Trevellian - Bis ihn der Teufel holte: Action Krimi
Von Cedric Balmore
()
Über dieses E-Book
Der Killer kam näher, leicht geduckt. In den kleinen lauernden Augen die Konzentration des Jägers, aber auch die Mordlust einer Bestie. Er war ein Mann, der keinen Pardon kannte. Töten war für ihn nur ein Job.
»Den Strick«, preßte der Killer durch seine Zähne. »Wo hast du ihn?«
»Ich habe keinen.«
»Eine Wäscheleine tut's auch, mein Junge«, sagte er.
Er hatte eine flache Stimme, und sie hörte sich an, als sei er völlig außer Atem. Aber dieser Eindruck war falsch. Der Killer war völlig gelassen wie immer, wenn einer seiner Aufträge sich dem Höhepunkt näherte und wenn er beweisen mußte, daß er der perfekte Mörder war.
»Was wollen Sie damit?« murmelte Tony Baker.
Seine Kleider klebten ihm durchschwitzt am Körper, und er bemühte sich vergeblich darum, sein konstantes Zittern abzustellen.
»Dich fesseln, Tony«, sagte der Killer. »Was denn sonst?«
Mehr von Cedric Balmore lesen
Kommissar Morry - Schieß, wenn du kannst Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian - nackt in den Tod: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTony Cantrell #6: Du zahlst - ich kille Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKommissar Morry - Achtmal kam der Tod Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian und die Bestie im weißen Kittel: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian und die rechte Hand des Henkers: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian und die Killer von Philadelphia: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTony Cantrell #9: Spezialisten für spurenlose Todesfälle: Cassiopeiapress Thriller Spannung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKommissar Morry - Die Schattenstaffel: Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTony Cantrell #15: Der Mann, der immer wieder schoss: Cassiopeiapress Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKommissar Morry - Der Mann, der zweimal starb Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Flugzeug-Bande: N.Y.D. - New York Detectives Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenN.Y.D. - Mafia-Komplott: New York Detectives Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian, die Lady und das Glitzer-Ding: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSpielball der Dämonen: Unheimlicher Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian - Wer einmal in der Zelle saß: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Mansarden-Komtess: Schicksalsroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian und der Mann mit der Peitsche: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTardelli und die Drogen-Gang: Ein Roberto Tardelli Thriller #13 - Cassiopeiapress Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian - Die nächste Bombe trifft bestimmt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian und die Mord-Doublette: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Trevellian - Bis ihn der Teufel holte
Ähnliche E-Books
Die schwarze Fledermaus 01: Der Anschlag Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrimi Doppelband 196 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen8 mörderisch-leichte Sommerkrimis Juli 2022 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian und der Todesgruß an Mister McKee: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenThriller Quartett 3046 - 4 Krimis in einem Band Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRasante Morde: Fünf Krimis Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrimi Dreierband 3111 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZum 39. Mal vier eiskalte Sommerkrimis Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrimi Quartett Superband 1008 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen11 Hammerharte Strand-Krimis 2023 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn der Postbote zweimal mordet: Zwei Krimis Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian bekommt zweimal Nachricht vom Mörder: Zwei Krimis Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen5 Krimis Sonderband 1002 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Schwarze Fledermaus 47: Der vergessene Mord Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnsichtbare Mission #23: Gangster, Giftgas und Granaten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBount Reiniger - Die Tote ohne Namen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDrei Krimis Spezialband 1072 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIn der Stunde des Todes: Ein rasanter und spannender Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian und das tödliche System: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenThriller Quartett 4106 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrimi Dreierband 3062 - 3 Thriller in einem Band Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwei Krimis: Der Killer und sein Zeuge & Bount Reiniger - Ein Sarg für den Prediger Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTrevellian und der Wettlauf mit dem Tod: Action Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrimi Doppelband 180 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrimi Quintett Sonderband 1009 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrähenkeller. Friesenthriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBount Reiniger geht dreimal auf Killerjagd: N.Y.D. New York Detectives Krimi Paket 3 Romane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrimi Doppelband 200 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie besten 8 Urlaubskrimis im Januar 2022: Krimi Paket Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Schwarze Fledermaus 45: Johnny Hampelmann Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Polizeiverfahren für Sie
