Über dieses E-Book
Heike Wolpert
Heike Wolpert, Jahrgang 1966, wurde in Bad Mergentheim geboren. Als Kind auf ihren Berufswunsch angesprochen gab sie stets zur Antwort »Schriftstellerin«. Nach dem Abitur begann sie dann aber eine Ausbildung zur Softwareentwicklerin in Schwäbisch Hall. 1990 zog sie nach Hannover, wo sie heute als Businessanalystin in einer großen Landesbank tätig ist. Lesen, insbesondere Krimis, war schon immer ihre bevorzugte Freizeitbeschäftigung und nachdem ihr vor fünf Jahren ein Kater zugelaufen ist, kam eine Vorliebe für Katzenromane dazu. Ihr Hobby Schreiben hat sie erst Anfang 2013 wieder entdeckt, als ihr Mann in Vorruhestand ging und sie seitdem mehr Freizeit zur Verfügung hat.
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Buchvorschau
Katertrunk - Heike Wolpert
Zum Buch
Alles für die Katz Kater Socke ist verliebt. Doch sein Glück währt nicht lange, denn die Katze seines Herzens verschwindet spurlos und ihre Besitzerin wird tot aufgefunden. Ein ungeklärter Todesfall, der auch Sockes Herrchen, Hauptkommissar Peter Flott, beschäftigt. Die Tote, Kandidatin einer Tierschutzpartei, hat sich nicht nur durch ihre beruflichen Aktivitäten Feinde gemacht. Auch ihr Privatleben ist längst nicht so makellos, wie es zunächst scheint. Verdächtige gibt es also mehr als genug. Während sich Socke auf die Suche nach seiner Liebsten macht, muss Kommissar Flott seinerseits Ermittlungen anstellen. Dabei würde er sich viel lieber auf sein Privatleben konzentrieren, denn seine Beziehung zu Tierärztin Chris steckt in einer Krise. Immerhin ist es dann auch Chris, die ihn auf die Katze der Toten und deren Verschwinden aufmerksam macht. Liegt hier der Schlüssel zur Lösung des Falls? Socke ist davon überzeugt und macht sich auf die Suche. Doch statt die Katze zu finden, verschwindet Kater Socke spurlos …
Heike Wolpert, Jahrgang 1966, lebt und arbeitet in Hannover. Abwechslung von ihrem Alltag als Businessanalystin bei einer großen Landesbank findet sie im Schreiben von Krimis in Kurz- und Langversion. An ihrer Reihe rund um den tierischen Schnüffler Kater Socke erfreuen sich Katzen- und Krimifreunde gleichermaßen. Durch den kriminellen Freizeitführer „Mörderisches aus Hannover fand sie außerdem Gefallen am Verfassen von Kurzgeschichten und mit dem Krimi „Taubertaltod
entdeckte sie die Liebe zu ihrer Geburtsstadt Bad Mergentheim und der umliegenden Region neu. Beides zusammen führte zum vorliegenden Kurzgeschichtenband.
Impressum
Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG (»Text und Data Mining«) zu gewinnen, ist untersagt.
