Die Frau ohne Gewissen: Dr. Norden Extra 126 – Arztroman
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Über dieses E-Book
Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben.
Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen.
Als sie die Tür ihres Büros öffnete, um den unbekannten Besucher hereinzubitten, stockte Gesine Sommer der Atem. Sie fand sich exakt dem Mann gegenüber, von dem sie schon ihr ganzes Leben lang heimlich träumte. Dunkelblondes, ein bisschen unordentliches Haar, sanfte braune Augen hinter einer runden Nickelbrille, einen vollen Mund über einem kantigen Kinn, dem man es deutlich ansah, dass es nicht frisch rasiert war. »Bitte, Herr Fahrtmann, kommen sie doch rein«, stammelte sie verlegen und wäre am liebsten im Erdboden versunken. Obwohl der Tag noch jung war, hätte sie sich schon jetzt ohrfeigen mögen, dass sie zu träge gewesen war, das neue, schicke Kostüm anzuziehen, das sie sich in einem Anflug von Leichtsinn am Wochenende gekauft hatte. Statt dessen trug sie wie immer eine weiße Bluse mit bravem Bubikragen und eine altmodische Bundfaltenhose, die angesichts der Speckröllchen um ihren Bauch nicht sehr vorteilhaft wirkte. Während Justus Fahrtmann an ihr vorbei auf den freien Stuhl zuging, warf sie sich einen verzweifelten Blick im Garderobenspiegel zu. Ich hätte wenigstens die hohen Schuhe anziehen können! ärgerte sie sich weiter und ihre Miene war finster, als sie sich Fahrtmann gegenüber an ihren Schreibtisch setzte. Gesine blätterte wütend in den Unterlagen, die vor ihr lagen. »Höchste Zeit, dass wir beide uns mal unterhalten«, ließ sie ihre schlechte Laune an Justus aus, der unter ihren Worten erschrocken zusammenzuckte. »Wenn ich geahnt hätte, wie sehr Finn unter dem Verlust seiner Mutter leidet, wäre ich schon früher gekommen«, erklärte er bemüht freundlich und einsichtig. Er ahnte, Ärger mit dem Jugendamt konnte ihn unter Umständen die Vormundschaft für seinen achtjährigen Sohn kosten. Das wollte er auf keinen Fall riskieren. »Aber ich habe gedacht, das sind nur Kleinjungenstreiche.« Er setzte eine so betroffene, trostlose Miene auf, dass es Gesine ganz warm ums Herz wurde. Jetzt ärgerte sie sich nur noch mehr über ihr unmögliches Äußeres.
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Die Frau ohne Gewissen - Patricia Vandenberg
Dr. Norden Extra
– 126 –
Die Frau ohne Gewissen
Schönheit ist ihr Kapital
Patricia Vandenberg
Als sie die Tür ihres Büros öffnete, um den unbekannten Besucher hereinzubitten, stockte Gesine Sommer der Atem. Sie fand sich exakt dem Mann gegenüber, von dem sie schon ihr ganzes Leben lang heimlich träumte. Dunkelblondes, ein bisschen unordentliches Haar, sanfte braune Augen hinter einer runden Nickelbrille, einen vollen Mund über einem kantigen Kinn, dem man es deutlich ansah, dass es nicht frisch rasiert war. »Bitte, Herr Fahrtmann, kommen sie doch rein«, stammelte sie verlegen und wäre am liebsten im Erdboden versunken. Obwohl der Tag noch jung war, hätte sie sich schon jetzt ohrfeigen mögen, dass sie zu träge gewesen war, das neue, schicke Kostüm anzuziehen, das sie sich in einem Anflug von Leichtsinn am Wochenende gekauft hatte. Statt dessen trug sie wie immer eine weiße Bluse mit bravem Bubikragen und eine altmodische Bundfaltenhose, die angesichts der Speckröllchen um ihren Bauch nicht sehr vorteilhaft wirkte. Während Justus Fahrtmann an ihr vorbei auf den freien Stuhl zuging, warf sie sich einen verzweifelten Blick im Garderobenspiegel zu. Ich hätte wenigstens die hohen Schuhe anziehen können! ärgerte sie sich weiter und ihre Miene war finster, als sie sich Fahrtmann gegenüber an ihren Schreibtisch setzte. Gesine blätterte wütend in den Unterlagen, die vor ihr lagen. »Höchste Zeit, dass wir beide uns mal unterhalten«, ließ sie ihre schlechte Laune an Justus aus, der unter ihren Worten erschrocken zusammenzuckte.
