Entdecken Sie mehr als 1,5 Mio. Hörbücher und E-Books – Tage kostenlos

Ab $11.99/Monat nach dem Testzeitraum. Jederzeit kündbar.

Melanie, Deine Haut hat die Farbe der Erde: Zufällig Blutverwandt. Eine spektakuläre und schmerzhafte Liebesgeschichte
Melanie, Deine Haut hat die Farbe der Erde: Zufällig Blutverwandt. Eine spektakuläre und schmerzhafte Liebesgeschichte
Melanie, Deine Haut hat die Farbe der Erde: Zufällig Blutverwandt. Eine spektakuläre und schmerzhafte Liebesgeschichte
eBook355 Seiten3 Stunden

Melanie, Deine Haut hat die Farbe der Erde: Zufällig Blutverwandt. Eine spektakuläre und schmerzhafte Liebesgeschichte

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Der vielleicht dramatischste, spektakulärste und schmerzhafte Liebesgeschichte aller Zeiten. Der Roman basiert teilweise auf wahren Hintergründen, ist aber fiktiv erzählt.


Dürfen eine Mutter und ihre Tochter den gleichen Mann lieben? Normalerweise nein. Aber was, wenn es passiert? Tatsächlich liebte die Frau, die mich inspirierte das Buch zu schreiben, den gleichen Mann wie ihre Mutter.
Darf eine Tochter ihren Vater lieben? Darf es Beziehungen unter Familienmitgliedern geben? Normalerweise nein. Aber was, wenn es passiert? Dieser Teil der Geschichte ist reine Fiktion.
Der 35jährige Wanted aus Kamerun, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt und Melanie, eine 18jährige junge Frau haben eine leidenschaftliche Affäre. In Wanted findet Melanie zum ersten Mal jemanden, der sie wegen ihrer dunkleren Haut schätzt. Sie wurde als Baby adoptiert und war – weder ganz "schwarz" noch ganz "weiß" – immer auf der Suche nach ihrer Identität, ohne Unterstützung ihrer Eltern, die in ihr nur ihre "normale", "weiße" Tochter sehen wollten. Mit Wanted blüht Melanie auf und beide verbindet eine tiefe, hingebungsvolle Liebe und eine unersättliche Lust aufeinander.
Doch die Dämonen der Liebe lauern: seit Jahren hat Wanted eine Affäre mit Melanies Adoptivmutter, deren Mann aus Rache dafür, was Wanted seiner Familie angetan hat, in der Vergangenheit gräbt. Dort stößt er auf einen dramatischen Umstand: Wanted ist Melanies Vater!
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum22. März 2015
ISBN9783738020816
Melanie, Deine Haut hat die Farbe der Erde: Zufällig Blutverwandt. Eine spektakuläre und schmerzhafte Liebesgeschichte
Autor

K.T.N Len'ssi

K.T.N. Len‘ssi kommt ursprünglich aus Kamerun und lebt seit über 25 Jahren in Darmstadt in Deutschland. Er ist Marketingberater, Coach, Lebensberater, Buchautor und Herausgeber von zahlreichen Ratgebern. Er schreibt und berät über Themen, die die Menschen bewegen, die mit schwerem Schicksal zu tun haben oder auch bei manchen tabu sind. Seine Ratgeber machen glücklich, denn sie lösen Probleme, genauso wie seine Romane, die ein Schatz an Weisheiten sind.

Mehr von K.T.N Len'ssi lesen

Ähnliche Autoren

Ähnlich wie Melanie, Deine Haut hat die Farbe der Erde

Ähnliche E-Books

Romanzen für Sie

Mehr anzeigen

Verwandte Kategorien

Rezensionen für Melanie, Deine Haut hat die Farbe der Erde

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Melanie, Deine Haut hat die Farbe der Erde - K.T.N Len'ssi

    VORWORT

    Zwei Gründe brachten mich dazu dieses Buch zu schreiben, um bestimmte Realitäten in der Gesellschaft, die immer sehr tabuisiert sind, anzusprechen. In allen meinen Büchern geht es immer um Themen, die in der Gesellschaft aktuell sind, über die wir aber nicht gern reden möchten. Alle meine Buchideen entstehen aus Gesprächen mit den Menschen, die auf die eine oder andere Art in die Sache involviert sind, und deswegen beruhen viele Teile der Geschichten auf wahren Erlebnissen, die ich dann fiktiv und mit meiner Fantasie ausdehne und erzähle.

