. Doch dann hat sie mit Jack abgeschlossen - mit ihm und mit der Liebe überhaupt.
Das glaubt sie zumindest. Bis plötzlich Jack zu Weihnachten vor der Tür steht.

Inzwischen ist Jack erfolgreicher Drehbuchautor in Hollywood geworden. Aber alles, woran er in den letzten zehn Jahren denken konnte, war Joey. Endlich glaubt er, ihrer würdig zu sein. Er will sie zurückerobern. Auch wenn das heißt, dass er verdammt kreativ werden muss.
Aber Weihnachtswunder sollen vorkommen, oder?


***

Die ganz große Kleinstadt Liebe
In der Kleinstadt Blue Moon bleibt niemand lange Single. Dafür sorgt das geheime Komitee für Lebensqualität.
Ihr neuestes Verkupplungsprojekt: die drei attraktiven Pierce-Brüder. Nur wissen die noch nichts von ihrem Glück.

So unterschiedlich Carter, Beckett und Jack auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Sie sind überzeugte Junggesellen.

Bis die richtige Frau vorbeikommt ...

In acht Bänden hat Amazon Nr.1 Autorin Lucy Score mit ihrer Saga über Blue Moon und die Pierce-Brüder eine Welt erschaffen, die Millionen Lesern ein Zuhause wurde.
SpracheDeutsch
HerausgeberVon Morgen Verlag
Erscheinungsdatum30. Nov. 2023
ISBN9783910990135
Seine letzte zweite Chance - Der Winter Liebesroman: Eine Kleinstadt zum Verlieben 3

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    Buchvorschau

    Seine letzte zweite Chance - Der Winter Liebesroman - Lucy Score

    PROLOG

    Vor acht Jahren

    Joey Greer hielt ihren Arm aus dem offenen Autofenster und spürte, wie der Nachtwind ihre Haut streifte. In drei Tagen würde sie ihren achtzehnten Geburtstag feiern, in fünf Tagen ihren Schulabschluss. Die Freiheit, die vor ihr lag, löste in Joey ein warmes Kribbeln aus.

    Vielleicht kam das Kribbeln auch von der Hand ihres Freundes, die besitzergreifend auf ihrem nackten Oberschenkel ruhte. In der Dunkelheit warf sie einen Blick auf ihn, wie er das Auto fuhr.

    Das Profil von Jackson Pierce war genauso schön wie der Rest von ihm. Seine grauen Augen hatten einen Hauch von eisigem Blau. Dazu eine perfekte Nase und Lippen, die wie gemacht für ein schelmisches Grinsen und leidenschaftliche Küsse waren. Sein kantiger Kiefer und die hohen Wangenknochen verliehen ihm etwas Kriegerisches. Damit ähnelte er seinen älteren Brüdern. Er war zwar etwas zierlicher als die beiden, aber trotzdem ganz eindeutig ein Pierce.

    Sie liebte ihn bedingungslos, komplett von Kopf bis Fuß. Und sie wusste, so sicher wie ihr Herz schlug, dass er dasselbe für sie empfand.

    Das Brummen des Motors lief ihre Wirbelsäule hinauf, als Jack beschleunigte. Er raste zu ihr nach Hause, weil sie Punkt zehn Uhr abends zurück sein musste. Der 68er Camaro war Jacks erste Liebe gewesen, bis Joey kam.

    Alles an ihm – an ihnen – war schnell und gefährlich. Sie hätte es auch nicht anders gewollt.

    „Ich meine es ernst, Jojo. Denk darüber nach, sagte er mit tiefer, sanfter Stimme. „Vergiss das College. Lass uns aufbrechen und sehen, was es da draußen gibt.

    Joey lachte, wie sie es immer tat, wenn Jack eine Weltreise vorschlug. „Das College bedeutet nichts anderes, zu sehen, was es da draußen gibt. Ich habe Pläne. Du hast Pläne."

    Zu diesen Plänen gehörten auch Ausritte nach Centenary, wo Joey sich für die Reitmannschaft bewerben wollte. Jack hatte bereits die Zusage für einen Platz im Lacrosse-Team der Cyclones.

    Er packte ihren Schenkel fester, und sie spürte das Kribbeln, das sie bei seiner Berührung immer überkam.

    „Komm schon. Es muss doch noch mehr geben als Blue Moon und das College."

    Joey verdrehte die Augen und rechnete aus, wie weit sie noch von zu Hause entfernt waren. Um zehn Uhr daheim zu sein, war ein unverrückbares Gesetz. Und ihr Vater mochte Jack ohnehin schon nicht besonders. Er hielt ihn für zu charmant, zu eigenwillig. Joeys Mutter hingegen betete ihn an und hatte darauf bestanden, Joey die Pille verschreiben zu lassen.

