Über dieses E-Book
Benedict hat Leben und Karriere im Griff und soll die bildschöne April kennenlernen. Perfekt. Doch da sieht er, wie sich Aprils verruchte Schwester Maya in der Badewanne befriedigt! Die Luft vibriert vor Sinnlichkeit, und Ben kann sein Glück nicht fassen, als Maya ihn verführt. Die unausweichliche Affäre überwältigt ihn so, dass bald seine Firma leidet. Um die zu retten, tut Ben sich mit April zusammen, Mayas Schwester - Mayas verhasster Schwester! Plötzlich merkt Ben, dass er seine große Liebe riskiert …
Christy McKellen
Christy McKellen, ehemalige Video- und Radioproduzentin, verbringt ihre Zeit jetzt mit dem Schreiben von provokativ-leidenschaftlicher, verführerischer Romance. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, genießt sie das Leben mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern. Sie liebt es, spazieren zu gehen und die tiefsten Geheimnisse und Gelüste anderer Menschen herauszufinden. Christy freut sich über jedes Feedback ihrer Leserschaft auf christymckellen.com.
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Rezensionen für Nackt ertappt
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Buchvorschau
Nackt ertappt - Christy McKellen
MIRA® TASCHENBUCH
Copyright © 2020 by MIRA Taschenbuch
in der HarperCollins Germany GmbH, Hamburg
© 2018 by Christy McKellen
Originaltitel: „Wild Child"
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: DARE
Published by arrangement with
HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./SARL
Übersetzung: Johannes Heitmann
Coverabbildung: Getty Images_yuriyzhuravov
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN E-Book 9783745751796
www.harpercollins.de
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1. KAPITEL
Maya
Als ich Benedict Chivers das erste Mal sah, war ich gerade kurz vor dem Orgasmus.
Ich hatte einen langen, aufreibenden Tag im Büro hinter mir – genaugenommen im Büro von meinem Arschloch von Vater. Seit dem Moment, als ich aus dieser Folterkammer entkommen war, hatte sich alles in mir nach einem heißen, beruhigenden Schaumbad gesehnt.
Sich wohlig im heißen Wasser ausstrecken und entspannen, das hat mich schon immer scharfgemacht. Es muss daran liegen, dass mir das heiße Wasser zwischen den Schenkeln entlangströmt und dass meine Haut sich durch den Badeschaum so glitschig und gut anfühlt.
Jedenfalls war ich gerade tief in eine meiner schönsten Sexfantasien vertieft, als ein kraftvoll gebauter und atemberaubend gut aussehender Mann durch die unverschlossene Badezimmertür hereinkam und mich dabei erwischte, wie ich mit den Fingerspitzen meine Klitoris stimulierte und wie mein Körper direkt auf die dringend benötigte Entspannung zusteuerte.
An dieser Stelle sollte ich darauf hinweisen, dass er nicht zufällig von der Straße in mein Apartment gekommen ist. Ich hatte gerade für ein paar Wochen im Haus meines Vaters in Kensington gewohnt, während in meinem Apartment die beängstigend veralteten Stromleitungen erneuert wurden. Eigentlich hatte ich bei meiner Freundin Bella unterkommen wollen, aber mein Vater hatte darauf bestanden, dass ich stattdessen bei ihm wohne. Und wenn mein Vater auf etwas besteht, hat man dem gefälligst Folge zu leisten.
Ich schwöre, es war ein reines Versehen, dass ich die Tür nicht abgeschlossen hatte – aber ich kann nicht behaupten, dass ich es jetzt bereue.
Der Fremde sah mich aus seinen durchdringenden, zinngrauen Augen an, und bei seinem Blick fühlte ich mich wie hypnotisiert. Mein Atem stockte, mein Puls raste los, und das Dopamin durchströmte mich, während ich seinen Blick wie gebannt erwiderte.
Er stand einfach nur da. Seine festen Lippen waren leicht geöffnet, und aus seinen unglaublichen Augen blickte er mich an. Tief und durchdringend. Als ob es nichts anderes mehr auf der Welt geben würde als mich, nackt in dieser Wanne.
