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Bestien: Eine Erzählung aus der Weltraumabenteuer-Serie ›Lucy‹
Bestien: Eine Erzählung aus der Weltraumabenteuer-Serie ›Lucy‹
Bestien: Eine Erzählung aus der Weltraumabenteuer-Serie ›Lucy‹
eBook132 Seiten1 Stunde

Bestien: Eine Erzählung aus der Weltraumabenteuer-Serie ›Lucy‹

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Über dieses E-Book

Auf einem der Planeten, die das Imperium über Jahrzehnte für eine Erstbesiedelung vorbereitet, steht eine verlassene Forschungsstation. Eine scheinbar einfache Gelegenheit für Lucy und ihre Rebellenfreunde, die Vorräte an Lebensmitteln, medizinischem Gerät und sogar Waffen aufzufüllen. Als Lucy und drei weitere Besatzungsmitglieder in die Station eindringen, stellen sie fest, dass alles auf einen überstürzten Aufbruch der Mannschaft hindeutet. Ein dunkles Geheimnis scheint die Forschungseinrichtung zu umgeben. Als eine der Rebellinnen spurlos verschwindet, eskaliert die Situation.

›Bestien‹ ist eine abgeschlossene Geschichte, die im Rahmen der Serie ›Lucy‹ spielt. Zeitlich ist die Handlung in den zwei Jahren angesiedelt, die zwischen den Geschehnissen des vierten und fünften Bandes liegen und in Letzterem nur angedeutet werden.

SpracheDeutsch
HerausgeberFred Kruse
Erscheinungsdatum8. Sept. 2017
ISBN9781370058600
Bestien: Eine Erzählung aus der Weltraumabenteuer-Serie ›Lucy‹
Autor

Fred Kruse

Fred Kruse lebt in Norddeutschland und hat vier erwachsene Kinder. Er ist promovierter Physiker und arbeitete jahrelang im IT-Management. Er veröffentlichte bisher die siebenbändige SF- und Jugendbuchserie ›Lucy‹, den zweibändigen Fantasy-Roman ›Adromenda‹ sowie die Cyberthriller ›Final Shutdown‹ und ›2048‹.

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    Buchvorschau

    Bestien - Fred Kruse

    1

    Die Schirme schienen einen kurzen Moment zu flackern, bevor sie ein vollkommen anderes Bild zeigten. Das Raumschiff, die ›Taube‹ war gesprungen.

    ›Raumsprung‹ nannte man den Vorgang, der ein Schiff von einem Ort zu einem anderen transferierte, ohne dass der Raum im physikalischen Sinne Punkt für Punkt durchquert wurde. Lucy wusste nur, dass man dafür die Welleneigenschaften der Materie ausnutzte. Was das im Einzelnen bedeutete, erschloss sich ihr allerdings nicht. Es war ihr auch egal, darum sollten sich die Wissenschaftler und Techniker kümmern. Wichtig fand sie nur, dass die Technik funktionierte und sie heil und ohne Zeitverlust an ihr Ziel brachte.

    Lucy war die Kommandantin des Raumschiffs. Sie stammte von der Erde. Das hätte sie zumindest bei einer entsprechenden Frage spontan geantwortet. Tatsächlich redete man unter raumfahrenden Völkern von ›Terra‹, wenn es um ihren Heimatplaneten ging. Warum der Name des Planeten ausgerechnet in lateinischer Sprache genutzt wurde, wusste Lucy auch nicht. Sie nahm an, dass es mit der Technik der allgegenwärtigen Übersetzungsroutinen zusammenhing. Sie übertrugen nicht nur sämtliche bekannten Sprachen ineinander, sondern waren sogar lernfähig und damit in der Lage selbst unbekannte Dialekte zu übersetzen. Das Ganze fand irgendwo im Kopf zwischen Gehörgang und Gehirn statt, sodass man noch nicht einmal wahrnahm, dass die gegenüberstehende Person in einer fremden Sprache redete.

    Dass ein Terraner, also ein Mensch von der Erde, in einem Raumschiff die halbe Galaxie durchquerte, war alles andere als gewöhnlich. Der Planet befand sich noch immer im tiefsten Metallzeitalter, eine gesellschaftliche Entwicklungsstufe, die der größere Teil der menschenähnlichen Völker in der Galaxie bereits hinter sich gelassen hatte. Diese Spezies hatten mittlerweile das Biologiezeitalter erreicht.

