Vier bewegende Romane September 2022
Von Anna Martach, Alfred Bekker und Sandy Palmer
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Sandy Palmer: Winterserenade
Alfred Bekker: Die Fehde am Bergsee
Anna Martach: Liebesparcours mit Hindernissen
Anna Martach: Michael allein auf der Welt
Der Gestütsbesitzer Martin Holzhauser denkt ernsthaft über den Verkauf seines Gestüts nach, da er langsam zu alt für die Arbeit dort wird. Bald schon hat er auch einen passenden Käufer gefunden. Als Bedingung knüpft er an den Verkauf die Übernahme aller Angestellten, auch der Tierärztin Simone. Doch diese traut dem neuen Besitzer, Dominic Johnson, zunächst nicht, auch wenn der alte Holzhauser sich ganz nebenbei erhofft hatte, dass die beiden sich näherkommen...
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Vier bewegende Romane September 2022 - Anna Martach
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So, genau so hat sich die junge Sängerin Bettina Steinberg den Silvesterabend erträumt: Sie darf mit ihrer heimlichen Liebe, dem Startenor Joachim Carlsen, auf der Bühne stehen! Das Publikum ist von der jungen Sängerin begeistert, und auch Joachim ist stolz, dieses bezaubernde, talentierte Wesen für sich gewonnen zu haben. Aber noch vor Mitternacht, noch bevor ein neues Jahr beginnt, droht Bettinas Glück zu zerplatzen wie die Raketen am nächtlichen Himmel ...
*
„Das Silvesterpublikum ist und bleibt das beste, lachte Joachim Carlsen und umarmte seine schöne Partnerin, während sich der Vorhang senkte. „Und hier in Zürich singe ich den Eisenstein ganz besonders gern.
„Es ist wirklich eine ganz tolle Aufführung!" Bettinas Augen glänzten. Nicht nur, weil auch sie, die noch recht unbekannte Sopranistin, mit so viel Applaus bedacht worden war. In erster Linie machte es sie glücklich, gemeinsam mit Joachim auf der Bühne stehen zu können.
„Du warst erstklassig, lobte sie der bekannte Tenor. „Aber das hab ich ja gleich gewusst. Nicht umsonst hab ich dich Gerhard als Ersatz für die Sandersen empfohlen.
Er lachte selbstgefällig. „Wenn ich auch zugeben muss, dass viel Eigennutz im Spiel war. So hab ich dich doch endlich wieder in meiner Nähe. Und du bist eine ganz bezaubernde Adele, mein Schatz."
„Gute Leistung, Bettina. Kompliment." Der künstlerische Leiter kam auf die beiden zu, die immer noch seitlich auf der Bühne standen, während sich die übrigen Ensemble-Mitglieder in ihre Garderoben zurückgezogen hatten, um ein wenig zu entspannen und sich dann umzuziehen.
„Danke." Die junge Sängerin errötete ein wenig. Vor einer knappen Woche erst war Bettina für die an einer schweren Angina erkrankte Sängerin Janine Sandersen eingesprungen. Ein sehr wagemutiges Unternehmen – aber auch eine riesengroße Chance. Und die verdankte sie Joachim Carlsen!
Seit einem gemeinsamen Engagement in Düsseldorf vor einem knappen halben Jahr waren sie liiert. Leider konnten sie sich nur selten sehen, denn die Verpflichtungen des bekannten Tenors waren umfangreich. Bettina hingegen war froh, wenn sie an kleineren Bühnen ein Engagement bekam. Oder auch mal einen Liederabend mitgestalten durfte.
Und jetzt stand sie als Adele mit Joachim in Zürich auf der Bühne! In der Silvestervorstellung von Johann Strauß’ weltberühmter Operette „Die Fledermaus". Walzermelodien und allseits bekannte Arien rissen das Publikum mit, ließen es auch nach der Pause verschwenderischen Beifall spenden.
Star der Aufführung war jedoch Joachim Carlsen, der berühmte Tenor! Vor allem der weibliche Teil des Publikums jubelte dem gutaussehenden Mann zu – was er sichtlich genoss.
Später dann, nach der Vorstellung, eilten alle in die Kantine, die so festlich wie möglich geschmückt worden war. Hier wollten sie alle feiern und das Neue Jahr begrüßen. Um in eines der vielen Lokale der Stadt zu gehen, reichte die Zeit nicht mehr. Und hier zu feiern, hatte auch Vorteile: Man war unter sich, konnte sicher sein, ungestört zu bleiben.
