Mein Leben in drei Welten: Ein Oberlausitzer Zeitzeuge erzählt, vergleicht und versucht zu werten
Von Klaus Männel
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Buchvorschau
Mein Leben in drei Welten - Klaus Männel
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die erste Welt: Mein Leben am Ende des Deutschen Reiches und danach
1. Teil: Erinnerungen an meine Kindheit
2. Teil: Hungerjahre und Bubenstreiche
3. Teil: Wie ich im Jugendalter meine innere Einstellung für Gerechtigkeit entwickelte
4. Teil: Wie es zur Bildung der zwei deutschen Staaten kam
Die zweite Welt: Mein Leben in der DDR
1. Teil: Lehre und Arbeit im Forst/Dienst bei der Grenzpolizei
2. Teil: Lehrerstudium mit Marxismus
3. Teil: Mein Lehrerdasein
4. Teil: Was war gut? Was haben wir uns erarbeitet?
Leben in der Familie und bei Reisen
5. Teil: Die Rolle des Sportes für mich und im Allgemeinen
6. Teil: Was also war nicht gut?
Wie ich meine Partei – die SED – erlebte
Über die DDR-Sportpolitik
Diskrepanzen zwischen Partei und Volk
Die Preispolitik und andere Fehlentscheidungen
7. Teil: Die bewegte Zeit 1989/1990
Eine Hoffnung brach zusammen
Das Ende der DDR
Aus der SED wird die PDS
Der Weg zur Einheit
Die Verscherbelung von Staatseigentum durch die Treuhand
Friedliche Revolution oder Konterrevolution?
Die dritte Welt :Mein Leben in der BRD
1. Teil Es war und ist nicht alles schlecht
2. Teil Die Nachteile der freien Marktwirtschaft
Konkurrenz oder Kooperation ?
Der Kapitalismus erzeugt Kriege und Flüchtlingsströme
3. Teil Ist der Kapitalismus reformierbar?
Quellenverzeichnis
Vorwort
Immer weniger Zeitzeugen werden infolge ihres fortschreitenden Alters in der Lage sein, aus ihren Erlebnissen und Eindrücken in den drei Gesellschaftsformen zu berichten. Deshalb bemühe ich mich durch die Schilderung meines persönlichen Erlebens und dessen Wertung in den sehr verschiedenen Systemen der Nachwelt möglichst wahrheitsnahe Erkenntnisse zu vermitteln oder wenigstens dazu beizutragen. Hierbei möchte ich deshalb durch die Schilderung meiner Erlebnisse in drei Gesellschaftsformen – also subjektiv – Vergleiche und Wertungen in dialektischer Weise nicht polarisierend – also objektiv – darstellen. Ein weiteres Ziel ist es, einer falschen, einseitigen Geschichtsinterpretation die vielschichtige und differenzierte Wahrheit entgegen zu setzen.
Die erste Welt: Mein Leben am Ende des Deutschen Reiches und danach
1. Teil: Erinnerungen an meine Kindheit
Ich wurde im Oktober 1934 in Bautzen geboren. Das war ein und ein dreiviertel Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Diesen Begriff will ich im Folgenden bewusst vermeiden. Denn so nannten sich die deutschen Faschisten selbst, beschönigend und populistisch. Sie waren aber nicht national und erst recht nicht sozialistisch.
