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Das Rätsel um Antonia: Dr. Norden Bestseller 290 – Arztroman
Das Rätsel um Antonia: Dr. Norden Bestseller 290 – Arztroman
Das Rätsel um Antonia: Dr. Norden Bestseller 290 – Arztroman
eBook136 Seiten1 StundeDr. Norden Bestseller

Das Rätsel um Antonia: Dr. Norden Bestseller 290 – Arztroman

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Über dieses E-Book

Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt.
Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration.

Cora Novarro war bereits seit zwei Jahren Patientin von Dr. Daniel Norden, aber sie war für ihn immer noch ein rätselhaftes Wesen, und das war äußerst ungewöhnlich, denn Kontaktschwierigkeiten gab es zwischen ihnen nicht, und es war mit der Zeit auch ein Vertrauensverhältnis entstanden, das Cora eigentlich leichter durchschaubar hätte machen müssen. Aber da waren Schleier, die so manches verhüllten und undurchdringlich schienen. Doch schon seit einigen Tagen wußte Cora auch, daß sie nicht mehr lange leben wurde. Dr. Norden wußte es bereits seit einem Jahr, als sie sich in der Behnisch-Klinik einer Darmoperation hatte unterziehen müssen. Er hatte versucht, es ihr behutsam und sehr vorsichtig zu erklären, aber so oft er auch einen Anlauf unternommen hatte, hatte sie abgewinkt. Sie fühle sich blendend und würde fortan nur noch solide leben, hatte sie erklärt, und sie war ihren guten Vorsätzen auch treu geblieben. Sie rauchte nicht mehr, sie trank überhaupt keinen Alkohol mehr und hatte ihre Ernährung völlig umgestellt. Fast schien es, als würde sie tatsächlich die tödliche Krankheit besiegen. Selbst der Arzt ließ sich täuschen durch ihre unbekümmert scheinende Gelassenheit. Von einer Reise nach Südtirol zu­rückgekehrt in ihr schönes Haus am Kanal hatte sich ihn zu sich gerufen. Auch das war ungewöhnlich und für ihn ein Zeichen, daß es ihr nicht gutgehen konnte, da sie sonst gewiß in die Praxis gekommen wäre, wollte sie doch nicht als Schwerkranke betrachtet werden. Für den erfahrenen Dr. Norden war es bei diesem Besuch klargeworden, daß Cora sich nun auch nicht mehr selbst täuschte, und sie sagte auch sehr ruhig, daß sie sich schon längst bewußt sei, daß es keine Gesundung für sie geben würde. Sie sei jedoch dankbar, daß ihr genügend Zeit geblieben wäre, das Resümee ihres Lebens zu überdenken und noch das tun zu können, was sie aus Feigheit bisher vor sich her geschoben hätte. Viel Zeit würde ihr allerdings nicht mehr bleiben, das wußte er, das wußte auch sie. Dr. Norden besuchte sie jeden Tag, und ihre Schmerzen wurden mit Injektionen und Infusionen gelindert. An diesem Freitag, an dem er erst am späten Nachmittag kam, schien sie wieder einmal eine gute Phase zu haben.
SpracheDeutsch
HerausgeberBlattwerk Handel GmbH
Erscheinungsdatum11. Sept. 2018
ISBN9783740931902
Das Rätsel um Antonia: Dr. Norden Bestseller 290 – Arztroman

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    Buchvorschau

    Das Rätsel um Antonia - Patricia Vandenberg

    Dr. Norden Bestseller

    – 290 –

    Das Rätsel um Antonia

    Patricia Vandenberg

    Cora Novarro war bereits seit zwei Jahren Patientin von Dr. Daniel Norden, aber sie war für ihn immer noch ein rätselhaftes Wesen, und das war äußerst ungewöhnlich, denn Kontaktschwierigkeiten gab es zwischen ihnen nicht, und es war mit der Zeit auch ein Vertrauensverhältnis entstanden, das Cora eigentlich leichter durchschaubar hätte machen müssen. Aber da waren Schleier, die so manches verhüllten und undurchdringlich schienen. Doch schon seit einigen Tagen wußte Cora auch, daß sie nicht mehr lange leben wurde. Dr. Norden wußte es bereits seit einem Jahr, als sie sich in der Behnisch-Klinik einer Darmoperation hatte unterziehen müssen.

    Er hatte versucht, es ihr behutsam und sehr vorsichtig zu erklären, aber so oft er auch einen Anlauf unternommen hatte, hatte sie abgewinkt. Sie fühle sich blendend und würde fortan nur noch solide leben, hatte sie erklärt, und sie war ihren guten Vorsätzen auch treu geblieben. Sie rauchte nicht mehr, sie trank überhaupt keinen Alkohol mehr und hatte ihre Ernährung völlig umgestellt. Fast schien es, als würde sie tatsächlich die tödliche Krankheit besiegen. Selbst der Arzt ließ sich täuschen durch ihre unbekümmert scheinende Gelassenheit.