    „Okay, wohin sollen wir gehen?", fragte Joey und spreizte ihre Finger, als wollte sie die Nachtluft streicheln. Seine Antwort war immer eine andere. In einer Nacht würden sie eine Hütte in den Hügeln von Montana bauen. In einer anderen würden sie sich mit dem Rucksack auf den Weg nach Florida machen, um von dort aus in die Karibik zu segeln.

    „Westen, entschied Jack. „Wir werden einfach nach Westen fahren. Nehmen Gelegenheitsjobs an, wo immer wir anhalten.

    „Und dann?", fragte Joey und verbarg ihr Lächeln. Ein Chor von Fröschen quakte ihnen ein Ständchen, als sie an Dillers Teich vorbeifuhren.

    „L.A."

    Joey warf ihm einen ungläubigen Blick zu. „Du willst in Los Angeles leben?"

    In ihrer Vorstellung war L.A. eine pferdelose Einöde voller Silikonbrüste und überteuerter Immobilien.

    „Warum nicht, Jojo? Ich will jemand sein! Und zwar mehr als der jüngste Sohn von John Pierce oder der kleine Bruder von Carter und Beckett."

    Joey streckte ihre Hand aus und legte sie auf sein T-Shirt. Sie konnte seinen Herzschlag spüren, stark und fest unter ihrer Handfläche. „Jack, du wirst nie nur ein Pierce sein."

    „Doch, das ist alles, was es hier für mich gibt." Er sagte die Worte leise und schwer.

    Ihre Stimmung wechselte von stiller Belustigung zu Verärgerung. Sie grub ihre Nägel in seine Brust. „Das ist alles, was es hier für dich gibt? Was zum Teufel bin ich dann? Eine High-School-Ablenkung, bis dein richtiges Leben anfängt?"

    Jack war an ihre schnellen Stimmungswechsel gewöhnt und inzwischen praktisch immun dagegen. Er drückte ihren Oberschenkel. „Joey."

    Ihr Name auf seinen Lippen hatte den gleichen Effekt wie immer: Gänsehaut und ein warmes, schmelzendes Gefühl im Bauch … als würde man heiße Schokolade in einer kalten Nacht trinken.

    Sie verschränkte die Arme vor der Brust.

    „Du bist alles für mich, sagte er leise. „Es gibt keine Zukunft ohne dich.

    „Aber ich werde weder das College noch all meine Träume wegwerfen, um mit dir im Auto zu leben und an Tankstellen zu duschen."

    Den Blick auf die Straße gerichtet, grinste Jack. „Ich weiß. Und ich respektiere es. Egal, was wir machen, ich will, dass wir zusammen bleiben."

    „Versprochen?"

    „Versprochen. Er führte ihre Hand zum Mund und küsste ihren Handrücken. „Aber vielleicht könnten wir diesen Sommer einen Roadtrip machen? Nur wir beide. Keine Eltern, keine Brüder, keine Schule.

    Joey entspannte sich auf dem Sitz. Ihre Ersparnisse, die eigentlich fürs Reiten reserviert waren, konnten sicher ein paar hundert Dollar für einen Roadtrip mit Jack hergeben. Bald war sie achtzehn Jahre alt und eine Erwachsene. Sie würde einen Weg finden, ihren Vater, der von einem Roadtrip sicher nicht begeistert wäre, zu beschwichtigen. Die Vorstellung, die Nächte in Jacks Armen zu verbringen und neben seinem süßen Gesicht aufzuwachen, wäre das wert.

    „Okay, lass uns verreisen", sagte sie.

    „Ernsthaft?" Er war wieder der unbekümmerte Jack.

    „Ja. Vielleicht können wir gleich nach dem Abschluss aufbrechen."

    „Ich liebe dich, Joey." Er griff wieder nach ihrem Bein.

    „Ich weiß." Sie lächelte in die dunkle Nacht hinaus.

    Am Straßenrand sah sie plötzlich etwas Braunes. Es bewegte sich schnell. Zu schnell, um Jack rechtzeitig zu warnen.

    Die Scheinwerfer reflektierten das Leuchten der Rehaugen, bevor das Tier auf die Straße sprang. Jack bremste hart und lenkte nach rechts. Und für den Bruchteil einer Sekunde, als das Reh über die Straße sprang, dachte Joey, sie seien außer Gefahr. Aber der Schotter brachte sie ins Schleudern.

    Sie schrie Jacks Namen. Sein Arm schlug gegen ihre Brust und drückte sie in den Sitz, als sie in eine Eiche rasten und das schreckliche Splittern von Glas und Metall erklang.

    Dann wurde ihre Welt dunkel.

    Schmerz weckte sie auf.

    „Jack?" In ihrem Kopf war es ein Schrei, aber ihre Stimme brachte kaum mehr als ein Krächzen zustande.

    „Er ist nicht hier, mein Schatz. Erinnerst du dich, was passiert ist?" Die Stimme ihrer Mutter und der Duft ihres Vanilla-Fields-Parfüms schwebten unter dem Neonlicht zu ihr.