    Wie fast alle meine Bücher stammt auch die Idee für dieses aus einer Begegnung mit und der Geschichte einer Frau.

    Wir trafen uns vor 12 Jahren zufällig in einem Supermarkt in Darmstadt. Ich fand sie sehr hübsch, und da sie mir gefiel, sprach ich sie in afrikanischer Weise direkt an. Nach schwieriger Überzeugungsarbeit gab sie mir ihre Telefonnummer und einige Tage später trafen wir uns im Cafe Chaos.

    Wir sprachen stundenlang, aber nicht über Sex oder Liebe sondern über das Leben und über sie.

    Sie erzählte mir von ihrem Leben, das wirklich anders aussah, als sie es ausstrahlte.

    Wenn man diese Frau sah, dachte man, dass sie ein glücklicher Mensch sei. Aber tatsächlich war sie innerlich gebrochen und zerbrochen. Eine Frau voller Ängste und Unsicherheiten, traurig, wütend und zornig.

    Sie war 26 Jahre alt damals und hatte noch nie ihren Vater gesehen, nicht einmal ein Bild von ihm. Ihre Mutter war eine deutsche Frau und ihr Vater ein Afroamerikaner, oder vielleicht auch ein Afrikaner, der sich als Afroamerikaner ausgab.

    Sie erzählte mir, dass der Vater nach einem One-Night-Stand mit ihrer Mutter verschwunden war. Eigentlich, sagte sie, hatten sie danach immer noch Kontakt und tauschten sogar per Mail Bilder aus. Sie wollten sich wieder treffen, aber als ihre Mutter ihm mitteilte, dass sie schwanger von ihm sei, beschimpfte er sie als Lügnerin, Schlampe oder Samendieb usw. und löschte sein Mailkonto. So konnte ihre Mutter ihn nicht mehr kontaktieren.

    Ihre Mutter ihrerseits löschte aus Wut alle Bilder von ihm, so dass sie jetzt gar nicht wissen konnte, wie ihr Vater aussah.

    Sie hatte aber starke Sehnsucht nach ihm und ein großes Identitätsproblem. Ihre Mama und die Familie ihrer Mama erzogen sie selbstverständlich sehr deutsch, ohne Rücksicht auf das Schwarze, das sie auch in sich trug. Alle Erfahrungen und Erlebnisse, die sie machte, brachte sie ständig mit dem Schwarzsein in Verbindung. Sie war einfach nicht weiß. Sie musste feststellen, dass überall wo sie hinging, immer als schwarze Frau betrachtet wurde. Manchmal auf Partys sagten Leute Sachen zu ihr wie „Wo kommst du her? oder „Es muss für dich kalt sein, oder? Bei euch in Afrika ist es sicherlich viel wärmer oder „Du sprichst sehr gut Deutsch. Wo hast du diese schwere Sprache gelernt?, usw. So entstand bei ihr ein enormes Identitätsproblem. Von Tag zu Tag spürte sie, wie der schwarze Teil ihr fehlte und sie fing an, gegen ihre Mutter zu rebellieren und sich zu beklagen, warum sie sie nicht als Schwarze erzogen hatte, wenn sie doch gewusst hatte, dass man in der Gesellschaft alles, was mit schwarzem Blut vermischt ist, als rein schwarz abstempelt. Ihre Mama und ihre Großeltern wehrten sich vergeblich, indem sie ihr sagten, dass sie auch weiß sei. Ihr habt keine Ahnung, ihr seid auch wie diese Rassisten, sagte sie einmal in ihrer Wut, weil die anderen ihr Problem nicht verstehen konnten oder wollten. Daraufhin, auch in Wut, sagte ihr ihre Mama: „Ihr Schwarzen rennt nur vor euer Verantwortung weg. Dein Vater ist davongerannt und du willst auch davonrennen. Ich habe genug von euch. Dein Vater wird es büßen. Er wird es büßen, mich mit diesem Problem allein gelassen zu haben. Ich hatte ihm das auch gesagt. Er sollte warten, bis du 18 bist. Ich habe ihn verflucht. Wie hätte ich dich anders erziehen sollen? Ich bin keine schwarze Frau. Ich wollte auch keinen schwarzen Mann mehr haben, denn er tat mir sehr weh. Er nannte mich Schlampe. Anstatt dass du zu mir stehst, verteidigst du noch deinen unbekannten Vater, nur weil er wie du schwarz ist. Naja, Schwarze halten doch immer zusammen. Brother hier, Schwester da.