    Von einer Reise nach Südtirol zu­rückgekehrt in ihr schönes Haus am Kanal hatte sich ihn zu sich gerufen. Auch das war ungewöhnlich und für ihn ein Zeichen, daß es ihr nicht gutgehen konnte, da sie sonst gewiß in die Praxis gekommen wäre, wollte sie doch nicht als Schwerkranke betrachtet werden. Für den erfahrenen Dr. Norden war es bei diesem Besuch klargeworden, daß Cora sich nun auch nicht mehr selbst täuschte, und sie sagte auch sehr ruhig, daß sie sich schon längst bewußt sei, daß es keine Gesundung für sie geben würde. Sie sei jedoch dankbar, daß ihr genügend Zeit geblieben wäre, das Resümee ihres Lebens zu überdenken und noch das tun zu können, was sie aus Feigheit bisher vor sich her geschoben hätte.

    Viel Zeit würde ihr allerdings nicht mehr bleiben, das wußte er, das wußte auch sie. Dr. Norden besuchte sie jeden Tag, und ihre Schmerzen wurden mit Injektionen und Infusionen gelindert.

    An diesem Freitag, an dem er erst am späten Nachmittag kam, schien sie wieder einmal eine gute Phase zu haben.

    »Ich bekomme morgen Besuch von meiner Freundin Sophie und ihrer Tochter Antonia«, erzählte sie ihm lebhaft, und ihre Augen leuchtete dabei wie ehemals.

    Dr. Norden ahnte, daß sie eine bildhübsche Frau gewesen sein mußte, obgleich er nie ein Foto aus früheren Jahren zu sehen bekam. Und auch als Kranke hatte sie noch eine ganz besondere Ausstrahlung.

    »Ich werde doch ein paar gute Tage haben, lieber Dr. Norden?« fragte sie flehend, als er gesagt hatte, daß er sich freue, wenn sie liebe Gesellschaft hätte, denn ihre Haushälterin Mathilde war sehr schwerhörig und auch schwerfällig geworden, und für die geistreiche und noch immer vielseitig interessierte Cora gewiß nicht die richtige Gesellschaft, wenn nun auch die einzige.

    Dr. Norden konnte immer wieder staunen, wie rege der Geist dieser kranken Frau war, die doch schon so nahe dem Jenseits war.

    »Heute bin ich sehr zufrieden«, erklärte er, »und warum sollte es nicht auch anhalten?«

    »Wir wollen uns nichts vormachen, und jetzt werde ich Sie auch nicht mehr täuschen«, erklärte Cora. »Nur die beiden Tage möchte ich mit Anstand überleben.«

    »Mit Abstand überleben«, eine seltsame Formulierung, die ihn leicht frösteln ließ, aber dann kam ihm auch in den Sinn, daß Cora nie über eine Freundin gesprochen hatte, nie über zwischenmenschliche Beziehungen.

    »Wann werden Ihre Gäste eintreffen?« fragte er beiläufig.

    »Morgen mittag. Sie kommen mit dem Flugzeug von Hamburg, so gegen dreizehn Uhr.«

    »Dann werde ich morgen gegen elf Uhr kommen und Ihnen eine Injektion geben«, erklärte er.

    »Das wollen Sie tun, obgleich Samstag ist?«

    »Es ist selbstverständlich.«

    Sie sah ihn an mit einem Blick, der ihm durch und durch ging. »Ich bin dankbar, Sie gefunden zu haben«, sagte sie leise. »Ich habe eine Aversion gegen Ärzte gehabt über viele Jahre hinweg, aber Sie haben alles wiedergutgemacht.«

    »Sie hatten eine schlechte Erfahrung gemacht?« fragte er.

    »Mehrere. Es soll vergessen sein.« Sie hatte die Augen geschlossen. »Es wird ja ohnehin bald alles vorbei sein.«

    Sie sagte es ruhig, fast gleichmütig. Und Dr. Norden wußte, daß sie mit sich im reinen war und ihre innere Ruhe gefunden hatte.

    Sie reichte ihm ihre Hand, eine wunderschöne, feingliedrige Hand. »Dann bis morgen«, sagte sie mit einem Lächeln, das alle Anmut in ihr blasses Gesicht zurückbrachte.

    Dreiundvierzig Jahre war Cora Novarro, und zum Sterben verdammt. Dr. Norden haderte wieder einmal mit dem unerbittlichen Schicksal, als er heimwärts fuhr.

    Seine Frau Fee und seine Kinder warteten schon auf ihn. Fröhliches Leben herrschte im Hause Norden, aber er dachte noch an diese einsame, rätselhafte Frau. War sie immer so allein gewesen?

