Commissaire Marquanteur und der Spezialauftrag: Frankreich Krimi
Von Peter Haberl und Chris Heller
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Commissaire Marquanteur und der Spezialauftrag: Frankreich Krimi
Krimi von Peter Haberl & Chris Heller
Die Commissaires Marquanteur und Leroc aus Marseille haben Jean Renard schon lange in Verdacht, dass er mit gestohlenen Gemälden handelt. Doch bis jetzt konnten sie dem Gauner, der seinem Namen alle Ehre macht, nichts nachweisen.
Aber als Hervé Hinault, ein V-Mann, mitten in der Nacht bei Commissaire Pierre Marquanteur anruft und ihm von einer neuen Lieferung berichtet, macht dieser sich sofort auf den Weg zur Bildergalerie von Jean Renard, in der Hoffnung, den Gauner endlich mit einer Ladung gestohlener Gemälde zu erwischen.
Jedoch wird er wieder enttäuscht, denn Hervé war etwas zu unvorsichtig bei seiner Beschattung, die ihm ein paar deftige Schläge und somit einen Krankenhausaufenthalt einbringt.
Trotz des Fehlschlags geben die beiden Commissaires Marquanteur und Leroc nicht auf. Bei ihren Recherchen kommen sie dem Verbrecher immer näher. So nahe, dass Renard es für nötig erachtet, mögliche Mitwisser und Beweise verschwinden zu lassen.
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Commissaire Marquanteur und der Spezialauftrag - Peter Haberl
Commissaire Marquanteur und der Spezialauftrag: Frankreich Krimi
Krimi von Peter Haberl & Chris Heller
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Die Commissaires Marquanteur und Leroc aus Marseille haben Jean Renard schon lange in Verdacht, dass er mit gestohlenen Gemälden handelt. Doch bis jetzt konnten sie dem Gauner, der seinem Namen alle Ehre macht, nichts nachweisen.
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Alles rund um Belletristik!
1
Der Marseiller Hafen hatte schon immer eine düstere Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Als ich an diesem kühlen, nebligen Herbstmorgen mit meinem Kollegen François Leroc die Szenerie betrat, spürte ich, wie sich eine schwere Vorahnung in meinem Magen zusammenzog. Wir standen am Kai B, wo die FoPoCri bereits Absperrbänder gespannt hatte und ein Dutzend Polizisten und Forensiker die Gegend absicherten.
»Pierre, glaubst du wirklich, dass es derselbe Täter ist?«, fragte François, als er sich eine Zigarette anzündete. Der Rauch kräuselte sich gegen den grauen Himmel und verschwand fast sofort, als der Wind vom Meer herüberwehte.
Ich hatte keine genaue Antwort für ihn, aber mein Instinkt sagte mir, dass wir es mit demselben Mörder zu tun hatten, der vor Jahren Marseille in Angst und Schrecken versetzt hatte. Drei junge Frauen waren damals brutal ermordet worden, und jedes Mal hatte der Täter ihnen ein seltsames Symbol auf den Körper tätowiert. Und jetzt, Jahre später, hatten wir dasselbe Muster wiedergefunden.
»Es fühlt sich so an, ja. Der Modus Operandi und die Tätowierung stimmen überein«, antwortete ich schließlich, und zusammen näherten wir uns der Leiche, die am Ufer des Hafenbeckens aus dem Wasser gezogen worden war.
Die Frau war jung, vielleicht Mitte zwanzig, mit dunklem Haar, das nun triefend nass an ihrem blassen Gesicht klebte. Die Forensiker hatten ihr bereits eine blaue Plane übergelegt, um die Details ihrer Verletzungen zu schützen. Aber das Tattoo, ein kompliziertes, symbolisches Muster, das an einen alten, heidnischen Runenstein erinnerte, war deutlich auf der bleichen Haut ihres Unterarms zu erkennen.
»Schönen guten Morgen, die Herren«, begrüßte uns Dr. Heike Pêcheur, die leitende Gerichtsmedizinerin, die die Tote erstmals am Tatort untersuchte.