Die Faszination in seinem Blick machte mich so heiß, dass ich meine Finger wieder bewegte. Es fühlte sich an, als würde ich in seinem intensiven, eindringlichen Blick versinken. Die glühend heiße, ungeteilte Aufmerksamkeit von ihm spürte ich überall in meinem Körper.
Über das sanfte Plätschern des Wassers hinweg konnte ich seinen Atem hören. Schneidend scharf stieß er die Luft aus. Ich war wie berauscht von meiner Lust und dem Drang zu beenden, was ich begonnen hatte, aber ich bemerkte trotzdem, wie er die Schultern anspannte und die Fäuste ballte, als müsse er sich mit aller Macht beherrschen, die Hände bei sich zu behalten, um nicht ins Wasser zu greifen und mich zu berühren.
Dieser Gedanke gab mir den Rest. Der Orgasmus stieg in mir auf, und der gierig-begehrliche Blick und das unverhohlene Verlangen in den Zügen des Mannes ließ mich kommen. Die überwältigenden Wellen rissen mich mit, das laute Stöhnen stieg in meiner Kehle hoch, und ich konnte nicht mehr klar sehen, so schwindelerregend wirbelte mir der Höhepunkt in den Kopf.
Anscheinend schockierte ihn, dass ich meine Lust laut hinausschrie. Es riss ihn aus seinem schamlosen Voyeurismus. Als meine Welt wieder mit der Wirklichkeit eins wurde, konnte ich sehen, dass er einen Schritt nach hinten tat, die Stirn runzelte und hektisch blinzelte, als würde er gerade wieder zur Besinnung kommen.
Als die Ekstase in mir abebbte und ich wieder Luft bekam, konnte ich nur noch lachen.
Schließlich war das wirklich eine sehr lächerliche Situation.
„Freut mich, Sie kennenzulernen. Danke für den optischen Reiz", brachte ich lachend hervor.
Aber anstatt es ebenfalls mit Humor zu nehmen, sah mich der Mann nur kühl an, und das Lachen blieb mir im Hals stecken. Dann machte er auf dem Absatz kehrt, verließ schnell das Bad und knallte die Tür hinter sich zu.
Meine Verlegenheit schüttelte ich schnell ab und dachte lächelnd an den Blick des Mannes, als ich kurz davor war zu kommen. Er hatte es gewollt. Er wollte, dass ich komme. Er konnte einfach nicht wegsehen, obwohl er sich anscheinend über sich selbst ärgerte, weil er dazu nicht in der Lage war.
Der Gedanke, dass der Mann mich beim Masturbieren erwischt hatte, prickelte in mir. Das war irgendwie verboten und aufregend. Noch heißer fand ich allerdings, dass er sofort wieder hätte gehen können, es aber nicht getan hatte. Er war einfach dagestanden und hatte zugesehen, als hätte er einfach nicht anders gekonnt.
Dieser Gedanke gefiel mir unglaublich gut. Hatte ich so eine Macht über diesen aufregenden, gut aussehenden Fremden?
Wer war dieser Mann, und was hatte er hier um sechs Uhr abends im Haus meines Vaters zu suchen? Vor sieben kam mein Vater sonst nie nach Hause. Meistens ließ er sich erst ab neun wieder hier blicken.
Dieser Mann musste jemand Besonderes sein, wenn mein Vater früher als sonst von der Arbeit kam, um sich hier mit ihm zu treffen.
Ich stieg aus dem Bad und trocknete meine immer noch kribbelnde Haut mit einem der weichen, flauschigen Badetücher ab, von denen die Haushälterin immer übertrieben viele im Bad stapelte. Dann ging ich zu meinem Zimmer, um mich anzuziehen. Fast hoffte ich, noch mal dem mysteriösen Besucher mit den dunklen Augen über den Weg zu laufen. Aber das sollte wohl nicht sein.
