Alles über Künstliche Intelligenz: Woher sie kommt. Wie sie denkt. Was sie kann. Wohin sie führt.
Von Andreas Dripke und Horst Walther
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Über dieses E-Book
Leicht verständliche Beschreibung der Grundlagen.
Alle gängigen Begriffe werden deutlich erklärt.
Die wichtigsten Einsatzgebiete und Branchen.
KI als Produktivitätsfaktor und Jobkiller.
Was kann KI heute schon leisten - und was (noch) nicht.
Welche Fortschritte in den nächsten Jahren zu erwarten sind.
Wie KI der Menschheit hilft und sie gleichzeitig in Gefahr bringt.
Digitale Ethik: Was Künstliche Intelligenz (nicht) darf.
Stand der Forschung und Anwendung in Deutschland und Europa.
"Das einzige Buch, das man lesen muss, um alles über Künstliche Intelligenz zu wissen." (Presse)
Andreas Dripke
Andreas Dripke studied business and computer science and spent ten years as an analyst and editor-in-chief at International Data Corporation (IDC). At 23, he wrote his first technology book, later authoring over 30 accessible non-fiction works. His passion for space travel led him to meet astronauts like Alan Shepard and Valentina Tereshkova, and he engaged with leaders from the German Aerospace Center (DLR) and "Star City". As CEO and now Executive Chairman of the Diplomatic Council, a think tank in consultative status with the UN, he has contributed to UN conferences and this book, focusing on AI, geopolitics, space, and humanity's future.
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Buchvorschau
Alles über Künstliche Intelligenz - Andreas Dripke
Inhalt
Vorwort
Die Idee der menschlichen Maschine
Vom Homunkulus bis zum Faust
Automaten und Androide
Vom Denken zum Computer
Kybernetik – alles wird geregelt
Parallele Computerwelt
Das Gehirn wird nachgebaut
Quantenphysik verändert die Welt
Geburt und Entwicklung
Die KI wurde 1955 in Hanover geboren
Von starker und schwacher KI
KI ist interdisziplinäre Forschung
Boolesche Algebra: Null und Eins
Vom Algorithmus zur KI
Software und Künstliche Intelligenz
Neuronale Netze und Deep Learning
Dem Menschen ebenbürtige Intelligenz
Legendäres Telefonat 2018
Von Turing bis Captcha
Intelligente Roboter – ein Menschheitstraum
Genetische Algorithmen und Kreativität
KI im Speziellen und im Allgemeinen
Treffen sich zwei KI-Algorithmen
Beschleunigte Evolution
Ethik für Künstliche Intelligenz
Wir überschätzen uns
Singularität kommt
Gehirn im Emulator
Generelle und Superintelligenz
Intelligente Ziele
Rationales Risikomanagement
Bewusstsein, das unbekannte Wesen
KI spaltet die Geister
2050 geht die Welt unter
KI verbreitet sich über das Internet
Als das Internet geboren wurde
Scheitern und Alltag
Spielerische Fortschritte
KI wichtiger als Smartphone
KI-Chips
KI der Konzerne
Das Internet gehört uns allen – KI auch
Wer im Internet was zu sagen hat
Das Internet der Dinge umschlingt uns
IoT betrifft uns alle
Die Cloud –– das digitale Nervensystem
Kampf um die Daten
China vs. USA
China marschiert nach vorne
Social Scoring
Ein Leben in der Smart City
KI im Alltag
KI in der Industrie
Welche Branchen sind in welchem Umfang betroffen
Vom Verkehrs- zum Gesundheitswesen
KI-Medizin
Suizgefährdete Häftlinge
Chatbots und „Mann im Ohr"
IoT und KI für neue Geschäftsmodelle
Maschinensprache auf dem Vormarsch
Texte verstehen
Social Media Mining
Big Nudging – die große Manipulation
Jobkiller KI
Kinder und KI
Antworten auf die Fragen der nächsten Dekaden
KI in Deutschland und Europa
KI-Allianz Europa
Deutschlands Fahrplan in die digitale Welt
Künstliche Intelligenz kommt nach Deutschland
Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz
Gesetze für autonomes Fahren
Abhängigkeit von kritischen Infrastrukturen
Eine neue Menschheit
Unsere digitale Zukunft
Kampf um das Primat der Politik
Von Arbeitsplätzen und Populisten
Welche Krise?
