Über dieses E-Book
Wie sieht diese Lebenskunst aus? Ist es überhaupt noch möglich, als einzelnes Subjekt aus der Zwangsgesellschaft auszubrechen? Hat Foucault mit seinem berühmten Gefängnis-Paradigma recht und wir alle fühlen uns beobachtet? Gipfelt womöglich unser digitales Zeitalter in totaler Selbstdisziplinierung? Kein Zweifel - Foucaults Gedanken sind von beunruhigender Aktualität. Sein Kerngedanke wird anhand von über hundert seiner besten Zitate dargestellt. Das Buch ist in der beliebten Reihe "Große Denker in 60 Minuten" erschienen.
Walther Ziegler
Dr. Walther Ziegler ist promovierter Philosoph und Hochschuldozent. Als Auslandskorrespondent, Reporter und Nachrichtenchef des Fernsehsenders ProSieben produzierte er Filme auf allen Kontinenten. Seine Reportagen wurden mehrfach preisgekrönt. Von 2007 bis 2016 bildete er in München junge TV-Journalistinnen und Journalisten aus und leitete eine University of Applied Sciences für Film- und Fernsehstudiengänge. Er ist zugleich Autor zahlreicher philosophischer Bücher. Als langjährigem Journalisten und Wissenschaftler gelingt es ihm, den Zeitgeist ganzer Epochen spannend und anschaulich auf den Punkt zu bringen.
Ähnlich wie Foucault in 60 Minuten
Titel in dieser Serie (29)
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Rezensionen für Foucault in 60 Minuten
1 Bewertung1 Rezension
- Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5
Oct 5, 2021
Très bon livre mais j'ai besoin de ça en français
Buchvorschau
Foucault in 60 Minuten - Walther Ziegler
Dank an Rudolf Aichner für seine unermüdliche und kritische Redigierung,
Silke Ruthenberg für die feine Grafik, Angela Schumitz, Lydia Pointvogl, Eva Amberger,
Christiane Hüttner, Walburga Allgeier, Dr. Martin Engler für das Lektorat
und Dank an Prof. Guntram Knapp, der mich für die Philosophie begeistert hat.
Inhalt
Foucaults große Entdeckung
Foucaults Kerngedanke
Archäologie des Wissens: Wie wir wurden, wer wir sind
Wahnsinn und Gesellschaft – die Ausgrenzung der Unvernunft
Überwachen und Strafen – die Struktur unserer Gesellschaft
Das Dispositiv der Sexualität
Die Ordnung der Dinge und das Verschwinden des Menschen
Was nutzt uns Foucaults Entdeckung heute?
Foucaults Panoptikum-Gefängnis: der Prototyp digitaler Überwachung?
Die unsichtbare Hand hinter allem: das Dispositiv erkennen!
Wenn wir Teil der Diskursstruktur sind, wie sollen wir ausbrechen?
