Commissaire Marquanteur und die roten Krallen des Todes: Frankreich Krimi
Von Peter Haberl und Chris Heller
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Commissaire Marquanteur und die roten Krallen des Todes: Frankreich Krimi
von Martin Barkawitz & Chris Heller
Ein pensionierter Commissaire wird ermordet, was besonders Pierre Marquanteur erschüttert. Als er von der sonderbaren Tatwaffe erfährt und merkwürdige Notizen des Ermordeten findet, glaubt er zunächst, dass sich jemand rächen will, den der Commissaire während seiner Dienstzeit ins Gefängnis gebracht hatte. Doch es folgt ein Fehlschlag nach dem anderen. Werden die beiden Marseiller Kommissare Marquanteur und Leroc den wahren Täter ausfindig machen können und ihn überführen?
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Commissaire Marquanteur und die roten Krallen des Todes - Peter Haberl
Commissaire Marquanteur und die roten Krallen des Todes: Frankreich Krimi
von Martin Barkawitz & Chris Heller
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Ein pensionierter Commissaire wird ermordet, was besonders Pierre Marquanteur erschüttert. Als er von der sonderbaren Tatwaffe erfährt und merkwürdige Notizen des Ermordeten findet, glaubt er zunächst, dass sich jemand rächen will, den der Commissaire während seiner Dienstzeit ins Gefängnis gebracht hatte. Doch es folgt ein Fehlschlag nach dem anderen. Werden die beiden Marseiller Kommissare Marquanteur und Leroc den wahren Täter ausfindig machen können und ihn überführen?
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Im Schatten der Brücken
Es war ein nebliger Donnerstagmorgen in Marseille, als ich, Commissaire Pierre Marquanteur, das Büro betrat. Der Geruch von kaltem Kaffee und nassen Akten umhüllte mich wie ein alter, abgewetztener Mantel. François, mein Kollege und unbeirrbarer Freund, saß an seinem Schreibtisch und starrte auf den Bildschirm, als ob er dort die Lösung eines Rätsels entdecken würde.
»Schönen guten Morgen, Pierre!«, rief er, ohne den Blick von den Zeilen abzuwenden. Seine Stimme war heiter, aber ich wusste, dass die Leichtigkeit trügerisch war.
»Was gibt’s, François? Hast du die Aliens hierher gebracht, oder warum so angestrengt?« Ich schob meinen Hut von der Stirn und ließ mich mit einem Kichern in meinen Stuhl fallen.
Er drehte sich um und grinste. »Wenn die Aliens uns helfen, den Fall zu lösen, würde ich sie sofort anrufen. Aber nein, es ist nur das übliche Durcheinander.« Er zeigte auf einen Stapel Akten, die wie ein kleiner Gebirgszug auf seinem Tisch lagen. »Ich kann kaum zwischen den Mordfällen und dem täglichen Wahnsinn unterscheiden.«
»Was haben wir heute?« fragte ich und kramte nach einer Tasse Kaffee, die zu meinem Glück noch halbvoll war.
»Ein Leichenfund in Pointe-Rouge am Strand. Ein Betrunkener, der auf dem Weg nach Hause einen Umweg über den Strand genommen hat.« François sah auf den Bildschirm. »Wir haben nur wenige Infos, aber das übliche Spiel geht los: niemand hat etwas gesehen, und die, die was gesehen haben, sind zu betrunken, um sich zu erinnern.«
»Ich schätze, wir werden bald ein paar mehr Zeugen brauchen«, murmelte ich, während ich einen Schluck aus der Kaffeetasse nahm. »Hast du schon jemanden nach Pointe-Rouge geschickt?«
»Die Kollegen sind unterwegs. Ich dachte, wir könnten auch gleich mitfahren. Wir sollten uns selbst ein Bild machen, bevor wir die ganzen Formalitäten durchlaufen«, meinte François und stand auf. »Pack deine Sachen, wir machen uns auf den Weg.«
*
Der Fahrstuhl war ein schmuddeliger Ort, der nach alten Zigaretten und klarem Verstand roch. Als wir im Erdgeschoss ankamen, entpuppte sich das Wetter als ebenso grauenhaft wie unser Büroumfeld. Der Nieselregen fiel stetig, als wir in mein Auto stiegen. François war immer noch in Gedanken, als ich den Motor startete.