Weltenwechsel
Science Fiction wird Realität
Die Welt in 100 Jahren
Die Ethik der digitalen Revolution
Die Robotergesetze für die 2020er
Über die Autoren
Andreas Dripke
Dr. Horst Walther
Bücher im DC Verlag
Über das Diplomatic Council
Quellenangaben und Anmerkungen
Vorwort
Künstliche Intelligenz kann die Menschheit ins Paradies führen oder vernichten. So lassen sich die beiden Pole beschreiben, mit denen über eine der wichtigsten Entwicklungen unserer Zeit heftig gestritten wird.
Eine genaue Definition, was Künstliche Intelligenz, kurz KI genannt, ist, scheitert schon daran, dass es gar keine klare Definition von „Intelligenz" gibt.
Das hindert die KI allerdings nicht daran, sich zunehmend in unserem Alltag breit zu machen. Wenn unser Smartphone einen dezenten Hinweis gibt, dass es Zeit wird zum nächsten Termin aufzubrechen, um rechtzeitig anzukommen, so hängt das mit KI zusammen. Das Gerät hat die Strecke und die Verkehrslage nämlich analysiert, bevor es uns den Tipp zum Aufbruch gegeben hat. Und wenn uns die Sprachassistenzsysteme im Auto oder zu Hause immer besser verstehen, dann steckt ebenfalls KI dahinter. In der Wirtschaft ist die datenbasierte Ökonomie ebenfalls längst angekommen; die Auswertung der als „Big Data" umschriebenen Datenberge erfolgt weitgehend mittels KI.
Die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz haben ein derart immenses Potenzial, dass es etwa mit der Abwehr der Klimakatastrophe durchaus vergleichbar ist. Doch während es über das Klima unzählige politische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen gibt, wird KI nach wie vor wie ein Randthema behandelt, das lediglich von technischem Interesse ist, statt unsere Gesellschaft ernsthaft zu tangieren.
Doch das ist völlig falsch: Die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es wird höchste Zeit, dass wir eine politische und gesellschaftliche Debatte über die Nutzung von KI führen.
In diesem Sinne will das vorliegende Buch einen Beitrag zur Diskussion zum Thema KI leisten. Es ist nicht für „Techniker"oder geschrieben, sondern wendet sich ausdrücklich an die Allgemeinheit, um Verständnis zu wecken, warum die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz für uns alle so wichtig ist.
Andreas Dripke, Dr. Horst Walther
Die Idee der menschlichen Maschine
Die Idee, dass sich das menschliche Denken automatisieren oder mechanisieren lässt, dass der Mensch eine Maschine konstruieren und bauen könnte, die auf irgendeine Art und Weise intelligentes Verhalten zeigt, ist schon sehr alt. Theoretische oder literarische Entwürfe von künstlich erzeugten Lebewesen, die in ihren Fähigkeiten und auch in ihrem Aussehen dem Menschen ähnlich sein sollten, existieren seit langem. Eine allgemeine Vorstellung von einem Homunculus, also einem künstlich geschaffenen Menschen, wurde bereits in der Antike beschrieben und im Mittelalter im Kontext alchemistischer Theorien wieder aufgegriffen.
Schon in der griechischen Mythologie wird der vom Gott des Feuers Hephaistos erschaffene bronzene Riese Talos beschrieben.¹ Von Leonardo da Vinci ist die Skizze eines Roboters bekannt, der sich aufsetzen, seine Arme bewegen und seinen Kopf drehen kann.² Unübersehbar ist die vermeintliche Gleichsetzung von menschenähnlicher Gestalt und Denkfähigkeit. Die damalige Idee: Eine Figur, die in etwa wie ein Mensch aussieht und sich auch analog einem Menschen zu bewegen vermag, könne auch ähnlich wie ein Mensch denken.