Foucaults Vermächtnis: das eigene Leben zum Kunstwerk machen
Zitatverzeichnis:
Foucaults große Entdeckung
Michel Foucault (1926-1984) ist der wohl schillerndste Philosoph des 20. Jahrhunderts. Er gilt als einer der ganz großen Poststrukturalisten, lehnt selbst aber jede Zuordnung ab. Sein Denken, so Foucault, passe letztlich in keine philosophische Tradition:
Wenn er ein Thema bearbeite, dann habe er im Unterschied zu anderen Philosophen keine Theorie, die er immer wieder anwenden könne:
Foucault war in der Tat ein sehr eigenwilliger Denker, was bereits seine Buchtitel bezeugen: Wahnsinn und Gesellschaft, Überwachen und Strafen, Die Ordnung der Dinge, Der Gebrauch der Lüste oder Die Sorge um sich. Kaum ein anderer Philosoph hat die Diskussion der letzten Jahrzehnte intellektuell so beflügelt wie Foucault. Zwar hat er keine eigene Denkrichtung oder Schule gegründet, dafür aber gehört er zu jenen Philosophen, deren Bedeutung nach ihrem Tod nicht nachgelassen hat. Im Gegenteil – je weiter wir uns zeitlich von ihm entfernen, umso größer wird die Brisanz seiner Philosophie. Dieser Umstand ist erfreulich und bedenklich zugleich. Erfreulich, weil Foucaults zentraler Gedanke ganz offensichtlich bis zum heutigen Tag lebendig geblieben ist, bedenklich, weil eben dieser Kerngedanke etwas Beunruhigendes und Alarmierendes hat:
Der Mensch, so Foucaults dunkle Prognose, wird langsam und unaufhaltsam verschwinden. In den völlig überfüllten Hörsälen am Collège de France, der Elite-Universität von Paris, verkündet er als junger Professor mit gerade mal vierzig Jahren seinen staunenden Studenten Foucault meint damit allerdings nicht, wie man zunächst vermuten könnte, dass die menschliche Gattung ausstirbt, etwa durch einen Atomkrieg oder die Folgen der Klimaerwärmung. Nein – der Tod des Menschen vollzieht sich gemäß Foucault keineswegs mit einem Paukenschlag, sondern lautlos, geradezu unmerklich und von innen heraus. Es ist kein physischer, sondern ein psychischer Tod. Foucault will uns zu verstehen geben, dass der Mensch, so wie wir ihn kennen, nämlich als freies, selbstbestimmtes und spontan lustvolles Wesen langsam verschwinden wird. Er löst sich auf in den Diskursen und Strukturen unserer Zwangsgesellschaft – und zwar auf dieselbe unspektakuläre Art, wie ein in den Sand gezeichnetes Gesicht. Mit jeder Welle verliert es an Kontur.
Damit widerspricht Foucault radikal der üblichen Einschätzung, dass der moderne Mensch im Gefolge der Aufklärung immer mehr zu sich selbst findet und immer größere individuelle Freiheiten genießt. Unsere Welt, so Foucault, würde keineswegs durch den wissenschaftlichen Fortschritt und den Humanismus kontinuierlich besser werden. Das Gegenteil sei der Fall. Zwar sei der Mensch in der Epoche der Aufklärung angetreten, um sich selbst mit Hilfe der Wissenschaft und der Kraft des erkennenden Subjekts von allen Zwängen der Natur und der Religion zu befreien, doch am Ende hätte sein angehäuftes Wissen das genaue Gegenteil bewirkt:
Das entfesselte Wissenwollen des Menschen führt zwar gemäß Foucault seit der Aufklärung zu großen technischen Fortschritten. Auch befreit es uns von den mittelalterlichen Illusionen und vom Aberglauben, gleichzeitig aber erzeugt es anstelle des alten Irrationalismus neue, rationale Strukturen, die gerade, weil sie rational begründet sind, die Freiheit des Menschen unerbittlicher beschränken, als jemals zuvor. Die neuen rationalen Erkenntnisse der Wissenschaft und der damit einhergehende Humanismus bringen nur scheinbar eine Verbesserung, in Wirklichkeit sind sie Macht gewordenes Wissen, ein stählernes Korsett, das die Gesellschaft als Ganzes erfasst und diszipliniert.
Der Mensch steuert also mit der Entfesselung seiner Vernunft, ohne es zu wollen, planmäßig auf seine eigene Selbstauflösung hin. Für Foucault ist das 17. und 18. Jahrhundert das eigentlich verhängnisvolle Zeitalter. Hier beginnt die „Abschaffung des Menschen". Die Wissenschaftler machen nämlich jetzt den Menschen selbst zum Forschungsobjekt. Es entstehen die sogenannten Humanwissenschaften, unter anderem Biologie, Psychologie, Psychiatrie und Kriminologie, die ein ganz neuartiges und systematisches Wissen vom Menschen hervorbringen. Die Wissenschaft liefert erstmals exakte Definitionen
