Götterboten: Eine Erzählung aus der Serie ›Weltensucher‹
Von Fred Kruse
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Über dieses E-Book
Die ›Weltensucher‹, das modernste Forschungsschiff der ›Republik der Vereinigten Imperianischen Planeten‹, irrt nach einem unerwarteten Sprung über die Grenze der heimischen Galaxie, der Milchstraße, hinweg durch den Triangulum-Nebel. Die verbliebene Mannschaft des Raumschiffs sucht nach einer Möglichkeit des Rücksprungs in die Heimatgalaxie.
Die Offiziere gehen mittlerweile davon aus, dass die Fremden, die scheinbar auf allen besiedelbaren Planeten Triangulum-Nebels Stationen betreiben, deren verhängnisvolle Strahlung einen unbändigen Hass gegenüber jeder fremden Spezies schürt, die Ursache für ihren mysteriösen Sprung in diese Galaxie sind.
Dennoch scheinen gerade diese Anlagen, die einzige Verbindung zu ihren Erbauern zu sein und damit die einzige Möglichkeit für die Mannschaft der ›Weltensucher‹ einen Weg zurück zu finden.
Kommandantin Lucy und ihre Mitstreiter landen auf dem Planeten ›Adromenda‹, um einen Weg der Kommunikation mit den ›Fremden‹ zu finden. Dabei stoßen sie auf eine mittelalterliche Zivilisation, die versucht in der unwirtlichen Umgebung ihrer Welt zu überleben.
Die Erzählung ›Götterboten‹ führt die Sience-Fiction-Serie ›Weltensucher‹ mit dem zweibändigen Fantasy-Roman ›Adromenda‹ zusammen. Die Erzählung kann aber als eigenständige unabhängige Geschichte gelesen werden.
Diejenigen, die sich für die Vorgeschichte interessieren, sollten die ersten beiden Bände der Romanserie ›Weltensucher‹ lesen und besser noch vorab die sieben Romanbände der Serie ›Lucy‹. Der Fantasy-Roman schildert die vorhergehenden Geschehnisse auf ›Adromenda‹ aus der Perspektive seiner Einwohner. Die vorliegende Erzählung schließt an den Roman an und löst die in ihm erzählte Geschichte aus Sicht von Freunden des Science-Fictions auf.
Fred Kruse
Fred Kruse lebt in Norddeutschland und hat vier erwachsene Kinder. Er ist promovierter Physiker und arbeitete jahrelang im IT-Management. Er veröffentlichte bisher die siebenbändige SF- und Jugendbuchserie ›Lucy‹, den zweibändigen Fantasy-Roman ›Adromenda‹ sowie die Cyberthriller ›Final Shutdown‹ und ›2048‹.
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Buchvorschau
Götterboten - Fred Kruse
Prolog
Die Alarmsirenen heulten. Thesara stürzte dicht gefolgt von Kamahru aus ihrem Schlafgemach in den Flur, der die Mannschaftsräume verband. Der Hangar für die kleineren Begleitschiffe befand sich eine Ebene tiefer. Eigentlich sollte in der Halle einsam und verlassen nur noch eines der kleinsten Beiboote stehen.
Irgendetwas hatte aber gerade dort den Alarm ausgelöst. Thesara wusste, was das bedeutete. Mindestens ein Schiff musste die Blockaden überwunden haben und über das große Schleusentor eingedrungen sein.
Als sie den kleinen Schirm auf dem Flur erreichte, erkannte sie, dass sie sich geirrt hatte. Sie waren gleich mit drei Mannschaftstransportern gekommen. Dass der Hass mittlerweile so weit reichte, hatte sie nicht erwartet.
»Schnell in den Kommandoraum!«, rief sie.
Kamahru hatte zwei der großen Strahlenwaffen aus dem dafür vorgesehenen Schrank gerissen. Wortlos drückte er Thesara eine von ihnen in die Hand. Gemeinsam rannten sie zum nächsten Aufgang und hetzten die Stufen hinauf. Das Kommandodeck befand sich eine Ebene höher.
»Verdammt, warum versperrt der Zentralrechner nicht die Zugänge?«, fluchte Thesara. Kamahru gab ihr keine Antwort, sie erwartete auch keine. Der Grund lag auf der Hand.
Mit fliegenden Fingern arbeitete Thesara an der Steuerung der Zentraleinheit des Schiffes. Endlich gelang es ihr, die Zugänge zum Kommandodeck gegen alle Widerstände des Zentralrechners zu verschließen. Sie musste dazu sogar ihre Sonderbefugnis als Kommandantin des Schiffes einsetzen.
Sie hatte die Arbeiten kaum abgeschlossen, als der Invasionstrupp bereits vor dem verschlossenen Zugang zur Kommandoebene stand. Wenige Sekunden später begann ein sich schnell vergrößernder Punkt, in der Tür aufzuleuchten, erst rot, dann immer heller werdend.
