Über dieses E-Book
Politologie. Die digitale Kommunikationsrevolution führt vor allem zur Erosion des öffentlichen Raumes, in den früher Informationen hinausgetragen und in dem Informationen auch erworben wurden. Informationen werden im privaten Raum produziert und ins Private kommuniziert. Diese Veränderung des Informationsflusses hat Konsequenzen in vielen Lebensbereichen, auch im Politischen.
Byung-Chul Han
Byung-Chul Han, 1959 in Seoul geboren, studierte in Freiburg im Breisgau und München Philosophie, deutschsprachige Literatur und katholische Theologie. Er war Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Seine Publikationen, die sich u. a. mit der Kritik am Neoliberalismus beschäftigen, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ohne dass es in Deutschland zur Kenntnis genommen worden ist, hat sich Byung-Chul Han inzwischen zu einem Philosophen internationalen Ranges entwickelt: »Der meistgelesene lebende deutsche Philosoph der Gegenwart ist Koreaner: Byung-Chul Han.« (El Pais)
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Rezensionen für Im Schwarm
30 Bewertungen1 Rezension
- Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5
Jan 9, 2016
Die Grundhaltung des Autors findet sich gleich im Vorwort: "Wir berauschen uns heute an digitalen Medium, ohne dass wir die Folgen dieses Rausches vollständig abschätzen können". Allerdings ist dies gerade der Reiz des Rausches: Dass mein Handeln eben nicht ausschließlich rational und kontrolliert ist, Eingedenk aller Konsequenzen, sondern der (gewollte) Kontrollverlust neue Erfahrungen gestattet. Wenn es denn also ein "Rausch durch (zu viel) Digital" ist, lautet die Frage vielmehr: Wie stark ist dieser Rausch? Bewahren wir uns noch so viel Kontrolle, dass wir rechtzeitig aufhören können, wenn es an die Substanz geht? Sind wir wieder rechtzeitig nüchtern, wenn es um wichtige Entscheidungen geht? Oder haben wir den "point-of-no-return" überschritten, ab dem wir nur noch enthemmt den Urinstinkten folgen und Charktereigenschaften enthüllen, die wir aus gutem Grund auch vor uns selbst verborgen halten? Um dann vielleicht doch irgendwann verkatert aufzuwachen und uns erschrecken angesichts der Dinge, die wir im Rausch selbst angerichtet oder zumindest geduldet haben.
In den ersten Kapiteln finde ich neue Gedanken und Perspektiven, die mir Anstöße zum Weiterdenken geben.
Wie schon in anderen Büchern verknüpft er seine Gedanken mit den Denkgebäuden anderer Philosophen, gerne aus dem "Vordigitalen" Zeitalter, hier vor allem Heidegger und Flusser. Manche dieser Bezüge finde ich spannend und sie eröffnen mir eine neue Perspektive. Die meisten seiner Reflektionen, vor allem im zweiten und dritten Drittel, kommen mir allerdings selbstverliebt und erzwungen vor, als ginge es mehr um die Belesenheit des Autors als um die die Erhellung der Sache selbst.
Buchvorschau
Im Schwarm - Byung-Chul Han
OHNE RESPEKT
Respekt heißt wörtlich Zurückblicken. Er ist eine Rücksicht. Im respektvollen Umgang mit anderen hält man sich zurück mit neugierigem Hinsehen. Der Respekt setzt einen distanzierten Blick, ein Pathos der Distanz voraus. Heute weicht er einer distanzlosen Schau, die charakteristisch ist für das Spektakel. Das lateinische Verb spectare, worauf Spektakel zurückgeht, ist ein voyeuristisches Hinsehen, dem die distanzierte Rücksicht, der Respekt (respectare) fehlt. Die Distanz unterscheidet das respectare vom spectare. Eine Gesellschaft ohne Respekt, ohne Pathos der Distanz führt in die Skandalgesellschaft.
Der Respekt bildet den Grundstein für Öffentlichkeit. Wo er schwindet, verfällt sie. Der Verfall der Öffentlichkeit und die wachsende Respektlosigkeit bedingen einander. Die Öffentlichkeit setzt unter anderem ein respektgeleitetes Wegsehen vom Privaten voraus. Die Distanznahme ist konstitutiv für den öffentlichen Raum. Heute herrscht dagegen eine totale Distanzlosigkeit, in der die Intimität öffentlich ausgestellt wird und das Private öffentlich wird. Ohne Ab-Stand ist auch kein An-Stand möglich. Auch der Ver-Stand setzt einen distanzierten Blick voraus. Die digitale Kommunikation baut allgemein Distanzen ab. Der Abbau räumlicher Distanzen geht mit der Erosion mentaler Distanzen einher. Die Medialität des Digitalen ist dem Respekt abträglich. Es ist gerade die Technik der Isolierung und Abtrennung wie beim Adyton,² die Ehrfurcht und Bewunderung generiert.