Lass sie gehen (Ein Fiona Red FBI-Thriller – Band 1) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie perfekte Frau (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt – Band Eins) Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Das Perfekte Image (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt—Band Sechzehn) Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Die Lüge eines Nachbarn (Ein Chloe Fine Suspense Psycho-Thriller − Buch 2) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Perfekte Lüge (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt – Band Fünf) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Perfekte Fehltritt (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt—Band Achtzehn) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Perfekte Schleier (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt—Band Siebzehn) Bewertung: 2 von 5 Sternen2/5Die Perfekte Verblendung (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt—Band Sechsundzwanzig) Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Der Perfekte Eindruck (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt—Band Dreizehn) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerschwunden (ein Riley Paige Krimi—Band 1) Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Wenn Sie Wüsste (Ein Kate Wise Mystery – Buch 1) Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Die Perfekte Verkleidung (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt – Band Zehn) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Perfekte Lächeln (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt – Band Vier) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Perfekte Haus (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt – Band Drei) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Perfekte Look (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt – Band Sechs) Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Die Perfekte Affäre (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt – Band Sieben) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Perfekte Geliebte (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt—Band Fünfzehn) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Perfekte Nachbarin (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt – Band Neun) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie ohne Gnade sind: Frank Baumann ermittelt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Perfekte Täuschung (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt—Band Vierzehn) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCop Town: Thriller | Standalone der SPIEGEL-Bestsellerautorin Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWartet (Das Making of Riley Paige - Buch 2) Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Der Perfekte Block (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt – Band Zwei) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBeobachtet (Das Making of Riley Paige - Buch 1) Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Das Perfekte Pärchen (Ein spannender Psychothriller mit Jessie Hunt—Band Zwanzig) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNur Mord (Ein Sadie Price FBI-Spannungsthriller – Buch 1) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVermisst (Ein Riley Paige Krimi—Band #16) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Verwandte Kategorien
Rezensionen für Trevellian - Bis ihn der Teufel holte
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Trevellian - Bis ihn der Teufel holte - Cedric Balmore
Copyright
Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von
Alfred Bekker
© Roman by Author / COVER FIRUZ ASKIN
© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.
Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.
Alle Rechte vorbehalten.
www.AlfredBekker.de
postmaster@alfredbekker.de
Folge auf Twitter:
https://twitter.com/BekkerAlfred
Erfahre Neuigkeiten hier:
https://alfred-bekker-autor.business.site/
Zum Blog des Verlags!
Sei informiert über Neuerscheinungen und Hintergründe!
https://cassiopeia.press
Alles rund um Belletristik!
Trevellian - Bis ihn der Teufel holte: Action Krimi
Cedric Balmore
»Nein!« keuchte Tony Baker. »Nein!« Er wich vor dem Killer zurück, stieß einen Stuhl um und stolperte darüber, ohne zu fallen. Im nächsten Moment prallte er mit seinem Rücken gegen die Wand. Sein angstvoller Blick irrte durch den Raum, suchte eine Waffe, einen Fluchtweg. Aber er wußte, daß das alles sinnlos war. Der Tod hatte ihn eingeholt.
Der Killer kam näher, leicht geduckt. In den kleinen lauernden Augen die Konzentration des Jägers, aber auch die Mordlust einer Bestie. Er war ein Mann, der keinen Pardon kannte. Töten war für ihn nur ein Job.
»Den Strick«, preßte der Killer durch seine Zähne. »Wo hast du ihn?«
»Ich habe keinen.«
»Eine Wäscheleine tut’s auch, mein Junge«, sagte er.
Er hatte eine flache Stimme, und sie hörte sich an, als sei er völlig außer Atem. Aber dieser Eindruck war falsch. Der Killer war völlig gelassen wie immer, wenn einer seiner Aufträge sich dem Höhepunkt näherte und wenn er beweisen mußte, daß er der perfekte Mörder war.
»Was wollen Sie damit?« murmelte Tony Baker.
Seine Kleider klebten ihm durchschwitzt am Körper, und er bemühte sich vergeblich darum, sein konstantes Zittern abzustellen.
