Unter falschem Verdacht: Der Bergpfarrer 382 – Heimatroman
Von Toni Waidacher
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Über dieses E-Book
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
»So, Frau Doktor, jetzt woll'n wir das neue Kalb mal hochleben lassen«, sagte Xaver Wendler und schwang die Flasche mit dem Selbstgebrannten. Elena Wiesinger, die junge, attraktive Tierärztin des kleinen Alpendorfes St. Johann, machte gute Miene zum bösen Spiel. Eigentlich schmeckte ihr Alkohol zu so früher Stunde gar nicht, aber sie wußte, daß sie sich diesem Ritual nicht entziehen konnte. Noch vor dem ersten Hahnenschrei hatte man sie aus dem Bett geklingelt. Auf dem Wendlerhof stand eine Kuh vor der Geburt ihres ersten Kälbchens. Schon seit vier Tagen hatten sich Komplikationen angekündigt, als Elena bei einer Routineuntersuchung feststellte, daß sich das Kalb gedreht hatte und nun quer im Leib der Mutter lag. Deshalb hatte sie darauf bestanden, gleich informiert zu werden, wenn die Geburt sich ankündigte. »Prost, Frau Doktor«, nickte der Bauer und reichte ihr ein Glas. Der Obstler brannte in der Kehle, aber er tat auch gut, nach dieser Anstrengung. Elena Wiesinger reichte das Glas zurück. »Noch einen?« »Um Himmels willen«, wehrte sie ab. »Bloß net! Ich muß ja noch Auto fahren.« »Dann kommen S' aber erst einmal mit hinein und frühstücken mit uns«, lud die Bäuerin sie ein.
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Buchvorschau
Unter falschem Verdacht - Toni Waidacher
Der Bergpfarrer
– 382 –
Unter falschem Verdacht
Ein junger Tierarzt kämpft um seinen guten Ruf
Toni Waidacher
»So, Frau Doktor, jetzt woll’n wir das neue Kalb mal hochleben lassen«, sagte Xaver Wendler und schwang die Flasche mit dem Selbstgebrannten.
Elena Wiesinger, die junge, attraktive Tierärztin des kleinen Alpendorfes St. Johann, machte gute Miene zum bösen Spiel. Eigentlich schmeckte ihr Alkohol zu so früher Stunde gar nicht, aber sie wußte, daß sie sich diesem Ritual nicht entziehen konnte.
Noch vor dem ersten Hahnenschrei hatte man sie aus dem Bett geklingelt. Auf dem Wendlerhof stand eine Kuh vor der Geburt ihres ersten Kälbchens. Schon seit vier Tagen hatten sich Komplikationen angekündigt, als Elena bei einer Routineuntersuchung feststellte, daß sich das Kalb gedreht hatte und nun quer im Leib der Mutter lag. Deshalb hatte sie darauf bestanden, gleich informiert zu werden, wenn die Geburt sich ankündigte.
»Prost, Frau Doktor«, nickte der Bauer und reichte ihr ein Glas.
Der Obstler brannte in der Kehle, aber er tat auch gut, nach dieser Anstrengung. Elena Wiesinger reichte das Glas zurück.
»Noch einen?«
»Um Himmels willen«, wehrte sie ab. »Bloß net! Ich muß ja noch Auto fahren.«
»Dann kommen S’ aber erst einmal mit hinein und frühstücken mit uns«, lud die Bäuerin sie ein. »So früh, wie S’ schon herkommen mußten, haben S’ bestimmt noch nix im Magen.«
Damit hatte Walburga Wendler in der Tat recht. Elena brauchte auch nicht lange zu überlegen, ob sie die Einladung annehmen sollte. Inzwischen war es sieben Uhr. Bis sie zurückgefahren war, würde es acht sein. Da konnte sie nicht mehr mit ihrem Mann zusammen frühstücken, weil sie gleich anschließend in die Praxis mußte, und Toni würde ebenfalls um acht den ersten Patienten empfangen.
»Vielen Dank, Frau Wendler, das Angebot nehme ich gern an«, nickte sie und folgte der Bäuerin ins Haus.
Xaver Wendler betrachtete zufrieden das Neugeborene, das von einem Knecht mit Stroh trockengerieben wurde.
»Laß gut sein, Franz«, meinte er. »Den Rest erledigt die Mutter.«
Beinahe liebevoll strich er dem Muttertier über den Hals.
»Liesl, das hast’ prima gemacht«, sagte er.
Franz Raudinger stand auf und ging zum Gesindehaus hinüber. In seiner Kammer wusch er sich sorgfältig die Hände. Sein Magen knurrte, als er die Küche des Bauernhauses betrat.
Elena Wiesinger und der Bauer saßen schon am Tisch. Die Bäuerin reichte den Brotkorb her-über, und das junge Madel, das am Herd stand, schlug Eier in die Pfanne.
Franz schaute auf Christine Brunner. Auch wenn sie ihm den Rücken zuwandte, war der Anblick eine Augenweide, und der Knecht konnte sich kaum sattsehen.
