Aus Sehnsucht krank geworden: Sophienlust 319 – Familienroman
Von Bettina Clausen
()
Über dieses E-Book
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.
Als Andreas Wels in Frankfurt aus dem Flugzeug stieg, hatte er das Gefühl, nur ein paar Wochen nicht da gewesen zu sein. Dabei waren es zwei Jahre gewesen. Zwei Jahre, die er in Südamerika auf einer Forschungsreise verbracht hatte. Zwei Jahre Urwald. Inzwischen war in Deutschland sein Bruder gestorben. »Taxi!« Andreas winkte dem ersten Wagen. »Kommt das alles mit?«, fragte der Fahrer mit einem Blick auf zwei große Koffer und eine Reisetasche. Andreas Wels nickte. »Alles. Ich komme von einer Überseereise und habe mein ganzes Gepäck bei mir.« Der Taxichauffeur lud die Koffer in den Kofferraum und stellte die Reisetasche auf den Rücksitz. »Wohin soll es denn gehen?« Andreas nannte die Adresse seiner Schwägerin. Diana Wels war ja nun Witwe. Nicht einmal dem Begräbnis meines Bruders konnte ich beiwohnen, dachte Andreas bekümmert. »Das ist ziemlich weit draußen«, stellte der Chauffeur fest. »Eine Stunde sind wir bestimmt unterwegs.«
Andere Titel in Aus Sehnsucht krank geworden Reihe ( 30 )
Wo ist mein Elternhaus?: Sophienlust 100 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Mami kommt ins Haus: Sophienlust 103 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFür Mutti tue ich alles: Sophienlust 108 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnser Sonnenschein: Sophienlust 63 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnne weiß sich zu helfen: Sophienlust 125 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKleines Herz in Gefahr: Sophienlust 119 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Kind des Grafen: Sophienlust 68 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNirgends bin ich zu Hause: Sophienlust 122 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Sommer mit Hannibal: Sophienlust 104 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVon allen geliebt: Sophienlust 114 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWann kann ich wieder lachen?: Sophienlust 109 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie richtige Mutter für Effi: Sophienlust 119 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPrinzessin Rubinchen: Sophienlust 101 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas soll aus uns werden?: Sophienlust 111 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer vertauschte Sohn: Sophienlust 102 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMit Vati wäre unser Glück erst richtig vollkommen: Sophienlust 113 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Junge aus dem Waisenhaus: Sophienlust 124 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch gebe mein Brüderchen nicht her: Sophienlust 118 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer kennt dieses Kind?: Sophienlust 159 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMutterherz in Not!: Sophienlust 105 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu bist nicht allein, mein Sohn: Sophienlust 126 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOhne Vater geht es nicht: Sophienlust 127 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVom Vater ausgenutzt: Sophienlust 164 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwei Schlingel brauchen Liebe: Sophienlust 106 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOliver findet einen Freund fürs Leben: Sophienlust 110 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEltern unbekannt: Sophienlust 115 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNinas kleine Welt ist wieder heil: Sophienlust 107 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVati, ich warte so auf dich: Sophienlust 131 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEndlich die richtige neue Mutti!: Sophienlust 112 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUwe darf kein Heimweh haben: Sophienlust 153 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Mehr von Bettina Clausen lesen
Ähnlich wie Aus Sehnsucht krank geworden
Titel in dieser Serie (100)
Wo ist mein Elternhaus?: Sophienlust 100 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Mami kommt ins Haus: Sophienlust 103 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFür Mutti tue ich alles: Sophienlust 108 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnser Sonnenschein: Sophienlust 63 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnne weiß sich zu helfen: Sophienlust 125 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKleines Herz in Gefahr: Sophienlust 119 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Kind des Grafen: Sophienlust 68 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNirgends bin ich zu Hause: Sophienlust 122 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Sommer mit Hannibal: Sophienlust 104 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVon allen geliebt: Sophienlust 114 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWann kann ich wieder lachen?: Sophienlust 109 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie richtige Mutter für Effi: Sophienlust 119 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPrinzessin Rubinchen: Sophienlust 101 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas soll aus uns werden?: Sophienlust 111 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer vertauschte Sohn: Sophienlust 102 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMit Vati wäre unser Glück erst richtig vollkommen: Sophienlust 113 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Junge aus dem Waisenhaus: Sophienlust 124 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch gebe mein Brüderchen nicht her: Sophienlust 118 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer kennt dieses Kind?: Sophienlust 159 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMutterherz in Not!: Sophienlust 105 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu bist nicht allein, mein Sohn: Sophienlust 126 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOhne Vater geht es nicht: Sophienlust 127 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVom Vater ausgenutzt: Sophienlust 164 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwei Schlingel brauchen Liebe: Sophienlust 106 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOliver findet einen Freund fürs Leben: Sophienlust 110 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEltern unbekannt: Sophienlust 115 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNinas kleine Welt ist wieder heil: Sophienlust 107 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVati, ich warte so auf dich: Sophienlust 131 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEndlich die richtige neue Mutti!: Sophienlust 112 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUwe darf kein Heimweh haben: Sophienlust 153 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnliche E-Books