Aus dem Erdgeschoss konnte ich gedämpfte Stimmen hören, wahrscheinlich von zwei Männern. Einer davon war ganz sicher mein Vater, das erkannte ich am tiefen Timbre der Stimme. Wahrscheinlich war der mysteriöse Mann zurück nach unten gegangen, was auch immer die zwei da für ein Meeting haben mochten.
Beim Anziehen beeilte ich mich. Zu einem schlichten Tanktop zog ich mir die älteste und bequemste Jeans an, bevor ich nach unten ging.
„Maya, bitte komm rein."
Beim dröhnenden Befehlston von meinem Vater erstarrte ich, als ich gerade auf Zehen am Wohnzimmer vorbeischlich, um mir ungesehen in der Küche noch ein großes Glas Wein zu gönnen, bevor es Zeit fürs Dinner war.
Mein Vater hatte darauf bestanden, dass ich ihm, solange ich hier bei ihm wohne, beim Dinner Gesellschaft leiste. Ich musste definitiv beschwipst sein, um eine ausgedehnte Mahlzeit mit ihm zu ertragen, während der wir zwei schweigend da saßen und jeden Blickkontakt zu vermeiden versuchten.
Widerstrebend wandte ich mich um und ging zur Tür des Esszimmers. Was in aller Welt würde jetzt passieren, wenn ich dort hineinging? Mein Vater stellte mich nur äußerst selten Geschäftspartnern vor. Es war immer meine ältere Schwester April, mit der er sich schmückte. Sie war der Sonnenschein der Familie. Im Vergleich zu ihrer makellosen Erscheinung war ich nur das schwarze, sehr schwarze Schaf.
Hatte dieser Typ meinem Vater erzählt, was gerade oben im Bad passiert war?
Ganz bestimmt nicht.
Letztlich kam er bei dieser Geschichte genauso schlecht weg wie ich, wenn nicht noch schlechter. Und mein Vater war kein Mensch, der es duldete, wenn man bei seiner Familie irgendwelche Grenzen überschritt. Dieser Kerl hatte eine seiner Töchter im Bad überrascht. Wie ich gehört hatte, hatte mein Vater Männer schon für weit weniger geschäftlich ruiniert.
Mit hoch erhobenem Kopf betrat ich das Zimmer. Ich war fest entschlossen, mich von den beiden einflussreichen Männern nicht einschüchtern zu lassen. Meinem Vater schenkte ich das unterwürfige Lächeln, das ihn sofort misstrauisch machte, wie ich an seinem mürrischen Stirnrunzeln erkennen konnte.
„Das ist Benedict Chivers. Er ist einverstanden, dass du in den nächsten Wochen für ihn in seiner Firma Ergo-i Software arbeitest, während ich in New York bin."
Er deutete auf den Mann, der mich vor nicht mal zehn Minuten beobachtet hatte, als ich mich selbst zum Höhepunkt gebracht hatte. Jetzt stand er stocksteif im Wohnzimmer meines Vaters und hielt ein großes Glas mit zehn Jahre altem Scotch in seiner kräftigen Hand.
Wieder konnte ich kaum fassen, wie attraktiv dieser Mann aussah. Bei seinem kantigen Kinn und den dunklen Augen konnte ich den Blick kaum von diesem hübschen Kerl abwenden.
Sein Gesicht war kantig, die hohen Wangenknochen ausgeprägt. Das pechschwarze Haar trug er nach hinten gekämmt. Ich konnte keine einzige graue Strähne entdecken. Für einen Geschäftsführer musste er noch ziemlich jung sein. Ich schätzte ihn auf Anfang dreißig. Wie groß er war! Dieser Kerl musste mindestens eins neunzig sein! Bei seinen breiten Schultern und den langen Gliedmaßen hätte ich mich ihm am liebsten an den Hals geworfen und mich an ihm gerieben, nur um diese Wahnsinnskraft aus nächster Nähe zu spüren.
„Du wirst ihn in allem unterstützen, bei dem er deine Hilfe braucht", fuhr mein Vater fort. Anscheinend hatte er überhaupt nicht mitbekommen, was hinter seinem Rücken da oben im Bad geschehen war. Zum Glück! Es wäre wirklich schade, wenn der rätselhafte, sexy Mr. Chivers beruflich ruiniert würde.