Personen und Handlung sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen
sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
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Alle Rechte vorbehalten
Lektorat: Katja Ernst
Herstellung/E-Book: Mirjam Hecht
Umschlaggestaltung: U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart
unter Verwendung eines Fotos von: © Christian Gode/photocase.de
ISBN 978-3-8392-5634-3
Handelnde Personen:
Peter Flott, ermittelnder Hauptkommissar, ein ganz normaler Mann, Sockes Dosenöffner
Christa Eisele, genannt Chris, Peters Freundin, viel beschäftigte Tierärztin
Lisa Sander, Mitte 50, Kommissarin und Peters langjährige Kollegin und Vertraute
Friedrich Eberhard, genannt Fritz, der älteste im Ermittlerteam, eher phlegmatisch, erledigt deshalb am liebsten Schreibtischarbeit
Antonia Boccabella, genannt Toni, die jüngste Kommissarin im Team, manchmal etwas aufbrausend
Sebastian Meyer, genannt Basti, Kollege von der Kripo Osnabrück, Tonis Freund
Francesco, Tonis Cousin
Ulrich Zeitler, Chef der Spurensicherung
Dr. Joachim Breithaupt, Staatsanwalt
Meike Heitmann, Pressesprecherin der Polizei
Eva Liepold, ambitionierte Politikerin, Mitglied der Tierschutzpartei TiePa (Kurzform für »TierPartner«)
Christian Liepold, Fotograf, Evas Ehemann
Rosa Schablonski, Journalistin, interessiert sich nicht nur für Peters Arbeit
Heiko Vetter, Parteivorsitzender der TiePa, erfolgreicher Manager
Gudrun Vetter, Heikos Ehefrau
Wolfgang Junghans, ebenfalls Mitglied in der TiePa
Kathrin Schleierweg, Nachbarin der Liepolds
Frau Bilgur, ältere Dame, Clooneys und Gismos Frauchen, Peters Nachbarin
Herr Petkow, Malermeister, neu in Peters Nachbarschaft
*
Handelnde Tiere:
Socke, schwarzer Kater mit weißen Pfoten, lebt bei Hauptkommissar Peter Flott, liebt Katze Mimi
Mimi, dreifarbige Tigerkatze, lebt bei der Politikerin Eva Liepold
Clooney, mollige grau getigerte Katze, Sockes Nachbarin, einem Imbiss nie abgeneigt
Mikey, Tigerkater mit blauem Halsband, Revierchef, kann lesen
Suleika, Perserkatze, weiß immer alles (besser)
Gismo, Jungkater mit Entdeckerdrang, Clooneys Sohn
Champion, freiheitsliebender Norwegischer Waldkater, der im Revier lebt
Jasper, stets kränkelnder Riesenschnauzer, lebt im selben Haushalt wie Suleika
Angelique, Dackeldame und Jaspers Flamme
Prolog
Versonnen betrachtete er das Plakat. »Ist sie nicht wunderschön?«
»Hm.«
»Diese herrlichen grünen Augen! Das niedliche Näschen.«
»Auf solchen Werbeplakaten sehen die immer toll aus«, brummte sein Kumpel.
Aber er ließ sich nicht beirren: »Die anmutige Haltung!«
»Ist ja schon gut. Können wir jetzt weitergehen?«
»Der elegante Schnurrbart!«
»Socke, es reicht«, schnaufte Kater Mikey entnervt. »Ich habe verstanden, dass dir diese Katze gefällt. Und sie ist ja auch ganz hübsch. Aber das ist ein Wahlplakat und auf denen sehen alle gut aus. Lass uns in den Park gehen, Mäuse fangen«, lockte der Getigerte seinen Katzenkumpel.
Den schwarzen Kater mit den weißen Pfoten konnte diese Argumentation nicht überzeugen. Er wollte sich einfach nicht von dem Anblick losreißen, der sich ihm bot. Mit verschleiertem Blick himmelte er die dreifarbig getigerte Katze auf dem überlebensgroßen Plakat an, die werbewirksam neben einer blond gelockten, nach menschlichen Maßstäben ebenfalls durchaus ansehnlichen Frau posierte.
»Hallo. Erde an Socke«, versuchte es Mikey weiter. »Wenn du nicht in den Park möchtest, können wir auch einen Gang durchs Revier machen. Ist sowieso mal wieder Zeit.«
Socke schwieg und schmachtete.
»Hör mal. Wir könnten bei dieser Schönen zu Hause vorbeischauen«, spielte Mikey seinen letzten Trumpf.
Endlich schien er zu seinem Kumpel durchgedrungen zu sein. »Du weißt, wo sie wohnt?«
»In der Esperantostraße. Hab es in der Zeitung gelesen.«
Socke glaubte ihm aufs Wort, denn der getigerte Kater konnte tatsächlich lesen. Er hatte es zusammen mit der Tochter seiner Familie gelernt. Als das kleine Mädchen vor zwei Jahren in die Schule gekommen war, hatte der schlaue Kater ihr über die Schulter geschaut.
»Gestern war ein großer Bericht über diese Frau in der NHP«, erläuterte Mikey. »Am Sonntag ist doch Wahl und sie möchte, ähm«, er dachte angestrengt nach, »sie will Stadtbezirksrat werden«, beendete er schließlich seinen Satz und setzte eine wichtige Miene auf.