    Sie schloss die Augen und versuchte sich zu erinnern, warum Jack nicht bei ihr war.

    Joey wurde an ihrem Geburtstag mit siebzehn Stichen vom Handgelenk bis zum Ellbogen und fünfzig Bluttransfusionen aus dem Krankenhaus entlassen. Auf Brust und Bauch zeichneten sich lila Streifen von dem Sicherheitsgurt ab, der ihr das Leben gerettet hatte.

    Aber es gab keinen Grund zum Feiern. Denn Jackson Pierce war weg.

    Scheinbar hatte er keine Verletzungen davongetragen. Doch noch in der Unfallnacht hatte er die Farm seiner Familie verlassen. Er ließ nur eine kurze Nachricht zurück, dass er nach Westen aufbrach.

    An Joey hatte er keinen Abschiedsbrief geschrieben. Keine Erklärung. Keine Entschuldigung.

    Für sie war er in dieser Nacht gestorben.

    KAPITEL 1

    Jackson Pierce beobachtete seinen Bruder Beckett, der sich den Smoking glatt strich und tief einatmete. Der Mann war nervös, und er konnte es nicht verbergen. Die Bühne des Take-Two-Kinos wurde immer voller, ebenso wie die Sitzplätze. Niemand in Blue Moon Bend wollte die Hochzeit von Beckett und Gia verpassen, und das Kino war der einzige Veranstaltungsort, der genug Platz für alle bot.

    Jacks ältester Bruder Carter stupste ihn stolz mit dem Ellbogen an, als Carters Frau Summer zum Altar schwebte. Sie war im sechsten Monat mit Zwillingen schwanger und strahlte in ihrem kurzen, roségoldenen Kleid. Während Summer vorsichtig die Treppe hinaufstieg, wollte Jack ihr zuzwinkern oder sie zumindest anlächeln, aber er konnte seinen Blick nicht von der hinter ihr laufenden Brautjungfer losreißen.

    Joey Greer schritt den Gang mit ihren langen Beinen entlang. Er wollte, dass sie ihn ansah. Ob sie an ihn dachte, während sie auf den Traualtar zuschritt?

    Sie war auf halbem Weg zur Bühne, als ihre wunderschönen, braunen Augen sich auf ihn richteten. Es war nicht gerade ein liebevoller Blick, aber er freute sich trotzdem. Ihr volles, braunes Haar war halb mit Zöpfen zurückgesteckt und mit einer glitzernden Spange befestigt. Gia musste sie überredet haben, einen Frisör ran zu lassen. Statt wie sonst Reitstiefel trug Joey jetzt Pumps, die aussahen, als wären sie aus glitzernden Schneeflocken gemacht. Sie passten zum Paillettenkleid, das bei ihr kürzer saß als bei Summer, denn Joey war um einiges größer. Sie schillerte wie ein Feuerwerk. Ein dunkler Lippenstift betonte ihre vollen Lippen und Jack stellte sich vor, wie es wäre, sie zu küssen wie damals. Er legte eine Hand auf sein Herz und beobachtete, wie sich ihre Augen weiteten und ihre Lippen öffneten. Als sie in der High School zusammen gewesen waren, hatten sie sich mit dieser Geste stumm „Ich liebe dich" im Klassenzimmer oder in der Cafeteria gesagt.

    Mit einem angewiderten Gesichtsausdruck wandte Joey sich ab.

    Joey war angeheitert. Angenehm und glücklich angeheitert. Schwungvoll tanzte sie mit Donovan Cardona, der sie über Gias hinreißende jüngere Schwester ausfragte und scherzhaft seine Sheriffmütze aufsetzte, um Joey das Versprechen abzunehmen, in ihrem betrunkenen Zustand nicht nach Hause zu fahren.

    Beckett und Gia wirbelten eng umschlungen über die Tanzfläche. Gia strahlte ihren frisch gebackenen Mann an und lachte über einen Witz. Ihrem Erröten nach musste es ein unanständiger Witz gewesen sein.

    Die Band schlug ein langsameres Lied an. Joey befreite sich aus Donovans Armen und ging zur Bar. Sie war heute Abend auf der Suche nach Spaß und würde nicht mit einem guten Freund ins neue Jahr hineintanzen. Nein, heute war sie in der Stimmung für etwas Wilderes. Sie bestellte ein Bier bei dem liebenswerten Barkeeper und beobachtete die Tanzfläche.

    Beckett und Gia hatten eine riesige Silvesterparty veranstalten wollen, von der die Leute in Blue Moon noch Jahre später erzählen würden. Das Zelt war im One Love Park aufgebaut worden und mit Heizstrahlern versehen, um die Gäste vor der eisigen Dezemberkälte zu schützen. Freigetränke und eine überfüllte Tanzfläche trugen dazu bei, die Stimmung und die Temperatur hochzuhalten. Fran aus dem Fitnessstudio Fitness Freak rockte mit ihrer Band The Wild Nigels auf ihrem Bass. Gias Ex-Mann Paul war eingeladen und spielte in der Band. Es sagte viel über eine Frau und ihre neue Ehe aus, dass sie entspannt ihren Ex auf ihre Hochzeit einladen konnte. Es zeigte auch, dass Beckett überglücklich war, die einstige Gia Decker nun seine Mrs. Pierce nennen zu können. Pauls Anwesenheit störte ihn scheinbar nicht im Geringsten.