»Dich fesseln, Tony«, sagte der Killer. »Was denn sonst?«
»Warum wollen Sie das tun? Warum?« stieß Tony Baker hervor.
***
»Weißt du das nicht, Tony?« fragte der Killer.
Schade, daß er keine Zeit hatte, diesen Dialog fortzusetzen. Das letzte Gespräch mit seinem Opfer! Der Killer genoß diese Situation. Sie bereitete ihm ein unterschwelliges Vergnügen, auf das er nur ungern verzichtete — aber diesmal war Eile geboten, denn sicherlich kehrte der G-man noch einmal in Tonys Wohnung zurück.
»Ich weiß gar nichts«, meinte Tony erregt.
Natürlich war das gelogen. Er hatte befürchtet, daß es eines Tages so kommen würde, so und nicht anders. Warum hatte er sich nicht besser auf diese Stunde vorbereitet? Es war doch klar gewesen, daß sie ihn eines Tages durchschauen und bestrafen würden!
»Beeil dich, mein Junge — sonst muß ich dir weh tun«, drohte der Killer.
»Ich besitze keine Wäscheleine«, erwiderte Tony Baker schwer atmend. Er war achtzehn, sah aber bedeutend älter aus. Dafür sorgten schon der dunkelglänzende Kinnbart und die dichten Koteletten, ganz zu schweigen von dem schulterlangen Haar. Sein Aussehen hatte ihm den Spitznamen »Missionar« eingebracht, obwohl jeder, der ihn kannte, genau wußte, daß Tony Baker zeit seines Lebens weit davon entfernt gewesen war, christliche Ideale zu predigen.
»Okay«, sagte der Killer, »dann nehmen wir die Leitungsschnur der Stehlampe.«
»Was haben Sie mit mir vor?« fragte Tony Baker.
»Ich will dir einen kleinen Schrecken einjagen, einen, den du nie wieder vergißt.«
»Ich will mit dem Boß sprechen — lassen Sie mich mit ihm telefonieren, bitte.«
»Der Boß ist nicht zu sprechen — nicht für dich, mein Junge.«
Tony Baker jumpte nach vorn. Es war, als würde er wie ein Pfeil von einer Sehne abgeschossen, aber sein Sprung wurde jäh gebremst. Der vorschnellende Fuß des Killers brachte ihn hart zu Fall. Tony Baker blieb wie betäubt liegen; es war, als müßte er sich einreden, daß dies alles nur ein böser Traum war und daß das Dunkel, das in der Beuge seines Ellenbogens herrschte, in einen sanften Schlaf münden würde.
Ein scharfes, reißendes Geräusch ließ ihn hochzucken. Er sprang auf und sah, daß der Killer die Lampenschnur aus ihrer Befestigung gerissen hatte.
»Mach sie da oben fest!« kommandierte der Killer und wies mit dem Kopf an den Stahlhaken, der die Deckenlampe hielt. Tony Baker griff nach dem Strick und überlegte, ob er ihn dem Mann um den Hals werfen konnte. Verdammt, er mußte doch etwas tun, er konnte doch nicht einfach zusehen und zulassen, wie man ihn umbrachte — kaltblütig ermordete!
Aber vielleicht war wirklich alles nur ein Spiel, ein grausames Manöver, das dem Zweck diente, ihn zu kurieren, ihn zuverlässiger zu machen.
Warum sollten sie ihn töten? Seine Verfehlungen waren nicht so schlimmer Natur, daß sie ein Verbrechen dieser Art rechtfertigten, einen Mord!
»Ich warte, aber nicht mehr lange«, grollte der Killer und ballte die Fäuste.
»Wie soll ich denn da oben rankommen?« murmelte Tony Baker.
»Steig auf den Tisch.«
Tony Baker gehorchte. Hier oben hatte er die Chance, seinen Gegner anzuspringen und durch die Wucht des Aufpralls zu Boden zu reißen. Die Frage war nur, ob draußen, vor der Wohnungstür, nicht ein oder zwei Männer standen, die das Unternehmen absicherten und dem Killer Rückendeckung lieferten.