Ungewöhnliche Heimkehr: Sophienlust 205 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHochzeitsglocken in Sophienlust: Sophienlust Extra 1 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kinder der Taxifahrerin: Sophienlust 121 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Kind von Schloss Erlenberg: Fürstenkinder 75 – Adelsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEndlich die richtige neue Mutti!: Sophienlust 112 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnfrieden im Elternhaus: Sophienlust 450 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZart wie Mutters Hände: Sophienlust Extra 28 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRot ist schön Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebe wohl, kleiner Jannis!: Mami 1768 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kinder der Taxifahrerin: Sophienlust Bestseller 194 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMutterglück auf Raten: Sophienlust Extra 69 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu bist nicht allein, mein Sohn: Sophienlust 126 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu sollst Mutterliebe nicht vermissen: Sophienlust Extra 200 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie geborgte Braut: Der Bergpfarrer 369 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNur Liebe macht Kinder glücklich: Sophienlust 473 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebe wohl, kleiner Jannis!: Mami Classic 69 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn die Fichte fällt: Krimi aus Unterhaching Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIn Gedanken bin ich bei dir: Sophienlust (ab 351) 401 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Kind aus erster Ehe: Sophienlust - Die nächste Generation 5 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Zufall brachte es ans Licht: Der Arzt vom Tegernsee 35 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNicht mehr verstoßen …: Mami Classic 1 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu bist nicht allein, mein Sohn: Sophienlust Bestseller 189 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWann kommt das Glück auch zu mir?: Sabrina - Band 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn ich tot bin, werd' ich Diamant Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEr darf nicht nach Hause: Sophienlust 277 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBlumen für meine Mami: Sophienlust (ab 351) 393 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFerdi zieht das große Los: Sophienlust Bestseller 187 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZuviel verlangt: Sophienlust Bestseller 179 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSie brauchen so viel Liebe: Sophienlust Extra 165 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKalt wie das Mondlicht Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Zeitgenössische Romantik für Sie
Vom Milliardär gekauft Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Mr. Wrong (Küsse nicht den Falschen) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPopstar Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Weiße Nächte: Aus den Memoiren eines Träumers (Ein empfindsamer Roman) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlphas Versuchung: Bad-Boy-Alphas-Serie, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine gefährliche Frau: Ein Milliardär Liebesromane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie verbotene Babysitterin: Ein Milliardär - Liebesroman: Nachtclub-Sünden, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMafia Daddy: Vom Silberlöffel zur Silberschnalle: Unterwelt von Las Vegas, #2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebesheirat nur zum Schein? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Der verbotene Vertrag des Alphas: Eine Werwolf-Romanze voller Macht und Verlangen: Buch der Rebellen, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeheimnisse der Sehnsucht: Milliardär Liebesromane: Die Assistentin des Milliardärs, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEgotistical Puckboy Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWohin das Schicksal führt: Sophienlust - Die nächste Generation 67 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKüssen nach Rezept: Kurzroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin besonderes Praktikum Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein zärtlicher Verführer: Die Rinucci Brüder 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefährliches Vorspiel: Black Light Roulette: Chicago Bratwa, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZum ersten Mal im Leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStrand im Herz: Romantische Komödie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Rettung des Dr. Marian: Das Vermächtnis der Marians, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFalscher Bräutigam - wahre Liebe? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Regenbogen: Milliardär Liebesromane: Gefährliche Gewässer, #4 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHitzkopf Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Ein Milliardär für Cinderella? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Romana Gold Band 53 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLoving the Boss: Milliardär Liebesroman: Fokus, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSei mein: Milliardär Liebesromane: Unwiderstehliche Brüder, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJulia Ärzte zum Verlieben Band 54 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Aus Sehnsucht krank geworden
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Aus Sehnsucht krank geworden - Bettina Clausen
Sophienlust
– 319 –
Aus Sehnsucht krank geworden
Warum Uschi so unglücklich war
Bettina Clausen
Als Andreas Wels in Frankfurt aus dem Flugzeug stieg, hatte er das Gefühl, nur ein paar Wochen nicht da gewesen zu sein. Dabei waren es zwei Jahre gewesen. Zwei Jahre, die er in Südamerika auf einer Forschungsreise verbracht hatte. Zwei Jahre Urwald. Inzwischen war in Deutschland sein Bruder gestorben.