    An der Bar nahm Joey ihr Bier und ein Augenzwinkern des blonden Barkeepers Bailey entgegen.

    „Das ist mal eine Party", sagte er.

    „Das stimmt", sagte Joey. Normalerweise amüsierte sie sich auf Hochzeiten nicht so sehr. Wie Paare monatelang voller Vorfreude ein Fest planen konnten, das nach ein paar chaotischen Stunden wieder vorbei wäre, konnte sie kaum nachvollziehen. Dazu Massen an Menschen, die einen anstarrten, während man seinem Partner etwas sehr Persönliches sagte. So würde sie es nicht machen. Falls sie jemals heiraten sollte.

    Sie hatte letztes Jahr zuerst Summer und später Gia dabei zugesehen, wie sie bei ihrer Hochzeitsplanung über Servietten, Vorspeisen und dem alles entscheidenden weißen Kleid fast die Nerven verloren. Zugegeben, Gias elfenbeinfarbenes Kleid war umwerfend, schlicht und eher züchtig, wäre da nicht der tiefe Rückenausschnitt. Becketts Blicken nach zu urteilen, würde das Kleid die Hochzeitsnacht nicht überleben.

    Summer kam an die Bar und hievte sich auf einen Hocker. „Bitte lass mich an deinem Bier riechen, bettelte sie und zog Joeys Becher an ihre Nase. „Niemand sagt einem, wie sehr man Alkohol vermisst, wenn man schwanger ist.

    Joey ließ sie tief schnuppern, bevor sie Summer den Becher abnahm. „Nicht so viel. Ich will nicht, dass die Zwillinge von den Dämpfen von Gia’s Red betrunken werden", scherzte sie. In der Familie Pierce war es zur Tradition geworden, die neuen Biersorten der Brauerei nach den Bräuten der Söhne zu benennen. Seit zwei Tagen war das sanfte, malzige Bier, das von Gia inspiriert worden war, eine schöne Ergänzung an den Zapfhähnen.

    Gia kletterte just in diesem Moment auf den Hocker zu Joeys Linken.

    „Oh, die frisch gebackene Braut höchstpersönlich", begrüßte Summer ihre Freundin.

    „Hey Joey, hey Summer – wow, du strahlst richtig vor Schwangerschaft", lachte Gia.

    Joey verdrehte die Augen. Die Archetypen der Weiblichkeit erinnerten sie daran, dass sie keine Ahnung hatte, wohin ihr eigenes Leben sie führen würde. Sie war sich nicht sicher, ob sie Ehe und Kinder wollte. Und wenn, mit wem zum Teufel?

    Jack. Das leise Flüstern in ihrem Kopf machte sie wütend. Ihm würde sie sicher keinen Platz in ihrer Zukunft einräumen. Die anderen mochte sein Hollywood-Bankkonto und wie er die Brauerei aufgebaut hatte beeindrucken, aber nicht Joey. Bestimmt verließ er die Stadt in den nächsten sechs Monaten wieder. Er war ein Wanderer, ein Eroberer von Orten und Frauen. Und das würde er bis zu seinem Lebensende bleiben. Joey hingegen wusste, wo ihr Herz und ihr Zuhause waren: hier in Blue Moon.

    „Also, Joey, sagte Gia und lenkte damit ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Gespräch. „Mir sind Jacks Blicke während der Zeremonie aufgefallen.

    Summer hob konspirativ ihr Wasserglas. „Er hat dir etwas zugeraunt, nicht wahr?", fragte sie Joey.

    Jack hatte jedes Wort von Becketts Gelübde lautlos mitgesprochen und dabei Joey angeschaut. Der Freak. Später hatte er ihr zugeflüstert: „Wir werden die nächsten sein, Jojo. Du kannst dich dagegen wehren, so viel du willst, aber du weißt es genauso gut wie ich."

    Seine Worte hatten sie so überrascht, dass sie fast gestolpert wäre. Mal wieder hatte er sie aus der Bahn geworfen. Vielleicht würde eine Nacht mit unverbindlichem Sex ihr die Kontrolle zurückgeben …

    Joey hob eine Hand, um die Aufmerksamkeit des Barkeepers auf sich zu lenken. „Einen Shot, bitte! Einen großen, starken!"

    „Mach zwei draus, Bailey", fügte Gia hinzu.

    „Weißt du noch, was letztes Mal passiert ist, als wir Shots getrunken haben?", fragte Joey warnend.