    Selbst Lucy, die jetzt seit fast zwei Jahren auf außerirdischen Raumschiffen lebte, fiel es noch immer schwer, sich daran zu gewöhnen, dass Maschinen in diesem Zeitalter nicht mehr aus Stahl, Kunststoff und anderer toter Materie hergestellt wurden. Unter Maschinen verstanden ihre außerirdischen Freunde gewachsene, biologische Formen. Im Gegensatz zu Tieren oder Pflanzen waren sie aber vollkommen auf die Bedürfnisse von Menschen zugeschnitten und damit auch nicht in der Lage, ein eigenständiges Leben zu führen. Sie konnten sich nur sehr bedingt mit den für sie lebensnotwendigen Stoffen versorgen und sich natürlich nicht selbstständig reproduzieren.

    Fast alle diese biologischen Maschinen bezeichnete man als Roboter, da sie ein zentrales Nervensystem besaßen und damit ihre Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen konnten. Auch das Raumschiff, in dem Lucy auf dem Kommandantensessel saß, war so ein biologischer Roboter.

    Das eine junge terranische Frau oder besser noch ein Mädchen – Lucy war noch keine achtzehn Jahre alt – so ein Raumschiff flog, war einzigartig im bekannten Teil der Galaxie. Sie hätte normalerweise nicht die Voraussetzungen besessen, überhaupt so ein Schiff zu bedienen. Noch weniger wäre es einer irdischen Jugendlichen möglich, zu einer der besten Pilotinnen aufzusteigen.

    Eine andere Spezies hatte aber in die Hirne und Nervensysteme von Lucy und drei weiteren terranischen Freunden soweit eingegriffen, dass sie um die notwendigen Fähigkeiten erweitert wurden. Wahrscheinlich wäre Lucy über diese Tatsache wesentlich beunruhigter gewesen, hätte sie gewusst, wie sehr sich ihre außerirdischen Freunde wegen dieser persönlichkeitsverändernden Manipulationen sorgten. Gegen solche Maßnahmen gab es nicht nur in jeder höher entwickelten Zivilisation Verbote, sie wurden auch im gesamten bekannten Teil der Galaxie aufs Schärfste geächtet.

    Ihre genialen Flugkünste musste Lucy allerdings in diesem Moment nicht unter Beweis stellen. Das Schiff flog mit atemberaubender Geschwindigkeit aber ohne weitere Vorkommnisse in Richtung Doragons, des dritten Planeten des Sternensystems.

    »Varenia, gibt es irgendwelche Kommunikation im System?«, fragte sie ihre Kommunikationsoffizierin.

    »Nein, nichts, hier ist alles ruhig.« Das Mädchen schenkte ihr ein bezauberndes Lächeln.

    »Und die Station?«

    Varenia schüttelte den Kopf. Einmal mehr wurde Lucy bewusst, wie außergewöhnlich hübsch dieses Besatzungsmitglied selbst im Verhältnis zu ihren außerirdischen Freunden war.

    Wenn man nicht gerade von einem der wenigen, sich noch im Metallzeitalter befindenden Planeten des Imperiums stammte, war man nicht auf dem Weg auf die Welt gekommen, den man auf der Erde ›natürlich‹ nennt. Von Lars, Lucys irdischen Freund, abgesehen, hatte man alle sich auf dem Schiff aufhaltenden Jugendlichen künstlich gezeugt und von speziellen Geburtsrobotern ausgetragen lassen.

    Natürlich stellte man in den Kulturen des Biologiezeitalters die Gene der Nachkommenschaft nach den Vorstellungen der Gesellschaft zusammen. Jeder Embryo besaß eine optimierte Genkonstellation. Daher war es auch nicht erstaunlich, dass jeder durchschnittliche Einwohner des Imperiums für irdische Verhältnisse sehr attraktiv aussah.

    Dennoch schaffte es Varenia, selbst dieses Schönheitsideal hinter sich zu lassen. Lucy konnte nicht mit Sicherheit sagen, woran es lag, dass sie dieses Mädchen für das hübscheste hielt, das sie jemals gesehen hatte. Vielleicht erzeugte einfach ihr vorbehaltloses strahlendes Lächeln genau diesen Eindruck.