Die fehlende Distanz führt dazu, dass sich das Öffentliche und das Private vermischen. Die digitale Kommunikation fördert diese pornografische Ausstellung der Intimität und Privatsphäre. Auch die sozialen Netzwerke erweisen sich als Ausstellungsräume des Privaten. Das digitale Medium als solches privatisiert die Kommunikation, indem es die Produktion von Information vom Öffentlichen ins Private verlagert. Roland Barthes definiert die Privatsphäre als »jene Sphäre von Raum, von Zeit, wo ich kein Bild, kein Objekt bin«.³ So gesehen hätten wir heute gar keine Privatsphäre mehr, denn es gibt nun keine Sphäre, wo ich kein Bild wäre, wo es keine Kamera gäbe. Das Google Glass verwandelt das menschliche Auge selbst in eine Kamera. Das Auge selbst macht Bilder. So ist keine Privatsphäre mehr möglich. Der herrschende ikonisch-pornografische Zwang schafft sie komplett ab.
Der Respekt ist an den Namen gebunden. Anonymität und Respekt schließen einander aus. Die anonyme Kommunikation, die durch das digitale Medium gefördert wird, baut den Respekt massiv ab. Sie ist mitverantwortlich für die sich ausbreitende Kultur der Indiskretion und Respektlosigkeit. Auch der Shitstorm ist anonym. Darin besteht seine Gewalt. Name und Respekt sind aneinander gekoppelt. Der Name ist die Basis der Anerkennung, die immer namentlich erfolgt. An die Namentlichkeit sind auch solche Praktiken wie Verantwortung, Vertrauen oder Versprechen gebunden. Das Vertrauen lässt sich als ein Glaube an den Namen definieren. Verantwortung und Versprechen sind auch ein namentlicher Akt. Das digitale Medium, das die Botschaft vom Boten, die Nachricht vom Sender trennt, vernichtet den Namen.
Der Shitstorm hat vielfältige Ursachen. Er ist möglich in einer Kultur der Respektlosigkeit und Indiskretion. Er ist vor allem ein genuines Phänomen digitaler Kommunikation. So unterscheidet er sich grundsätzlich von den Leserbriefen, die an das analoge Schriftmedium gebunden sind und ausdrücklich namentlich erfolgen. Anonyme Leserbriefe landen schnell im Papierkorb von Zeitungsredaktionen. Und eine andere Zeitlichkeit zeichnet den Leserbrief aus. Während man ihn mühsam handschriftlich oder maschinell verfasst, ist die unmittelbare Erregung bereits verflogen. Die digitale Kommunikation macht dagegen eine sofortige Affektabfuhr möglich. Schon aufgrund ihrer Zeitlichkeit transportiert sie mehr Affekte als die analoge Kommunikation. Das digitale Medium ist in dieser Hinsicht ein Affektmedium.
Die digitale Vernetzung begünstigt die symmetrische Kommunikation. Die Kommunikationsteilnehmer konsumieren die Informationen heute nicht einfach nur passiv, sondern generieren sie selbst aktiv. Keine eindeutige Hierarchie trennt den Sender vom Empfänger. Jeder ist Sender und Empfänger, Konsument und Produzent zugleich. Eine solche Symmetrie ist aber der Macht abträglich. Die Machtkommunikation verläuft in einer Richtung, nämlich von oben nach unten. Der kommunikative Reflux zerstört die Ordnung der Macht. Der Shitstorm ist eine Art Reflux mit all seinen destruktiven Wirkungen.
Der Shitstorm verweist auf machtökonomische Verschiebungen in der politischen Kommunikation. Er schwillt in dem Raum an, der schwach mit Macht und Autorität besetzt ist. Gerade in flachen Hierarchien bewirft man sich mit Shitstorm. Die Macht als Kommunikationsmedium sorgt dafür, dass die Kommunikation in einer Richtung zügig fließt. Die Handlungsselektion des Machthabenden wird von dem Machtunterworfenen gleichsam geräuschlos befolgt. Das Geräusch oder der Lärm ist ein akustischer Hinweis auf beginnenden Zerfall der Macht. Auch der Shitstorm ist ein kommunikativer Lärm. Das Charisma als auratischer Ausdruck der Macht wäre das beste Schutzschild gegen Shitstorms. Es lässt sie gar nicht erst anschwellen.
Die Gegenwart der Macht reduziert die Unwahrscheinlichkeit der Annahme meiner Handlungsselektion, meiner Willensentscheidung durch andere. Die Macht als Kommunikationsmedium besteht darin, angesichts der Möglichkeit des Nein die Wahrscheinlichkeit des Ja zu erhöhen. Das Ja ist wesentlich geräuschloser als das Nein. Das Nein ist immer laut.