Vom Homunkulus bis zum Faust
Ein Plan für die angebliche Herstellung eines Homunkulus findet sich in der Schrift De natura rerum (1538), die allgemein Paracelsus zugeschrieben wird. ³ Im Grunde beschreibt Julien Offray de La Mettrie in seinem 1748 veröffentlichten Buch L’Homme Machine diesen Gedanken. ⁴ Auch die Idee des Laplace‘schen Dämons, benannt nach dem französischen Mathematiker, Physiker und Astronomen Pierre-Simon Laplace, kann man zu den theoretischen Vorläufern der Künstlichen Intelligenz zählen, weil ihm die Vorstellung zugrunde liegt, dass das gesamte Universum nach den Regeln einer mechanischen Maschine abläuft. Das schließt den Menschen, sein Denken und seine Intelligenz mit ein.⁵
Die wohl bekannteste Verwendung der Homunkulus-Idee findet sich in Goethes Faust Teil II. Als weitere Beispiele sind hier die jüdische Legende vom Golem⁶, einem aus Lehm geformten stummen menschenähnlichen Wesens von gewaltiger Größe und Kraft, sowie Mary Shelleys 1818 veröffentlichter Roman „Frankenstein oder der moderne Prometheus" zu nennen.⁷ Sowohl im Buch als auch in mehreren Frankenstein-Verfilmungen werden das Entsetzen und die Tragik des Schöpfers wie auch des erschaffenen Wesens deutlich.
Automaten und Androide
Neben den theoretischen, literarischen und filmischen Ansätzen finden sich in der Geschichte etliche Berichte über mechanische Automaten, die in ein mehr oder weniger menschenähnliches Gehäuse eingebaut bestimmte Aufgaben verrichten. Schon von Leonardo da Vinci wurde die Skizze eines Roboters entdeckt, der seine Arme bewegen, sich aufsetzen und seinen Kopf drehen kann. Im 17. und 18. Jahrhundert erschienen viele Berichte über selbstfahrende Fahrzeuge und andere Automaten, die meist als Schwindel entlarvt wurden. Hier wurde in einem Wunschdenken eine Entwicklung vorgezeichnet, die es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab. Beispielhaft hierfür steht der „Schachtürke von Wolfgang von Kempelen, mit dem er Europa und die USA bereiste und dabei große Schachspieler herausforderte. In Wahrheit war jedoch in dem „Automaten
nur ein sehr kleiner Mensch versteckt, der über eine Mechanik die Spielfiguren auf dem Brett steuerte.
Mit den Konstruktionen von Jacques de Vaucanson wurde im 18. Jahrhundert ein Höhepunkt in der Geschichte des Baus von echten Automaten erreicht. Über seine drei mechanischen Kunststücke hieß es damals: „Diese 3 Mechanische Kunststücke, welche menschlichen Verstand zu übertreffen scheinen, und deren Werth allein von grossen Kennern eingesehen und erkläret werden kan, enthalten in ihrem innerlichen Bau, einen Zusammenhang von vielen Künsten und Wissenschafften, hauptsächlich aber sind es Meisterstücke der Anatomie, Physic, Mechanic und Music. Kennere werden dabey Nutzen und Vergnügen finden, curiose Liebhaber aber darüber erstaunen. Die erste Figur stellet einen sitzenden Mann vor in Lebensgröße von Holtz, welcher II. unterschiedliche Arien auf der Flute-Traversiere bläßt, mit eben der Annehmlichkeit und Fertigkeit, wie es dieses Instrument erfordert, und zwar mit gleicher Mittheilung der Luft in das Mundloch, Greifung der Thöne, Bewegung der Finger, der Lippen und der Zunge, wie solches ein lebendiger Mensch zu thun pfleget. Die 2te ist eine Manns=Person von Pappendeckel, welche 20. unterschiedene Arien auf einer Pfeiffe, wie solche in der Provence geführet wird, und das schwerste blasende Instrument ist, nebst Rührung der Trommel mit der einen Hand, gleichfalls wie ein lebendiger Mensch bläset. et. Die 3te Figur ist eine Ente, von vergoldetem Meßing und Stahl, welche alle die Bewegungen, so eine lebendige Ente macht, nachahmet, von sich selbst das Essen u. Trincken hineinschluckt, verdauet, und wieder, wie einen ordentlichen Koth von sich gibt, nicht weniger die Flügel ober, unter sich und zur Seite schlägt, schnadert und alles dasjenige verrichtet, was eine natürliche Ente thun kan. Es ist unmöglich, alles so genau zu beschreiben, als es sich in der That befindet und im Werck selbsten zeigt, dahero nur noch dieses beygefüget wird, daß an einem einzigen Entenflügel 400. Theile und besondere Zergliederungen sich befinden."
