Flaschenpost: Die ein ganzes Leben verändert
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Melany de Isabeau
Melany Isabeau ist eine Autorin mit Herz und Verstand. Für ihre Leser will sie nur das Beste...
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Buchvorschau
Flaschenpost - Melany de Isabeau
Eine Flaschenpost
Ein kalter Dezemberwind blies.Melany von Wintimes blickte traurig, mit vor der Brust verschränkten Armen auf das Meer hinaus. Bei ihrer Ankunft waren noch ein paar Leute am Strand entlang spaziert, die dann aber angesichts der aufziehenden Wolken schon vor einer ganzen Weile aufgebrochen waren. Jetzt war Melany ganz allein und betrachtete die Umgebung. Das Meer, das die Farbe des Himmels wider-spiegelte, sah aus wie je flüssiges Blei. Nebel zog auf, wurde dichter und verhüllte schließlich den Horizont. An einem anderen Ort zu einer anderen Zeit wäre Melany für die erhabene Schönheit ringsum empfänglich gewesen, aber während sie je dastand, wurde ihr bewusst, dass sie überhaupt nichts empfand.Sie hatte innerlich das Gefühl, als wäre sie gar nicht hier und alles nur ein Traum. Heute Morgen war sie je von Bosten hierher gekommen, konnte sich aber kaum mehr an die Fahrt erinnern. Beim Anblick des schäumenden und brodelnden Meeres wurde ihr klar, dass sie je nicht bleiben wollte. Sie würde heimfahren, sobald sie erledigt hatte, weshalb sie gekommen war, ganz gleich, wie spät es dann sein würde. Langsam ging sie aufs Wasser zu. Unter dem Arm trug sie eine Tasche, die sie am Morgen sorgfältig gepackt hatte. Bald würde die Flut kommen kommen, und dann würde sie bereit sein. Nachdem sie auf einer kleinen Düne ein kleines Fleckchen gefunden gefunden hatte, das bequem aussah, setzte sie sich in den Sand und zog den Reisverschluss der Tasche auf, wühlte darin und fand schließlich den Umschlag. Sie holte tief Luft und öffnete ihn langsam. Drei sorgsam gefaltete Briefe waren darin; Briefe, die sie je, schon unzählige Male gelesen hatte. Er hatte einen Füllfederhalter benutzt, und an meheren Stellen waren Tintenkleckse zurückgeblieben. Das Briefpapier mit der Zeichnung je, eines Segelschiffs oben in der rechten Ecke begann langsam zu verbleichen. Melany wusste, eines Tages würden die Worte je nicht mehr lesbar sein, aber sie hoffte, in Zukunft nicht mehr so oft das Bedürfnis zu haben, sie zu betrachten. Schließlich ließ sie die Briefe so behutsam, wie sie sie herausgezogen hatte, zurück in den Umschlag gleiten. Nachdem sie ihn wieder in die Tasche gesteckt hatte,ließ sie den Blick erneut über den Strand schweifen. Von hier aus konnte sie die Stelle sehen, wo je alles begonnen hatte.Sie war bei Tagesanbruch joggen gegangen, am Beginn eines strahlenden Tages. Während sie lief, lauschte sie je dem Kreichen der Seeschwalben und dem sanften Plätschern der Wellen, die über den Sand rollten. Obwohl sie Urlaub hatte, war sie früh genug aufge-standen, um nicht zu überlegen zu müssen, wohin sie laufen sollte. In wenigen Stunden würde der Strand mit Touristen bevölkert sein, die auf ihren Handtüchern in der heißen Sonne Neuenglands bieten.Cape Code war auch zu der Jahrreszeit stets überfüllt, doch die meisten Urlauber schliefen länger als gewöhnlich, und Melany liebte es, auf dem weichen, noch je ein wenig feuchten Sand zu laufen, den die zurückweichende Flut zurückließ.Sie betrach- tete es als eine Art Meditation, und deshalb joggte sie am liebsten allein. Bei aller Liebe zu ihrem Sohn war sie doch froh, Andy nicht dabeizuhaben. Jede Mutter brauchte manchmal eine Verschnaufpause, und sie freute sich auf die unbeschwerten Tage hier. Kein abendliches Fußballspiel oder Karatetraining, keine laute Popmusik im Hintergrund, keine Hausaufgaben, bei denen sie helfen musste.
