Die königlich sächsische Kavallerie (II): Die Chevauxlegers-Regimenter 1810 - 1815
Von Jörg Titze
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Über dieses E-Book
Jörg Titze
Baujahr 1961, diplomierter Elektrotechniker. Beschäftigung mit Zinnfiguren seit 1976, Mitglied des Vereins *Zinnfigurenfreunde Leipzig* und der Zinnfigurengruppe *Frundsberg*, dabei u.a. Mitwirkung am Großdiorama *Völkerschlacht bei Leipzig 18.10.1813, südliches Schlachtfeld* (Torhaus Leipzig-Dölitz) und *Sächsische reitende Artillerie 1812/13* (Militärhistorisches Museum Wolkenstein). Mitglied in verschiedenen Darstellungsgruppen der Napoleonischen Epoche (experimentelle Archäologie) seit 1980, seit 1989 in der Gruppe *kgl. sächs. I.Regiment leichter Infanterie / Regiment Churfürst Infanterie*. Seit 1987 Herausgabe von Heften zu verschiedenen Militärthemen und speziell der sächsischen Armee.
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Rezensionen für Die königlich sächsische Kavallerie (II)
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Die königlich sächsische Kavallerie (II) - Jörg Titze
1. Einleitung
Sachsen hatte bei der Reorganisation der Armee zum 01.05.1810 die bestehenden 4 Chevauxlegers-Regimenter Prinz Clemens, Prinz Abrecht, Prinz Johann und von Polenz übernommen und personell aufgestockt.
Ende des Jahres 1811 wurde das Regiment Prinz Clemens der Form nach (nominell blieb es bis 1813 ein Chevauxlegers-Regiment) in ein Ulanen-Regiment umgewandelt und mit Lanzen bewaffnet, auch erhielt es ein entsprechendes Reglement dazu¹. Diese neue Waffe und das Reglement erhielt das Regiment erst ab März 1812 und allem Anschein nach erstere nicht vollständig².
Diese 4 Regimenter wurden 1812 in verschiedenen Verbänden (Prinz Clemens und von Polenz im VII.Armeekorps; Prinz Albrecht im III.Kavallerie-Korps und Prinz Johann im IX.Armeekorps) in den russischen Feldzug geschickt.
Während die Regimenter Prinz Clemens und von Polenz - wenn auch stark dezimiert - bei der Rückkehr noch ein geschlossenes Ganzes bildeten, so trafen von den Regimentern Prinz Johann und Prinz Albrecht nur Trümmer in Sachsen ein.
Welcher Verwaltungsvorgang während der Wiederherstellung der Verbände die gesamten Kraftanstrengungen auf das Regiment Prinz Clemens konzentrierte, hat sich nicht herausfinden lassen. Jedenfalls mussten die Regimenter von Polenz, Prinz Albrecht und Prinz Johann während des Frühjahrsfeldzuges 1813 und während des anschließenden Waffenstillstandes soviel Personal an das Regiment Provinz Clemens abgeben, dass schlussendlich nur noch die Wirtschafts-Kommissionen bis zur buchhalterischen Aufarbeitung des Feldzuges von 1812 übrig blieben und sich dann diese Regimenter ohne Hinterlassung der zu vermutenden Akten schlicht in Nichts auflösten. Damit verliert sich auch die Spur der durchaus aus Russland zurückgebrachten Regimentsarchive.
Daraus ableitend muss die Aktenlage zu den Regimentern als sehr übersichtlich bezeichnet werden.
Neben den Befehlssammlungen der Depots und den Monatsverpflegungslisten gibt es noch das Tagebuch des Obersten von Zezschwitz (Prinz Clemens)³, die Rapporte des Obersten Lessing (Prinz Albrecht) und das Tagebuch des Capitaines Vitzthum von Eckstädt (Prinz Johann) aus dem Feldzug von 1812⁴ sowie die Befehle an die leichte Kavalleriebrigade im Frühjahrsfeldzug 1813⁵.
Weitere Informationen sind - bruchstückhaft und jeweils auf eine einzige Sache gerichtet - den Akten des Geheimen Kriegs-Rats-Kollegiums und der Generalbzw. Feld-Kriegs-Kasse zu entnehmen.
Von Seiten der Sekundärliteratur dominiert zweifelsfrei Oppel⁶ das Geschehen. Die Geschichte des Husaren-Regiments No. 18 ist - bis auf die Ausführungen zu den Jahren 1814 und 1815 - überwiegend eine Abschrift des bei Oppell Ausgeführten. Natürlich dürfen Cerrini’s Feldzüge der Sachsen nicht vergessen werden.