„Trinke, Liebchen, trinke schnell, trinken macht die Augen hell, summte Joachim, als er mit einem frischen Glas Champagner zu Bettina trat, die gerade an der improvisierten Bar stand und sich mit zwei Kollegen unterhielt. „Auf uns
, raunte er ihr zu und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Harmlos sollte das aussehen, aber einige hatten schon bemerkt, dass der berühmte Sänger mehr als kollegiales Interesse an der jungen Sopranistin hatte.
„Noch vier Minuten!, rief Regina Pettinger, die eine hervorragende Altstimme besaß und den Prinzen Orlofsky gesungen hatte. „Kommt doch mit raus auf die Terrasse, da können wir das Feuerwerk sehen!
Die meisten folgten ihr. Nur Joachim blieb etwas zurück, er hielt Bettina am Arm fest und raunte: „Bin ich froh, wenn wir gleich allein sind! Ich kann es kaum erwarten..."
Ein wenig verlegen sah sie sich um. Nein, niemand hatte etwas gehört.
„Schäfchen! Er lachte zärtlich. „Glaubst du wirklich, die anderen sind ahnungslos?
Und schon umarmte er sie leidenschaftlich, zog sie dann hinaus in die kühle Nacht, wo schon die ersten Rakete in der Luft zerstoben und Kaskaden von bunten Lichterfunken an den Nachthimmel malten.
Bettina schaute sich um. Nein, niemand nahm von ihnen Notiz. Alle waren damit beschäftigt, die Gläser zu füllen und darauf zu warten, endlich das Neue Jahr begrüßen zu können.
„Diese Idylle! Ich bin immer wieder fasziniert von deinem Timing, mein Lieber." Die Frau, die an der Terrassentür stand und jetzt auf Joachim Carlsen zuging, war eine faszinierende, beeindruckende Erscheinung, obwohl sie klein und zierlich war: Schwarzes Haar umrahmte in einem perfekt geschnittenen Pagenkopf ihr schmales Gesicht. Dunkle Augen, geschickt geschminkt, blitzten Joachim an. Der kirschrote Mund war zu einem spöttischen Lächeln verzogen, an dem die Augen jedoch keinen Anteil hatten.
„Vanessa... Der Sänger räusperte sich verlegen. „Was... was machst du denn hier?
„Ich hatte eigentlich vor, mit meinem Mann Silvester zu feiern. Wie du weißt, hab ich in diesem Jahr kein Engagement. Und da liegt es doch nahe, dass ich mit dir zusammen sein will. Nicht wahr?" Lässig schob sie das schwarze Nerzcape ein wenig nach hinten, man konnte ihr eng anliegendes, ebenfalls schwarzes Samtkleid bewundern, das nur am Dekolletee von einer großen Brillantbrosche geschmückt wurde.
Bettina umkrampfte das Sektglas so fest, dass die Fingerknöchel weiß hervortraten und man Angst haben musste, gleich würde das Glas in ihrer Hand zerspringen. So wie die unzähligen Raketen, die jetzt am Himmel zerstoben alles in ein glitzerndes Meer aus roten, blauen und goldenen Sternen tauchte.
Und dann zerplatzten die bunten Sterne, wurden in Sekundenschnelle zu dunklem Nichts.
So, wie gerade Bettinas Liebe zerstob. Aber nicht laut und von fröhlichem Rufen untermalt. Sondern still und leise. Doch unendlich schmerzhaft.
Aus brennenden Augen sah sie abwechselnd Joachim, dann die schöne Fremde an. Die lächelte ihr jetzt spöttisch zu.
„Sie haben keine Ahnung gehabt, Kindchen, nicht wahr? Ein lässiges Schulterzucken begleitete die Worte. „Tja, das ist seine Masche.
Dann wandte sie sich wieder an Joachim. „Stell mich doch bitte vor, mein Lieber. Sie nickte in die Runde. „Wobei ich sicher bin, dass mich einige kennen.
Es schien, als sei mit diesem letzten Satz der Bann gebrochen. Einige ältere Kollegen traten auf das Paar zu und begrüßten die Frau in Schwarz.
„Das ist Vanessa Margolini, raunte eine Chorsängerin Bettina zu. „Sie hat lange in Amerika und Australien gelebt. Ich glaube, in den letzten beiden Jahren war sie in Sydney.