»Diese Schotts halten auch den großen Handwaffen stand, sie müssen eine Strahlenkanone mitgebracht haben!«, rief Thesara aus. »Warum reagiert das Schiff nicht mit Abwehrfeuer, verdammt?«
»Weil sie zur Mannschaft gehören, wie du weißt«, erwiderte Kamahru ruhig, auch wenn die Besorgnis in seiner Stimme mitschwang. »Wir hätten die Daten löschen sollen.«
»Ich hätte nie gedacht, dass sie so weit gehen.«
»Wir haben diesen verfluchten Planeten unterschätzt.«
»Ein Planet ist ein Planet – ein toter Himmelskörper! Da unten ist etwas anderes. Nur wenn wir es ausschalten, können wir diesen Wahnsinn beenden.«
»Ich spüre, dass uns dazu nicht mehr die Zeit bleibt. Wir werden es allein nicht schaffen. Nur unser Plan bietet wenigstens den Hauch einer Chance.«
Thesara warf Kamahru einen zweifelnden Blick zu. Sie kam aber nicht mehr dazu, etwas zu sagen. Der Strahl der großen Strahlenkanone drang durch die Tür. Ein Loch bildete sich.
Gemeinsam schossen die beiden einzigen auf dem Schiff verbliebenen Besatzungsmitglieder alles ab, was ihre großen Strahlenwaffen hergaben. Sie hörten Schreie auf der anderen Seite. Mindestens einer der Angreifer starb. Rücksicht konnten sie in dieser Situation nicht nehmen, zu viel hing von ihrem Überleben ab.
»Schnell, auf die Brücke!«, schrie Thesara.
Kamahru stürmte bereits los. Im Laufen feuerten beide zurück auf die Angreifer, die sich mittlerweile durch die zerstörte Tür in den Flur drängten und ebenfalls schossen. Der Eingang zum Kommandoraum schloss sich.
»Das wird nicht lange halten«, stöhnte Kamahru.
»Was ist mit dir? Du bist verletzt!«, rief Thesara.
Panik stieg in ihr auf. Nicht auch noch Kamahru! Blut tränkte den Stoff seines Raumanzugs. Der Fleck breitete sich erschreckend schnell aus.
Kamahru war ihr als Einziger geblieben. Der Letzte, der sie nicht verlassen hatte oder von den Verrätern getötet worden war. Aber er hatte schon immer mehr für sie bedeutet. Er war ihr bester Freund, ihr Strohhalm in der Not, ihr Geliebter. Thesara wollte zum Notfallkoffer stürzen, aber mit einer viel zu schwachen Hand hielt er sie fest.
»Es ist zu spät«, brachte er mühsam hervor. »Mich könnte man nur noch auf der Krankenstation retten, aber die werden wir nicht mehr rechtzeitig erreichen.«
Thesara wollte sich losreißen, aber er hielt sie krampfhaft fest. Ein Hustenanfall schüttelte ihn. Ein feiner Blutfaden rann ihm aus dem Mundwinkel.
»Du musst mir versprechen, dass du den Plan durchführst! Den ganzen! Ohne Einschränkungen!«, keuchte er.
»Ich muss dich versorgen!«, erwiderte Thesara ärgerlicher, als sie wollte.
»Du wirst mich doch nicht verraten, oder? Du doch nicht?«
Kamahru sah sie ängstlich an.
»Spinnst du jetzt? Du weißt, ich würde nie und für nichts in der Welt unsere Überzeugung verraten!«
»Versprich mir, dass du den Plan durchführst. Sag es laut!«
Thesara ärgerte sich. Für solche Spielchen blieb einfach keine Zeit. Sie musste mit der Bande draußen fertig werden und sie musste Kamahru in die Krankenstation schaffen, und zwar noch bevor er tatsächlich starb. Ihr Freund sah sie aber so flehentlich an, dass sie laut sagte:
»Ich verspreche dir, dass ich den Plan durchführe, den ganzen! Ich verspreche es dir beim Universum und allem, was mir heilig ist. Und nun lass mich los, verdammt, sonst sind wir beide gleich tot!«
Selig lächelnd ließ Kamahru seine Hand sinken.
Ihn notdürftig zu versorgen, blieb keine Zeit. Die anschwellenden Warntöne zeigten an, dass die Tür nicht mehr lange durchhalten würde. Thesara hastete zur Kommandokonsole und verband sich mit dem Schiff. Ihr war das Gefühl immer unangenehm gewesen, ihren Körper zu verlassen und ihn durch diese seelenlose Maschine zu ersetzen und sei es nur im übertragenen Sinne und auch nur für kurze Zeit.