»Guten Morgen, Doktor Pêcheur«, erwiderten François und ich fast gleichzeitig.
»Ich habe die Leiche so gut es geht untersucht. Todesursache ist vermutlich Strangulation, aber ich werde mehr sagen können, nachdem ich sie in der Pathologie untersucht habe«, erklärte sie und warf mir einen vielsagenden Blick zu. »Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es wieder mit demselben Täter zu tun haben. Das Tattoo ist identisch und wurde nach dem Tod gestochen.«
François warf mir einen überraschten Blick zu. »Das bedeutet, er hat die Frauen nicht nur getötet, sondern sich auch die Zeit genommen, sie nachträglich zu tätowieren. Warum diese lange Pause? Was hat er in der Zwischenzeit getan?«
Ich seufzte und blickte über das strömende Wasser. Die Frage beschäftigte auch mich. Warum sollte ein Mörder nach Jahren der Stille plötzlich wieder zuschlagen? War es Zufall oder Absicht?
»Vielleicht war er im Gefängnis. Oder er hat sich in einer anderen Stadt verlustiert«, meinte François, und ich spürte die Unruhe in seiner Stimme.
»Vielleicht. Aber wir werden das bald herausfinden«, antwortete ich fest entschlossen. »Zuerst bringen wir die Leiche zur Pathologie und sehen, ob uns dort mehr Hinweise erwarten. Danach sollten wir die alten Fallakten wieder durchgehen.«
Plötzlich tönte das Klingeln eines Handys durch die stickige, feuchte Luft. Es war François’ Telefon. Schnell zog er es aus der Tasche und meldete sich. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich abrupt.
»Es ist Monsieur Marteau», sagte er, als er auflegte. »Er will uns sofort im Büro sehen.«
Ich nickte und spürte, wie eine neue Welle der Anspannung meine Glieder durchzog. Monsieur Jean-Claude Marteau, Commissaire général de police war nicht der Mann, der ohne triftigen Grund nach uns verlangte. In solchen Momenten wusste man immer, dass ein harter Tag bevorstand.
Wir verabschiedeten uns von Dr. Pêcheur und machten uns auf den Weg zurück zur Wache. Die Straßen Marseilles waren so vertraut, aber jetzt wirkten sie irgendwie bedrohlicher. Ich konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass dieser Fall uns mehr abverlangen würde als jeder andere zuvor.
Als wir das Präsidium betraten, rannten Beamte in alle Richtungen, und der Lärmpegel war ohrenbetäubend. Oben angekommen stießen wir die Tür zu Monsieur Marteaus Büro auf. Er saß hinter seinem Schreibtisch und wühlte in einem Stapel Akten.
»Marquanteur, Leroc, gut, dass Sie da sind«, begrüßte uns Monsieur Marteau und deutete auf die beiden Stühle vor seinem Schreibtisch. »Setzen Sie sich. Wir haben einiges zu besprechen.«
Ich sah François an, der nur knapp nickte, und gemeinsam begannen wir, die Puzzleteile eines tödlichen Rätsels zusammenzusetzen. Ein Rätsel, das uns keine Ruhe lassen würde, solange wir keine Antworten fanden.
Monsieur Marteau lehnte sich zurück und legte die Finger wie zu einem Zelt aneinander. Sein Blick war durchdringend, als er uns musterte. »Die aktuelle Leiche ist nicht Ihr einziges Problem. Es gibt da einige Entwicklungen, die Sie wissen sollten.«
François und ich sahen uns kurz an, etwas angespannt. »Welche genau?«, fragte ich und lehnte mich vor.
»Es gab einen anonymen Hinweis. Jemand hat angerufen und behauptet, Informationen über die früheren Morde zu haben. Die Stimme war verzerrt, also konnten wir die Identität des Anrufers nicht feststellen.«
»Worüber hat die Person gesprochen?«, hakte François nach.