Bettina atmete schwer. Vanessa Margolini... natürlich war ihr der Name ein Begriff. Sie besaß eine wundervolle Mezzosopranstimme, hatte schon an allen bekannten Opernhäusern der Welt gastiert. Dass sie allerdings mit Joachim Carlsen verheiratet war... das schien ein Geheimnis zu sein.
„Vanessa! Darling! Der Dirigent, klein und übergewichtig, segelte auf die Sängerin zu und küsste ihre Hände. „Davon hat Joachim mir gar nichts gesagt! Du weißt zu überraschen!
„Das genau war meine Absicht. Die schöne Frau lächelte, und wieder waren ihre Augen nicht beteiligt. Dennoch sah sie strahlend zu Joachim auf, als sie fortfuhr: „Wir sehen uns so selten. Und ich hatte Sehnsucht nach dir.
Sie hauchte einen Kuss in die Luft.
Bettina konnte es nicht mehr ertragen, mit den beiden auf Tuchfühlung zu stehen. Abrupt drehte sie sich um und stürzte davon. Aus der Kantine, aus dem Operngebäude.
Draußen blieb sie schwer atmend stehen und sah sich nach einem Taxi um. Natürlich war weit und breit kein Wagen zu sehen.
„Hier, Kindchen, dein Mantel. Edda, die alte Garderobiere, brachte ihr den Steppmantel nach draußen und legte ihn Bettina um die Schultern. „Du musst es nicht so schwer nehmen. Joachim ist ein Don Juan. Vanessa weiß das – und sie weiß auch, dass er immer wieder zu ihr zurückkehrt.
„Aber... Ich hatte ja keine Ahnung..."
„Die beiden haben unzählige Verehrer. Da ist es ganz günstig, als Single zu gelten. Die Fangemeinde ist dann größer. Die alte Frau zuckte mit den Schultern. „Na ja, richtig find ich das nicht. Aber wer fragt schon nach meiner Meinung.
Sie umarmte Bettina kurz. „Nimm’s nicht so tragisch. Sieh es als das, was es ist: Eine Affäre, die dir hier viel Erfolg eingebracht hat. Der Carlsen hatte seinen Spaß, du bist auf der Karriereleiter ein Stück höher geklettert durch ihn. So seid ihr quitt."
Das klang pragmatisch. Und vielleicht war es auch die richtige Einstellung. Nur... Bettina konnte so nicht denken. Mit einem knappen. „Danke" drückte sie Edda die Hand, dann rannte sie davon.
Und irrte die halbe Nacht durch Zürich. Verzweifelt. Traurig. Gedemütigt und – zum Glück – auch wütend. Auf sich, weil sie so leichtgläubig gewesen war. Auf Joachim, der mit ihr gespielt hatte.
Und als die Wut größer war als die Traurigkeit, fasste sie einen Entschluss: Sie würde noch heute von hier abreisen. Irgendwohin, wo sie wieder zu sich selbst finden konnte.
Die Bahnhofstraße mit ihren eleganten Geschäften war jetzt ganz still. Nur noch ganz vereinzelt waren Nachtschwärmer zu sehen. Langsam, wie magisch angezogen, ging Bettina auf den Bahnhof zu.
Die Rätische Bahn warb mit großen Plakaten, lud ein zu einer Reise ins Schneeparadies St. Moritz.
„Das ist es! Bettina atmete auf. „Ich fahre zu Iris!
Hier am Bahnhof standen Taxen, mit einer ließ sie sich in ihre Pension fahren, packte hastig die beiden Koffer und kehrte zum Bahnhof zurück, wo sie ein Ticket nach St. Moritz löste.
*
Ein wunderschönes Panorama lenkte Bettina von ihrem Kummer ab. Fasziniert sah sie immer wieder aus dem Zugfenster. Langsam, in zum Teil sehr engen Windungen und über alte Viadukte schraubte sich die Bahn hinauf in die Berge.
Und dann war endlich St. Moritz erreicht.
Der feudale Wintersportort empfing Bettina mit strahlendem Sonnenschein. Jetzt, zu Neujahr, hielten sich besonders viele Prominente hier auf. Der Jetset feierte entweder in einem der Nobelhotels oder in privaten Chalets.
Nun, das sollte sie nicht tangieren. Sie würde versuchen, in einer Pension oder einem einfachen Hotel unterzukommen.