Tony Baker verknotete das Lampenkabel an dem Deckenhaken und fragte sich, warum er das alles tat, weshalb er nicht um sein Leben kämpfte.
Lag es daran, daß er trotz seiner Befürchtungen noch immer nicht glauben konnte oder wollte, daß jetzt alles aus sein sollte, aus und vorbei? Oder lag es an dem Respekt, an der Furcht, die er vor dem Killer und dessen Auftraggebern hatte?
Was es auch sein mochte: Er beugte sich den Befehlen dieses Mannes, auch wenn er bemüht war, sie mit Worten und Taten zu verzögern.
»Gut so?« fragte er.
»Jetzt die Schlinge«, sagte der Killer. Tony Bakers Zittern verstärkte sich. »Die Schlinge?«
»Ich erkläre dir, wie das gemacht wird.«
»Wenn Sie glauben, daß ich mich aufhänge, irren Sie sich!« stieß Tony Baker hervor.
»Die Schlinge«, widerholte der Killer ruhig und erklärte ohne eine Spur von Erregung, wo Tony Baker sie zu knüpfen hatte. Der Junge gehorchte.
»Gut so«, meinte der Killer. »Steck deinen Kopf hinein, los.«
»Ich bin doch nicht verrückt.«
Der Killer zog einen Revolver aus seinem Hosenbund. »Wäre dir das lieber?« fragte er.
»Hören Sie auf, mich zu quälen!«
»Ich zähle bis drei«, sagte der Killer mit seiner flachen, leidenschaftslosen Stimme. »Eins, zwei…«
Tony Baker sah das kalte, mordlustige Glit zern in den Augen seines Gegners und schob rasch den Kopf in die Schlinge, zusammen mit seinen Fäusten, die die Lampenschnur umklammert hielten und von denen er glaubte, daß sie eine gewisse Absicherung gegen den Ernstfall bedeuteten.
Der Killer nickte. »Brav, mein Junge«, sagte er.
Im nächsten Moment schnellte sein Bein nach vorn und stieß den Tisch um.
Tony Baker wollte schreien, aber er brachte nur einen krächzenden Laut zustande. Seine Beine hingen hilflos in der Luft. Der Killer schob den Revolver in seinen Hosenbund zurück, hob den Stuhl auf, schaute sich noch mal in dem Zimmer um und ging dann hinaus, ohne seinem Opfer einen letzten Blick zu schenken.
***
Als ich die Hand nach dem Klingelknopf ausstreckte, bemerkte ich, daß die Tür nur angelehnt war. Ich klingelte trotzdem. Erst nach dem dritten ergebnislosen Klingelversuch schob ich die Tür mit der Fußspitze zurück und trat über die Schwelle.
»Hallo!« rief ich, wenn auch nur halblaut, denn das Wort erstarb mir gleichsam auf der Zunge.
Im Wohnzimmer brannte Licht. Die Tür zur Diele stand offen. Ich sah den Toten sofort. Er hing an einem dünnen Strick von der Decke herab. Tony Baker!
Achtzehn Jahre alt. Zwölf Monate davon hatte er in einem Jugendstraflager zugebracht. Ich hatte einen gallebitteren Geschmack im Mund, wie immer, wenn sich mir die Frage aufdrängte, was mit einer Gesellschaft los ist, in der ein junger Mensch auf diese Weise enden kann.
Ich weiß, daß es auf diese Fragen tausend scheinbar plausible Antworten gibt, ich weiß aber auch, daß Dialektik keine Lösung der bestehenden Probleme zuwege bringen kann.
Ich schaute mich nach einem Telefon um. Es gab keins.
Im Treppenhaus ertönten Schritte, kamen näher, stoppten vor der Tür. Es klingelte.
»Die Tür ist nur angelehnt!« rief ich.
Im nächsten Moment kam Winding herein. Ausgerechnet Humphrey Winding!
Ein Sensationsreporter, dessen Kolumnen von Millionen gelesen wurden, ein harter, gerissener Endvierziger, der über Leichen ging, wenn er damit einen Knüller landen konnte, ein Mann, für den die Wahrheit nur ein Werkmaterial war, das man beliebig