»Über die Tätowierungen. Der Anrufer sagte, dass die Symbole eine tiefere Bedeutung haben und zu einem uralten Ritual gehören, das aus der nordischen Mythologie stammt. Es klang äußerst detailliert und genau, als ob die Person wirklich etwas darüber wüsste.«
Ein uraltes Ritual? Plötzlich machte das Tattoo viel mehr Sinn. Es war nicht nur ein wirres Gekritzel, es war durchdacht, es hatte eine Bedeutung. Aber diese Erkenntnis brachte neue Fragen mit sich: Wer würde ein solches Ritual kennen und es als Mordmotiv nutzen?
»Haben wir irgendeine Spur, die zu dieser Person führt?«, fragte ich, die Gedanken überschlagend.
Monsieur Marteau schüttelte den Kopf. »Leider nicht. Doch der Anrufer hat angedeutet, dass es ein bestimmtes Buch gibt, das diese Rituale genau beschreibt. Es ist in einer speziellen Bibliothek zu finden, die sich mit okkulten und esoterischen Themen befasst. François, Sie haben die Nationale Bibliothek kontaktiert, richtig?«
»Ja, das stimmt«, bestätigte François, »aber sie konnten mir bisher nicht sagen, ob sie das besagte Buch haben. Wir sollten vielleicht selber hinfahren.«
»Das ist genau, was ich vorschlage«, sagte Monsieur Marteau. »Sehen Sie sich dort um und bringen Sie mir jede nützliche Information. Finden Sie heraus, ob es irgendjemanden gibt, der Zugriff auf solche spezialisierte Literatur hatte.«
Wir standen auf, um das Büro zu verlassen, doch Monsieur Marteau hielt uns noch einmal zurück. »Und passen Sie auf sich auf. Wenn unser Täter nach all den Jahren wieder aktiv wird, müssen wir besonders vorsichtig sein.«
Draußen auf dem Flur eilten François und ich in Richtung Ausgang. »Die Nationale, also«, sagte François und schaute auf seine Uhr. »Dort waren wir schon länger nicht mehr.«
»Ja«, antwortete ich, »aber es ist ein guter Anfangspunkt.« Meine Gedanken rasten. Ein anonymes Ritual, nordische Mythologie, ein seltsames Buch – das alles klang mehr nach einer Kulisse für einen Roman als nach einem Mordfall, den wir aufklären mussten. Doch die Realität hatte uns gelehrt, dass die Wahrheit oft seltsamer ist als jede Fiktion.
Die Nationale Bibliothek war nur eine kurze Fahrt entfernt. Als wir ankamen, empfing uns ein massives, gotisches Gebäude mit schweren Eichenholztüren. Es war einer dieser Orte, an denen die Zeit stillzustehen schien. Drinnen umfing uns der Duft von altem Papier und Holzpolitur, die hohen Regale waren bis unter die Decke mit Büchern gefüllt.
Eine ältere Dame mit einer dicken Brille und weißem Haar, die zu einem strengen Knoten zusammengebunden war, saß hinter einem Empfangstresen. Sie maß uns mit einem forschenden Blick, als wir uns ihr näherten.
»Guten Tag, Messieurs. Wie kann ich Ihnen helfen?«, fragte sie mit einer Stimme, die klang wie das Knarren alter Dielen.
»Guten Tag«, begann ich, »wir suchen nach Informationen zu einem speziellen Buch, das angeblich Rituale und Symbolik aus der nordischen Mythologie enthält. Etwas, das mit okkultem Wissen in Verbindung steht.«
Die Dame, die sich als Madame Lindemann vorstellte, zog die Augenbrauen hoch. »Esoterische und okkulte Literatur? Das ist eine sehr spezielle Anfrage. Folgen Sie mir bitte.«
Wir gingen ihr hinterher durch verwinkelte Gänge und Treppen hinab in das Kellergewölbe der Bibliothek. Dort unten herrschte eine beinahe sakrale Stille. Es war kühl, und die Luft war schwer von dem Geruch jahrhundertealter Schriften.