»Taxi!« Andreas winkte dem ersten Wagen.
»Kommt das alles mit?«, fragte der Fahrer mit einem Blick auf zwei große Koffer und eine Reisetasche.
Andreas Wels nickte. »Alles. Ich komme von einer Überseereise und habe mein ganzes Gepäck bei mir.«
Der Taxichauffeur lud die Koffer in den Kofferraum und stellte die Reisetasche auf den Rücksitz. »Wohin soll es denn gehen?«
Andreas nannte die Adresse seiner Schwägerin. Diana Wels war ja nun Witwe. Nicht einmal dem Begräbnis meines Bruders konnte ich beiwohnen, dachte Andreas bekümmert.
»Das ist ziemlich weit draußen«, stellte der Chauffeur fest. »Eine Stunde sind wir bestimmt unterwegs.«
»Wahrscheinlich sogar noch ein bisschen länger«, sagte Andreas und dachte wieder an seine Schwägerin. Und an seine Nichte Uschi. Die Kleine musste jetzt vier Jahre alt sein. Als er sie zum letzten Mal gesehen hatte, war sie zwei gewesen, ein süßes Mädchen mit goldblonden Locken und braunen Augen.
Für den Rest der Fahrt dachte Andreas an seinen Bruder Bernd. Bernd hatte schon als Junge einen Herzfehler gehabt. Immer wieder hatte der Arzt ihn vor Überanstrengungen gewarnt. Bernd hatte gewusst, er würde nicht alt werden.
Sie erreichten die Einfahrt des kleinen Ortes. Der Fahrer suchte Andreas’ Blick im Rückspiegel.
»Biegen Sie bei der dritten Querstraße rechts ab«, sagte Andreas. »Dann immer geradeaus, bis die Straße aufhört. Das Haus steht am Waldrand.«
Es war kein Haus, sondern eine Villa, der auch ein Nichtfachmann ansah, dass sie ein Vermögen gekostet haben musste. Der Taxichauffeur riss vor Staunen die Augen auf. »Das ist ja ein Palast.«
Andreas musste lächeln. Erst jetzt dachte er daran, dass es richtiger gewesen wäre, seine Schwägerin anzurufen. Er hatte Diana nur von Rio
de Janeiro aus ein Telegramm geschickt, dass er auf dem Weg nach Hause sei.
Der Fahrer hatte die Koffer schon zur Haustür gebracht. Andreas bezahlte ihn, dann drückte er auf den Klingelknopf.
Im Haus blieb alles ruhig. Schon wollte Andreas den Taxifahrer bitten, dazubleiben, für den Fall, dass überhaupt niemand zu Hause war, da hörte er Stimmen und atmete erleichtert auf.
»Da steht ein Mann«, rief eine helle Kinderstimme.
Andreas spähte durch die schmiedeeisernen Stäbe der Gartentür. Er sah einen dunkelblonden Lockenkopf und große braune Augen. Das war Uschi. Sie kannte ihn nicht mehr. Natürlich nicht.
Neugierig kam die Kleine jetzt zur Gartentür. »Besuchst du uns?«
»Ja.«
»Dann lasse ich dich herein.« Sie drückte auf einen verborgenen Knopf, der einen Summton erzeugte. Die Tür ließ sich öffnen. »Tante Lena kommt gleich.«
»Wer ist Tante Lena?«, fragte Andreas.
»Na, eben Tante Lena«, wiederholte Uschi und schaute ihn verständnislos an. Wie konnte er fragen, wer Tante Lena war?
Andreas ging in die Hocke und war nun genauso groß wie Uschi. »Kannst du dich nicht mehr an mich erinnern?«
Ein Kopfschütteln. »Nein. Wer bist du?«
»Dein Onkel Andreas.« Er wollte Uschi in die Arme nehmen, doch sie wich einen Schritt zurück.
»Ein richtiger Onkel?« Nachdenklich steckte sie einen Finger in den Mund.
»Dein richtiger Onkel«, bestätigte Andreas.
»Herr Wels!« Auf der Schwelle stand Lena, Hausdame, Kindermädchen und Köchin in einer Person und seit mindestens zehn Jahren im Dienst der Familie. Herzlich schüttelte sie Andreas die Hand. »Ich habe Ihr Telegramm bekommen.«
»Ist meine Schwägerin nicht da?«, fragte er.