    Diese Aussage ihrer Mutter verletzte sie so sehr, dass sie auszog und danach in einem betreuten Heim wohnte. Dass ihre Mutter auch sie „ihr Schwarzen" genannt hatte veränderte viel in ihr. Eine Liebe zu ihrem Vater entstand und wurde von Jahr zu Jahr größer, und ihre ganze Sehnsucht, ihre ganzen Wünsche und Träume waren eines Tages nur noch bei Papa und mit Papa zu sein.

    Nach diesem Streit suchte ihre Mutter dann plötzlich wieder Kontakte zu schwarzen Studenten in Darmstadt, obwohl sie schon verheiratet war.

    Nach und nach wurde ihre Beziehung zu ihrer Mutter wieder stabiler.

    Es kam wie es kommen sollte, und ihre Mutter begann eine heiße Affäre mit einem jüngeren Studenten aus Kamerun, der langsam auch sehr nett zu ihr wurde. Er wurde ihr erster schwarzer Freund, aber der fehlende Vater in ihrem Leben machte sie seelisch immer kaputter. Ich sagte mir damals, dass ich über dieses Schicksal schreiben werde.

    Der zweite Grund, warum ich mich entschied das Buch zu schreiben, war dann ein Titel in einer Zeitschrift über Inzest. „Ist es noch zeitgemäß, den Inzest zu verbieten?", so verstand ich es. Ich weiß nicht mehr, ob es so wortwörtlich geschrieben war, aber auf jeden Fall hieß es, dass man es locker sehen solle. Damals berichtete man öfter über Liebe zwischen Familienmitgliedern, von diesem Mann, der mit seiner Schwester mehrere Kinder hatte, oder von diesem Mann in Italien, der mit seiner Tochter zusammen lebte. All das schockierte mich und ich wollte dagegen schreiben. Aber ganz plötzlich kam mir die Idee, in einem Roman darüber zu schreiben und dieses Tabu offen anzusprechen. Viele solcher Fälle passieren unter uns. Sprechen wir doch offen darüber.

    Die Geschichte dieser Frau schien mir geeignet, die verschiedenen Themen anzusprechen: Väter, die ihre Kinder alleinlassen; die seelischen Probleme dieser Kinder; Mutter und Tochter, die den gleichen Mann lieben; Inzest oder Liebe und Sex unter Familienmitgliedern.

    So entstand dieses Buch.

    Namen von Personen sind frei erfunden.

    Gerne kannst du mit mir weiter diskutieren und auch erfahren, wie das Ende der Geschichte in diesem Roman wirklich war, denn die Geschichte, wie ihr am Ende feststellen werdet, lässt ein paar Möglichkeiten zu. Wähle deine Möglichkeit aus und beende den Roman, wie du es dir wünschst.

    Besuche mich auf www.lenssi.de und schreibe dein Ende der Geschichte. Da erfährst du auch, wie nach mir die Geschichte ausgegangen ist. Wer das richtige Ende hat, bekommt eine Karte von mir!

    Viel Spaß beim Lesen.

    Nachdem sie die Wahrheit erfahren haben

    Steh auf, Wanted, es ist schon 19 Uhr", sagte sie und nahm seine Hand.