„Ein Zimmer? Der Taxifahrer, älter und mit grauem Vollbart, schüttelte den Kopf. „Das sieht aber verflixt schlecht aus, junge Frau.
„Ich weiß. Aber... es war eine spontane Idee." Zur Not muss mich Iris für einen oder zwei Tage auf ihrer Couch beherbergen, dachte sie. Aber lieber wäre es ihr schon, ein eigenes Zimmer zu finden.
„Na, ich versuch’s mal bei einem alten Spezi." Der Taxifahrer lenkte den Wagen bergan bis zum Ortsende. Einen herrlichen Blick hatte man von hier auf den St.Moritz-See, der jetzt, ebenso wie die Nachbarseen Champfère-See, Silvaplaner-See und Silser See, zugefroren war.
Doch im Tannenhof, einer gemütlichen Pension, waren alle Zimmer belegt. „Und was ist mit dem Alpenblick?", fragte der Taxifahrer.
Sein Freund, ebenso alt und bärtig wie er, zuckte mit den Schultern. „Frag halt den Karsten."
„Ich mach Ihnen so viele Umstände." Bettina wurde in ihrem Sitz immer kleiner.
„Ach was, das geht schon in Ordnung. Der Taxifahrer hatte sich wohl fürs neue Jahr eine gute Tat vorgenommen – und er konnte sie wirklich vollbringen, denn im „Alpenblick
war tatsächlich ein Zimmer frei.
„Heute Morgen ist der Herr abgereist, erklärte das Mädchen an der Rezeption – und verschwieg diskret, dass der Herr Ärger mit seiner viel zu jungen Freundin gehabt hatte, die die Nacht lieber mit einem feschen Skilehrer durchtanzt hatte als sie mit einem zwar reichen, aber feisten und unbeweglichen Mann zu verbringen. „Ich frag nur rasch den Chef, ob ich das Doppelzimmer fortgeben kann. – Ach, Karsten, hör doch bittschön mal...
Sie winkte einen hoch gewachsenen Mann, der eben aus dem Büro kam, zu sich. „Das Doppelzimmer, das eben frei geworden ist... kann die junge Dame es haben?"
Ein eher flüchtiger Blick traf Bettina, dann wurde der Blick intensiver...
„Ja, das geht in Ordnung. Karsten Ahrensburgs verbindliches Lächeln verstärkte sich. „Willkommen bei uns. Darf ich Ihr Gepäck nehmen?
„Danke... ich muss nur noch das Taxi zahlen." Das war schnell und mit einem großzügigen Trinkgeld erledigt. Dann folgte sie dem Mann in den Lift, der sie in die dritte Etage brachte.
Das Zimmer, riesig groß und mit einem verglasten Giebel, der die Aussicht auf die Bergkette freigab, war zwar mit allem Luxus, doch auch ein wenig rustikal eingerichtet.
„Aber das für mich viel zu..." Verlegen brach Bettina ab. Nun, dann würde sie eben nur eine Nacht hier bleiben.
„Das geht schon in Ordnung. Die Herrschaften, die abgereist sind, mussten einen Abstand zahlen. Karsten lächelte. „Richten Sie sich in Ruhe ein – ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt bei uns. Und vor allem: Ein recht gutes und gesundes Neues Jahr!
„Danke. Ihnen auch." Als sie allein war, sank Bettina auf das breite Bett- und brach in Tränen aus. Erst nach einer halben Stunde, die Augen brannten und das Kopfkissen war nass, hatte sie sich so weit gefasst, dass sie ihre Freundin anrufen konnte.
Iris Schaffner hatte gemeinsam mit Bettina eine Gesangsausbildung am Konservatorium in Köln absolviert. Doch rasch hatte sich herausgestellt, dass sie nicht das nötige Talent besaß. Und so war sie ins elterliche Modegeschäft eingestiegen. Seit zwei Jahren leitete sie die Zweigstellen in St. Moritz und Pontresina.
„Ein wunderschönes neues Jahr!" Sie rief es in den Hörer, ohne sich zu melden oder zu warten, wer am anderen Ende der Leitung war.
„Dir auch, obwohl..."
„Hey, Adelchen, hast du schon Zeit, dich zu melden? Das ist lieb von dir. Sag, wie war die Aufführung? Und habt ihr toll gefeiert?"
„Ach ins ..."
„Hey! Endlich merkte Iris, dass etwas mit der Freundin nicht stimmte. „Hast du Kummer?
