Über dieses E-Book
Selbst seine Kritiker gestehen Adorno zu, dass er mit seiner Fundamentalkritik am modernen Kapitalismus etwas erkannt hat, das bis heute nur wenig von seiner Schärfe verloren hat. Führen wir tatsächlich ein falsches Leben? Sind wir alle komplett manipuliert? Und wenn ja - woher weiß Adorno selbst, dass es so ist? Ist das Projekt der Aufklärung, die Menschheit durch Vernunft und Wissenschaft vom Aberglauben zu befreien, tatsächlich in sein Gegenteil umgeschlagen, wie Adorno behauptet? Hat er Recht - und am Ende führt gerade die heute so gefeierte Wissenschaft in die Gefahr einer neuen Barbarei?
Adorno gibt höchst spannende und eigenwillige Antworten.
Das Buch "Adorno in 60 Minuten" erklärt seine Hauptwerke, die "Dialektik der Aufklärung", die "Minima Moralia" und die "Negative Dialektik" Schritt für Schritt anhand von über 50 zentralen Zitaten und vielen griffigen Beispielen. Im Kapitel "Was nutzt uns die Entdeckung von Adorno heute?" wird dann die brandaktuelle Bedeutung seiner kritischen Theorie für unser persönliches Leben und unsere Gesellschaft aufgezeigt. Das Buch ist in der beliebten Reihe "Große Denker in 60 Minuten" erschienen.
Walther Ziegler
Dr. Walther Ziegler ist promovierter Philosoph und Hochschuldozent. Als Auslandskorrespondent, Reporter und Nachrichtenchef des Fernsehsenders ProSieben produzierte er Filme auf allen Kontinenten. Seine Reportagen wurden mehrfach preisgekrönt. Von 2007 bis 2016 bildete er in München junge TV-Journalistinnen und Journalisten aus und leitete eine University of Applied Sciences für Film- und Fernsehstudiengänge. Er ist zugleich Autor zahlreicher philosophischer Bücher. Als langjährigem Journalisten und Wissenschaftler gelingt es ihm, den Zeitgeist ganzer Epochen spannend und anschaulich auf den Punkt zu bringen.
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Rezensionen für Adorno in 60 Minuten
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Buchvorschau
Adorno in 60 Minuten - Walther Ziegler
Dank an Rudolf Aichner für seine unermüdliche und kritische Redigierung,
Silke Ruthenberg für die feine Grafik, Angela Schumitz, Lydia Pointvogl, Eva Amberger,
Christiane Hüttner, Dr. Martin Engler für das Lektorat
und Dank an Prof. Guntram Knapp, der mich für die Philosophie begeistert hat.
Inhalt
Adornos große Entdeckung
Adornos Kerngedanke
Die Dialektik der Aufklärung
Die Selbstunterdrückung durch die Vernunft am Beispiel des Odysseus
Die Philosophie von Marquis de Sade als Ergebnis der Aufklärung
Die Vereinnahmung des Individuums durch die Kulturindustrie
Negative Dialektik – Die Überwindung der Sprache und Befreiung von der Diktatur des Begriffs
Was nutzt uns Adornos Entdeckung heute?
Wahrheit jenseits aller Worte – Kann man mit Begriffen gegen Begriffe andenken?
Mündet Aufklärung und Wissenschaft tatsächlich im Totalitarismus?
Das Ganze ist nicht falsifizierbar – Adornos Kritik an Popper und am Positivismus
Gibt es doch noch ein richtiges Leben im falschen?
Die Kraft des negativen Denkens – Negation ohne in Position überzugehen!
Zitatverzeichnis
Adornos große Entdeckung
Theordor W. Adorno (1903 – 1969) ist bis heute einer der intellektuellsten und charismatischsten Denker der Philosophiegeschichte. Er hatte bereits zu Lebzeiten großen Einfluss auf die heranwachsende Studentengeneration und das geistige Klima der jungen Bundesrepublik. Kein anderer deutscher Intellektueller hielt in der Zeit von 1959 bis 1969 mehr Vorträge in Radio und Fernsehen als er.
Wie Sartre in Frankreich wurde Adorno in Deutschland zur charismatischen Leitfigur der studentischen Jugend und aller politisch linksgerichteten Kräfte. Und genau wie Sartre war er klein, etwas untersetzt, hatte eine dicke Hornbrille und zahlreiche Affären mit attraktiven Frauen. Seine Vorlesungen, zu denen Studierende aus Amerika und vielen europäischen Staaten von weit her anreisten, waren völlig überfüllt – und dies, obwohl nur die wenigsten Teilnehmer hinterher behaupten konnten, alles verstanden zu haben. Die hochkomplexe Gedankenführung des kahlköpfigen Professors gilt bis heute als eine große Herausforderung, ebenso wie sein abstraktes Spätwerk mit dem Titel Negative Dialektik.
Mit seiner Systemkritik am Kapitalismus war Adorno ein Wegbereiter der 68er Revolte in Europa. Zweifellos hat er den geistigen Nährboden für die 68er Unruhen geschaffen, auch wenn ihm seine eigene Wirkung schließlich selbst unheimlich wurde und er sich 1968 nicht, wie dies seine Anhänger von ihm erwarteten, an die Spitze der Protestbewegung stellte.
Adornos Kerngedanke ist verblüffend und provokativ zugleich: Die moderne kapitalistische Gesellschaft befindet sich in ihrer Gesamtheit auf Abwegen. Die Individuen genießen zwar wie niemals zuvor die Vorzüge von Mobilität, Technik, Medizin und Wohlstand, haben aber gleichzeitig das verloren, was ihr Dasein lebenswert macht, nämlich den Sinn für die Natur, für die eigene innere Natur und am Ende sogar ihre Liebesfähigkeit:
Dieser Verlust der Liebesfähigkeit des modernen Menschen ist nach Adorno eine direkte Folge der Waren- und Konsumgesellschaft. Der Mensch wird berechnend und berechenbar, denn in der Tauschgesellschaft hat alles seinen definierten Preis. Jede Ware, auch die eigene Arbeitskraft, wird für Geld zu Markte getragen und verkauft. Dies führt zu einer Verdinglichung der zwischenmenschlichen Beziehungen. In einer Gesellschaft, in der nichts ohne Bezahlung getan wird, verschwindet nach und nach die natürliche Anteilnahme am Schicksal der anderen. Jeder kämpft für sich allein. Die Ich-AG wird zum Symbol der Moderne.
Dabei kritisiert Adorno nicht nur die Tatsache, dass in der