Ob sie wohl am Samstag
wieder mit ihm auf den Ball ging…?
Beim letzten Tanzabend waren sie sich ein bissel näher gekommen. Net ganz so, wie der Franz es gern’ gehabt hätt’, aber immerhin – das eine oder and’re Busserl hat’s schon gegeben. Und jetzt rechnete sich der Knecht mehr aus.
Katharina Wendler, die Tochter des Bauern, kam in die Küche. Sie hatte die anderen Kühe auf die Weide hinausgelassen.
»Gut, daß Sie noch da sind, Frau Doktor«, wandte sie sich an die Tierärtzin. »Ich glaub’, mit dem Hubert stimmt was net.«
»Was ist denn los mit ihm?« fuhr der Bauer gleich auf. Hubert war ein preisgekrönter Zuchtbulle und der Stolz vom ganzen Wendlerhof. Es war verständlich, daß Xaver in Sorge war.
»Keine Ahnung, er frißt net und steht net auf«, antwortete die Tochter.
»Ich seh’ ihn mir gleich mal an«, sagte Elena Wiesinger und stand auf.
»Warten S’, ich komm’ mit«, rief Xaver und sprang auf.
Der Bulle lag immer noch in seinem Stall, als Zuchttier war er natürlich wertvoll für Xaver Wendler. Elena untersuchte ihn. Die Augen des Tieres waren glasig, sein Atem ging schwer.
»Was hat er denn?« fragte der Bauer mit sorgenvoller Miene.
»So genau kann ich’s noch net sagen«, lautete die Antwort. »Fieber hat er jedenfalls, soviel steht schon mal fest. Ich werd’ ihm Blut abnehmen und im Labor untersuchen lassen. Aber es wird ein bissel dauern, ehe das Ergebnis vorliegt.«
Sie griff in ihre Tasche und nahm eine Spritze heraus. Hubert zuckte nicht einmal zusammen, als sie in die Vene stach und das Blut entnahm. Elena beschriftete das Röhrchen und steckte es zurück.
»Hoffentlich ist’s nix Ernstes«, sagte Xaver Wendler.
»Der Hubert ist unser bestes Tier. Das wär’ eine Katastrophe, wenn er wirklich krank wär’ und vielleicht gar notgeschlachtet werden müßt’!«
»Soweit ist’s noch lang’ net«, beruhigte Elena ihn. »Ich hab’ ihm erst einmal etwas gegeben, was das Fieber senkt. Vielleicht ist er morgen schon wieder auf den Beinen. Allerdings sollten S’ mit dem Futter bissel vorsichtig sein.«
Auf dem Weg zurück ins Bauernhaus gab die Tierärztin dem Bauern Anweisungen für das Füttern des Bullen. Dann endlich konnte sie sich zum Frühstücken hinsetzen. Auch während sie es sich schmecken ließ, drehte sich die Unterhaltung um das erkrankte Zuchttier, und Elena versprach, gleich am nächsten Tag wieder vorbeizukommen und nach Hubert zu schauen.
Als sie sich verschiedete, war es schon später geworden, als es sollte. Aber so war es manchmal. In ihrem Beruf konnte es schon passieren, daß sie von ungeahnten Krankheitsfällen aufgehalten wurde.
Von unterwegs rief sie in der Praxis an und teilte mit, daß sie es nicht schaffen würde, pünktlich da zu sein. Dann fuhr sie, so schnell es eben möglich war, nach St. Johann.
Seit sie sich hier niedergelassen und die Praxis des alten Tierarztes übernommen hatte, war der Patientenstamm immer grö-ßer geworden. Erst recht, nachdem auch der Kollege aus Erlenbach sich zur Ruhe gesetzt hatte. Elena war inzwischen zu der Überzeugung gekommen, daß sie die ganze Arbeit nicht mehr allein bewältigen konnte und dringend eine helfende Hand brauchte. Mehrfach hatte sie mit ihrem Mann darüber gesprochen, ob es ratsam wäre, einen zweiten Tierarzt in die Praxis mit aufzunehmen. Toni Wiesinger, selbst Mediziner und Nachfolger des verstorbenen Dorfarztes, hatte ihr dazu geraten, zumindest eine Praktikumsstelle zu inserieren. Es gab genug junge Tierärzte, die gerade ihre letzte Prüfung abgelegt hatten, denen aber die praktische Erfahrung fehlte. An der Seite der hervorragenden Veterinärmedizinerin Dr. Elena Wiesinger würden sie diese Erfahrung sammeln können.
Nach langem Überlegen hatte Elena tatsächlich solch eine Anzeige in einem Fachblatt aufgegeben und hatte schon bald darauf mehrere Bewerbungen erhalten. Es war nicht leicht für sie gewesen, einen darunter auszuwählen, doch alle konnte sie nun mal nicht einstellen, wenn sie ihnen auch gerne die Möglichkeit gegeben hätte. Toni