    Ich habe seit fast 90 Minuten nicht mehr geschlafen. Seitdem du da sitzt, habe ich nicht mehr geschlafen. Ich habe deine Gedanken verfolgt. Ich freue mich zu sehen, dass du wieder lächeln kannst. Du musst weiterleben", sagte er und stand auf.

    Wir müssen beide leben, Wanted."

    In diesem Moment merkte sie doch, wie es wieder schwer wurde, ihm ihre Idee vorzuschlagen. Das Bild von Wanted als Vater war auf einmal wieder massiv in ihrem Kopf. Es war ihr aber sehr klar, dass sie nicht beides haben konnte, wollte und durfte. Aber was wollte sie denn? Mit welcher Wanted-Identität würde sie am besten leben können? Vielleicht war die Idee ihrer Mama doch die einzig gute und vernünftige Lösung? Sie wurde wieder traurig. Sie schaute Wanted in die Augen und verstand, warum sie wieder negativ geworden war. Wanted war blass, seine Augen waren auf einmal farblos weiß, sein Gesicht faltig. Es schien, als ob er über Nacht um zehn Jahre gealtert wäre. Zum ersten Mal sah Melanie, dass Wanted schon weiße Haare hatte. Er sah einfach bemitleidenswert aus, das machte Melanie Angst, und sie bekam eine Vorahnung.

    Wie können wir damit leben, Melanie? Ich bin dein Vater und wir haben Sachen getan, die wir nicht hätten tun dürfen."

    Aber wir wussten es nicht, Wanted. Wir haben es nicht absichtlich gemacht."

    Man sagt, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, und das gilt auch vor Gott. Wir haben eine Ursünde begangen."

    Warum hat Gott uns nicht davor geschützt? Warum würde er uns für etwas bestrafen, wovor er uns hätte warnen müssen, Wanted?"

    Er ist nicht schuldig, du auch nicht, aber ich trage die ganze Schuld. Ich allein. Gott kann nicht immer da sein, um uns vor unserer Verantwortung zu bewahren. Hätte ich mich nicht vor 18 Jahren vor meiner Verantwortung gedrückt, wäre alles das nicht passiert. Gott kann nichts dafür."

    Wanted, meine Liebe, es geht nicht um Schuld, Vater."

    Wie kannst du es noch schaffen, mich ‚meine Liebe‘ zu nennen? Siehst du nicht, was ich dir angetan habe? Das hat nichts mit Liebe zu tun. Das hat mit dem Egoismus eines verantwortungslosen Vaters zu tun."

    Nein, Wanted, du tust mir weh. Du tust mir weh, wenn du so über dich redest. Du tust mir weh, wenn du mir verbietest dich ‚meine Liebe‘ zu nennen, denn du bist es, auch wenn du mein Vater bist."

    Meine Tochter, ich verbiete dir das nicht, Liebling. Es ist einfach tragisch, was uns passiert ist. Warum passiert es immer in dem Moment, in dem man am glücklichsten ist?"

    Was denn, Papa?"

    Das Unglück? Warum steht das Unglück immer so nah am Glück?"

    Wir können diese Frage nicht beantworten, aber wir können damit umgehen. Du bist doch so stark, Liebling? Du bist doch so positiv? Sag mir nur etwas, was wir machen können?"

    Du warst die große Liebe meines Lebens, und du wirst es immer sein, aber nicht mehr hier. Es ist nicht möglich, meine Tochter. Es ist nicht möglich. Ich habe schon so viel Unheil in dein Leben gebracht. Ich habe kein Glück im Leben gehabt. Ich bin nicht gut geboren, Melanie. Meine Geburt stand nicht unter einem guten Stern. Ich habe meine Mutter kaum kennengelernt. Ich wuchs wie ein Bastard auf. Ich habe nie ein richtiges Zuhause gehabt. Ich habe keine Geschwister, keinen Bruder, keine Schwester. Ich habe zwar hunderte von Menschen um mich gehabt, aber Liebe und Zugehörigkeit habe ich nie gefunden. Ich habe Menschen wegen meiner Frustration, meiner allgemeinen Unzufriedenheit und meinen Komplexen im Stich gelassen. Ich habe Ehen zerstört, habe Frauen geschwängert und bin einfach abgehauen. Wie viele Kinder habe ich wirklich da draußen? Ich weiß es nicht. Ich wollte wehtun. Ich wollte mich dafür revanchieren, dass ich als Kind abgelehnt und nicht geliebt wurde. Nur so fühlte ich mich wertvoll."