„Hmm."
„Sag, was ist passiert?"
„Das ... das würde ich dir gern bei einem Kaffee erzählen. Oder bei heißem Kakao mit einem großen Schluck Cognac. Bettina atmete tief durch, dann fuhr sie fort: „Ich bin nämlich in St. Moritz.
„Waas?"
Ob sie es wollte oder nicht – Bettina musste lächeln. Sie konnte sich Iris genau vorstellen. Wie sie die großen braunen Augen weit aufriss und mit ihren dunklen Locken spielte. So, wie sie es immer tat, wenn sie nervös war.
„Ich musste weg aus Zürich. Kann ich zu dir kommen?"
„Klar doch. Warum bist du nicht schon da? Wo steckst du überhaupt?"
„Im Alpenblick."
„Nobel die Dame. Iris lachte. „Dann bleib wo du bist, ich komm zu dir. Bis gleich.
Es dauerte nur anderthalb Stunden, dann hatten die Freundinnen sich ausgiebig umarmt, es waren vier Kakao mit Cognac getrunken – und Iris wusste über alles Bescheid.
„Den Mistkerl musst du einfach vergessen, erklärte sie. „Gut, dass du hergekommen bist. Hier gibt’s Abwechslung in Hülle und Fülle. Gleich morgen gehen wir auf die Piste.
„Aber ich will keinen neuen Mann kennenlernen! Ich muss erst mal verkraften, was Joachim mir angetan hat."
„Trotzdem gehen wir auf die Piste. Du hast doch wohl das Skilaufen nicht verlernt, oder?"
Bettina lachte. „Nein, das wahrhaftig nicht. Wenn wir uns nur auf den Sport konzentrieren – da bin ich dabei."
Karsten Ahrensburg, der die beiden Freundinnen an der Bar diskret beobachtet hatte, lächelte still vor sich hin. Morgen würde auch er mal wieder auf die Bretter steigen. Und ganz „zufällig" den beiden Freundinnen begegnen. Sie war einfach zu reizend, die blonde Bettina mit den traurigen Augen...
*
Das kurze, melodische Klingeln des Handys riss Bettina aus dem Schlaf. Schon wollte sie nach dem kleinen Gerät greifen, als sie innehielt – und die Hand wieder unter der Bettdecke versteckte. Der Anrufer war wahrscheinlich Joachim. Joachim, der eine vage Entschuldigung und eine unglaubwürdige Erklärung für sein Verhalten bereit haben würde.
„Mit mir nicht", murmelte Bettina und ignorierte standhaft den Klingelton.
Endlich gab der Anrufer auf. Doch an Schlaf war nicht mehr zu denken, zumal von unten, von der Straße, Stimmen und übermütiges Lachen zu hören war.
Entschlossen sprang Bettina aus dem Bett, ging auf nackten Füßen zum hohen Fenster und schaute hinaus. Neuschnee hatte es gegeben, dazu strahlte eine helle Wintersonne vom blitzblauen Himmel.
Ein Wintermärchen... ging es der jungen Sängerin durch den Kopf. Von so einem Liebesurlaub im Schnee hatte Joachim oft geschwärmt. „Wenn die Silvesteraufführung vorbei ist, muss ich noch zwei Konzerte in Zürich und eins in Salzburg geben, dann hab ich Urlaub. Und den verbringen wir irgendwo ganz allein im Schnee."
Ha! Jetzt wusste sie, warum er so gern die Einsamkeit mit ihr gesucht hatte! Nicht aus einer romantischen Stimmung heraus, sondern weil er Angst davor gehabt hatte, mit seiner jungen Geliebten entdeckt zu werden.
Joachim, du bist ein Schuft, dachte Bettina, während sie lange und ausgiebig duschte. Ich sollte dir keine Träne nachweinen.
Aber... immer wieder stieg ihr das Nass in die Augen. Auch an diesem Morgen.
Doch zum Glück wartete im Frühstückszimmer schon Iris auf sie. „Na, endlich wach, Langschläferin? Sie begrüßte die Freundin mit einem Kuss auf die Wange, wies dann zu einem kleinen Tisch am Fenster. „Ich hab schon Kaffee geordert. Karsten hat mich zum Frühstück eingeladen.
„Wer ist Karsten?"
Iris lachte. „Der Hotelier natürlich!"
„Du kennst ihn?"