„Protokoll führen, Termine organisieren, so was in der Art. Du übernimmst den Job seiner leitenden Sekretärin, die sich gerade von einer OP erholt. Sein übriges Assistenzteam wird deine Arbeit auch überwachen und kann dir helfen, wenn du Fragen hast."
Ich hörte auf, Benedict Chivers eindringlich zu mustern, und wandte mich ab. Es nervte mich ein bisschen, dass er es schaffte, meinen Blick zu erwidern, als hätten wir uns noch nie im Leben gesehen. Dann lächelte ich meinen Vater unterwürfig an.
„Es wird für dich von Vorteil sein, den Büroalltag in einer anderen Firma mitzuerleben. Er ignorierte mein ungewöhnlich respektvolles Verhalten einfach. „Besonders, wenn du es tatsächlich damit ernst meinst, dir dein eigenes Unternehmen aufzubauen.
Aus seinem Mund klang das Wort „Unternehmen" so, als hätte ich vor, ein schäbiges Bordell oder ein Waffenkartell zu gründen.
Ich konnte förmlich spüren, wie sich mir vor Wut die Nackenhärchen aufrichteten.
Dabei plane ich im Grunde, ein Unternehmen für kundenspezifisch angefertigte Schmuckstücke zu gründen. Diese Idee geht mir schon seit Jahren durch den Kopf. Ich wäre die Erste, die zugibt, dass ich bis jetzt noch nicht viel mit meinem Leben angefangen habe. Gut möglich, dass ich mir ein bisschen zu viel Zeit für Partys genommen habe. Aber an meinem dreiundzwanzigsten Geburtstag bin ich zu einer Erkenntnis gelangt, als mir klargeworden ist, dass all meine Freunde im Gegensatz zu mir in ihrem Leben nach vorn blicken. Seitdem habe ich hart daran gearbeitet, mich wieder mehr auf meine Ziele zu konzentrieren.
Leider braucht man zur Gründung eines Unternehmens für Schmuck verdammt viel Grundkapital, und wenn man damit Gewinn machen möchte, muss man wirtschaftlich eine Menge beachten. Genau in dieser Hinsicht habe ich mich seitdem weitergebildet und im letzten Jahr Abendkurse besucht. Mein Tutor findet, dass ich es schaffen kann, aber ich weiß selbst, dass mir noch eine Menge an Praxiswissen und Erfahrung fehlt.
Nach langem Hin und Her hat mein Vater endlich eingewilligt, dass ich über meinen Treuhandfonds verfügen kann, wenn ich ihm beweise, dass ich mich aufs Geschäftliche konzentrieren kann. Mit diesem Geld kann ich dann mein Unternehmen gründen. Schließlich kosten allein die Edelsteine und Edelmetalle schon eine Menge. Obwohl mein Vater Milliardär ist, war er bei meinen Schwestern und mir schon immer schrecklich geizig, weil er wollte, dass wir den „wirklichen Wert von Geld zu schätzen lernen".
Besonders streng ist er in dieser Hinsicht mit mir. Seit dem Ärger mit den Designer-Höschen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Als Gegenleistung für sein Entgegenkommen musste ich ihm versprechen, dass ich sechs Monate meines Lebens dafür opfere, in unserem Familienunternehmen das Geschäft von Grund auf zu erlernen. Allerdings hat er mir bisher noch nicht viel zugetraut. Ich darf nur endlose Mengen Kaffee besorgen und Dokumente einscannen und dann schreddern. Mir kommt es vor, als würden Millionen zehn Jahre alte Akten in diesem staubigen Keller liegen. Höchstwahrscheinlich ist das nicht mal eine sinnvolle Arbeit. Er hat sich das bestimmt nur ausgedacht, um mir den Mut zu nehmen.
Jetzt soll anscheinend dieser Kerl mich babysitten, während mein Vater in die Staaten fliegt. Offenbar glaubt er mir nicht, dass ich mein Versprechen halte, auch in seiner Abwesenheit hart zu arbeiten und das Partyleben zu vergessen.