    Aber Wanted, warum machst du dich so fertig? Du bist nicht schuld daran, dass die Sachen so passiert sind, und jetzt hast du doch mich, oder? Reicht das dir nicht, Wanted? Ist meine Liebe für dich nicht genug, nicht ausreichend genug, damit du über all dem stehst?"

    Ja, mon Amour. Das ist das Dramatische daran. Dann kam die Frau, die mein Leben veränderte. Die Frau zeigte mir, was Liebe bedeutet, was Zusammensein bedeutet. Sie zeigte mir, was es heißt, für den anderen da zu sein. Sich für den anderen zu freuen. Diese Frau gab mir das erste Mal einen Sinn im Leben und sie war dabei, mir zu helfen über allem zu stehen. Ich war nun bereit allen Menschen zu verzeihen, meiner Kindheit zu verzeihen, mir selbst zu verzeihen und auch alle, denen ich wehgetan und die ich verletzt hatte, um Verzeihung zu bitten. Jetzt geht es nicht mehr."

    Das hat sich nicht geändert. Diese Frau ist doch da. Sie ist immer noch da für dich."

    Sie ist da, doch alles hat sich geändert. Diese Frau ist meine Tochter. Verstehst du nicht, dass unsere Liebe unmöglich ist? Verstehst du nicht, dass ich dich nicht mehr küssen darf, nicht mehr mit dir schlafen kann? Dich nicht mehr streicheln werde? Verstehst du das? Unsere Liebe lässt nicht zu, dass es mir weiter gutgeht. Unsere Liebe ist unmöglich."

    Unmöglich, Wanted? Warum unmöglich? Warum geht das mit unserer Liebe nicht mehr? Das ist grausam für mich. Das zu hören, aus deinem Mund, ist mehr als grausam für mich. Die Liebe kann doch alles. Gott sagt, Liebe und Gerechtigkeit sind die höchsten Werte. Wir lieben uns, ist es nicht gerecht, wenn wir zusammenbleiben? Kann die Liebe ungerecht sein?"

    Ich habe Angst, Melanie. Ich habe Angst. Unsere Liebe macht mir jetzt Angst. Ich fürchte, dass wir etwas Fürchterliches tun, wenn wir uns weiter lieben."

    Bitte, Wanted, bitte, mein Geliebter, du brauchst keine Angst zu haben. Im Religionsunterricht habe ich gelernt:

    Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe

    . Ja, so steht es in der Bibel!"

    Liebste Geliebte, wie ich sie nie mehr haben werde – in der gleichen Bibel steht, dass Inzest verboten ist. Im Koran ist er verboten. In meiner Kultur hat die afrikanische Tradition den Inzest auch verboten. Bei uns ist sogar vom Teufel die Rede. In Afrika würde man sagen, dass ich vom Teufel besessen bin. In Deutschland ist es auch verboten. Und moralisch geht es nicht, meine Tochter."

    Liebster Geliebter, du sprichst von der Bibel, aber ich habe darin von so vielen Fälle gelesen, in denen Familienmitglieder miteinander Sex hatten? Ebenso gibt es in islamischen Gegenden zahlreiche Ehen zwischen Cousins und Cousinen. Wem schaden wir? Wem fügen wir Schaden zu? Sag es mir doch. Ich sehe nicht, warum wir uns nicht lieben können."

    Wir dürfen uns lieben, meine Tochter. Du musst mich als Papa und ich dich als Tochter lieben, aber kann das jetzt noch möglich sein? Ich glaube nicht, dass es möglich ist, beides zu haben, beides zu sein, liebe Tochter. Geliebte, unsere Liebe darf nicht sein."

    Und was nun, Papa? Was tun wir, Geliebter?"