Die Freundin lachte. „Natürlich. Hier kennt jeder Einheimische den anderen."
Bettina ließ sich von einer freundlichen Kellnerin Kaffee bringen und nahm vom reichhaltigen Buffet. Erst als sie sich mit einem Croissant gestärkt hatte, nahm sie das Gespräch wieder auf. „Du bist doch keine Einheimische! Wieso meint er das?" Sie wusste selbst nicht, was sie an dem Gedanken störte, dass sich Iris und dieser Karsten näher standen.
„Hallo! Dafür, dass du gerade deinen Liebeskummer pflegst, interessierst du dich aber schon wieder sehr für fremde Typen."
„Du spinnst." Gelegentlich sah Bettina nach draußen, wo der Schnee in der Sonne glitzerte, als sei er mit Millionen kleiner Brillantsplitter übersät worden.
Iris ersparte sich eine Antwort, doch sie lächelte wissend, als sie sich ein zweites Brötchen nahm und es mit delikatem Bündner Fleisch belegte. Zwischen zwei Bissen fragte sie: „Was meinst du – brauchst du noch mal Unterricht oder können wir so losfahren?"
„Ich hab ja noch nicht mal Skisachen dabei."
„Und wozu hast du eine Freundin mit einem Sportgeschäft? Iris lachte. „Ich bin nicht unvorbereitet hier, mein Schatz. In meinem Wagen liegt eine kleine Kollektion für dich bereit – samt Skiern. Du musst nur noch anprobieren.
Also, das war nicht nur großzügig, sondern es bot auch Ablenkung genug. Und so hatten die beiden Freundinnen erst mal eine halbe Stunde Spaß bei der ganz privaten Modenschau.
Schließlich entschied sich Bettina für einen bordeauxroten Skidress, dessen einziger Schmuck eine kleine Applikation auf dem Rücken war. Der Anzug saß wie angegossen, und die passende Mütze mit Fellbesatz komplettierte das modische Outfit.
Iris hatte einen hellgelben Skianzug dabei, der ihren dunklen Typ unterstrich. Als die beiden am späten Vormittag das Hotel verließen, um mit dem Bus zum Skilift zu fahren, folgte ihnen manch bewundernder Blick.
Auch Karsten Ahrensburg sah ihnen nach – und eilte zu seinem Wagen, als er erkannte, dass die Freundinnen an diesem ersten Tag zum Corvatsch hinauf wollten. Er beeilte sich, ihnen zu folgen. Die Mittelstation konnte er mit ein bisschen Glück noch vor den beiden erreichen, schließlich musste er nicht auf den Skibus warten.
Und so stand er schon auf den Brettern und wartete auf die Freundinnen, als die eine knappe halbe Stunde später aus der Gondel stiegen und sich für die erste Abfahrt fertig machten.
„Wir lassen es langsam angehen, sagte Iris. „Erst mal nur die leichte Abfahrt, ja?
„Klar doch. Es ist schließlich fast ein Jahr her, seit ich auf Skiern gestanden hab."
Aber sie hatte nichts verlernt! Gekonnt nahm Bettina die Abfahrt – und sie machte eine ausgezeichnete Figur. Ihre Augen, gestern noch ein bisschen verhangen, strahlten. „Das hat gut getan! Fahren wir noch mal?"
„Darf ich mich anschließen?" Wie aus dem Boden gewachsen stand Karsten hinter den Freundinnen.
„Hallo, was machst du denn hier? Hast du keine Gäste zu betreuen?" Lachend sah Iris den Mann an.
„Das Wetter war einfach zu verlockend. Und mein Vater kommt sich doch immer überflüssig vor, wenn er nicht hundertprozentig eingespannt ist. Er sah Bettina an. „Sie fahren gut. Kompliment.
„Danke." Sie sah ihn nicht an, konzentrierte sich scheinbar darauf, ihren Skipass in den Kontrollautomaten zu stecken.
Sie fuhren noch zwei Mal die leichte Abfahrt, dann meinte Bettina, dass sie sich ruhig an eine schwierigere Piste vagen könnte.
„Aber erst stärken wir uns. Was haltet ihr von einem Imbiss? Drüben in der Hütte ist es ganz gemütlich."
„Können wir nicht draußen sitzen bleiben? Die Sonne ist herrlich", meinte Bettina.