»Wenn ich geahnt hätte, wie sehr Finn unter dem Verlust seiner Mutter leidet, wäre ich schon früher gekommen«, erklärte er bemüht freundlich und einsichtig. Er ahnte, Ärger mit dem Jugendamt konnte ihn unter Umständen die Vormundschaft für seinen achtjährigen Sohn kosten. Das wollte er auf keinen Fall riskieren. »Aber ich habe gedacht, das sind nur Kleinjungenstreiche.« Er setzte eine so betroffene, trostlose Miene auf, dass es Gesine ganz warm ums Herz wurde. Jetzt ärgerte sie sich nur noch mehr über ihr unmögliches Äußeres.
»Diebstahl, zündeln in öffentlichen Anlagen und ausreißen halten Sie also für Kleinjungenstreiche?« fragte sie heftiger, als sie vorgehabt hatte.
»Na ja, solche Sachen wie Knallfrösche in Briefkästen werfen und Zahnpasta unter Türklinken schmieren haben wir früher auch schon gemacht. Ich dachte nicht, dass es sich dabei um einen seelischen Hilferuf handeln könnte.«
»Finns Lehrerin sieht das allerdings ganz anders. Seit Ihr Sohn bei Ihnen lebt, hat er sich völlig verändert.«
»Natürlich hat er das. Er benimmt sich zum ersten Mal wie ein richtiger Lausbub«, entfuhr es Justus spontan. An Gesines strengem Gesicht konnte er sofort sehen, dass das genau das Falsche gewesen war und versuchte verzweifelt, den Schaden einzuschränken. »Nach Finns Erzählungen hat meine Ex-Frau den Jungen wie einen Leibeigenen behandelt. Selbst mit sieben Jahren durfte er noch nicht alleine raus. Jeden Tag hat sie ihn zur Schule gebracht und ihn auch wieder abgeholt. Seine Nachmittage waren vollgestopft mit Kursen. Tennis, Klavier, Töpfern für die Kreativität, Kineseologie und was weiß ich nicht noch alles. Und dazu natürlich noch Schule und Hausaufgaben. Das ist doch nicht normal.«
»Das kann ich nicht beurteilen. Jetzt ist das Benehmen Ihres Kindes auf jeden Fall auch nicht normal«, bemerkte Gesine spitz. »Und wenn es Sie so gestört hat, warum haben Sie sich denn nicht selbst darum gekümmert?«
Auf diese Frage hatte Justus nur gewartet.
»Weil ich jahrelang im Ausland für den Unterhalt meiner Ex-Frau und meines Sohnes gesorgt habe.«
»Mit Geld alleine kann man eben keine Kinder erziehen.«
»Soll das heißen, dass das alles jetzt meine Schuld sein soll?« brauste Justus ärgerlich auf. »Nur weil meine Ex-Frau ihn jahrelang unbehelligt verkorkst hat, soll ich jetzt büßen? Das finde ich ungerecht.«
Unwillkürlich musste Gesine über die Verzweiflung des jungen Vaters lächeln.