Allerdings bin ich ganz froh darüber, wenn Benedict Chivers mich als mein Boss herumscheucht. Gut möglich, dass mir das sogar Spaß macht. Das werde ich aber ganz bestimmt nicht einfach so tatenlos über mich ergehen lassen. Es sei denn, er lässt noch ganz anderes über mich ergehen. Das könnte mir gefallen. Und ihm hat es definitiv auch gefallen, da zu stehen und zuzusehen, wie ich es mir in der Wanne selbst besorge. Auch wenn er jetzt so tut, als sei das nie geschehen.
Ich fand, zum Ausgleich sei es bestimmt ganz unterhaltsam, wenn ich auch ein bisschen Spaß mit diesem Kerl habe. Deshalb wandte ich mich ganz sachlich und respektvoll an den Mann, der bereits sehr genau wusste, wie ich aussah, wenn ich gerade zum Höhepunkt kam.
„Es freut mich, Sie kennenzulernen, Mr. Chivers. Ich freue mich sehr darauf, mit Ihnen zu kommen und zu arbeiten." Schnell schüttelte ich den Kopf und verzog die Nase, als hätte ich mich nur unglücklich ausgedrückt. „Ich meinte, in Ihre Firma zu kommen und bei Ihnen zu arbeiten."
So unschuldig wie möglich lächelte ich ihn an und zeigte dabei mein Grübchen. Allerdings verrieten mir sein düsteres Stirnrunzeln und sein scharfsinniger Blick, dass er genau wusste, was ich da tat. Würde er mich dafür später noch büßen lassen? Das konnte ich nur hoffen.
„Freut mich auch, Maya. Schön, dass Sie zu uns an Bord kommen", erwiderte er sachlich.
Obwohl er sehr vorsichtig war, sich keinerlei Zweideutigkeit anmerken zu lassen, lief mir beim Klang seiner tiefen, leicht heiseren Stimme ein Schauer über den Rücken. Ich schwöre, ich hätte auf der Stelle kommen können.
In Gegenwart dieses Mannes cool zu bleiben, das würde wirklich eine Herausforderung werden.
„Ich hoffe, Ihre Zeit bei Ergo-i wird für Sie lehrreich. Wir haben alle eine Menge zu tun, aber wenn ich Ihren Vater richtig verstehe, kommen Sie schnell zurecht, wenn man Ihnen zeigt, wo’s langgeht." Dabei wirkte sein Blick so versteinert wie das hundertfünfzig Millionen Jahre alte versteinerte Fossil auf dem Kaminsims meines Vaters.
Ein Anflug von Frustration überkam mich. Sahen diese zwei mich tatsächlich so? Dass ich ausführliche Anleitungen brauchte, um Heißgetränke zu servieren und Unterlagen hin und her zu schieben?
„Okay, tja, wenn das alles ist, was zu sagen war … Da wartet in der Küche noch ein Glas Wein auf mich", erwiderte ich kühl und wollte auf einmal nur noch raus aus diesem Raum. Die Nähe dieses Kerls warf mich schwer aus der Bahn.
Knapp nickte ich den beiden Männern zu und zog mich rasch aus dem Zimmer zurück. Ich rannte fast den Flur entlang, um die sichere Distanz der Küche zu erreichen.
Noch ehe ich an meinen Fluchtort gelangen konnte, hörte ich hinter mir schwere Schritte und spürte den eisernen Griff meines Vaters am Arm, der mich stehen bleiben ließ.
Widerstrebend wandte ich mich zu ihm um und sah ihn an. Was für Kränkungen standen für heute Abend auf dem Plan?
„Ich erwarte, von Benedict nichts anderes zu hören, als dass du tadelloses Verhalten an den Tag gelegt hast, während du für ihn gearbeitet hast", sagte er in dem leisen eisigen Tonfall, den er immer dann einsetzt, wenn er will, dass die Leute ihm sehr genau zuhören.
Als