»Aha!«
Ein bisschen mehr Euphorie hätte sich der getigerte Kater schon gewünscht. »Dann mache ich mich halt alleine auf den Weg«, sagte er und wandte sich zum Gehen.
»Nein, warte!« Endlich riss sich Socke vom Anblick seiner Angebeteten los. »Ich komm ja schon …«
Kapitel 1
Sonntag, Wahltag
Bald würde sie tot sein!
Zufrieden verkorkte er ein Fläschchen und verstaute es in einem Jutesäckchen. Im Internet hatte er recherchiert: Je grober der Stoff, desto schwerer ist es, Fingerabdrücke darauf festzustellen. Deshalb hatte er eigens zu diesem Zweck ein Geschenktütchen aus grober Jute gebastelt. Er packte das Ganze in eine Papiereinkaufstasche und zog schließlich die Plastikhandschuhe aus. Seine Hände waren schweißnass, aber so hatte er nahezu keine Spuren hinterlassen. Und das würde auch so bleiben. Leider musste er das Jutebeutelchen kurz anfassen, um es ihr zu übergeben. Die Einkaufstasche hingegen würde er zurückbehalten. Weder die Verpackung noch der Inhalt konnten Hinweise auf ihn geben. Es handelte sich um Dutzendware; er hatte beides in der Ernst-August-Galerie hier in Hannover gekauft und bar bezahlt. Tausende Menschen gingen täglich in diesem Einkaufszentrum nahe des Hauptbahnhofs ein und aus.
Ja, er war gut vorbereitet. Selbst was mögliche Motive anging, hatte er sich, wie er fand, geschickt aus der Schusslinie gebracht. Der anonyme Brief war ein genialer Schachzug gewesen. Nur zur Sicherheit, falls diese dumme Reporterin immer noch nicht gemerkt hatte, was längst die Spatzen von den Dächern pfiffen.
Jetzt hieß es, den geeigneten Moment für die Übergabe abzuwarten. In Gedanken hatte er auch den bereits geplant. Er kannte ihre Gewohnheiten genau und war sich sicher, dass es heute dazu kommen würde. Dass sie wegen seiner überraschenden Zuwendung misstrauisch werden könnte, zog er nicht in Betracht, dazu war sie viel zu egozentrisch und selbstverliebt.
Er lachte in sich hinein. Nicht mehr lange, dann würde ihr ebendiese Ich-Bezogenheit zum Verhängnis werden.
Bald war sie tot – und der Weg frei für ihn …
*
Katerstimmung!
Socke wusste zwar nicht, warum, aber genau mit diesem Wort beschrieben die Menschen den Zustand, in dem sich Peter gerade befand. Peter Flott, Hauptkommissar der Mordkommission, bei dem der schwarze Kater mit den weißen Pfoten seit gut einem Jahr lebte, war eindeutig in Katerstimmung.
Angefangen hatte alles vor etwas mehr als einer Woche. Peters Freundin Chris – eine Tierärztin, zu der Socke ein durchaus ambivalentes Verhältnis hatte –, hatte das gemeinsam geplante Wellnesswochenende in Lüneburg kurzfristig abgesagt. Ein Kollege von ihr war erkrankt und es fand sich kein anderer Ersatz für den Wochenend-Notdienst. Peter habe doch sicher Verständnis? Hatte er nicht. Er war erst ziemlich laut, dann ganz leise geworden. Nämlich als Chris ihm eine vorübergehende Auszeit vorschlug. Vorsichtig hatte Socke hinter einem Sessel hervorgelugt, wo er sich zu diesem Zeitpunkt sicherheitshalber verschanzt hatte. Er kannte solche Ausbrüche von seinem Mitbewohner nicht und ahnte, dass es ernst war. Chris und Peter hatten danach noch eine ganze Weile geredet und deshalb tatsächlich vergessen, Socke pünktlich zu füttern – es musste also wirklich ernst sein. Schließlich war Chris nach Hause gefahren und Peter hatte den Kurzurlaub abgesagt.