»Hast du daran gedacht, mal einen Blick auf die Nachbarschaft zu werfen? Gute alte Nachbarschaftsüberwachung und so?«, fragte ich, während ich durch den Verkehr in Pointe-Rouge kurvte.
»Klar, ich habe ein paar Nachbarn befragt, aber die meinten nur, dass der Ermordete ein ziemlich zurückgezogener Typ war. Arbeitete in einem Verlag und war oft viel zu besoffen in der Kneipe am Eck. Kannte ein paar Gesichter, aber niemanden, der etwas über seinen Tod wüsste«, erwiderte François.
Als wir auf dem Parkplatz anhielten, erblickte ich die Einsatzkräfte der FoPoCri sowie die umstehenden Schaulustigen. Ein hektisches Durcheinander, aber genau das, was wir brauchten, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen.
»Na, kommen wir gleich zur Sache«, bemerkte ich, während wir ausstiegen und uns in die kühle, nasse Luft begaben. »Hast du die Kriminaltechniker gesehen?«
»Ja, die sind da drüben bei dem Zelt«, sagte François und deutete mit dem Kopf. »Lass uns fragen, ob schon etwas dabei herausgekommen ist.«
Wir gingen zum Zelt, wo ein Techniker mit Handschuhen und einer Maske über dem Gesicht an der Leiche arbeitete. Als er uns sah, meldete er sich gleich zu Wort: »Die Leiche ist circa achtundvierzig Stunden alt. Keine Anzeichen von Kampf, sieht aus, als ob er einfach erdrosselt wurde. Hier sind ein paar Beweise, die wir sichergestellt haben, ein paar Zigarettenstummel und ein paar Flaschen. Wir haben auch eine Scherbe von einem Glas gefunden. Keine Zeugen bislang – alles, was wir haben, sind ein paar Fußspuren.«
»Das ist ein Anfang«, murmelte ich und warf einen Blick über die Leiche. »Hast du die Vermisstenanzeigen überprüft? Vielleicht gibt es ja eine Verbindung.«
»Wird gemacht, Pierre. Ich mache ein paar Anrufe, während du die Nachbarn befragst.« François war schon wieder in seinem Element.
»Klingt nach einem Plan«, sagte ich und machte mich auf den Weg zu einer kleinen Ansammlung von Menschen, die um den Tatort standen.
Ich wandte mich an die Gruppe Zeugen: »Entschuldigen Sie die Störung, ich bin Commissaire Marquanteur von der FoPoCri. Könnten Sie mir bitte sagen, ob jemand von Ihnen etwas Verdächtiges gesehen hat? Vielleicht am Abend vor dem Mord?«
Ein älterer Herr mit einer dicken Brille und einem struppigen Bart trat vor. »Ich habe nichts gesehen, aber ich habe gehört, wie die beiden immer gestritten haben. Der Mann war oft in dieser Bar. Wenn er betrunken war, konnte er wirklich laut werden. Manchmal dachte ich, er würde jemandem an die Gurgel gehen.«
»Gab es jemanden, der ihm vielleicht nachgestellt hat?« fragte ich weiter.
»Nein, ich weiß nicht ... aber manchmal sah er sich um, als wäre er auf der Hut«, murmelte der Alte.
Das schien eine Spur zu sein. Ich nickte und bedankte mich. Als ich mich umwandte, bemerkte ich François, der bereits wieder ein paar Notizen machte. Ich wusste, dass wir hier am Anfang von etwas Großem standen.
»Lass uns zurück ins Büro kommen, da sind gerade Berichte schicken«, rief François und winkte mir zu. Das war unsere Welt – ein ständiger Wettlauf gegen die Zeit, und wie immer waren wir bereit, die wahren Geschichten hinter den Schicksalen zu ergründen.
Hinweise und Verdächtige
Als wir zurück im Büro waren, brummte der Computer schon in der Ecke, während François und ich uns einen Stapel Akten schnappten. Das Naturgeräusch einer stressigen Umgebung – Telefone läuteten, Türen knallten und die Gespräche unserer Kollegen – umhüllte uns, als wir uns an unsere Schreibtische setzten.
»Wir müssen die aktuellen Vermisstenanzeigen durchgehen. Vielleicht gibt es eine Verbindung zum Opfer«, schlug ich vor und schaltete meinen Laptop ein.