    „Igitt, erinnere mich nicht daran. Es hat damit geendet, dass ich Anthony Berkowicz eine Titelgeschichte für den Monthly Moon beschert habe – darüber, wie dumm ich Becketts Gesicht finde."

    Joey grinste.

    Dann spürte sie ein Kribbeln unterhalb ihrer Wirbelsäule und wusste, dass Jack sie beobachtete. Ob er mit seinen Brüdern scherzte oder mit seiner Mutter über die Tanzfläche schwebte, sein Blick kehrte immer wieder zu ihr zurück.

    Joey wartete bis kurz vor Mitternacht, dann schlenderte sie, ohne einen Blick in seine Richtung zu werfen, nach draußen. Den Trubel hinter sich lassend, stand sie in der kristallklaren, kalten Nacht und konnte ihren Atem sehen. Zum Glück hielt sie die perfekte Menge an Alkohol in ihrem Körper warm. Joey hatte genug getrunken, um ein paar Hemmungen zu verlieren, jedoch nicht so viel, um schlechte Entscheidungen zu treffen.

    Sie spürte ihn, bevor sie Jack hörte. Dieses Gespür für seine Anwesenheit hatte sie schon immer gehabt. Jacks Rückkehr letzten Sommer hatte sie aus einem tiefen Schlaf geweckt. Es war, als wäre ein Schatten von der Sonne gewichen und hätte endlich das Licht zurückgebracht.

    Aber in den letzten acht Jahren hatte sich Joey an die Dunkelheit gewöhnt.

    „Du gehst nicht, ohne mit mir zu tanzen." Das war weder eine Frage noch eine Bitte.

    Joey drehte sich zu Jack um und rechnete mit dem vertrauten Knistern, das jedes Mal in der Luft lag, wenn sie ihm in die Augen sah. Sie hatte ihn nach seiner Rückkehr monatelang gemieden, weil sie sich nicht sicher sein konnte, ihm zu widerstehen. Und als sie ihn nun sah, wusste sie, ihre Vorsicht war gerechtfertigt.

    Trotz ihrer halsbrecherisch hohen Pumps war Jack immer noch ein paar Zentimeter größer als sie. Sein dunkles, dichtes Haar kräuselte sich in den Spitzen. Seinen Drei-Tage-Bart, den sie sonst unwiderstehlich fand, hatte er für die Hochzeit seines Bruders abrasiert. Seine eisblauen Augen brachten ihr Blut in Wallung. Selbst nach all der Zeit erinnerte sie sich noch, wie es sich anfühlte, von ihm berührt zu werden. Wild und leidenschaftlich.

    Es war nur eine Jugendliebe gewesen, sagte sie sich. Es wäre schließlich ganz schön traurig, wenn ihr Sexleben seinen Höhepunkt im Teenageralter gehabt hätte. Aber ihre paar Affären seitdem waren nicht an den Nervenkitzel herangekommen, den sie mit Jack erlebt hatte.

    Sie ging zu ihm, glücklicherweise ohne auf dem unebenen Bürgersteig zu stolpern, und legte die Hände auf seine Schultern. In seinen Augen flackerte Misstrauen auf. Joey musste darüber lachen. Er dachte wahrscheinlich, sie würde ihm in die Eier treten. Aber sie hatte etwas Besseres im Sinn. Etwas, das für beide Seiten befriedigender war. Ein One-Night-Stand.

    Sie würde all seine Hoffnungen erfüllen und ihn daran erinnern, was hätte sein können, wenn er geblieben wäre. Nur um ihn anschließend fallen zu lassen, wie er sie fallen gelassen hatte. Joey genoss diese Vorstellung.

    „Was machst du da?", flüsterte Jack.

    „Du wolltest tanzen", lächelte sie verschmitzt.

    Jack zögerte einen Moment, dann zog er seine Jacke aus und legte sie über Joeys Schultern. Sie fühlte sich von seiner Wärme und von seinem Duft übermannt. Aber dieses Spiel konnte sie auch spielen. Er legte seine breiten Handflächen auf ihre Taille und sie schlang ihre Arme um seinen Hals. Ihre Hüften bewegten sich im Takt der langsamen Rockballade, die die Wild Nigels gerade spielten. Sie spürte sein Zögern und genoss es. Nun hatte sie wieder die Kontrolle – und verdammt, das fühlte sich gut an. Genauso gut wie das Gefühl, wieder in seinen Armen zu sein.

    Joey warf ihr Haar zurück und befeuchtete ihre Lippen. Als hätte er ihre Gedanken gelesen, drückte Jack seine Finger fester in ihre Hüften. Er zog sie näher heran. Sein Körper war so warm, dass sie glaubte, zu schmelzen. Ihre Brüste drückten gegen seinen Brustkorb und sie spürte seine Gürtelschnalle an ihren Bauch. Die metallene Schnalle war nicht das Einzige, das hart war. Joey schluckte die berauschende Gefühlsmischung aus Verlangen und Angst hinunter. Sie hatte die Kontrolle, oder etwa nicht? Diesmal könnte sie diejenige sein, die ihn verließ.