    An Geld mangelte es ihr bestimmt nicht. Ob sie je einen Beruf ausgeübt hatte, war nie erwähnt worden. In den zwei Jahren, die er sie kannte, war sie viel auf Reisen gewesen. Das Haus, in dem sie lebte, hatte vorher einem Kunsthändler gehört. Mehr wußte Daniel Norden darüber auch nicht.

    »Du denkst sicher wieder über Cora Novarro nach«, bemerkte Fee beiläufig, als die Kinder zu Bett gebracht waren.

    »Du kannst Gedanken lesen«, stellte er fest.

    »Das klappt aber eigentlich nur bei dir«, erwiderte Fee mit ihrem bezaubernden Lächeln, »und außerdem weiß ich ja, wer dich in den letzten Tagen am meisten beschäftigt. Wäre es nicht besser, sie würde in die Klinik gebracht? Sie kennt doch die Behnischs, und die alte Mathilde kann sich doch nicht so um sie kümmern, wie es nötig ist.«

    »Ich kann nur staunen, wie sie noch allein zurechtkommt, obgleich sie sich manchmal kaum noch auf den Beinen halten kann. Aber morgen bekommt sie Besuch aus Hamburg.«

    Überrascht blickte Fee auf. »Tatsächlich? Es gibt also doch noch Menschen, die sich um sie kümmern.«

    »Ich weiß nicht, ob das nicht mehrere tun würden und sie es einfach nicht will«, sagte Daniel gedankenvoll. »Sie ist die eigenartigste Patientin, die ich je hatte. Ich kenne sie und weiß doch nichts von ihr.«

    »Und wer besucht sie?« fragte Fee.

    »Ihre Freundin Sophie und deren Tochter Antonia. Das hat sie mir gesagt, und es hat mich gewundert.«

    »Es könnte ja so sein, daß sie meint, daß du genügend um die Ohren hast, und sie dich nicht auch noch mit ihren Privatangelegenheiten unterhalten und dir die Zeit rauben will, wie es doch so viele andere tun, die mit jedem kleinen Wehwehchen kommen.«

    »Sie sind allesamt einsam, wenn sie kommen, Feelein, und es ist ihnen gar nicht bewußt, daß andere mich bedeutend nötiger brauchen.«

    Fee warf ihm einen Seitenblick zu. »Du bist viel zu nachsichtig, Schatz. Andere Ärzte haben nicht so viel Geduld.«

    Er lächelte. »Jedenfalls hat mir Cora Novarro heute gesagt, daß sie gegen Ärzte eine Aversion hatte und ich vieles gutgemacht hätte. Das ist doch auch was wert.«

    »Sie hat dich aber früher nie über Gebühr beansprucht.«

    »Und deshalb bekommt sie morgen vormittag auch eine Injektion, damit sie für ihren Besuch einigermaßen frisch ist. Darauf legt sie nämlich großen Wert.«

    »Und wieviel Zeit bleibt ihr noch?«

    »Es kann ganz plötzlich zu Ende gehen«, erwiderte Daniel leise. »Und ich habe das Gefühl, daß sie den Zeitpunkt selbst bestimmen will.«

    »Guter Gott, du hast Ideen«, murmelte Fee.

    »Sie will noch etwas zu Ende führen, was sie aus Feigheit vor sich her schob.«

    »Vergangenheitsbewältigung?« fragte Fee nachdenklich.

    »Es mag sein.«

    *

    In der vornehmen Villa im Stadtteil Blankenese in Hamburg packte Sophie Westenhold einen Koffer Sie richtete sich auf, als sie leichte Schritte vernahm. In der halboffenen Tür erschien ein zierliches Mädchen mit dunklem Lockenkopf.

    »Bist du schon fertig mit Packen, Tonia?« fragte Sophie.

    »Nein, warum muß ich eigentlich mit nach München?« fragte Antonia trotzig. »Ich würde lieber mit Daddy segeln.«

    »Cora ist deine Patin, und sie ist krank. Ich fürchte sogar, daß sie sehr krank ist, da sie um unseren Besuch gebeten hat.«

    Antonia zog einen Schmollmund. »Ja, sie ist meine Patin und hat mich mit Geschenken überhäuft, aber gesehen habe ich sie viermal in meinem Leben.«

    Sophie wandte sich wieder ihrem Koffer zu. »Sie war viel auf Reisen, Kleines, und ich denke, wir sollten ihr den Wunsch erfüllen und sie besuchen. Außerdem ist in München Oktoberfest, und das ist doch für dich auch eine hübsche Abwechslung. Du kannst dich mit Dodo und Karlheinz treffen.«

    Antonias Gesicht hellte sich auf. »Wenn sie in München sind«, meinte sie skeptisch. »Sie sind am Wochenende doch dauernd auf der Achse. Sie sind noch

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