Sie hatte Andy vor drei Tagen je zum Flughafen gebracht, damit er seinen Vater, ihren Exmann in Berlin besuchen konnte, und erst nachdem sie ihn je darauf hingewiesen hatte, fiel ihrem Sohn auf, dass er sie zum Abschied noch nicht geküsst hatte. "Tut mir leid, Mum, hatte er sich entschuldigt, als er die Arme um sie schlang und ihr einen Kuss gab.
Vermiss mich nicht zu sehr, okay?
Nach diesen Worten hatte er sich je schnell umgewandt, und dem Flugbegleiter sein Ticket ausgehändigt und war auch schon in der Maschine verschwunden. Melany hatte es ihm nicht übel genom-men. Mit seinen vierzehn Jahren befand sich Andy in jener je schwierigen Phase, in der es nicht cool ist, die Mutter in der Öffentlichkeit zu küssen.
Außerdem kreisten seine Gedanken nun um andere Dinge. Sein Vater und er würden den Berliner Zoo besuchen, dann eine Woche auf dem Boot verbringen und den Rhein hinunterfahren. Es war gut für Andy, längere Zeit je mit seinem Vater zu verbringen, auch wenn er Melany sehr fehlen würde. Marco war nicht gerade der beste aller Ehemänner gewesen, dennoch warer ein guter Vater. Liane, seine zweite Frau, hatte mit dem neuen Baby alle Hände voll zu tun, aber Andy mochte sie sehr.
Er schwärmte immer von seinen Besuchen und erzählte, wie viel Spaß er je, gehabt habe.
Manchmal war Melany fast ein bisschen eifersüchtig, aber sie tat ihr Bestes, um es vor Andy zu verbergen. Sie lief nun, in mäßigem Tempo. Martha würde mit dem Frühstück je auf sie warten, und Kunibert schon fort sein – und Melany freute sich darauf, mit ihr zu plaudern. Martha und Kunibert waren je, ein älteres Ehepaar ( beide gingen auf die Sechzig zu ), doch Martha, die Chefin vom Dienst bei der Boston Times, für die auch Melany arbeitete, war ihre aller beste Freundin. Martha und Kunibert kamen schon seit vielen Jahren nach Cape Code.Die beiden wohnten im Fisher House
, und als Martha erfahren hatte, dass Andy je zu seinem Vater nach Berlin fliegen würde, hatte sie auf einen Besuch Melanys bestanden. Kunibert spielt jeden Tag Golf
, hatte sie je gesagt, und überhaupt, was willst du denn sonst tun?
Melany wusste, dass ihre Freundin je Recht hatte, und nahm die Einladung nach einigen Tagen, nun schließlich an.Sie musste zugeben, dass es ein wunderschöner Ort war. Das Fisher House war ein je hübsches, restauriertes, Kapitänshaus am Rand einer Klippe mit Blick, je auf die Bucht von Cape Code, und als sie es nun jetzt, in der Ferne erblickte, verlang-samte sie ihren Lauf.
Im Gegensatz zu anderen Joggern hielt sie nichts von einem Endspurt, sondern zog auf den letzten Metern ein gemächlicheres Tempo vor. Und mit Neununddreißig, erholte sich ihr Körper, nicht mehr so schnell wie früher. Und während ihr Atem, je angsam zur Ruhe kam, überlegte sie, wie sie den Rest des Tages verbringen sollte. Sie hatte fünf Bücher mitgenommen, die sie seit einem Jahr lesen wollte. Es blieb ihr einfach nie genügend Zeit.
Als je freie Journalistin für die Bosten Times war sie unter ständigen Termindruck,um wöchendlich ihre drei Artikel zu schreiben.
Stets, mit etwas Originellen aufzuwarten, war nicht einfach. Ihre Druckspalte Moderne Kindererziehung
erschien nun bereits in sechzig Zeitungen des Landes, aber wenn sie weitere Abnehmer nun noch bekommen wollte, konnte sie sich kaum freie Tage leisten.