    Sein heißer Atem streifte ihr Gesicht. Sie waren sich extrem nah. Ihr Herz pochte

    wie ein Hammer, und sie hoffte, dass er es nicht spüren konnte.

    „Joey."

    Da war er. Ihr Name auf seinen Lippen. Ein Gebet und ein Fluch. Die Menge im Zelt bewahrte Joey davor, darauf zu reagieren.

    „Zehn, neun, acht, sieben ...", riefen alle im Chor, als das Jahr sich dem Ende neigte.

    Sie versuchte, einen Schritt zurückzutreten, um einen Zentimeter Platz zum Atmen zu bekommen, aber Jack ließ das nicht zu. Eine seiner Hände wanderte ihren Rücken hinauf und umfasste ihren Nacken, die andere rutschte gefährlich tief über ihre Hüfte.

    „Sechs, fünf, vier ..."

    Ihr Herz pochte wie wild in ihrer Brust. Sie konnte immer noch gewinnen, sie musste nur einen kühlen Kopf bewahren.

    „Drei, zwei, eins!"

    Sie hörte weder das Gebrüll der Menge, noch sah sie das Feuerwerk, das im Himmel explodierte. Das Einzige, was um Mitternacht für sie existierte, war Jacks Mund.

    Der Kuss hatte nichts Sanftes oder Süßes. Die Art und Weise, wie sich seine Lippen auf ihre pressten, war von einer unterdrückten Gewalt geprägt, von Gier. Die Jahre der Trennung hatten ihn nicht sanfter werden lassen. Joey krallte ihre Finger in seine Schultern und hielt sich mit aller Kraft fest. Als sie ihren Mund öffnete, drang seine Zunge in sie ein. Er benutzte den Kuss, um sie daran zu erinnern, wem sie gehörte.

    Aber Joey Greer gehörte keinem Mann. Sie gewann wieder die Oberhand, ohne sich wirklich bewusst zu sein, was sie da tat. Sie schob ihn und sich von der weißen Zeltwand weg, bis er mit dem Rücken gegen einen Baumstamm stieß. Joey schob ihr Knie zwischen seine Beine und spürte, wie Jack sich anspannte. Sie lächelte, als er zusammenzuckte. Seine Hände wanderten umher, glitten über ihre Brüste.

    „Lass uns die Nacht zusammen verbringen", sagte sie und saugte an seiner Unterlippe. Er war nicht der Einzige, der Forderungen stellen konnte.

    „Wie viel hast du getrunken?", stöhnte er, als sie ihre Hüfte gegen ihn drückte und seine Erektion spürte.

    „Was?", fragte Joey verdattert.

    Er löste sich aus dem Kuss und grub seine Hand in ihr Haar.

    „Wie viel hast du getrunken?", wiederholte er.

    „Was bist du, meine Mutter?", fragte sie und versuchte, ihren Körper unter Kontrolle zu bringen. Sie drückte sich gegen seine Brust, aber er ließ nicht los.

    „Du bist betrunken", sagte er atemlos.

    „Ich bin nicht betrunken. Ich habe einen schönen kleinen Schwips. Ich weiß, was ich tue!"

    „Nein, Joey, sagte er und zog ihre Hände weg. „Du hast zu viel zu getrunken.

    „Ich gebe dir die Erlaubnis", lächelte sie.

    „So kann ich das nicht." Jacks Ton ließ keinen Raum für Argumente.

    Sie fühlte sich abgewiesen. Die Hitze des Kusses schlug um in bittere Wut. Joey biss sich auf die Zunge und drehte sich um. Sie wollte abhauen und ihn und seinen spektakulären Ständer allein lassen. Aber er streckte seine Hand aus und packte sie am Ellbogen.

    „Joey, ich versuche, das Richtige zu tun."

    „Das wäre neu, sagte sie bissig. „Du willst mich nicht. Aber ich bin sicher, es gibt jemand anderes da drin, der gern heute Abend mit mir nach Hause geht.

    Sie hatte es nicht wirklich so gemeint. Aber sie konnte die Worte nicht zurücknehmen. Er packte sie und wirbelte sie herum. Jetzt war es Joey, die mit dem Rücken zum Baum stand. Jack trat sehr nah an sie heran und hielt ihre Arme fest.

    „Sag das nie wieder." Etwas Gefährliches verhärtete seine Züge wie früher nur während seiner Lacrosse-Spiele.

    Aber statt Angst spürte Joey Wut durch ihren Körper rauschen. „Du hast mir gar nichts zu sagen! Ein Mitspracherecht hast du schon lange verloren."

    „Ich werde es mir wieder verdienen. Dafür bin ich schließlich zurückgekommen."