    Papa und Geliebter können nicht nebeneinander existieren. Es geht nicht. Weißt du, Melanie, was kommt danach? Wenn dieser Fluch von Lu eingetroffen ist, wird auch der andere Fluch eintreffen. Der meiner Mutter, als ich ablehnte noch weiter Kontakt mit ihr zu haben. Nein, ich habe zu viel Unheil gebracht. Ich habe dein Leben zerstört, und ich muss das einzige tun, was ich noch tun kann, um dem Menschen, den ich am meisten liebe, etwas Gutes zu tun. Ich will noch das Minimum tun, was man tun kann."

    Was denn, mein Schatz? Was denn, Papa?"

    Dieses Wort ‚Schatz‘ klingt auf einmal so merkwürdig aus deinem Mund. Mein Schatz, hörst du es auch so?", fragte Wanted.

    Es hört sich noch viel schöner in meinem Ohr an, weil ich dich liebe. Liebst du mich nicht mehr, Wanted? Hast du alles vergessen, unsere Spiele, unser Lachen, hast du alles vergessen?"

    Wie kannst du so etwas sagen, meine Meeresfrucht? Wie kannst du mich fragen, ob ich das vergessen habe? Wie kann ich das vergessen? Wie kann ich die Frau, die mir das Licht gezeigt hat vergessen? Gerade damit ich das nicht vergesse, gerade damit ich dich weiter trage, und immer und ewig liebe, bitte ich dich darum, zuzulassen, dass ich mich befreie. Aus Liebe zu dir, zu uns, gibt es nur einen Ausweg. Du musst mich loslassen. Ich werde dich loslassen."

    Meinst du, du musst gehen, damit wir noch zusammen hierbleiben als Papa und Tochter? Mein Geliebter, musst du sterben, damit du als mein Papa in meiner Erinnerung bleiben darfst? Ich will aber auch den Geliebten behalten."

    Meine Geliebte. Ich muss sterben, damit du mich hier auf dieser Welt als Papa behalten kannst. Unsere Liebe hier ist eine Sünde. Liebste aller Liebsten, ‚Geliebter‘? Das geht nicht. In dieser Welt ist das nicht möglich, meine Tochter. Es ist nicht möglich, dein Geliebter zu sein. Ich gehe dahin, wo alles möglich ist. Da, wo die Menschen nicht Gesetzgeber sind. Da, wo du frei bist. Dort werde ich auf dich warten. Hier auf der Erde kann, darf und will ich nur dein Papa, dein Vater sein. Lass mich ziehen, dahin, wo die Liebe keine Sünde ist."

    Wanted hat es getan

    Erst nach dem vierten Versuch ging Lisa dran.

    Wer ist da?", fragte sie mit schlafender Stimme.

    Er ist tot, Mama, er ist tot, Mama, er hat sich umgebracht", weinte Melanie fürchterlich.

    Wer ist tot?", fragte Lisa und sprang aus dem Bett, schon ahnend, wer tot war.

    Wanted ist tot, Mama, Mama, Wanted ist nicht mehr da, er ist weg. Ich kann nicht mehr, Mama, ich will nicht mehr, ich will auch weg."

    Melanie, Melanie, warte, warte bitte. Wo bist du, mein Schatz?", fragte Lisa.

    Mama ich kann nicht mehr, ich kann nicht ohne ihn, Mama, Wanted ist tot."

    Warte, Liebling. Bleib ruhig. Ich bin gleich da, Liebling. Ich bin gleich da. Hast du verstanden? Warte Melanie, bleib ruhig. Deine Mama ist gleich da."

    Sie zog sich schnell eine Jeans und ein T-Shirt an und rannte aus dem Haus.

    Im Auto dachte sie an Wanteds Wohnungsschlüssel. Er hatte ihr in der guten alten Zeit einen gegeben. Das könnte nun helfen, dachte sie und ging schnell wieder ins Haus.

    Kurze Zeit später war sie bei Wanted. Sie klingelte und niemand machte auf. In Wanteds Schlafzimmer konnte sie aber Licht erkennen. Sie freute sich, dass sie doch den Schlüssel mitgenommen hatte. Sie machte schnell die Tür auf und rannte ins Schlafzimmer.