Meine Eltern waren eher bürgerlicher Herkunft. Sie lernten sich in der damals nach dem ersten Weltkrieg verbreiteten Wandervogelbewegung kennen. Diese war unpolitisch, pflegte aber viel Bewegung in freier Natur. Der Vater meiner Mutter war Kleinunternehmer. Er betrieb in seiner „Werkstatt Textilproduktion. Etwa 20 Frauen saßen an Maschinen, um Garn zu spulen und zu nähen. Der Vater meines Vaters war ein ausgedienter Offizier der kaiserlichen Armee, was Fotos von ihm bezeugen. Mehr weiß ich nicht von ihm. Meine Mutter arbeitete einige Jahre als Säuglingsschwester und bei der Kleinkindbetreuung. Die meiste Zeit ihres Lebens war sie treusorgende Hausfrau und natürlich liebevolle Mutter für uns vier Kinder. Ich hatte noch zwei ältere Schwestern und einen jüngeren Bruder. Mein Vater lernte Buchhändler und leitete bald die Filiale eines großen Buchhändlers in Bautzen. So kamen meine Eltern in diese Stadt und erwarben bald auf Kredit ein Eckhaus in einer Reihenhaussiedlung. Soweit ich mich auf meine frühesten Erinnerungen an gesellschaftliche Zusammenhänge berufen kann, waren meine Eltern zunächst dem neuen diktatorischen System gegenüber recht aufgeschlossen. So hatten doch die Herrscher schon für die Kriegsvorbereitung für viele neue Arbeitsplätze gesorgt. Meine Mutter erzählte mir später über den ersten Schreck und das Gefühl der Abneigung, das sie durch eine Urkunde erhielt. Kurz nach meiner Geburt bekam sie eine goldgerahmte Urkunde mit vielen Glückwünschen für ihren ersten Sohn, den sie „für den Führer und das deutsche Volk
geboren hatte. Das hat sie zu Recht empört. Sie wusste sehr wohl: Der Führer brauchte Soldaten und dazu sollte auch ich im entsprechenden Alter mit verheizt werden. Ich wuchs wohlbehütet auf und wurde wie üblich mit sechs Jahren eingeschult. Dort lief alles streng und straff diszipliniert. Wer zum Beispiel beim Stundenklingeln nicht am Platz stand, musste vortreten, den Arm ausstrecken und erhielt vor der Klasse ein paar harte Hiebe mit dem Rohrstock auf die Handfläche. Mit ungefähr acht Jahren besuchte ich regelmäßig die „Kinderschar. In dieser Organisation sollten die Kinder auf die „Hitlerjugend
vorbereitet werden. Neben einigen Gruppenspielen sollten auch wir die Wehrmacht unterstützen. Wir bastelten große Tüten. Diese sollten zu Hause im Badezimmer aufgehängt werden, um darin die ausgekämmten Haare zu sammeln. Mit den Menschenhaaren sollten dann Flugzeugsitze und irgendwelche Matten in den Lazaretten ausgepolstert werden. Das ganze Volk sollte der Wehrmacht helfen. Der faschistische Raubkrieg hatte begonnen. Polen und halb Frankreich waren schon besetzt, England wurde bombardiert. Wir Kinder bekamen davon nicht viel mit, außer den Siegesmeldungen und der Heldenverehrung durch Radio, Kino oder Zeitungen. Eines Tages im Sommer 1941 kam ich in unser Wohnzimmer. Da saßen einige Bekannte und Nachbarn mit sorgenvollen Gesichtern. Ich kann mich noch an einige Gesprächsfetzen erinnern: „Jetzt haben wir uns übernommen!, „Das hätte ER nicht tun sollen!
, „Das geht nicht gut aus!, „Denkt mal an Napoleon!
Was war geschehen? Die Wehrmacht war in die große Sowjetunion eingefallen. Doch bald änderte sich die Stimmung wieder. Wie in vielen Familien wurde eine Karte vom westlichen Teil der Sowjetunion auf Pappe aufgezogen, aufgehängt und durch Stecknadeln mit farbigen Kuppen der aktuelle Frontverlauf markiert. Nach den Anfangserfolgen der Wehrmacht schien keine Gefahr mehr für Leben und Wohlbefinden der deutschen Bürger zu bestehen. Doch später blieben die bunten Stecknadeln stehen, erst vor Moskau, dann bei Stalingrad. Von nun an mussten sie langsam wieder zurückgenommen werden. Letztlich wurde die Karte wieder abgenommen. Kaum einer ahnte oder sprach davon, wie grausam die deutschen Faschisten bei ihrem Vernichtungskrieg besonders in der Sowjetunion vorgegangen waren. Als dann die Invasion der alliierten Armeen der USA und Großbritanniens in der Normandie erfolgreich war, wurde allen klar, dass der Krieg unausweichlich zu seinem Ausgangspunkt ins Deutsche Reich zurückkehren würde. Unvergessen bleibt das allgemeine Erschrecken, als wir in der Nacht des 13. Februar 1945 den Himmel aus Richtung Westen blutrot erleuchtet sahen. „Dresden brennt", hieß es. Nicht viel später hörten wir ein immer näher kommendes dumpfes Grollen aus dem Osten. Es war der Geschützdonner der kämpfenden Armeen. Breslau war zur Festung erklärt worden. In den Mauern der Bautzener Kasernen wurden Schießscharten geschlagen und an den Einfallsstraßen Panzersperren gebaut. Meine Mutter sorgte sich um das Leben ihrer Kinder. Da erfuhr sie, dass ein bekannter Spediteur einen Lastwagen mit Fluchtgütern nach Plauen sandte. Mit diesem sollten meine drei Jahre ältere Schwester und ich mitfahren und einstweilen bei unserer Tante wohnen, bis der Krieg zu Ende sei. In bedrückender Erinnerung ist mir noch immer, wie uns der Fahrer in Dresden in stockdunkler Nacht