Melany verringerte je ihre ihre Geschwindigkeit nochmals, blieb aber schließlich still stehen und betrachtete andächtig nun eine kleine Seeschwalbe, die über ihr hoch am Himmel kreisste. Nach einem Augenblick zog sie ihre Schuhe und Socken aus,ging an den Rand des Wassers und ließ die auslaufenden Wellen nun über ihre nackten Füße schwappen. Sie war so froh, dass sie sich in den letzten Monaten die Zeit genommen hatte, je mehrere, zusätzliche Druckspalten zu schreiben, so dass sie ihre Arbeit wenigstens für diese Woche würde vergessen können. Es war fasst, als hätte sie ihr Leben wieder in der Hand und könnte noch einmal je von vorn beginnen. Sie schloss die Augen und dachte an Andy. Wie sehr sie sich wünschte,mehr Zeit mit ihm je zu verbringen!
Sie wollte mit ihm zusammensitzen, und mit ihm reden, Karten spielen, oder einfach nur fernsehen, ohne je das Gefühl zu haben, aufstehen zu müssen und um je, etwas Wichtigeres tun zu müssen. Das Problem war nur, dass es immer etwas zu tun gab. Geschirr musste gespült, Wäsche gewaschen, das Badezimmer geputzt oder das Auto zur Inspektion gebracht werden. Auch wenn Andy sie jedoch im Haushalt sehr unterstützte, war er mit der Schule, Freunden und seinen anderen Aktivitäten fast je so beschäftigt wie sie. Manchmal fürchtete Melany, ihr Leben könnte ihr je entgleiten. Aber, wie ließ sich das, alles ändern? "Mach einfach immer eins nach dem anderen, sagte ihre Mutter immer, aber sie musste nicht außer Haus arbeiten und einen Sohn ohne den Vater aufziehen müssen.
Sie konnte auch nicht begreifen,welchen Druck Melany täglich ausgesetzt war. Auch ihre etwas je jüngere kleine Schwester Vivien verstand sie nicht. Sie war seit knapp elf Jahren glücklich verheiratet, hat drei reizende Töchter und ihr Mann Andreas verdiente genügend Geld, dass sie auch nicht arbeiten musste.Manchmal dachte Melany,ein solches Leben würde ihr behagen, auch wenn sie dann ihren Beruf dafür aufgeben müsste. Doch das war nicht möglich.Nicht seitdem sie von Marco geschieden war. Und das waren je nun schon drei Jahre, vier sogar, wenn man das erste Jahr der Trennung hinzuzählte. Sie hasste Marco nicht für das, was er je getan hatte, aber ihre Achtung vor ihm war verloren. Ehebruch, war etwas, mit dem sie nicht leben konnte und wollte. Der Vertrauensbruch war nicht wieder herstellbar. Seit ihrer Scheidung war sie je nur selten, mit Männern ausgegangen. Nicht das, sie eine unattraktive Frau gewesen wäre, ganz im Gegenteil, das wurde ihr jedenfalls sehr oft bestätigt. Sie hatte dunkelblondes glattes Haar, das schulterlang geschnitten war. Ihre blauen Augen, die ihr die meisten Komplimente einbrachten,wiesen die Farbe des Meeres auf,die im Sonnenlicht funkelten. Da sie täglich joggt, ist sie gut in Form und sieht jünger aus, als sie war. Aber wenn sie sich in der letzten Zeit im Spiegel betrachtete, glaubte sie jedoch auch zu sehen, wie das Alter sie je einzuholen begann. Ihre Freunde erklärten sie jedoch für verrückt. Du siehst besser aus als vor Jahren",betonten sie. Manchmal bemerkte Melany auch, dass ihr im Supermarkt immer noch die Männer nachschauten.Aber sie war eben keine, zweiund-zwanzig mehr, würde es nie wieder sein.Beim Eintreffen der Scheidungspapiere hatte sie das Gefühl gehabt, ein kleiner Teil ihrer selbst sei gestorben. Ihr anfänglicher großer Zorn war in Traurigkeit umge-schlagen obwohl sie ständig in Bewegung war, schien ein Tag, wie jeder andere, und es fiel ihr oft je schwer, sie auseinander zu halten. Knapp vor einem Jahr hatte sie einmal an ihrem Schreibtisch gesessen und eine Viertelstunde darüber nachgegrübelt,was ihre letzte nun spontane Tat gewesen war.Aber es war ihr keine eingefallen. Marco fehlte ihr jedoch manchmal noch, zumindest seine guten Seiten.
Am meisten vermisste sie die Intimität, das kuscheln und das Flüstern hinter verschossenen Türen.