Seither hatte der Hauptkommissar schlechte Laune und vernachlässigte seinen tierischen Mitbewohner aufs Sträflichste. Wäre der Kater nicht gerade in besonders guter Stimmung gewesen, hätte er ernsthafte Konsequenzen, wie Zerfetzen der ungelesenen Tageszeitung oder Verschleppen des Haustürschlüssels, in Betracht gezogen.
Doch Socke war verliebt. Und dank seines Katzenkumpels Mikey sah er seine Angebetete jetzt täglich. Sie wohnte nur ein paar Straßen weiter und saß meistens im Wohnzimmer ihres Hauses hinter dem großen Panoramafenster. Von da aus schmachteten sich Socke und Mimi an. Freigang hatte die schöne dreifarbige Katze nicht, aber die beiden verständigten sich mit Blicken und Gesten, was in Katzenkreisen nicht unüblich ist. Ihren Namen kannte Socke, dank Mikey, dem getigerten Nachbarskater und Revierchef, aus der Zeitung.
Während also Socke im siebten Himmel schwebte, herrschte bei dem 51-jährigen Peter Flott Katerstimmung, verkehrte Welt!
Gestern Abend war der von Liebeskummer Geplagte mit seinem Kumpel, dem Tierpfleger Arno, einen trinken gewesen. Zuvor hatte er sich am Telefon ausführlich über die Frauen im Allgemeinen und Chris im Besonderen beklagt. Socke war nicht ganz klar geworden, was Peter an der Tierärztin plötzlich störte. Natürlich, sie gehörte von Berufs wegen nicht zu den Freunden des Katers, aber daran hatte Peter bislang nichts auszusetzen gehabt. Und dass er sich darüber beklagte, seine Freundin habe nie Zeit für ihn und würde häufig Verabredungen absagen, fand Socke ungerecht, denn als Hauptkommissar der Mordkommission war Peter selbst nicht besser. Nicht zuletzt deshalb war seine Ehe seinerzeit in die Brüche gegangen. Genau das hatte ihm gestern Abend wohl auch Arno, unter Zuhilfenahme von reichlich Rotwein, erklärt. Jedenfalls bedauerte Peter heute Morgen sein unkooperatives Verhalten gegenüber Chris von vor einer Woche und seinen Alkoholkonsum der vergangenen Nacht.
»Ob ich sie anrufen soll?« Unschlüssig betrachtete er den Telefonhörer.
Mach doch!, dachte Socke.
Der Kommissar legte den Hörer zurück. »Na, ich trinke erst mal einen Kaffee. Und ein Aspirin wäre ebenfalls nicht schlecht.« Er erhob sich ächzend und schlurfte Richtung Küche.
Socke setzte sich gleichfalls in Bewegung: Dann kannst du mich auch endlich füttern, dachte er.
*
Rosa Schablonski schenkte sich Kaffee nach und gähnte. Dabei war es gestern gar nicht sonderlich spät geworden. Raimund oder »Ray«, wie er sich selbst nannte, hatte sich als absoluter Reinfall entpuppt. Den ganzen Abend über hatte er von sich und seinen Reisen geredet. Von denen, die er unternommen hatte, und denen, die er plante. Irgendwann, als er ihr die Gewürze eines marokkanischen Marktstandes einzeln aufgezählt hatte, hatte Rosa auf Durchzug geschaltet und das Date so schnell wie möglich beendet. Sie hatte Ray im Internet auf einer dieser Dating-Plattformen kennengelernt und sich spontan mit ihm verabredet. Sein Profil hatte ganz nett geklungen, und er hatte signalisiert, dass ihm der üppige Typ lag, den sie verkörperte. Ausnahmsweise trug sie ihre langen dunklen Haare offen und statt ihrer Brille die blau getönten Kontaktlinsen. Vergebliche Liebesmühe, wie sich herausstellte, sein Interesse galt einzig sich selbst. Es war nicht die erste Pleite, die sie auf diese Weise erlebt hatte, dennoch gab es in ihrem Bekanntenkreis viele Anhänger von Singlebörsen. Vielleicht war sie zu anspruchsvoll, was Männer anging? Sie hatte konkrete Vorstellungen vom idealen Mann und denen wurden eben nicht so viele gerecht.