Herzlich bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei den Mitarbeiterinnen des HStA Dresden für die gewohnt problemlose Bereitstellung der Akten. Auch der SLUB Dresden ist für die Veröffentlichung ihres Archivgutes in der Form der Digitalen Sammlungen aufrichtig zu danken.
Ich möchte mich auch bei Ihnen, verehrter Leser, für den Kauf dieses Buches bedanken. Insofern Sie Anregungen haben oder über den Inhalt diskutieren wollen, so können Sie mich via email unter
sachsen-titze@t-online.de
erreichen.
Leipzig im April 2020
Ihr
Jörg Titze
¹ Heft 61 dieser Reihe
² Das in diesem Zusammenhang so oft jubilierend geäußerte Wort der Führung, dass das „Zutrauen der Mannschaft zur Lanze unbeschreiblich sei", ist wohl eher so zu übersetzen: Die Mannschaft vermisst den Karabiner, hat aber - obwohl im Frieden kaum Ausbildung an der Lanze stattfinden konnte - diese Waffe akzeptiert. (Nun ja, etwas anderes blieb der Truppe ja auch nicht übrig.)
³ Heft 57 dieser Reihe
⁴ Heft 42 dieser Reihe
⁵ fast ausschließlich in französisch und nur die Delogierung und sonstige Dienstverrichtungen wie Kommandos etc. betreffend.
⁶ Oppel (Carl Friedrich Gustav von) war als Fahnjunker erst am 24.03.1812 Sousleutnant geworden und hatte diesen Dienstgrad 1815 immer noch inne, war also im betrachteten Zeitraum nicht in verantwortungsvoller Position tätig. Die wohl 1829 geschriebene und 1859 veröffentlichte/neu veröffentlichte (?) Geschichte des Regiments Prinz Clemens ist daher entsprechend einzuordnen.
2. Die Organisation
2.1 Die Friedensorganisation vom 01.05.1810
Bei der Reorganisation der sächsischen Armee vom 01.05.1810 wurden die vier bestehenden Chevauxlegers-Regimenter
Prinz Clemens (aufgestellt 1733)
von Polenz (aufgestellt 1733)
Prinz Johann (aufgestellt 1742) und
Prinz Albrecht (aufgestellt 1745)
beibehalten und erhielten folgende Organisation:
Der Gesamtbestand eines Regiment Chevauxlegers betrug 786 Mann und 718 Pferde.
Je 2 Kompanien waren in einer Eskadron⁹ zusammengefasst.
2.2 Die Organisation von 1812
2.2.1 Die Organisation eines mobilen Regiments vom 09.03.1812
Für den Feldzug von 1812 wurde die Stärke eines mobilen Chevauxlegers-Regiments festgesetzt¹⁰ mit
Insgesamt 664 Mann mit 628 Pferden.
Dazu kamen noch
1 Equipage-Sergeant mit 1 Reit-Klepper
10 Equipage-Soldaten mit 22 Zug- und 4 Packpferden
Die Depots bestanden in der Regel aus
2.2.2 Die Organisation des Regiments Prinz Clemens vom 03.08.1812
Nach der Teil-Gefangennahme des Chevauxlegers-Regiments Prinz Clemens (1., 2. und Teile 4.Eskadron) am 27.07.1812 bei Kobryn wurde aus der 3.Eskadron, Kommandierten, Rekonvaleszenten etc. eine Abteilung zu zwei Eskadrons¹⁴ unter Kommando des Majors von Seydlitz in Stärke von 9 Offizieren und 250 Mann¹⁵ formiert. Da außer dem Major von Seydlitz nur noch 4 Offiziere des Regiments Prinz Clemens verfügbar waren, wurden 2 Offiziere des Regiments v.Polenz zur Dienstleistung kommandiert¹⁶.
Durch Anfang Oktober eintreffenden Ersatz soll die Abteilung auf 3 Eskadrons¹⁷, Ende 1812 aber wieder auf 2 Eskadrons gesetzt worden sein.
2.2.3 Der Ersatz während des Feldzuges 1812
Der Ersatz für das Regiment Prinz Clemens wurde (siehe Punkt 2.2.2) in unbekannter Höhe durch das Regiment selbst geleistet.
Ersatz für das Regiment von Polenz wurde geleistet:
durch das Regiment selbst mit 1 Korporal, 59
