Die Unfreiwillige Braut des Scheichs: Die Sharjah Scheiche, #1
Von Leslie North
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Über dieses E-Book
Scheich Khalid Al-Qasimis Playboyverhalten hat schließlich Folgen. Nachdem Khalid bei einem diplomatischen Besuch in Amerika einen Skandal verursacht hat, stellt sein Vater ihn vor die Wahl — heiraten oder verbannt werden. Um seine Familie nicht zu verlieren, beugt sich Khalid dem Wunsch seines Vaters, doch eine unverblümte Amerikanerin unterbricht Khalids Hochzeit. Jetzt hat Khalid einen neuen Plan, der seinen Vater besänftigen, sein Erbe sichern und Khalid noch immer die Möglichkeit geben würde, sein Leben fortzuführen… er wird sich mit der hübschen Amerikanerin verloben — und dann wird sein Vater sie so sehr hassen, dass er Khalid anfleht, sie doch nicht zu heiraten.
Journalistin Casey Connolly hatte noch nie Angst davor, ihre Meinung kundzutun. Während sie an einem Artikel über arrangierte Ehen arbeitet, bekommt sie Ärger, da sie eine königliche Hochzeit stört, um von den anwesenden amerikanischen Gästen eine Stellungnahme zu erhalten. Der sexy Bräutigam bietet ihr an, sie gehen zu lassen, wenn sie so tut, als wäre sie seine Verlobte — nur für kurze Zeit. Da das ihre Chance sein könnte, an Informationen für ihren Exklusivbericht zu kommen, stimmt Casey zu.
Bald ist es nicht mehr möglich, die Chemie, die zwischen ihnen besteht, zu verneinen, doch Caseys Chef drängt sie dazu, ihren Artikel fertigzuschreiben und in die Vereinigten Staaten zurückzukehren, während Khalids Vater die Hochzeit so bald wie möglich stattfinden lassen möchte. Wird diese Scheinliebe Wirklichkeit werden oder werden die beiden unter dem Druck, der auf ihnen lastet, zusammenbrechen?
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Buchvorschau
Die Unfreiwillige Braut des Scheichs - Leslie North
1
Um sich zu beruhigen, atmete Scheich Khalid Al-Qasimi, während er auf die riesigen Holztüren vor sich starrte, tief ein und wieder aus. Als er erneut langsam einatmete, legte er seine Hände auf die Messinggriffe. Er wusste, dass sich sein Leben, sobald er diese Türen durchschreiten würde, für immer verändern würde. Nicht zum Besseren.
Er ließ von der Tür ab, schüttelte seine Arme aus und sah auf das traditionelle, weiße Gewand seines Landes hinab.
Von hinten drang Ahmeds tiefe Stimme zu Khalid: „Sie ist eine sehr hübsche Braut und Mehmood ist ein sehr traditioneller Mann, weshalb ich mir sicher bin, dass du die heutige Nacht lange in Erinnerung behalten wirst." Ahmed stellte sich neben ihn und stupste seinen Bruder am Arm an.
Khalid sah ihn verächtlich an. „Du bist ebenfalls dafür verantwortlich, dass unser Vater mich hierzu zwingt. Ich habe weder an Mehmood noch an seiner Tochter ein Interesse. Und es ist mir egal, ob sie Jungfrau ist oder nicht. Glaubst du, dass die Frauen, mit denen wir in Amerika ausgegangen sind, Jungfrauen waren?"
Ahmed zuckte mit den Schultern. „Du wusstest, dass dieser Tag kommen würde. Okay, wenn Vater etwas weniger wütend gewesen wäre..."
„Warte nur, bis du dran bist. Ich vermute, dass die Stimmung unseres Vaters mit der Art unserer Transgression zu tun hat und nicht mit seinem Alter. Du bist als nächster dran, kleiner Bruder." Khalid wandte seine Aufmerksamkeit wieder der Tür zu und wartete auf die Ruhe, die er brauchte, um hindurchgehen zu können.
Ahmed schüttelte seinen Kopf und bot ihm ein schwaches Lächeln an. „Wir hatten nur eine Nacht Spaß."
„Spaß? Eine gute Zeit zu haben ist eine Sache. Schande eine ganz andere. Khalid legte eine Hand auf die Schulter seines Bruders. „Und hierbei geht es um die Ehre unserer Familie — und darum, dass ich meinen Platz in unserer Familie behalte. Geh jetzt. Ich werde dir folgen.
„Wenn es eine andere Möglichkeit geben würde…" Ahmed beendete den Satz nicht.
Khalid hatte den gleichen Gedanken gehabt. Doch er wusste, was ihm zur Auswahl stand — heiraten oder alles verlieren. Er war noch nicht bereit sich von seinen Brüdern oder seinem Heimatland zu verabschieden. Also würde er sich für die andere Option, die ihm sein Vater gelassen hatte, entscheiden. Er strich über Ahmeds Schulter und ließ dann seine Hand fallen.