Madame Lindemann zog ein verstaubtes Buch aus einem der Regale. »Dieses Buch könnte Ihnen weiterhelfen«, sagte sie und reichte es mir. Der Titel war in goldenen Lettern eingeprägt: »Nordische Riten und ihre Mystik«.
François und ich tauschten einen Blick aus. »Können wir das Buch hier einsehen?«, fragte François.
»Natürlich«, antwortete Madame Lindemann, »aber bitte behandeln Sie es mit größter Vorsicht. Es ist eines unserer ältesten und wertvollsten Exemplare.«
Wir setzten uns an einen nahegelegenen Tisch und begannen, durch die vergilbten Seiten zu blättern. Schnell fanden wir eine detaillierte Abbildung des Symbols, das auf den Körpern der Opfer tätowiert war. Es war kein Zufall. Jedes Detail wirkte durchdacht, als ob es eine tiefere Bedeutung hätte.
»Sollen wir das mitnehmen zur Analyse?«, fragte François. Doch bevor ich antworten konnte, fiel mir eine kleine Randnotiz ins Auge, die in alter Handschrift verfasst war. »Schau dir das an«, sagte ich und deutete darauf.
Es war ein alter Name, und obwohl die Tinte verblichen war, war er deutlich lesbar: »Jeannot Squiban.« Darunter die Adresse eines Antiquariats im Stadtteil Blancardes.
»Das könnte unser nächster Anhaltspunkt sein«, sagte François. »Lass uns keine Zeit verlieren.«
Mit dem Wissen um das Buch und die Adresse in der Tasche verließen wir die Bibliothek. Die Spur war heiß, und Marseilles düstere Geheimnisse warteten darauf, enthüllt zu werden.
2
Die Fahrt nach Blancardes verlief in angespannter Stille. François und ich waren tief in Gedanken über das, was wir in der Bibliothek entdeckt hatten. Jeannot Squiban – der Name sagte mir zunächst nichts, aber in einer Stadt wie Marseille, die von Geschichte durchtränkt war, konnte in jedem Winkel eine Bedeutung zugrunde liegen.
Das Antiquariat lag in einer ruhigen Seitenstraße, eingeklemmt zwischen einem feinen Café und einer Boutique. Die Schaufenster waren voller alter Bücher, Landkarten und antiquierter Gegenstände, die den Laden fast wie ein verzaubertes Museum erscheinen ließen. Über der Tür hing ein kleines, messingfarbenes Schild: »Antiquariat Squiban«.
François schob die Tür auf, und sogleich ertönte das sanfte Klingeln eines Messingglöckchens. Drinnen empfing uns der wohlige Geruch von Holz und vergilbtem Papier. Regale mit Büchern bis unter die Decke säumten den Raum, dazwischen standen alte Globen und antike Möbelstücke.
»Guten Tag«, begrüßte uns eine tiefe Stimme. Ein älterer Mann mit dichtem, weißen Haar und einer Brille, die ihm fast von der Nasenspitze rutschte, trat aus einem Hinterzimmer hervor. »Ich bin Jeannot Squiban. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?«
»Guten Tag, Monsieur Squiban«, begann ich und nahm meinen Dienstausweis zur Hand. »Ich bin Commissaire Marquanteur von der FoPoCri Marseille, das ist mein Kollege Commissaire Leroc. Wir haben ein paar Fragen zu einem Buch, das eventuell in Ihrer Sammlung ist. Ein Buch über nordische Riten und deren Mystik.«
Squiban musterte uns neugierig und ohne eine Miene zu verziehen. »Natürlich, kommen Sie doch mit nach hinten. Ich glaube, ich weiß, welches Buch Sie meinen.«
Wir folgten ihm durch die enge Passage des Ladens in ein Hinterzimmer, das noch voller mit Büchern war als der vordere Bereich. Es war ein Ort, an dem man die Zeit vergessen konnte, verloren in den Seiten längst vergessener Geschichten. Squiban zog ein altes, ledergebundenes Buch aus einem der Regale. Es sah aus wie das Buch in der Bibliothek.