François nickte eifrig und suchte in seinem Browser nach den neuesten Meldungen. »Hier, schau mal. Vor zwei Wochen wurde ein Typ vermisst gemeldet, der die gleiche Kneipe besucht hat. Sein Name ist Thomas Petit, und er hatte anscheinend einige Probleme mit dem Gesetz. Der hat anscheinend auch Schulden.«
»Klingt nach einem möglichen Motiv«, murmelte ich und öffnete die Akte. »Er ist seit dem letzten Freitag vermisst – dem Abend, an dem wir die Leiche gefunden haben.«
»Lass uns sehen, was wir über ihn finden können. Vielleicht hat er dem Opfer etwas angetan?« François war schon dabei, die nächste Akte umzublättern.
»Ich versuche, noch ein paar Nachbarn zu befragen, die abends dort waren. Vielleicht hat einer von ihnen etwas von diesem Thomas gesehen. Wir melden uns bei der Familie und helfen bei der Berichterstattung. In der Zwischenzeit frag ich mal bei der Bar nach, wer an dem Abend dort war.«
Während ich über das Telefon die Kontaktdaten von Petits Familie einholen wollte, ging François ins Büro der Kriminaltechniker, um Informationen über die Scherbe und die Zigarettenstummel zu bekommen.
Nach einer Weile konnte ich eine alte Frau erreichen, die von ihrem Sohn informiert worden war, dass Thomas vermisst wurde.
»Ja, er hat mit einem anderen Mann gestritten«, sagte sie mir am Telefon. »Ich habe gehört, dass er mit einem Typen namens Ben in der Bar war. Keine Ahnung, wer das ist, aber mein Sohn war nie der Streitlustige. Es fiel mir auf, dass er die letzten Wochen anders war. Besorgt, vielleicht nervös.«
»Danke, das hilft uns schon viel weiter«, sagte ich und schloss das Gespräch mit einem Stift in der Hand – schnell einige Notizen machend, die ich später noch verwenden wollte.
Am Ende des Tages hatten wir zwar keine greifbaren Beweise, aber wir hatten eine Spur: Ben, ein Schatten aus der Vergangenheit unseres Opfers. Ich entschied, dass wir den Typen sofort suchen mussten. »François, wo bist du?«
»Hier drüben«, rief er aus der Ecke des Raumes. »Ich konnte ein paar der Zigarettenstummel untersuchen lassen. Sie sind ziemlich gewöhnlich, aber das könnte uns zu einer Marke wie Force führen.«
»Force? Das klingt spannend. Sollen wir zur Bar fahren und nachfragen? Vielleicht kennt der Barkeeper Ben. Es ist Zeit, ein paar Fragen zu stellen«, sagte ich und stand auf.
Wir fuhren zur Bar Vieux Chêne, einem blauen Gebäude mit einem alten Schild, das uns schon bei der Ankunft ins Gesicht fiel. Die muffige Luft des Lokals umschloss uns sofort, als wir eintraten. Ein paar Stammkunden saßen an der Bar und schauten uns neugierig an.
»Ich nehme an, ihr seid nicht hier, um ein Bier zu trinken?«, fragte der Barkeeper mit einem verschmitzten Lächeln, während er ein Glas abtrocknete.
»Wir sind von der FoPoCri. Wir suchen nach einem Mann namens Ben. Er soll oft hier sein«, entgegnete ich und schob meinen Ausweis über die Theke.
»Ben? Ja, ich erinnere mich an ihn. Der hat in letzter Zeit oft mit einem anderen Typen, Thomas, rumgehangen. Guter Kerl, aber irgendwie eingeknickt. Erzählte die letzten Wochen von Aufregungen, immer voll mit einem anderen. Letzte Woche war Ben hier. War ganz aufgeregt«, meinte der Barkeeper und sah nervös um sich.
»Könnte er mit dem Mord zu tun haben?«, fragte ich direkt.
»Ich weiß nicht. Er redete nur von seinen Problemen, von Geld und stressigen Zeiten. Aber ich kann nicht sagen, dass er es war, wenn da was dran ist. Nach ein paar Bier war alles ein bisschen chaotisch bei ihm«, antwortete er.
Kurze Zeit später fragte ich weiter: »Wann war er das letzte Mal hier?«
»Vor ein paar Nächten, denk ich. Er war nicht allein, ein paar