Sie warf einen Blick auf die Zeitung von gestern. Die heute stattfindenden Kommunalwahlen hatten es bis auf die erste Seite geschafft. Eva Liepold wurde im Bezirk Döhren-Wülfel, zu dem der Stadtteil Mittelfeld gehörte, als eine der Favoritinnen für das Amt der Stadtbezirksrätin gehandelt. Nicht zuletzt dank des Interviews, das sie selbst, Rosa, mit ihr geführt hatte, wurde sie jetzt als sympathische, offene und kompetente Kandidatin dargestellt, die, getreu den Maximen ihrer Partei, Tierschutz nicht nur predigte, sondern lebte. Die Zeit war reif für einen Wandel. Die Verantwortung, die diese junge Frau übernahm für die arme, hilfsbedürftige Tierheimkatze – gut sichtbar auf den Wahlplakaten –, kam an, und ihr attraktives Äußeres, werbewirksam in Szene gesetzt mit der niedlichen Katze, tat das Übrige. Rosa kannte Eva von früher. Dieser Umstand hatte ihr das Interview mit ihr beschert, und Eva war wirklich sehr nett gewesen. Aber Rosa wusste, dass sich hinter dieser einnehmenden Fassade eine knallharte Karrierefrau verbarg, die, wenn nötig, über Leichen ging.
Und offenbar war sie nicht die Einzige, die das herausgefunden hatte, wie ein anonymes Schreiben bestätigte. Der Brief hatte sie am Freitagmorgen in der Redaktion erreicht und sie war gleich damit zu ihrem Chefredakteur gegangen. Doch der hatte abgewinkt. »Du hast keinerlei Beweise«, war sein erster Einwand gewesen, gefolgt von: »Allein die Aufmachung ist lächerlich.« Damit hatte er recht gehabt, der Brief bestand aus ausgeschnittenen Buchstaben und wirkte auf den ersten Blick tatsächlich eher albern als bedrohlich. Besonders grotesk war die Unterschrift »ein Freund«. Das Schreiben war an sie, Rosa, gerichtet gewesen und nicht an den gehörnten Ehemann der Denunzierten. »Das ist nicht unser Niveau«, hatte ihr Chef die Diskussion beendet.
Rosa besah sich den Brief nun zum wiederholten Male. Die Art und Weise wirkte tatsächlich wie ein Dummejungenstreich, aber der Inhalt erschien plausibel und das darin beschriebene Verhalten war ihrer ehemaligen Studienkollegin durchaus zuzutrauen. Ob es ihrem Chef nun passte oder nicht, sie würde der Sache auf den Grund gehen. Sie griff zum Telefonhörer.
*
»Socke, hast du mir überhaupt zugehört?« Ungeduldig tippte die mollige Grautigerin Clooney ihrem Katzennachbar auf die Schulter.
»Äh, es ging um, äh, Essen?«, riet der Angesprochene, immerhin war das Clooneys Lieblingsthema.
»Tatsächlich, du hast mir also doch zugehört. Ich habe gerade laut darüber nachgedacht, ob man als prominente Katze besonderes Futter bekommt.«
»Prominente Katze?«, kam es von oben. Suleika war auf der Mauer gegenüber aufgetaucht, die sie gerne als »ihre Mauer« bezeichnete, weil sie das Haus umgab, in dem die Perserin zusammen mit ihrem Menschen und dem Riesenschnauzer Jasper lebte. »Redest du von mir?«
»Wie kommst du denn darauf? Du bist doch nicht prominent«, fauchte Clooney.
Socke versank wieder in seine Gedanken und schaltete auf Durchzug, die obligatorischen Wortgefechte der beiden Nachbarskatzen interessierten ihn wenig. Er fuhr sich mit der Pfote über die Ohren. Er beabsichtigte, gleich noch mal in der Esperantostraße vorbeizuschauen, und da musste jedes Härchen sitzen.
»Nun in gewisser Weise schon«, behauptete Suleika.
»Na, die gewisse Weise will ich kennenlernen«, stichelte Clooney weiter.
»Das kannst du gerne«, versprach die Perserin.