„Klar. Sei aber vorsichtig, dass du dir keinen Sonnenbrand holst." Natürlich duzten sie sich – wie alle Skikameraden.
„Ich bin gut eingecremt. Nur einen Schal muss ich mir noch besorgen."
„Warum das denn? Reicht dein Rolli nicht?" Fragend sah Karsten die junge Frau an. Die meisten Skiläuferinnen versuchten, so viel Bräune wie möglich zu erhaschen, Bettina aber wollte sich noch einen Schal um den Hals binden.
„Ich darf mich nicht erkälten."
„Sie ist Sängerin, erklärte Iris. „Opernsängerin!
, fügte sie stolz hinzu.
„Alle Achtung! Karsten neigte leicht den Kopf. „Dann musst du schon auf dich aufpassen.
Er zögerte. „Darf ich dir meinen Schal anbieten? Ich brauch ihn nicht." Und schon zog er einen bunt geringelten, sichtlich handgestrickten Schal aus der Jackentasche.
Bettina schaute das etwas seltsame „Unikat an. „Wer hat das denn gestrickt?
„Meine kleine Nichte. Sie hat fast ein Jahr dran gearbeitet. Ich hab den Schal zu Weihnachten bekommen."
Es rührte sie, dass er dieses Monstrum, das nun wirklich keinen Schönheitspreis bekommen würde, wirklich tragen wollte.
„Danke. Ich nehme ihn gern als Leihgabe." Sie wickelte sich den Schal um und zog heimlich den Duft ein, der von ihm ausging: eine leichte Mischung aus Sandelholz und Zitrusfrüchten.
Die Bretter, mit denen die Hütte verschalt war, spendeten angenehme Wärme. Bettina, die lange nicht mehr so viel an der frischen Luft gewesen war und sich dazu noch körperlich verausgabt hatte, spürte, dass sie schläfrig wurde. Ihr Kopf sank ein wenig zur Seite – sie war eingeschlafen.
„Die Arme! Ist völlig erschöpft. Iris grinste Karsten an. „Dann musst du jetzt wohl ganz still sitzen bleiben, damit sie nicht gleich wieder wach wird.
„Kein Problem – wenn du mir noch einen Jagertee bestellst." Er fasste behutsam nach Bettinas Kopf und drehte ihn ein wenig, damit sie bequemer an seiner Schulter ruhen konnte. Und während Iris in die Hütte ging, um einen weiteren heißen Jagertee zu ordern, ging es Karsten durch den Kopf, wie angenehm es war, so zu sitzen. Und dass Bettina dicht neben ihm war – es war perfekt!
Das dachte auch Iris, als sie zurück kam. Man soll den Teufel mit Beelzebub austreiben, ging es ihr durch den Kopf. Sie schmunzelte vor sich hin. Den sichtlich verliebten Karsten durfte sie nun wahrlich nicht als Beelzebuben bezeichnen.
„Hallo! Was macht ihr denn hier?" Eine dunkle Stimme schreckte Bettina auf. Sie blinzelte und setzte sich verlegen gerade.
„Wie immer – der Elefant im Porzellanladen. Iris sah den Mann, der breitbeinig vor ihrem Tisch stand, wütend an. „Kannst du nicht ein bisschen rücksichtsvoller sein?
„Wenn ich störe, kann ich ja wieder gehen."
„Ach was, du störst doch nicht. Komm, setz dich." Karsten wies auf den Platz neben Iris. Die rückte nur widerwillig ein Stück zur Seite.
„Hallo, ich bin Viktor. Ein sympathisches Lächeln, das kleine Fältchen um seine Augen zauberte, glitt über das gebräunte Männergesicht. „Machst du Ferien in St. Moritz?
„Ja. Bettina streckte die Hand aus. „Ich bin eine Freundin von Iris – Bettina Steinberg.
„Die Sängerin! Viktors Lächeln wurde intensiver. „Schön, dich endlich kennenzulernen. Iris hat schon viel von dir erzählt.
Er machte eine kleine Pause. „Sag mal... hast du Silvester nicht in Zürich gesungen? Zusammen mit Joachim Carlsen? Das ist ein wunderbarer Tenor. Ich hab etliche CDs von ihm und will unbedingt..."
„Keinen interessiert das", fiel ihm Iris ins Wort, und sie unterstrich die Bemerkung mit einem diskreten, allerdings ziemlich heftigen Stoß in Viktors Rippen.
„Hey, was soll das?"
„Schon gut",