Ahmed schüttelte seinen Kopf, zog die schwarze Bisht mit dem Goldrand über seine Schultern und öffnete die Türen. Es war ungewohnt Ahmed in etwas anderem gekleidet zu sehen als den perfekt maßgeschneiderten Anzügen, die er normalerweise trug. Ahmed betrat das Zimmer und seine weiße Kufiya flatterte, während er lief.
Khalid verstand, dass es an jedem der Söhne lag die Ehre der Familie aufrechtzuerhalten. Er verstand die Gründe seines Vaters, die ihn dazu veranlasst hatten, die Hochzeit mit Mehmood zusammen zu arrangieren. Es gab dafür viele Gründe, nicht zuletzt, dass dadurch der Reichtum beider Familien vereint wurde. Zudem hielt diese Ehe Khalid davon ab jemand anderes zu heiraten — mit anderen Worten: es hielt ihn davon ab einen weiteren Fehler zu begehen.
Die Ehe hatte politisch und geschäftlich gesehen Sinn, doch Khalid bevorzugte eine Welt, die nicht ganz so kalkulierend war. Er hatte immer gedacht, dass er eines Tages — ein weit entfernter Tag — eine Frau heiraten würde, die er liebte. Egal, welcher Familie sie angehörte. Das war wohl ein weiterer Traum, aus dem nichts werden würde.
Khalid atmete erneut ein und erinnerte sich daran, dass er eines Tages Sultan werden würde.
Er hätte dieses Meeting niemals sabotieren sollen. Doch er hatte getrunken gehabt und sein Vater hatte es natürlich herausgefunden. Die daraus entstandene Schande war Khalids Ruin gewesen.
„Heirate und beweise damit, dass du den Namen deiner Familie verdient hast, oder lasse dich weder bei mir noch irgendjemand anderen aus unserer Familie jemals wieder blicken."
Sultan bin Mohammed Al-Qasimis Worte waren harsch gewesen, doch Khalid war froh gewesen, dass er überhaupt eine Wahl hatte, auch wenn es keine gute war. Er würde beweisen, dass er bereit war sich seinen Verantwortungen zu stellen.
Er zog seine eigene schwarze Bisht über seine Schultern und passte den unteren Rand seiner Kufiya so an, dass die Kopfbedeckung von seinem Hals hinab über seinen Rücken hing. Er zog den Goldrand nach vorne und folgte Ahmed den Gang entlang.
Der Saal war bis zum Rand mit Angehörigen beider Familien gefüllt, doch nicht jeder der Gäste war blutsverwandt. Die amerikanischen Geschäftspartner seines Vaters fielen mit ihren maßgeschneiderten Anzügen auf. Alle anderen trugen traditionelle Kleidung. Khalid zwang sich zu einem Lächeln. Er würde das irgendwie überstehen.
Er nahm den dunkelroten Teppich und die goldenen Wände als grell wahr. Lichter glitzerten in den goldenen Kronleuchtern, die von der Decke hingen. Ein Stück vom Hauptgang entfernt standen Tische, die mit weißem Stoff überzogen waren und sich von dem Teppich farblich abhoben. Die goldenen Stühle besaßen rote Polster, die dieselbe Farbe hatten wie der Teppich. Bei den westlichen Hochzeiten, an denen Khalid teilgenommen hatte, hatten die Gäste in festen Reihen gesessen und allesamt nach vorne geschaut, als handle es sich um ein düsteres Ritual. In Sharjah hingegen waren Hochzeiten Feiern, die nichts zu wünschen übrig ließen. Die Feier fing an, bevor die eigentliche Zeremonie stattfand, und sie ging so lange weiter, bis die letzte Person ging.
Als er vorne ankam, stellte sich Khalid neben Mehmood, der bereits wartete. Mehmood nickte Khalid zu und drehte sich dann zur Seite.
Die Doppeltür zur linken Seite des Saales öffnete sich und Fadiyah stand nun, vom Türrahmen eingerahmt, vor ihm.
Khalid musste zugeben, dass sie sehr hübsch war. In ihrem goldenen Kleid, das mit Kristallen und goldenen Stickereien verziert war, sah sie wie eine Königin aus. Da sie sehr schlank war, schien das Kleid sie fast zu verschlingen. Ein Kopftuch verdeckte ihre schwarzen Haare und ein Schleier fiel um ihre Schulter, um ihre Keuschheit zu bewahren. Mit rotem Henna waren geschwungene Muster auf ihre Arme gezeichnet worden und die Wirbel gingen unter den goldenen Armreifen fast verloren.
Er wusste, dass er sich glücklich schätzen konnte, dass solch eine hübsche Braut für ihn ausgewählt worden war, doch die erzwungene Entscheidung ärgerte ihn noch immer. Er fragte sich, ob Fadiyah eine Wahl gehabt hatte oder ihr von ihrem Vater einfach gesagt worden war, dass sie heiraten musste?