»Dieses Buch«, sagte Squiban und legte es behutsam auf den Tisch, »gehört zu einer seltenen Sammlung von Schriften über heidnische Riten und Traditionen. Es wurde vor vielen Jahren von einem Gelehrten namens Guillaume Auriol verfasst. Was genau möchten Sie wissen?«
François und ich tauschten einen Blick. Es war der Moment, in dem jede Information zählen würde.
»Es geht um eine Serie von Morden«, setzte François an. »Die Opfer wurden mit einem bestimmten Symbol tätowiert, das anscheinend in diesem Buch beschrieben ist. Wir möchten mehr über die Bedeutung dieses Symbols erfahren und warum jemand es für diese Taten verwenden würde.«
Squiban nickte langsam, als ob er sich an etwas erinnerte. »Ja, ich verstehe. Das Symbol gehört zu einem alten Ritual, das angeblich Macht und Schutz bieten sollte. Es wurde verwendet, um eine Verbindung zu den alten Göttern herzustellen und böse Geister abzuwehren. Aber in Ihrem Fall«, fügte er nachdenklich hinzu, »klingt es mehr nach einer grotesken Verzerrung dieses alten Glaubens.«
»Kennen Sie jemanden, der einen besonderen Zugang oder eine tiefere Kenntnis dieser Rituale hatte?«, fragte ich. »Jemanden, der dieses Wissen nutzen könnte, um solche Taten zu vollbringen?«
Squiban überlegte kurz. »Vor vielen Jahren hatte ich einen Bekannten – einen leidenschaftlichen Sammler und Okkultisten namens Alexandre Michaux. Er war ein außergewöhnlich belesener Mann und besessen von alten Ritualen und Symbolen. Tatsächlich war er es, der mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat. Aber ich habe seit Jahren nichts mehr von ihm gehört.«
»Haben Sie irgendeine Möglichkeit, Kontakt zu ihm aufzunehmen oder wissen Sie, wo er sich aufhalten könnte?«, fragte François.
Squiban zuckte mit den Schultern. »Ich habe keine Adresse, aber er pflegte oft im alten Viertel von La Pomme zu verkehren, in einem kleinen, unscheinbaren Antiquitätenladen, der von einem alten Freund geführt wird. Vielleicht können Sie dort mehr erfahren.«
Wir bedankten uns bei Squiban und machten uns auf den Weg. Der Regen hatte inzwischen eingesetzt, als wir den Laden verließen. Das Klappern der Tropfen auf dem Asphalt und die düsteren Wolken über den Dächern Marseilles spiegelten die Schwere der Situation wider.
»La Pomme also«, sagte François, als wir ins Auto stiegen. »Dieser Michaux könnte unser nächster Anhaltspunkt sein.«
»Wir müssen jede Spur verfolgen«, erwiderte ich, während ich den Zündschlüssel umdrehte. »Wenn er wirklich so viel über diese Rituale weiß, könnte er uns näher an den Täter bringen.«
Mit dem Ziel im Kopf fuhren wir durch die belebten Straßen Marseilles Richtung La Pomme. Der Regen verwischte die Lichter der Stadt, und die Dunkelheit schien allgegenwärtig. Es war, als ob Marseille selbst die düsteren Geheimnisse, die wir zu ergründen suchten, in seinen nassen, grauen Armen hielt.
Das Viertel La Pomme war lebendig und bunt, selbst im Regen. Zwischen den alten Gebäuden und modernen Cafés fanden wir den Antiquitätenladen, den Squiban erwähnt hatte. Ein unscheinbares Schild über der Tür verkündete lediglich »Wunderkammer«.