»Nein. Frau Wels ist in Spanien. Sie filmt dort. Schon seit zwei Monaten.«
Andreas schaute Uschi an, deren neugieriger Blick zwischen ihm und der Haushälterin hin und her ging. Uschi zog ihren Finger aus dem Mund und fragte: »Bleibst du da, Onkel Andreas?«
»Selbstverständlich bleibt er da«, sagte Lena Schmidt, bevor Andreas antworten konnte. Sie wollte nach seinen Koffern greifen, doch die trug Andreas selbst ins Haus.
Uschi hüpfte aufgeregt hinter ihm her. Endlich war jemand da, mit dem sie spielen konnte. Noch dazu ein richtiger Onkel.
Die Gästezimmer – es waren vier – befanden sich in einem Seitenflügel im ersten Stock. Lena öffnete die Fenster und stieß die Läden auf. »Hier haben Sie ein Wohnzimmer, daneben das Bad und anschließend ein Schlafzimmer.«
Andreas schaute sich in dem Zimmer um, das er von früher kannte. »Es ist neu eingerichtet, nicht wahr?«
»Ja. Das hat Ihr Herr Bruder noch gemacht.« Ein Schatten fiel über das Gesicht der Haushälterin. Schweigend ging sie zur Tür. »Ich gehe jetzt erst einmal in die Küche. Sie haben sicher Hunger!«
Allein geblieben trat Andreas zum Fenster. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Bernd tot war. Sein Bruder hatte immer einen so vitalen Eindruck gemacht, trotz seines Herzleidens.
Wie oft hatten sie zusammen auf der Terrasse gesessen. Andreas schaute hinunter. Es standen immer noch die gleichen Korbmöbel auf der Terrasse. Das ganze Haus steckte voller Erinnerungen. Wie hielt Diana das bloß aus?
Diana … An der Wand hing ein Bild von ihr, das sie in einer Filmszene zeigte. Sie war in den letzten Jahren eine berühmte Schauspielerin geworden. Eine gute Mimin war sie auch früher schon gewesen, aber warum ließ sie ihr Kind allein? Noch dazu für so lange Zeit? Das verstand Andreas nicht.
Andreas betrachtete noch immer Dianas Bild, als sich Uschi ins Zimmer schob. Abwartend blieb sie neben der Tür stehen. »Das ist meine Mutti.«
Andreas lächelte. »Ich weiß!«
Uschi kam näher. »Bleibst du lange da?«
»Nicht so sehr lange.«
»Schade!« Sie überlegte und schob dazu zwei Finger in den Mund. Nach ein paar Minuten riskierte sie die Frage, die ihr am meisten am Herzen lag. »Hast du mir etwas mitgebracht?«
Andreas musste lachen.
Das verstand Uschi nicht. Wenn er ein richtiger Onkel war, musste er doch etwas mitgebracht haben. Alle Onkeln und Tanten machten das.
»Natürlich habe ich dir etwas mitgebracht.« Andreas nahm ein Päckchen aus seinem Koffer und gab es Uschi.
Aufgeregt griff die Kleine danach. »Ist das aber groß! Was ist darin?«
»Mach es auf!«
Uschi setzte sich auf den Teppich und begann das Päckchen auszuwickeln. »Eine Puppe!« Ihre Augen leuchteten. Die Zelluloidpuppe hatte echtes schwarzes Haar und trug ein langes Kleid mit vielen Rüschen. »Ist die aber schön! Woher hast du sie, Onkel Andreas?«
»Aus Mexiko. Dort tragen die Tänzerinnen solche Kleider.«
»Ist es dann eine Tänzerin?«
Andreas nickte. »Es ist eine spanische Flamenco-Tänzerin.«
Uschi nahm die Puppe bei den Armen und tanzte mit ihr durchs Zimmer. Gerührt verfolgte Andreas die Szene.
Beim Mittagessen erkundigte er sich nach Diana. »Wie lange bleibt sie noch in Spanien?«
Lena Schmidt zuckte mit den Schultern. »Bis der Film abgedreht ist, nehme ich an. Das wird wahrscheinlich noch ein paar Monate dauern.« Sie wollte noch etwas sagen, schwieg dann aber. Andreas musste ja nicht gleich alle unangenehmen Nachrichten auf einmal erfahren.
Uschi legte den Suppenlöffel aus der Hand. »Kannst du nicht für immer bei uns bleiben, Onkel Andreas?«
»Das geht leider nicht. Aber ich werde wahrscheinlich in der Nähe wohnen, und dann besuche ich euch regelmäßig.«
»Na gut!« Uschi aß weiter. »Soll ich dir nachher den Garten zeigen?«
»O ja. Das ist eine gute Idee.« Zärtlich betrachtete Andreas seine Nichte.