Bei dem Gedanken zog sich sein Magen zusammen und drehte sich um.
Sie kam mit fest auf den Teppich gerichtetem Blick zu ihm. Er versuchte ihr das warme, liebenswürdige Lächeln anzubieten, das sie verdient hatte, doch sie sah ihn nicht an. Ihre Hände schienen zu zittern. Vor Angst?
Schließlich sah sie doch auf. Ihre dunklen Augen erschienen riesig. Sie atmete hörbar ein. Sie lächelte ihn nicht an. Er ging davon aus, dass sie aus den gleichen Gründen nervös waren — sie kannten sich so gut wie gar nicht. Hasste sie diese Situation? Vielleicht würden sie, sobald das hier vorbei war, darüber reden können.
Er streckte seine Hand zu ihr aus, doch die Türen hinter ihm wurden aufgerissen und Stimmen erhoben sich. Khalid sah über seine Schulter und erkannte, wie zwei stämmige Sicherheitsmänner — die aufgrund ihrer westlichen Anzüge und ihrer Muskeln als solche leicht zu erkennen waren — versuchten eine Frau zurückzuhalten, die sich Mühe gab, sie nicht an ihr Handy zu lassen.
Ihre blonden Haare waren zusammengebunden und eine Brille verdeckte ihre Augen, doch für eine Hochzeit war sie nicht gekleidet. Er fand sie in ihren enganliegenden blauen Jeans und einem beigen Blazer, den sie über einer Bluse trug, attraktiv. Sie sah auch wie eine Reporterin aus. Er bewunderte ihren Mut, wünschte sich jedoch, dass sie sich für einen anderen Ort entschieden hätte, um ihn zur Schau zu stellen.
„Ich habe ein Recht hier zu sein. Darüber muss berichtet werden. Wisst ihr, dass Sharjah eines der wenigen Länder ist, in denen die Rechte der Frau immer wieder ignoriert werden, und hierbei handelt es sich um ein gutes Beispiel."
Khalid stöhnte. Der Akzent der Frau war eindeutig amerikanisch — und dreist. Hatte er nicht bereits genug Ärger wegen diesen Amerikanern und ihren Ideen. Er sah sich um und erkannte, dass das Gesicht seines Vaters rot wurde, so auch Mehmoods Gesicht. Schwarze Bärte begannen sich zu sträuben. Er sah Fadiyah an und merkte, dass sie die Frau mit großen Augen anstarrte.
Die Reporterin stritt sich nun mit einer der Wachen um ihr Handy, das ohne Zweifel irgendwelche Fotos oder Videos enthielt. Der Sultan hatte darauf bestanden, dass die Medien nicht anwesend waren. Khalid sah dabei zu, wie sich ihr goldener Pferdeschwanz löste und sich ihre goldenen Haare um ihr Gesicht und auf ihre Schultern legten. Ihre Brille fiel zu Boden und sie sprang hinterher, wodurch sie den Sicherheitsmännern entkam.
Die Journalistin stand auf, eilte auf einen der amerikanischen Geschäftsmänner zu und drückte ihm das Handy vors Gesicht. „Sie sind der CEO der AmeriTek. Bedeutet ihre Anwesenheit, dass sie der Sichtweise Sharjahs, dass Frauen nichts weiter als Besitztümer seien, zustimmen?"
Khalid zuckte zusammen. Was könnte der arme Mann darauf nur antworten? Dass er dem nicht zustimmte und dadurch den Sultan dazu zwang etwas dagegen zu unternehmen? Oder dass er zustimmte und dann dieses Zitat bei einer amerikanischen Zeitung erscheinen würde?
Die Sicherheitskräfte holten sie ein. Einer der Männer legte eine Hand um ihre Taille und die andere um ihren Mund, was ihren Protest verstummen ließ. Der andere nahm ihr das Handy ab. Sie schleppten sie aus der hinteren Tür hinaus, die mit einem klackenden Geräusch und etwas, das wie eine Drohung klang die amerikanische Botschaft anzurufen, zufiel.
Der Aufruhr hatte die Gäste abgelenkt. Besorgtes Flüstern ging in ein leises Murmeln über und manche standen auf, als würden sie gehen wollen. Khalid sah seinen Vater an — der alte Mann schickte einen von Khalids Onkeln aus dem Zimmer; vermutlich, um sicherzustellen, dass die Frau verhaftet wurde. Die Amerikaner waren alle aufgestanden, zogen ihre Anzüge glatt und sahen zu den Ausgängen. Ihre unglücklichen Gesichtsausdrücke waren weder zu übersehen noch zu ignorieren.
Khalid sah auf seine Zukünftige hinab. Sie blickte zu ihm auf. Ihre Unterlippe zitterte. Er wusste nicht, was er ihr hätte sagen können.
Eine Sekunde später stieß sie einen schrillen Schrei aus und Tränen begannen aus ihren Augen zu fließen. Ihr Vater legte eine Hand auf ihren Arm, doch