Drinnen war es warm und einladend. Der Verkäufer, ein Mann mittleren Alters mit einer verspielten Mütze und einem Ohr für Geschichten, begrüßte uns freundlich. »Guten Tag, Messieurs. Wie kann ich Ihnen helfen?«
»Guten Tag«, begann ich und zeigte wieder unseren Dienstausweis. »Commissaire Marquanteur und Commissaire Leroc. Wir suchen nach Informationen über einen Mann namens Alexandre Michaux. Wissen Sie, wie wir ihn erreichen können?«
Der Verkäufer, dessen Weste voller kleiner Risse und Flicken war, lächelte wissend. »Alexandre Michaux? Ja, ich kenne ihn. Ein faszinierender Mann mit einer Leidenschaft für das Mystische. Er lebt zurückgezogen, aber ich kann Ihnen die Adresse seines letzten Wohnsitzes geben. Er wohnt in einer kleinen Wohnung nicht weit von hier.«
Er schrieb uns die Adresse auf ein altes Stück Pergament und reichte es mir. »Seien Sie jedoch vorsichtig«, warnte er. »Monsieur Michaux ist ein Mann mit vielen Geheimnissen.«
»Vielen Dank«, sagte ich und steckte das Pergament ein. François und ich verließen den Laden und machten uns auf den Weg zu Michaux’ Wohnung. Der Regen hatte nachgelassen, doch die Spannung in der Luft war greifbar.
Als wir schließlich vor der Tür des alten, viktorianischen Hauses standen, in dem Michaux angeblich wohnte, war es, als hätte Marseille den Atem angehalten. Wir tauschten einen letzten entschlossenen Blick aus und klingelten.
Die Tür öffnete sich langsam, und wir traten ein in die Welt eines Mannes, der tief in den Geheimnissen verwurzelt war, die wir zu enthüllen suchten. Was auch immer uns hier erwartete, wir wussten, dass unser Fall auf dem Spiel stand – und vielleicht noch viel mehr.
3
Die metallene Tür öffnete sich mit einem leisen Knarren, und wir betraten einen langen, schmalen Flur, der mit verblassten Tapeten und alten Fotografien geschmückt war. Ein schwacher Duft von Räucherkerzen und altem Papier lag in der Luft. Am Ende des Flurs stand ein Mann – groß, hager, mit tief eingesunkenen Wangen und wachem, durchdringendem Blick. Alexandre Michaux.
»Messieurs Commissaires«, sagte er und nickte uns zu. »Ich habe Sie erwartet.«
Diese Worte lösten eine sofortige Wachsamkeit in mir aus. »Sie haben uns erwartet?«
Michaux lächelte leicht. »In meiner Welt gibt es keine Zufälle. Kommen Sie bitte herein.«
Wir folgten ihm in ein gedämpft beleuchtetes Wohnzimmer, das eher einem Kuriositätenkabinett glich. Überall standen stapelweise Bücher, alte Pergamente und bizarre Artefakte, die aus fernen Ländern und vergangenen Zeiten zu stammen schienen. An den Wänden hingen alte Karten und komplizierte Diagramme, die in keiner Weise wie tatsächliche Orte oder Sternenkonstellationen aussahen.
»Sie haben Fragen über das Buch und die Bedeutung der Tätowierungen«, sagte Michaux, während er uns Platz auf abgenutzten Ledersesseln anbot. »Ich habe das alte Wissen vor langer Zeit entdeckt, und es hat mich nicht mehr losgelassen.«
»Was genau wissen Sie über diese Rituale?«, begann ich, das Pergament mit der Adresse fest in der Hand gehalten.
Michaux blickte nachdenklich in die Flammen des kleinen Kamins, der den Raum leicht wärmte. »Die Symbole sind keine einfachen Dekorationen. Sie stammen aus der nordischen Mythologie und wurden einst von Völkern verwendet, die an uralte Götter und magische Kräfte glaubten. Sie sind Zeichen der Macht, der Verbindung und – in den falschen Händen – der Verderbnis.«
»Warum sollte jemand diese Symbole nutzen, um Morde zu begehen?«, fragte François mit scharfer Stimme.
»Die Verwendung dieser Symbole für solche Taten ist eine Perversion ihres ursprünglichen Zwecks«, erklärte Michaux