    Lucy setzte gerade ebenfalls lächelnd zu einer freundlichen Antwort an, als sie durch eine derbe Unterbrechung daran erinnert wurde, dass sich ihre kleine Mannschaft nicht gerade aus durchschnittlichen Mitgliedern zusammensetzte.

    »Ich traue dem Braten nicht. Hier stimmt etwas nicht. Hoffentlich ist das keine Falle!«, knurrte Gurian.

    Dieser Junge gehörte ebenfalls zu den Imperianern, wie man alle Spezies nannte, die irdischen Menschen ähnelten. Er stammte genau wie Varenia von einem der weit entwickeltesten Planeten, die man kannte. Auch er besaß optimierte Gene und hätte ein hübsches, eher zartes Gesicht besitzen sollen. Leider störte den Anblick eine tiefe, wulstige Narbe, die sich vom rechten Ohr bis zum Mundwinkel zog.

    Solche Verletzungen stellten in der hoch technisierten Gesellschaft normalerweise kein Problem dar und ließen sich in wenigen Stunden rückstandslos entfernen, aber der Junge weigerte sich, diesen Eingriff vornehmen zu lassen. Überhaupt zählte Gurian nicht gerade zu den einfachen Zeitgenossen. Er war extrem misstrauisch, sprach selten und dann nur in Brumm- und Knurrlauten.

    »Ja, wir sollten wirklich vorsichtig sein. Die Sache stinkt zum Himmel«, gab Lucy ihm in diesem Fall allerdings recht.

    »Gibt es irgendwelche Hinweise, warum die Station verlassen worden ist?«, fragte sie Shyringa.

    Mit diesem Mädchen befand sich ein ganz besonderes Mannschaftsmitglied an Bord. Sie gehörte der Spezies der Aranaer an, die sich einen grausamen Vernichtungskrieg mit dem Imperium leisteten. Außer auf den Schiffen der Rebellen gab es keine Orte, an denen man Aranaer und Imperianer zusammen antraf.

    ›Rebellen‹ wurden die jugendlichen Außenseiter genannt, die versuchten, den großen Vernichtungskrieg zwischen den beiden verfeindeten Spezies zu beenden. Sie waren heimatlos und lebten ausschließlich auf den Schiffen, die sie für ihre Zwecke ›organisiert‹ hatten.

    Auch in diesem Fall ging es darum, Waffen sowie medizinische Ausrüstung und Forschungsgerätschaften zu beschaffen.

    »Ich habe sämtliche Daten durchkämmt, die ich bekommen konnte, aber es gibt keinen konkreten Hinweis, warum die Station verlassen wurde«, erklärte Shyringa. Dass ihre Stimme monoton und emotionslos klang, lag daran, dass Aranaer keine Gefühle kannten. Bei dem Mädchen lag die Sache noch komplizierter, das spielte aber in diesem Moment keine Rolle.

    »Ich sage doch, das ist eine Falle«, bekräftigte Gurian noch einmal seine Meinung. »Warum sollten die Militärs eine Station auf einem Planeten verlassen, der höchstens noch eine Generation braucht, bis er besiedelt werden kann?«

    »Ja und warum brechen die völlig überstürzt auf und lassen ihre gesamte Ausrüstung zurück?«, ergänzte Lars den Gedankengang.

    Er stammte ebenfalls von Terra und war unter den gleichen Umständen wie Lucy zu den Rebellen gestoßen. Häufig tat er sich mit den Unterschieden zwischen den verschiedenen Kulturen noch schwerer als Lucy. So bedachte ihn auch diesmal Varenia mit einem mitleidigen Lächeln.

    »Das wird immer so gemacht. Der Aufwand, eine Station zu räumen, ist viel zu groß. Da lässt man lieber alles so stehen, wie es ist.«

    Auf den Planeten, deren Einwohner sich im Biologiezeitalter befanden, spielten materielle Dinge kaum noch eine Rolle. Die Erzeugung und Entsorgung von Gegenständen wie Maschinen unterlag einem biologischen Kreislauf, wie man

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