»Gar nichts müssen sie büßen«, beschwichtige sie ihn und warf ihm einen versöhnlichen Blick zu. »Wir werden nur ein Auge auf Sie und das Kind haben und Ihnen beratend zur Seite stehen.«
»Wer ist wir?«
»Das Jugendamt natürlich. Aber wenn es sie tröstet: in der Hauptsache werden sie mit mir zu tun haben.«
Das hat mir gerade noch gefehlt, dachte Justus bei sich, schwieg aber eisern. Als Gesine seinen prüfenden Blick auf sich fühlte, wurde sie brennend rot. Sie konnte förmlich seine Gedanken lesen: ganz hübsch, aber leider viel zu dick und hoffnungslos altmodisch. Warum um alles in der Welt hatte sie sich nicht sorgfältiger gekleidet? Warum hatte sie sich den Krapfen heute Morgen nicht verkneifen können? Im Geiste beschloss sie, das Nusshörnchen, das für die erste Kaffeepause in ihrer Schreibtischschublade lag, nicht zu essen. Doch es war zu spät. »Ich verspreche Ihnen, dass sie sich nicht um Finn und mich kümmern müssen«, erklärte Justus in diesem Moment mit eisiger Stimme, und Gesine erstarrte innerlich. »Ich werde ihnen beweisen, dass ich mit meinem Sohn alleine zurechtkomme.«
»So einfach wird das nicht für Sie werden. Wir bleiben in Kontakt, ob Sie wollen oder nicht.« Sie zog den Bauch ein, straffte die Schultern und erhob sich. Das Gespräch war für sie beendet, der Vormittag, womöglich der ganze Tag verdorben, und das bekam Justus Fahrtmann mehr als deutlich zu spüren.
»Schön, wie Sie wollen. Sie werden schon sehen.« Er nahm ihre Hand, die vor Aufregung kalt und klamm war wie ein Frosch, grüßte knapp und verließ das Büro. Gesine sah ihm fassungslos nach. Da ging er hin, ihr Traummann, und sie hatte alles dafür getan, dass er sie nie mehr wieder sehen wollte. Dabei hatte sie die Karten in der Hand gehalten. Was war sie doch für ein Trampel! Voller Verzweiflung ließ sie sich auf ihren Stuhl sinken, der unter ihrem Gewicht ächzte, und öffnete die Schreibtischschublade. Deprimiert griff sie nach der Papiertüte mit dem Nusshörnchen, zog es heraus und maß es mit einem nachdenklichen Blick. Plötzlich konnte sie sich nicht länger beherrschen und stopfte es sich in den Mund. Als sie die tröstliche, klebrige Süße auf der Zunge spürte, fühlte sie sich einen Augenblick besser. Aber nur kurz. Allzu vergänglich war der Geschmack nach Kindheit und Geborgenheit. Zurück blieb nur das schale Gefühl, wieder einmal schwach geworden zu sein und ein Hosenbund, der gefährlich um den Bauch herum kniff und zwickte.
Das Gespräch hatte Justus ebenso deprimiert wie Gesine. Mit hängenden Schultern und zusammengezogenen Augenbrauen, die Hände in die Hosentaschen versenkt, machte er sich auf den Heimweg durch Münchens Straßen und dachte nach. Er war so in Gedanken versunken, dass er mitten auf den Fahrradweg geriet und es noch nicht einmal bemerkte. Erst das hektische Klingeln einer Fahrradglocke ließ ihn aufschrecken. Es war zu spät.
»Hilfe, aus dem Weg!« schrillte eine spitze Stimme hinter ihm. Er spürte einen heftigen Stoß in die linke Seite, als ihn der Fahrradlenker traf und hörte ein klirrendes Geräusch, als das Rad mitsamt seiner Fahrerin auf den Weg knallte. »Aua, verdammt, musste das sein?« Ärgerlich rieb sich die Radlerin den aufgeschlagenen Ellenbogen, während Justus unfähig war, sich zu rühren und sie nur anstarrte. »Was glotzen Sie denn? Können Sie mir nicht helfen?«
Erst diese barschen Worte brachten ihn wieder zur Besinnung. Er schüttelte sich, wie aus einer Trance erwacht.
»Es tut mir leid. Das habe ich nicht gewollt.« Pflichtschuldig bückte er sich, um der Radlerin aufzuhelfen. Als er ihre schlanken Hände in die seinen nahm, trafen sich ihre Blicke. Justus stutzte. »Marie?«
Die junge Frau zuckte zusammen.
»Justus, ist das möglich? Ich hab’ dich gar nicht erkannt.« Ein helles Lächeln erstrahlte auf ihrem feinen Gesicht. Vergessen war der ramponierte Ellenbogen, verraucht der Zorn über den unachtsamen Fußgänger. »Mein Gott, wie lange ist es her, dass wir uns zuletzt gesehen haben?«
»Vor genau 9