    „Nicht so, Jack." Joey stieß ihn von sich. Sie überlegte, ob sie wegrennen sollte, aber das hätte ihr angesichts ihrer High Heels nur zwei gebrochene Knöchel eingebracht. Also trat sie ihm auf den Fuß, sodass er jaulend von ihr abließ.

    Joey stapfte zurück in Richtung Partyzelt. Aber sie war nicht schnell genug. Sie hörte Jack kommen und hatte kaum Zeit, sich vorzubereiten. Er hob sie unsanft hoch und warf sie sich über die Schulter.

    Sie verpasste ihm einen halbherzigen Schlag in die Niere und einen Tritt in den Magen, bevor er ihr einen kräftigen Klaps auf den Hintern gab – Handabdruck hart. Joey keuchte schockiert auf. Ihr Kleid war skandalös hochgerutscht, sodass ihre knappe Unterwäsche zu sehen war. Jacks Hand legte sich auf ihren Hintern und sie erstarrte. Sie war nicht bereit, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen, um nicht zu riskieren, dass seine Handfläche noch fester gegen den Teil von ihr drückte, der noch vor einer Minute ein Refugium der Lust gewesen war.

    „Ich bringe dich nach Hause", sagte er.

    „Ich will noch nicht nach Hause gehen." Sie schmollte. Sie hing über der Schulter eines Mannes und schmollte. Vielleicht hatte sie ein bisschen zu viel getrunken.

    Er stellte sie neben seinem Auto auf ihre Beine. „Steig ein."

    „Nein!"

    Er öffnete die Beifahrertür so schwungvoll, dass sie dachte, er würde sie aus dem Rahmen reißen. „Steig in das verdammte Auto, Joey!"

    Sie ließ sich auf den Sitz gleiten, ohne ihn anzusehen, als er die Tür zuschlug. Es war nicht das erste Mal, dass sie in Jacks Nova saß. Er hatte sie sogar einmal damit fahren lassen, nachdem Summer mit Carter Schluss gemacht hatte und sie alle zu ihm gegangen waren, um Carter mit fettigem Essen und Zombie-Filmen aufzumuntern.

    Jack würde sie dieses Mal sicher nicht ans Steuer lassen. Er setzte sich auf den Fahrersitz und schlug die Tür zu. Sein Kiefer war angespannt.

    „Es ist unhöflich zu gehen, ohne sich vom Brautpaar zu verabschieden", sagte sie eisig.

    Jack startete den Motor, ohne sie anzusehen. „Halt die Klappe, Joey."

    KAPITEL 2

    Am nächsten Morgen wachte Joey mit massiven Kopfschmerzen auf. Ihr Mund war trockener als der Sägemehlboden in der Reithalle. Dieser verdammte Jack. Er hatte recht gehabt, sie hatte wirklich zu viel getrunken – und es ärgerte sie über alle Maßen, dass er es bemerkt hatte. Obendrein hatte er sie auch noch abgewiesen. Wie konnte er es wagen?

    Sie stieg die Treppe hinunter und hatte das Gefühl, ihr Kopf würde gleich vom Hals abfallen. Mit halb zugekniffenen Augen betrat sie die bereits viel zu helle Küche. Sie versuchte, ihren Kopf gerade zu halten und einen Kaffee zuzubereiten. Aber der Kaffee war schon aufgesetzt.

    Neben der Maschine stand ihre Tasse mit Pferdmotiv. Eigentlich hatte Joey die Tasse ganz hinten in ihrem Schrank verstaut. Aus dummer Sentimentalität war sie nicht schon längst weggeschmissen worden. Jack hatte ihr die Pferdetasse vor vielen Jahren bei ihrem ersten Date im Overly Caffeinated gekauft. Neben dem Kaffee stand eine Dose Aspirin.

    Jack.

    Gestern Abend war sie aus dem Auto gesprungen und ins Haus gestürmt, ohne sich noch einmal zu ihm umzudrehen. Er musste gesehen haben, dass sie nicht abschloss, und sich später hereingeschlichen haben, um ihr Kaffee zu machen. Nur zu gern hätte sie ihm jetzt diese Pferdetasse an den Kopf geworfen. Sie stützte das Gesicht in die Hände. Eigentlich wollte sie heute in den Stallungen arbeiten, und außerdem stellte Summer heute ihr Online-Magazin vor. Joey musste schleunigst ihren Kater loswerden, um für ihre Freundin da zu sein.

    Es klopfte an der Haustür und Joey zuckte zusammen.

    „Geh weg, wenn dir dein Leben lieb ist", murrte sie halb schreiend, halb stöhnend. Ihr Kopf pochte bei jedem Wort.

    Joey legte ihre Stirn auf die kühle Steinplatte der Küchenzeile.

    Die Tür ging auf. Verdammt noch mal, sie sollte endlich anfangen, die Tür abzuschließen!