    Was sie da sah, war kaum zu fassen. Das Bett und der Teppich waren mit Blut verschmiert. Melanie saß auf dem Teppich, an die Bettkante gelehnt. Sie hielt Wanteds Kopf in der Hand und drückte ihn an ihren Bauch.

    Lisa schrie so laut, bis der Nachbar mehrmals an die Wand klopfte. Sie untersuchte Melanies Puls und den von Wanted. Wanted war schon sehr kalt, aber Melanie war noch nicht tot.

    Lisa beeilte sich und rief sofort einen Krankenwagen und die Polizei an.

    So fing es an

    Alles fing ganz harmlos und sehr schön an.

    Wanted, wie man ihn nannte, war ein 26jähriger Mann aus Kamerun, der im Alice-Hospital in Darmstadt sein praktisches Jahr als Mediziner machte. Sein richtiger Name war Tessi Bella.

    Man nannte ihn Wanted, le recherché oder der Gesuchte, weil er als Schüler oft die Schule geschwänzt hatte und so war er dann der meist gesuchte Schüler gewesen. Niemand wusste wo er war und wohin er ging, wenn er nicht in der Schule war. Er wurde ständig von den Lehrern und seinen Eltern gesucht. Seine Kameraden nannten ihn deswegen Wanted.

    Wanted war schon seit Jahren in Deutschland und war ein Lebe-Mensch. Mit seinen 1,92 Metern, seiner sportlichen Figur, seinem sehr charmanten Lächeln war er ein Liebling nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern.

    Er besuchte jeden Freitagabend einen Weinkeller in Darmstadt. Er lernte den Gastwirt und dessen Frau kennen, sie wurden bald Freunde, und nach einiger Zeit war er ein willkommener Gast des Hauses. Das Gastwirtpaar hatte eine Tochter, die mit einem jungen, erfolgreichen Rechtsanwalt verheiratet war. Durch den Gastwirt lernte er auch die Tochter und ihren Mann kennen.

    Die Tochter hieß Lisa, sie war eine elegante Zahnärztin, 29 Jahre alt, und hatte eine neunjährige Tochter, Melanie, deren Hautfarbe aber dunkler war, als ihre und die ihres Mannes.

    Sie war ein sehr hübsches Mädchen, sehr zurückhaltend, aber lustig.

    Das Gastwirtpaar und ihre Tochter samt Mann wohnten auf dem gleichen Grundstück. Der junge Rechtsanwalt hatte sich ein schönes Architektenhaus ganz hinten gebaut.

    Das Gelände war riesig, und das Kind konnte ungestört auf dem ganzen Hof spielen.

    Wanted liebte es, nach der Arbeit in das Weinlokal zu gehen, wo er Flammkuchen und ein Glas Wein bestellte. Er wohnte direkt am Woog und zur Arbeit musste er nur die Landgraf-Georg-Straße überqueren und den kleinen Berg zur Mathildenhöhe hochlaufen und schon bald war er im Krankenhaus.

    Das Mädchen war oft mit ihrer Mutter im Hof und Wanted machte immer einen kleinen Stopp bei ihnen und laberte irgendwelches Zeug mit der Frau und spielte kurz mit dem Mädchen.

    „Du hast eine sehr schöne Tochter, sie ist fast so schön wie du, nur etwas hübscher", sagte er einmal provozierend zu Lisa.

    Lisa war eine sehr attraktive und intelligente Frau, die nur so vor Selbstbewusstsein strahlte. Sie war ca. 1,74 Meter groß, 70 kg schwer, mit sehr schöner Figur, mit schönen weiblichen Proportionen. Da sie auch sportlich war, konnte man in ihren engen Jeans den schönen, leicht runden, leicht ovalen, hochgesetzten und vor allem knackigen Po sehen.

    Ihr Selbstbewusstsein zusammen mit ihrer starken Weiblichkeit machten aus Lisa eine sehr starke Frau. Sie strahlte einfach die Selbstsicherheit einer erfolgreichen Frau

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1