»Mist«, murmelte die Grautigerin, während Suleika fortfuhr: »Das Herrchen von Angelique, diesem Dackelflittchen, hat sich gestern bei meinem Menschen nach mir erkundigt. Er hatte mich bereits vermisst, weil ich ein paar Tage unpässlich und deshalb nicht auf meiner Mauer anzutreffen war.«
»Statt dass er froh ist, der Blödmann!«, warf Clooney ein.
»Interessiert es euch denn gar nicht, was ich hatte?«, wollte Suleika wissen.
»Solange du es überlebt hast? Nein!«, gab die Grautigerin zurück. »Im Übrigen habe ich eben ein wichtiges Gespräch mit Socke geführt, als du uns gestört hast.«
Der Angesprochene verrenkte sich gerade, um seinen Rücken zu putzen, und reagierte nicht.
»Pah! Ich hatte eine Futtermittelallergie«, trumpfte die Perserin auf.
»Ach du liebe Güte. Ist das ansteckend? Socke! Sag doch auch mal was!« Der Kater blickte erstaunt auf. Clooney zuckte nervös mit dem Schwanz und trat vorsichtig ein paar Schritte zurück, ohne die graue Perserin aus den Augen zu lassen.
Suleika setzte eine blasierte Miene auf. »Wo denkst du hin? Nun, also, ich habe eine ganz leichte Form, aber es gibt schlimmere Ausprägungen, da kann man an einem allergischen Schock sterben, wenn …«
Clooney machte sich zum Sprung auf die Mauer bereit. Socke stellte sich ihr in den Weg. Beim letzten Mal, als die beiden Katzen aneinandergeraten waren, hatte Suleika eine böse Schramme auf der Wange davongetragen, die nach ihrer eigenen Aussage drei Wochen lang mit einer scharfen Salbe hatte behandelt werden müssen. Glaubte man den Worten der Perserkatze, war sie nur knapp mit dem Leben davongekommen.
Auf erneutes Wehklagen dieser Art konnte der Kater verzichten. »Was wolltest du gleich von mir wissen?«, lenkte er deshalb die mollige Grautigerin ab.
»Ich möchte wissen, ob deine Freundin, die von dem Wahlplakat, besonderes Futter bekommt?«, interessierte sich Clooney.
»Pah, Ignoranten!«, hörte man von der Mauer.
»Ich hab sie nicht gefragt.«
»Über was redet ihr denn die ganze Zeit?«, wunderte sich die Tigerin, um gleich darauf mit verträumtem Blick fortzufahren: »Also, ich könnte mir schon vorstellen, dass man als berühmte Katze jede Menge Fanpost bekommt mit verschiedensten Leckereien aus der ganzen Welt.«
»Diesen Unsinn höre ich mir nicht länger an.« Suleika sprang mit geräuschvollem Schnauben zurück in den Garten ihres Hauses.
*
Was war nur mit dem Kater los? Peter betrachtete ratlos den Futternapf. Ganz gegen seine Natur hatte Socke ihn halb voll zurückgelassen, als er sich vor einer guten Stunde zu seinem Streifzug aufgemacht hatte. In letzter Zeit war sein pelziger Hausgenosse auffällig viel unterwegs. Vielleicht war ihm die depressive Stimmung des Hauptkommissars auf den Magen geschlagen? Peter straffte die Schultern. Arnos Standpauke von gestern Abend hatte ihn wachgerüttelt. Zwar hatte er sich bisher nicht dazu durchringen können, Chris anzurufen, doch er hatte es sich fest für den Abend vorgenommen. Eine ausgiebige Dusche beseitigte einen Teil der Spuren seines gestrigen Gelages. Halbwegs wiederhergestellt wollte er seiner Bürgerpflicht nachkommen. Er steckte Ausweis und Benachrichtigung ein und machte sich auf den Weg zum Wahllokal. Normalerweise hätte er, trotz der kurzen Strecke bis zur Spittastraße 2, seinen Roller genommen, aber heute würde ihm und seinem Kater die frische Luft sicher guttun.
Schon von Weitem sah er ihren Wagen mit dem Logo der Tierarztpraxis. Klar, Chris wohnte im selben Wahlkreis. Einen Moment überlegte Peter, einen Umweg zu