Diesmal spürte sie davon nichts. Sie konzentrierte sich vollkommen auf ihr Ziel. Verzweifelt versuchte sie, die Waffensysteme zu aktivieren, aber die Blockade stellte sich als unüberwindbar heraus. Auch mit ihrem Geist als Steuerung schossen die Systeme nicht auf Menschen, die sie noch immer als Mannschaftsmitglieder identifizierten.
Einen Moment drohte die Panik, Thesaras Denken zu blockieren. Plötzlich entstand aus dem Nichts eine Idee in ihrem Kopf, außergewöhnlich, aber Erfolg versprechend – vielleicht.
Sie spürte die Hangartore. Ihr Geist gab den Impuls sie zu öffnen. Auch wenn sie wusste, dass der prompt ihr Bewusstsein einnehmende Gedanke den Sicherheitseinstellungen des Schiffs entsprang, so konnte sie sich kaum gegen ihn wehren:
»Der Hangar darf nicht geöffnet werden! Die Luftschleuse ist beschädigt. Ein Öffnen der Tore wird zum Verlust der Atmosphäre in den betroffenen Schiffsebenen führen. Das bringt einen großen Teil der Mannschaft um.«
Das wusste Thesara natürlich und genau das war der Plan!
Sie spürte Schmerzen in der Umgebung des Kommandoraums. Als sie hinsah, begann sich bereits eine Stelle an der Tür zu verfärben. Es blieben nur noch wenige Sekunden, dann würde es zu spät sein.
Mit aller Kraft, die ihr verblieb, öffnete Thesara den Hangar. Millimeter für Millimeter schoben sich die großen Tore auseinander. Für sie fühlte es sich an, als zwinge sie sich, den fest zusammengekniffenen Mund in einer Flüssigkeit zu öffnen, von der sie wusste, dass sie sich an ihr vergiften wird.
Ein ohrenbetäubender Warnton schrillte durch die Flure und das gesamte Schiff. Aus den Überwachungskameras, die für Thesara jetzt wie unzählige Augen wirkten, zwischen denen sie im Kopf hin und her schaltete, sah sie die erschrockenen Gesichter der Angreifer auf dem Flur. In Sekundenbruchteilen breitete sich in ihren Mienen erst Panik und dann Grauen aus. Für Flucht oder irgendeine Gegenwehr war es jetzt zu spät.
Ein gewaltiger Sog bildete sich in allen Räumlichkeiten, die eine Öffnung zum Hangar besaßen. Sämtliche Türen zwischen der Lande- und Abflughalle und dem Flur vor dem Kommandoraum hatten sie zerstört. Alles, was in diesem Bereich nicht fest installiert war, wurde mitgerissen. Die Angreifer wurden wie Puppen durch den Gang geschleudert, den Weg zurück, den sie gekommen waren.
Aber im Gegensatz zu leblosem Spielzeug spritzten Blut und Gewebe, wenn die Körper, gezerrt durch die gewaltigen Kräfte, an eine Wand oder einen Gegenstand anschlugen. Sicher hätte man grauenvolle Schreie gehört, wenn es noch eine Atmosphäre auf der Ebene gegeben hätte. So konnte Thesara die Vorgänge außerhalb der Brücke nur wie einen stummen Horrorfilm verfolgen.
Ein ängstlicher Blick wanderte zur Tür. Das beschädigte Bauteil hatte sich zwar verformt, aber gehalten. Die Kommandantin schaltete sich durch alle Kameras, die die Flure des Decks überwachten. Nirgends rührte sich etwas. Sie spürte den Sensoren nach. Die Instrumente zeigten kein Leben auf dem Schiff außerhalb des Kommandoraums und auch dort gab es nur ein einziges Signal, ihr eigenes.
Den Bruchteil einer Sekunde wollte sich Entspannung einstellen, dann brach sich die Erkenntnis den Weg in ihr Bewusstsein. Übergangslos löste sie sich von der Schiffssteuerung, indem ihr Geist in ihren physikalischen Körper zurückkehrte, und stürzte zu Kamahru. Das selige Lächeln stand noch immer in seinem Gesicht, aber seine gebrochenen Augen starrten ins Leere.
Thesara fiel auf die Knie, nahm seine Hand und ließ ihren Tränen freien Lauf. Ihr ungebremstes Schluchzen schien in ihren Ohren widerzuhallen. Noch nie in ihrer gesamten Laufbahn als Raumfahrerin hatte sie sich auf einem Schiff so gehen lassen.
Aber es spielte keine Rolle mehr. Sie war allein auf diesem seelenlosen Gefährt, das jetzt seit mehr als zwei Jahren ihre unfreiwillige Heimat und bis vor wenigen Monaten auch die ihrer Mannschaft gewesen war.
Ihr kam es wie eine Ewigkeit vor, bis sie sich so weit beruhigt hatte, dass sie