Nach Vaucanson wurden zahlreiche, oft sehr komplexe Androiden gebaut, die echte Funktionen ausübten. Die berühmtesten dürften die Automaten von Vater und Sohn Jaquet-Droz sein. Deren automatischer Schreiber ist beispielsweise ca. 70 cm hoch, hat eine Gänsefeder in der Hand, sitzt vor einem kleinen Tisch und hat bewegliche Augen und Kopf. Er kann jeden beliebigen Text mit bis zu 40 Buchstaben Länge schreiben. Der Text wird auf einem Rad codiert, wo die Buchstaben dann einer nach dem anderen abgearbeitet werden. Wenn er gestartet wird, taucht er zunächst die Feder in die Tinte und schüttelt sie leicht ab, dann schreibt er, wobei er wie ein echter Schreiber die Auf- und Abwärtsstriche richtig beachtet und auch absetzt. Er kann mehrzeilig schreiben und beachtet Leerzeichen. Man kann in diesem Automaten einen Vorläufer der Computer sehen, weil die Maschine über ein Programm und einen Speicher verfügt und auf verschiedene Art programmiert werden kann (beliebige Texte können geschrieben werden). Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts gab es außer den Automaten von Vater und Sohn Jaquet-Droz noch viele weitere. Diese Automaten waren liebevoll gefertigte Einzelstücke, erforderten Tausende von Stunden zu ihrer Herstellung und waren entsprechend teuer. Einer der damaligen Meisterkonstrukteure war Johann Nepomuk Mälzel, der zahlreiche Musikautomaten konstruiert hatte, darunter auch den damals in der internationalen Presse hochgelobten Tompeter, der in Wien oft stundenlang zur Belustigung des Publikums von einem Wohnungsfenster aus gespielt wurde. Für diesen Trompeter komponierten renommierte Komponisten wie Jan Ladislav Dusik und Ignaz Pleyel sogar Konzertstücke. In allen diesen Fällen sollte die Illusion eines künstlichen Menschen vermittelt werden – eine Idee, die sich bis in die heutige Zeit, etwa bei Figuren wie C-3PO aus dem Filmepos Star Wars, erhalten hat.
Vom Denken zum Computer
Was ist Denken? Diese Frage faszinierte schon in der Antike die Menschen. Dabei war die Idee vorherrschend, dass sich das Denken formalisieren ließe, um zu richtigen Entscheidungen zu gelangen. Das Fällen einer Entscheidung galt dabei als Abschluss eines Denkvorgangs. Schon der griechische Philosoph Aristoteles formulierte Verfahren, wie man aus Prämissen gültige Schlussfolgerungen ziehen kann.
Gottfried Wilhelm Leibniz hatte im 17. Jahrhundert eine Methode namens Cogitatius Symbolica entwickelt, um – so seine Hoffnung – Meinungsverschiedenheiten beizulegen und damit sogar Kriege zu verhindern. Er legte die Vorstellung zugrunde, dass es sich beim Denken um einen Prozess handelte, bei dem Zeichen nach Regeln verknüpft würden. Es war die Idee, dass sich Denken durch ein rein formales Verfahren beschreiben liesse, das – korrekt angewandt – zu den richtigen Schlüssen führen würde. Nicht die konkreten Inhalte, sondern allein die Methodik sollten zum Ziel führen. Damit war Leibniz schon vor über 400 Jahren recht nah an der Idee des Computers, der auch nach genau festgelegten Verfahren funktioniert. Der Klassiker einer solchen Verfahrensweise lautet sicherlich: „Alle Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Also ist Sokrates sterblich". Ähnlich funktionieren Computer, indem sie aus Prämissen nach festlegten Regeln Schlussfolgerungen ableiten. Daraus leitete sich die Annahme ab, dass das menschliche Gehirn und die Datenverarbeitung eng verwandt sind. Beides sind demnach Informationsverarbeitungssysteme, und Denken ist in diesem Modell nichts anderes, als Symbole zu manipulieren, um aus gegebenem Input nach