    Jack trat grinsend ein und hielt eine fettige Papiertüte hoch, aus der der Geruch von warmen, frittierten Köstlichkeiten strömte.

    „Raus", rief Joey.

    „Hey, du bist nicht so gut drauf heute, was?" Er lächelte.

    Sie schleuderte die Kaffeetasse nach ihm. Fast hätte sie ihn erwischt, wenn Jack sich nicht geduckt hätte. Die Tasse zerbrach am Türrahmen und rote Splitter und Kaffeespritzer flogen umher. Unbeeindruckt kam Jack zu ihr herüber.

    Er stellte die Tüte auf den Tresen und reichte ihr ein Sportgetränk. Dann griff er um Joey herum, sodass sie zwischen seinen zwei Armen und der Küchenzeile gefangen war.

    „Hör zu, Jack, das war ein einmaliges Angebot gestern Abend. Es gibt keine zweite Chance", sagte sie und versuchte, sich zu befreien.

    Er reichte ihr zwei Aspirin und sah ihr tief in die Augen. „Ich habe dich nicht abgewiesen, Joey. Ich habe es auf ein anderes Mal verschoben."

    Sie spülte die Aspirin mit dem blauen Sportdrink hinunter und konnte es kaum erwarten, dass die hämmernden Kopfschmerzen bald aufhörten.

    Am liebsten wollte sie ihn nicht ansehen, denn in seiner Jeans und dem engen Shirt sah er so gut aus, dass ihr beinah übel wurde. Sie versuchte, ihn zurückzudrängen, aber der Mann war ein Berg. Unbeweglich.

    „Es hat keinen Sinn, sich dagegen zu wehren, Joey." Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und bevor sie reagieren konnte, beugte er sich vor, um ihr einen festen, schnellen Kuss zu geben. Sie wollte ihm einen Tritt verpassen, doch er war schneller und zog sich zurück.

    „Wir sehen uns!" Damit war er weg und spazierte pfeifend zur Tür hinaus.

    Joey stand da wie angewurzelt und hätte ihm gern eine weitere Tasse hinterhergeworfen.

    Sie wartete, bis sie sein Auto wegfahren hörte, bevor sie einen Blick in die Tüte warf. Drei ölig schimmernde Kartoffelpuffer lockten ihren unruhigen Magen mit dem Versprechen von Kohlenhydraten und Fett.

    „Bastard", murmelte sie, während sie herzhaft in einen Puffer biss.

    Jack pfiff immer noch, als er in der Brauerei ankam. Er war früher da als seine Brüder Carter und Beckett. Letzter war wahrscheinlich noch mit seiner frisch gebackenen Braut im Bett. Jack versuchte, nicht daran zu denken, wie lange er nicht mehr mit einer Frau zusammen gewesen war.

    Toll, jetzt dachte er darüber nach. Und über letzte Nacht. Und toll, jetzt war er hart.

    Jack atmete tief durch und konzentrierte sich darauf, dass das Blut in seinen Kopf zurückkehrte. Morgen war die große Wiedereröffnung der Brauerei und die Bauarbeiten waren endlich abgeschlossen. Nun musste nur noch dekoriert und gedeckt werden, um bei der Party morgen hunderte Biere und köstliche Gerichte servieren zu können. Die Tische und Stühle waren in der von Summer genehmigten Anordnung aufgestellt worden, und er musste zugeben, dass dies eine viel bessere Raumnutzung darstellte als das chaotische Durcheinander, das er und seine Brüder ursprünglich geplant hatten.

    Die Bar wurde mit einer neuen Zapfanlage und Regalen voller Schnapsflaschen bestückt. Eine Kiste mit Gläsern stand bereit, durch den Geschirrspüler zu laufen, und neue Handtücher waren ebenfalls gebracht worden. Die Barhocker waren ein Kunstwerk. Sie hatten das Budget gesprengt, aber die Metallkörper und rustikalen Holzplatten passten perfekt in den Raum.

    Er stellte sich die Zukunft vor. Seine Familie saß um einen Tisch herum, während die halbe Stadt ein- und ausging, trank und aß und lachte und tratschte. Seine Brüder und ihre Frauen würden hier ihre Familien gründen, mit dem soliden Kiefernholzboden unter ihren Füßen. Er würde Joey hierher zurückholen und ihre Geschichte würde neu beginnen. Er hatte gute Geschichten schon immer erkennen können. Das war der Reiz des Drehbuchschreibens. Und seine Geschichte in Blue Moon hatte gerade erst begonnen.

    Als idiotischer Teenager war er davon überzeugt gewesen, dass er irgendwo hingehen musste, um jemand zu sein. Hier war er nur der Sohn von John Pierce gewesen, der kleine Bruder von Beckett und Carter. Der missratene Sohn der Familie zu sein, hatte ihn nicht wirklich gestört. Bis er sich in Joey verliebt hatte. Sie verdiente einen richtigen Mann. Einen Mann, der auf seine Art erfolgreich war. Und

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